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»Dran bleiben und nicht spinnen«

Fohlen bleiben trotz Galopp an die Tabellenspitze auf dem Boden

Mit einem zu keiner Zeit gefährdeten und auch in der Höhe völlig verdienten 3:0-Erfolg im rheinischen Derby beim 1. FC Köln setzte sich Borussia Mönchengladbach vorrübergehend an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Gerade die Art und Weise, wie dominant die Borussen die Partie im RheinEnergieStadion beherrschten, war mehr als imponierend. Dennoch behalten die Protagonisten weiter die Bodenhaftung.

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Doppeltorschütze gegen Köln: Mike Hanke. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Spätestens nach 48 Spielminuten räumte der VfL letzte Zweifel aus dem Weg, auch das dritte Derby in Folge für sich zu entscheiden.

Denn da erzielte Mike Hanke seinen zweiten Saisontreffer und sorgte mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung. »Danach war die Partie gelaufen«, stellte Lucien Favre nachher richtigerweise fest.

Doch so richtig in Gefahr war der vierte Sieg des VfL in Folge nicht. Von Beginn an setzten die Fohlen die Geißböcke unter Druck und ließen den Hausherren dabei wenig Luft zum atmen.

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»Wir haben das Spiel von Beginn an dominiert und guten Fußball gespielt«, war Filip Daems der Meinung. »Wir wollten auch auswärts sofort ein Pressing machen, hoch bleiben und Köln unter Druck setzen«, gab Favre seinen Matchplan Preis und ergänzte: »Wir wollten unbedingt in Führung gehen«.

Und genau das tat seine Mannschaft dann nach 20 Minuten auch. Mike Hanke brachte den VfL mit seinem, ersten Saisontreffer mit 1:0 in Front. »Ich freue mich für uns und ihn, dass er endlich wieder getroffen hat«, meinte Favre. »Es freut mich richtig für Mike, dass bei ihm nun der Knoten geplatzt ist. Er hat sich das auf jeden Fall verdient«, sagte Marco Reus.

Natürlich spielte der Führungstreffer den Borussen in die Karten. Der FC tat in der Folgezeit zwar etwas mehr, kam aber gegen die nun noch sicherer aufspielenden Fohlen nicht zum Zuge. Dafür setzten die Borussen nach einer halben Stunde nach und bauten die Führung aus. Juan Arango zirkelte einen Freistoß über die Mauer hinweg ins rechte Eck.

Eine 2:0-Führung, womit das bis dato eher einseitige Derby praktisch entschieden war. Wie auch schon gegen Bremen erfreute die Favre-Elf mit tollem und schnellem Kombinationsfußball. »Wir haben einfach und aggressiv nach vorne gespielt«, sagte Dante.

Und das die Borussen zudem dabei im Defensivverbund abermals lückenlos agierten, ist nahezu im positiven Sinne fast schon selbstverständlich. Lediglich neun Gegentreffer stehen nach 14 Spielen zu Buche. »Die Mannschaft ist eine Einheit und momentan ist es schwer, gegen uns eine Lücke zu finden«, sagte Favre. »Wir haben sehr kompakt gestanden. Wenn wir weiterhin so gut organisiert und kompakt stehen, dann können wir in dieser Saison viel erreichen«, ist Dante der Meinung.

»Wir stehen momentan hinten einfach sehr gut. Es passt einfach«, meinte Marco Reus. »Und vorne haben wir einfach die Qualität, um immer gefährlich zu sein und um Tore zu machen«.

Und das machte eben auch „endlich" Mike Hanke, der vor dem 1:0 genau 1037 Minuten ohne Torerfolg war. »Die Minuten waren mir eigentlich völlig egal. Ich habe mir da eh nie Gedanken gemacht und den Erfolg der Mannschaft in den letzten Wochen mit genossen. Ich wusste, dass es irgendwann wieder klappt«, wollte Hanke seinen ersten Saisontreffer allerdings indes nicht allzu viel Bedeutung schenken.

