Das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund musste Marco Reus von der Tribüne aus verfolgen. Und während dies für den Nationalspieler gerade gegen seinen Ex-Club verständlicherweise alles andere als schön war, so droht gleiches „Schicksal" wohl auch in der kommenden Woche gegen den FC Augsburg.
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| Nach Zehbruch gegen Köln - Einsatz von Reus auch gegen Augsburg fraglich. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
‚Ausgerechnet' im Gipfeltreffen gegen den BVB musste Marco Reus passen. Ein Bruch des kleinen Zehs im linken Fuß, den er sich beim Derbysieg in Köln zugezogen hatte, machte einen Einsatz gegen den BVB unmöglich.
So musste der Nationalspieler an der Seite seiner Freundin und des ebenso verletzten Igor de Camargo das Geschehen von der Haupttribüne des Borussia-Parks verfolgen. »Das war richtig Scheiße. Es ist kein schönes Gefühl, auf der Tribüne zu sitzen«, beschrieb Reus am Sonntag seine Gefühlslage, ehe er sich zu einer Fanclub-Weihnachtsfeier in der Nähe seiner Heimatstadt Dortmund machte. »Ich habe mich richtig unwohl gefühlt und war vor dem Spiel richtig nervös, weil du halt nicht eingreifen kannst«.
So fieberte die Rakete von der Tribüne aus mit und sah, wie seine Mitspieler dem amtierenden Meister nicht „nur" Paroli boten, sondern ein Duell auf Augenhöhe lieferten. »Ich fand, dass es über 90 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe war. Es war insgesamt sehr intensiv und das Tempo war sehr hoch«, sagte Reus. »Aber wenn wir da oben bleiben wollen, dann müssen wir auch über unseren Schatten hinaus springen. Ich denke, dass haben die Jungs bravurös gemacht«.
»Ich denke, das Unentschieden war gerecht. Dortmund hatte in der ersten Halbzeit ein bisschen mehr Ballbesitz und hat mehr Druck gemacht als wir«, analysierte der 22-Jährige. »Aber wir sind aus der Halbzeit gekommen, haben dann richtig gut gespielt, auch dominiert und verdient den Ausgleich gemacht«.
Und an diesem war auch Raúl Bobadilla nicht unbeteiligt, der anstelle von Reus an der Seite von Mike Hanke stürmte und seinen Sturmpartner mit einem tollen Pass in Szene setzte. »Natürlich ist es nicht leicht, wenn du ein paar Wochen nicht gespielt hast und dann reinkommst. Ich denke, dass Boba seine Sache wirklich ordentlich gemacht hat«, lobte Reus seinen Vertreter. »Aber ich denke, dass es gestern insgesamt eine gute Teamleistung war, auf der wir aufbauen können«.
Eine Teamleistung, bei der eben mal wieder ein anderer in die Bresche springen und einen Ausfall kompensieren musste. Das gelang dem VfL und stellte somit unter Beweis, dass es auch ohne Marco Reus geht, wenngleich die Rakete dem VfL auch gegen Dortmund gerade mit seinen quirligen Antritten und Offensivideen sichrlich mehr als gut getan hätte.
»Ich spiele ja auch nicht von alleine auf dem Spielfeld, sondern mit zehn anderen. Ich bin genauso abhängig von denen«, hob Reus seine Mitspieler hervor. »Wir haben einen großen Kader und da ist es wichtig, dass der andere einspringt, wenn einer ausfällt. Das war gestern bei Boba der Fall«.
Und aller Voraussicht nach wird der Argentinier auch in der kommenden Woche im Auswärtsspiel beim Bundesliga-Aufsteiger FC Augsburg anstelle von Borussias Rakete von Beginn an auflaufen.
Denn die Wahrscheinlichkeit gestaltet sich derzeit wohl als groß, dass sich der Nationalspieler dieses Kräftemessen zuhause vor dem Fernseher anschauen wird. »Ich werde es in der kommenden Woche weiter ganz ruhig angehen und den Fuß erholen lassen«, gab Reus am Sonntag seine Vorgehensweise für die kommenden Tage vor und meinte: »Augsburg ist nicht in Sicht«.
So wird die Rakete wohl frühestens im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 wieder in das Geschehen eingreifen können. Sicherlich wäre ein neuerlicher Ausfall schmerzhaft, aber erstens hat der VfL gegen den BVB bewiesen, dass man auch einen solchen schwerwiegenden Ausfall kompensieren kann und zweitens ist eine vorsichtige Herangehensweise sicherlich die bessere Lösung, um einen noch längeren Ausfall des Nationalspielers auszuschließen.
Derweil hat sich auch Marco Reus das Ziel gesetzt, weiter von Spiel zu Spiel zu schauen und aus den letzten Pflichtspielen das Optimum herauszuholen. »Wir haben jetzt bis zur Winterpause noch zwei Bundesligaspiele und das Pokalspiel. Natürlich wollen wir versuchen, alle drei Spiele zu gewinnen«, gibt Reus die Marschrichtung vor.
Würde den Borussen dieses Vorhaben gelingen, dann stünden sie sicherlich mehr als gut da und hätten im wahrsten Sinne des Wortes eine schöne Bescherung.
Davon ab fühlt sich Marco Reus zwar auf der Tribüne natürlich mehr als unwohl, dafür aber beim VfL sehr wohl. Und wenn Borussias Trainer Lucien Favre wie in der ARD-Sportschau am Sonntag vermutet bzw. gesagt, Recht behält und Marco Reus noch einige Jahre in Gladbach spielt, dann würden sich sicherlich alle im und um den Verein noch mehr wohl fühlen und nichts dagegen haben ...






