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Arbeitssieg in einem »Drecksspiel«

Erleichterte Borussen nach Sieg gegen Mainz, ter Stegen und Reus angeschlagen

Zum Abschluss der Hinrunde siegte Borussia Mönchengladbach gegen Mainz 05 und überwintert mit herausragenden 33 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Es war keine spielerische Glanzleistung, aber ein mit vereinten Kräften erkämpfter Sieg, bei dem die Borussen am Ende den 1:0-Sieg festhielten. So schaute man nach der Partie in verständlicherweise erleichterte und zufriedene Borussen.

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Hatten gegen Mainz einiges zu tun: Mike Hanke und der VfL. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Als Schiedsrichter Peter Gagelmann nach 93 Minuten die Partie im Borussia-Park abpfiff, holten die Protagonisten des VfL wohlmöglich erst mal tief Luft. Denn zuvor hatten sie einiges an Arbeit zu verrichten, um den Saisonsieg festzuhalten. »Es ist so gekommen wie wir es erwartet haben. Mainz hat den Ball gut laufen lassen und wir haben uns aufgrund von vielen Ballverlusten schwer getan«, sagte Martin Stranzl. »Es war sehr viel Kampf dabei«.

»Wir waren die glücklichere Mannschaft, die am Ende gewonnen hat«, musste der Ex-Mainzer Roman Neustädter zugeben. »Die Platzverhältnisse waren nicht optimal, der Boden war tief. Aber wir haben bis zum Ende gefightet und die Fans haben gesehen, dass wir uns voll reingehängt haben«.

Und das taten die Borussen in der Tat und brachten sich bereits nach fünf Minuten durch Patrick Herrmann in Front. Mike Hanke und Marco Reus hatten den Youngster mit einer tollen Co-Produktion in Szene gesetzt.

»Das Tor war hervorragend herausgespielt«, lobte Mike Hanke. »Ich habe es geahnt. Marco und Mike haben vorher eine sehr gute Kombination gezeigt. Marco schaut kurz vorher nach oben und sieht mich und spielt den Pass genau im richtigen Moment«, erinnerte sich der Torschütze an die entscheidende Spielszene. »Ich musste nur noch die Fußspitze hinhalten und drin war er«.

Die Borussen lagen nicht zwingend erwartet in Front und hatten ob der frühen Führung in der Folgezeit Schwierigkeiten, sich offensiv weiter zwingend in Szene zu setzten. »Vielleicht ist der Führungstreffer zu früh gefallen«, vermutete Lucien Favre. »Mainz war sehr unangenehm zu spielen, wir haben es zu kompliziert und langsam gemacht und uns viel zu viele unnötige Ballverluste erlaubt«.

Und während der VfL in der Defensive wie gewohnt kompakt stand und nichts anbrennen ließ, so blieb man aufgrund von vielen Fehlern beim Aufbauspiel im Spiel nach vorne ohne zündelnde Ideen. »Die 30 Minuten vor der Halbzeit waren wir schlecht«, musste Favre zugeben. »Danach war es ein Stück besser, aber es war am Limit und wir hatten Glück, dass wir kein Tor bekommen haben. Spielerisch war es nicht optimal«.

Nicht optimal gespielt, dennoch gingen die Borussen mit einer Führung in die Kabine. Und aus dieser gekommen, brauchten sie gegen überlegene Mainzer gut zehn Minuten, um Zugriff auf die Partie zu bekommen.

Weiterhin taten sich die Fohlen schwer, hielten jedoch gerade auch in der aufgrund des knappen Vorsprungs spannenden Schlussphase dagegen und brachten so am Ende den Sieg über die Zeit. »Das Spiel stand bis zur letzten Minute auf Messerschneide aber den glücklicheren Ausgang hatten wir heute«, zeigte sich Herrmann erleichtert.

»Heute waren wir die Glücklicheren«, wusste Roman Neustädter und meinte: »Aber ich glaube, die Fans haben gesehen, dass wir uns voll reingehängt haben. Anders als in Freiburg, Hoffenheim oder Augsburg haben wir diesmal gezeigt, dass wir auch ein Drecksspiel gewinnen können«.

