Ohne Zweifel: Marco Reus war mit seinem zweiten Doppelpack in Folge der Matchwinner von Borussia Mönchengladbach beim 2:1-Sieg gegen Hertha BSC Berlin. Und Dank des Nationalspielers durften die Borussen, die es gerade im zweiten Durchgang als Mannschaft stark gemacht hatten, in Berlin den zweiten Sieg in Folge feiern und mit nunmehr 23 Punkten in die letzte Länderspielpause des Jahres gehen.
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| Zweiter Doppelpack in Folge: Marco Reus sorgte für den Sieg in Berlin. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Doch gerade zu Beginn des Spiels sah es alles andere als danach aus, dass die Borussen das Olympiastadion als Sieger verlassen würden. »Wir sind in der ersten Halbzeit nicht so ins Spiel gekommen und haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten«, musste Marco Reus zugeben. »Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen und haben in den ersten 20 Minuten nicht gut gespielt«, stimmte Geburtstagskind Mike Hanke zu.
Die „Fohlen" lahmten gerade im Offensivspiel und waren zudem im Defensivverbund nicht gänzlich auf der Höhe. Das aber auch, weil die Truppe von Trainer Markus Babel die Borussen zunächst gut aus dem Spiel nahm und zudem unter Druck setzte. »Wir haben uns von der Berliner-Taktik überraschen lassen«, sagte Mike Hanke, auf den nach der Rückkehr aus Berlin zu Hause noch eine Überraschungsparty mit insgesamt 20 Leuten wartete.
»Es war schwer für uns eine Lücke zu finden, denn Hertha stand sehr kompakt«, so Lucien Favre. »Wir hatten zu viele einfache Ballverluste und haben zu oft lange Bälle gespielt, anstatt das Kurzpassspiel besser vorankommen zu lassen«, monierte Patrick Herrmann.
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Und dann nutzte der Aufsteiger einen unnötigen Ballverlust des VfL, um sich in Front zu bringen. Juan Arango brachte Filip Daems mit einem schlampigen Zuspiel in Verlegenheit. Ramos zeigte sich hellwach und vollendete durch die Beine von Marc-André ter Stegen zur Führung für die „Alte Dame".
»Durch die Beine ist natürlich sehr ärgerlich. Ich krieg den Ball noch so gerade so gegen die Hacke. Ich habe nach hinten geschaut und gehofft, dass der Ball an den Pfosten oder daneben geht«, erinnerte sich Borussias Torhüter, der erst nach 4,5 Liter Wasser (!) die anschließende Dopingprobe antreten konnte und so mit dem Auto die Heimreise aus Berlin antreten musste, an die Szene. »Vielleicht kann man den Ball halten, aber sowas passiert. Man muss auch dazu sagen, dass er ihn gut geschossen hat«.
»Das Tor darf nie im Leben fallen«, ärgerte sich Roman Neustädter. Doch die Borussen bewahrten die Ruhe und fanden zurück in die Partie. »Wir haben es dann vernünftig gemacht und haben uns gegenseitig gepusht. Jeder war hellwach«, sagte ter Stegen.
Und nach 33 Minuten schlugen die Borussen mit der ersten zwingenden Möglichkeit in Person von Marco Reus zurück. Dem Tor ging ein starkes Zuspiel von Patrick Herrmann voraus. Generell zeigte der U21-Nationalspieler in Berlin eine starke Leistung. »Wir bringen als Mannschaft im Moment gute Leistungen und auf dieser Welle schwimmt man dann gerne mit«, blieb Herrmann bescheiden.
Kurz nach seinem Tor musste der Nationalspieler nach einem rüden Foul von Maik Frank an der Seitenlinie behandelt werden, konnte nach kurzer Zeit Gott sei Dank aber weitermachen. Glück für beide Akteure, allen voran für Franz, der trotz dieses harten Einsteigens ungeschoren davon kam. »Die Schiedsrichter wissen glaube ich auch, dass Maik Franz einer ist, der auch mal austeilt, gehen dagegen aber einfach nicht vor«, schüttelte Marco Reus den Kopf. »Deshalb verstehe ich es nicht ganz, wenn Spieler vor allen Dingen dann nicht geschützt werden, wenn einer von hinten kommt«.