Derweil gingen die Fohlen mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabinen. Dort gab Lucien Favre seinen Mannen mit auf den Weg, auch nach dem Seitenwechsel ob der beruhigenden Führung nicht nachzulassen. »In der Halbzeit habe ich gesagt, die Mannschaft soll auf das 3:0 gehen«, verriet Borussias Trainer einen Teil seiner Ansprache.

Und die Borussen hielten sich dran. Erneut war es Mike Hanke, der einen Abpraller von Michael Rensing nutzte und aus kurzer Distanz abstaubte. In der Folgezeit schaltete der VfL zwar einen Gang zurück, hätte aber dennoch weitere Treffer erzielen können. »Wir haben uns etwas zurückgezogen, hatten aber dennoch die eine oder andere Chance«, stimmte Mike Hanke zu.

Während die Partie mit diesem Treffer zu Gunsten des VfL entschieden war und die Kölner-Fans eine Viertelstunde vor Abpfiff das Stadion verließen, so durften die Borussen am Ende einen weiteren Derbysieg und den vierten Sieg in Folge feiern. »Der Sieg ist ganz klar verdient«, befand Filip Daems.

Und das durchaus im Stile einer Spitzenmannschaft, die mit erfrischendem Offensivfußball und hervorragendem taktischen Verständnis vorrübergehend an die Tabellenspitze galoppierte. »Wir sind natürlich überglücklich, dass wir Tabellenführer sind und es ist auch kein Zufall. Aber wir dürfen nicht spinnen und denken, dass es von alleine geht, sondern müssen dran bleiben«, hob Mike Hanke dennoch den Finger.

Dennoch ist es sicherlich alles andere als ein Zufall, dass die Borussen nach 14 Spieltagen mit nunmehr 29 Punkten in der Spitzengruppe der Fußballbundesliga vertreten sind. »Nach 14 Spieltagen kann man noch nicht von einer Spitzenmannschaft sprechen«, wiegelte Filip Daems ab und begründete: »Die größeren Vereine, die jedes Jahr oben mitspielen, sind Spitzenteams. Dass wir aber eine gute Mannschaft sind, ist klar«.

»Wir stehen völlig verdient dort oben, denn von diesem Punkten ist keiner geklaut oder so, stellte Filip Daems weiter fest«. »Wir haben noch drei Spiele und dort wollen wir noch so viele Punkte wie möglich sammeln«.

»Wir sind noch lange kein Spitzenteam«, ist auch Marco Reus der Meinung und erläuterte: »Momentan stehen wir sehr gut und zeigen Woche für Woche, was wir können. Aber wir müssen auf dem Boden bleiben, weiter konzentriert arbeiten und jede Woche 100 Prozent geben«.

Aber eben alles andere als mühsam sammeln die Borussen derzeit Punk für Punkt, was gerade die VfL-Anhänger von mehr träumen lässt. Die Borussen allerdings, bleiben weiter auf dem Boden. »Wir träumen noch nicht von mehr, sondern schauen weiter von Spiel zu Spiel und müssen um jeden Punkt kämpfen«, sagt Borussias Kapitän.

»Es gibt keinen Grund euphorisch zu sein«, mahnte Marco Reus, dessen Einsatz gegen den BVB aufgrund eines Bruchs des linken Zehs fraglich ist. »Ich denke, dass wir gut damit fahren, weiter von Spiel zu Spiel zu denken. Wir haben noch schwere Spiele vor uns und die wollen wir positiv bestreiten«.

Positiv bestreiten wollen die Borussen dann auch das nächste Spiel, in dem sich der amtierende deutsche Meister Borussia Dortmund im Borussia-Park die Ehre gibt. Und mit dem Derbysieg, dem damit verbundenen vierten Sieg sowie dem derzeitigem Selbstvertrauen im Rücken darf man diesem Duell mit freudiger Erwartung entgegen sehen und den derzeit stark aufspielenden VfL duchaus genießen.


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