Dieser Meinung schloss sich Filip Daems an. »Es war ein schwieriges Spiel gegen Mainz und man kann nicht immer erwarten, dass wir jede Partie dominieren«, so der Kapitän. »Aber wir sind anders aufgetreten als letzte Woche und es ist wichtig, dass man dann auch solche Spiele mal gewinnt«.

Und so überwintern die Borussen nach einer tollen Hinserie mit 33 Punkten und Tuchfühlung zu Herbstmeister FC Bayern München auf dem hervorragenden vierten Tabellenplatz. »Es ist schön, jetzt auf die Tabelle zu schauen«, strahlte Neustädter. »Letztes Jahr hatten wir ein ganz anderes Gefühl als wir in die Winterpause gegangen sind. Die Jungs, die Mannschaft und der Verein können stolz auf sich sein, dass wir jetzt 33 Punkte haben«.

»Wir stehen jetzt verdient auf Platz 4. Es ist schön, 33 Punkte zu haben. Genauso schön ist es, dass wir so wenige Gegentore kassiert haben«, freute sich Filip Daems.

Zudem haben die Borussen bereits zehn Punkte Vorsprung auf Platz sieben, der nicht das internationale Geschäft bedeutet. Dennoch denkt der VfL zumindest vorerst nicht daran, das Saisonziel zu korrigieren. »Wir müssen realistisch bleiben und weiter von Spiel zu Spiel schauen«, sagte Lucien Favre und entgegnete den fragenden Journalisten: »Sie hören von mir immer das Gleiche, klar. Aber das ist die Wahrheit. Ich lüge nicht«.

»Sicher ist es schön zehn Punkte Vorsprung auf den ersten nicht Internationen Platz zu haben aber wir schauen von Spiel zu Spiel«, stimmte Filip Daems zu. Von Spiel zu Spiel schauen und so zunächst erst einmal die noch fehlenden sieben Punkte einfahren, um dann mit der magischen 40-Punktemarke nicht mehr in Bedrängnis zu gelangen. »Ich glaube, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben werden«, ist Mike Hanke indes überzeugt.

Während die Borussen nach dem Weihnachtsurlaub versuchen werden, so schnell wie möglich die 40-Punktemarke zu erreichen, so will man sich die hervorragende Hinrunde mit einem Weiterkommen im Pokal am Mittwoch im Heimspiel gegen den FC Schalke vergolden.

Eine einfache Aufgabe wird dies auch zuhause sicherlich nicht, denn die „Knappen" sind derzeit mehr als gut drauf, was der 5:0-Sieg gegen Werder Bremen untermauerte. »Schalke ist die wohl derzeit beste Mannschaft in Deutschland«, lobte Lucien Favre den Gegner. »Schalke ist Favorit«, stellte Mike Hanke klar. »Es wird ein spannendes Spiel, in dem wir alles abrufen müssen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir gute Chancen das Spiel zu gewinnen«.

Viel Zeit, um sich zu regenerieren und sich auf den Pokalhit vorzubereiten, bleibt den Borussen indes nicht. Das gilt auch für Marco Reus und Torhüter Marc-André ter Stegen, die beide mit Blessuren zu kämpfen haben.

Borussias Rakete verdrehte sich nach einem Antritt in Schlussphase das Knie. »Ich bin mit dem Knie im Rasen hängengeblieben. Das tat im ersten Moment weh und das Knie hat etwas geschlackert, aber ich denke, es ist alles okay«, sagte Marco Reus nach dem Spiel gegen Mainz. »Wir werden am Montag noch Untersuchungen machen, aber ich glaube, es ist nichts Ernstes«.

Gleiches gilt wohl für Borussias Nummer eins, der einen Schlag auf die Rippe bekam. »Ich bin wieder auf die Rippe gefallen und habe Schmerzen«, so ter Stegen nach dem Spiel.

So bleibt es abzuwarten, ob beide Protagonisten im letzten Spiel des Jahres mit von der Partie sein können. Auf jeden Fall müssen die Borussen noch mal alle Kräfte bündeln und alles in die Waagschale legen, um eine tolle zweite Jahreshälfte mit einem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals zu krönen ...


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