»Ich habe nichts dagegen, wenn man in die Zweikämpfe geht. Natürlich spielt er auch den Ball, damit habe ich kein Problem. Aber dann muss er mich nicht auch noch mit dem linken Bein wegtreten, das gehört sich nicht«, so Reus weiter, der sich am Sonntag mit leichten Schmerzen an Wade und Schienbein in Richtung Nationalmannschaft verabschiedete.
Verabschiedet hatten sich die Borussen derweil nach 45 Minuten mit einem 1:1 in die Kabinen. Und nach dem Seitenwechsel zeigten sie sich von Beginn an präsent, hielten dagegen und gingen aggressiver zu Werke. »In der zweiten Halbzeit haben wir von Beginn an eine gute Leistung gezeigt«, sagte Filip Daems.
Und mit der zweiten guten Möglichkeit brachten sich die Borussen zehn Minuten nach dem Seitenwechsel in Front. Wieder war es der abermals überragende Marco Reus, der hellwach war und das Leder gekonnt in den Winkel donnerte.
»Marco ist im Moment einfach überragend und macht auch den Unterschied. Dass er einen guten Abschluss hat, wissen wir alle. Davor wurde gesagt, dass er nicht trifft. Aber da ging es immer nur um Zentimeter. Jetzt gehen die Dinger rein«, sagte Roman Neustädter. »Wir versuchen ihm dabei auch zu helfen. Es gibt Spieler, die vorbereiten und Spieler, die verteidigen. Marco spielt jetzt vorne und kommt deswegen mehr zum Torabschluss. Er hat Spaß am Spiel, fühlt sich hier wohl und ist wichtig für uns«.
»Alle in Deutschland wissen, dass Marco ein Top-Spieler ist. Er hat ein enormes Potenzial, aber auch noch zu lernen«, sagte Lucien Favre. »Er ist 22 Jahre alt und es ist logisch, dass er noch was lernen kann. Viele Details, er wird das mit mir gut machen«.
»Sicherlich gibt es noch einiges zu verbesern. Man kann sich in jedem Bereich verbessern«, sieht auch Marco Reus bei sich noch Verbesserungspotzenzial und meint allen voran auch sein Kopfballspiel. »Das ist noch nicht so schön und auch da versuche ich im Training zu verbessern«.
Am Ende durften sich die Borussen nach zuvor zwei Auswärtsniederlagen in Folge über einen Dreier auf fremden Platz freuen, mit dem der VfL weiter oben dran bleibt. »Wir stehen verdient dort oben«, stellte Filip Daems fest. »So kann es gerne weitergehen«.
Mit 23 Punkten haben die Borussen im Bezug auf die magische 40-Punktemarke bereits mehr als die halbe Miete. Und derzeit ist man auf einem mehr als guten Weg, diese schon früher als vielleicht erwartet erreicht und somit mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben.
Dennoch bleiben die Borussen weiter auf dem Boden und wollen zunächst bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich einheimsen, um dann mit einem dicken Polster ruhige Weihnachten feiern zu können.
»Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel. Natürlich ist es schön, wenn man dann Erfolg damit hat. Und wenn das Prinzip immer passt, dann wollen wir das natürlich auch so weitermachen«, sagte Marc-André ter Stegen. »Wir können uns natürlich alle damit anfreunden, dass wir einen Lauf haben und gut spielen. Aber es sind dafür immer 110 Prozent nötig«.
Und ihren Lauf fortsetzten und guten Spielen möchten die Borussen dann auch nach der zweiwöchigen Länderspielpause. »Wichtig ist, dass wir dann da weiter machen, wo wir aufgehört haben. Mit Bremen, Köln und Dortmund kommen dann drei wichtige Spiele, die es in sich haben«, ist sich Mike Hanke bewusst meinte im Bezug auf das, was in dieser Saison Möglich ist: »Wenn wir diese Spiele bestehen, dann können wir noch mal reden«.
»Wir haben jetzt 12 Spieltage absolviert, haben 23 Punkte und sind weiter oben dabei. Jetzt ist Länderspielpause und wir müssen uns noch mal neu sammeln. Dann kommen für uns schöne und schwere Gegner«, sagte Marco Reus und stimmte zu: »Danach wird man sehen, wohin es geht«.






