Sicherlich ist der bevorstehende schmerzhafte Weggang von Marko Reus, zumindest bei den Fohlen-Fans, auch ein Grund dafür, dass man bei Borussia Mönchengladbach in der Person Patrick Herrmann dessen würdigen Nachfolger gefunden zu haben glaubt. Aber auch außerhalb des Fohlenlandes wird diese Meinung öffentlich und betont vertreten.
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| Starker Auftritt gegen Bayern - Patrick Herrmann. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Zwei Tore gegen den FC Bayern München schießt man nicht mal eben so nebenbei, ohne dass es der Sportpresse auffällt. Vor allem die Kaltschnäuzigkeit des Borussen vor dem Bayern-Tor und die Art, wie der 20-Jährige die Ruhe bewahrte, um aus zwei perfekt aufgelegten Chancen zwei Tore zu erzielen, imponierte allen Beobachtern.
Damit knüpfte der Rechtsfuß nahtlos an seine Leistungen zum Ende der Vorrunde an. Schon im letzten Heimspiel gegen Mainz 05 konnte der Flügelflitzer das goldene Tor zum 1:0-Sieg erzielen.
Insgesamt stehen für Patrick Herrmann in den elf Spielen, in denen er in der Startelf stand, fünf Treffer und fünf Vorlagen zu Buche. Durch seine konstant guten Leistungen konnte er sogar den wiedergenesenen Igor de Camargo aus der Startelf verdrängen.
Mit 17 war Herrmann aus Saarbrücken ins Leistungszentrum nach Gladbach gekommen, sein erstes Bundesligaspiel absolvierte er im Januar 2010. Der offensive Mittelfeldspieler ist schnell, spielintelligent und dribbelstark. VfL-Coach Lucien Favre sieht allerdings noch keinen neuen Marco Reus in Herrmann: »Der Vergleich mit Marco ist übertrieben«, stellte er sicher, lobte aber die Entwicklung des jungen Spielers, der erst seit drei Monaten so richtig ein fester Bestandteil der Truppe ist: »Er ist schnell und sehr gut vor dem Tor«.
Und wie es aussieht wird der VfL tatsächlich auch noch lange Freude an ihm haben. Der Vertrag des Youngsters läuft bei der Borussia noch bis Sommer 2014. Für den U-21-Nationalspieler dürfte vor allem die Perspektive, in der nächsten Saison mit Borussia wahrscheinlich international zu spielen, reizvoll sein.
Zumindest was einen vorzeitigen Abschied angeht, wird der Youngster also nicht so schnell in die Fußstapfen des Marco Reus treten. »Patrick Herrmann wächst immer mehr. Er ist vor dem Tor äußerst kaltschnäuzig. Das war in der Anfangszeit vielleicht so ein bisschen sein Problem«, sagt Borussias Sportdirektor Max Eberl und schwärmt: »Wir haben viele sehr gute Talente bei uns. Und mit Patrick Herrmann eins, von dem wir viel erwarten können«. Wohlwissend, dass es lohnenswert ist, sich schon jetzt Gedanken zu machen, wie man die Dienste des Talents über 2014 hinaus sichern könnte.
Ähnlich sieht das auch Kollege Mike Hanke: »Er spielt schon seit Wochen sehr stark. Ich glaube, dass Patrick noch nicht am Ende seiner Entwicklung ist«, ist der Angreifer überzeugt und ergänzt: »Er ist ein sehr junger Spieler und will immer dazulernen. Das macht er sehr gut«.
Als Resümee bleibt festzuhalten, dass Patrick Herrmann tatsächlich nicht mit Marco Reus zu vergleichen ist - noch nicht. Denn man bedenke, dass das Fohlen erst 20 Jahre alt bzw. jung ist und seine Entwicklungskurve derzeit steil nach oben zeigt.
Bei allem Respekt. Lucien Favre ist nicht unbedingt bekannt für waghalsige Experimente, was das Zusammenstellen des Kaders angeht. Um also unter dem Schweizer in die Stammformation zu gehören, benötigt es handfester Qualitäten. Und diese sind auch bei Wirbelwind Patrick Herrmann ohne Zweifel vorhanden.
In Patrick Herrmann ist derweil durchaus ein Spieler zu erkennen, dem beim VfL die Zukunft gehören kann bzw. auch gehören wird und der dem Club hoffentlich noch lange erhalten bleibt. Und zudem vielleicht nicht wie Marco Reus, sondern mit seinen Qualitäten und auf seine Art und Weise die Flügel rauf und runter zu marschieren, nützlich sein und für Furore sorgen wird. Oder um es abschließend mit den Worten von Lucien Favre auszudrücken: »Wir werden an ihm noch viel Freude haben...«.






