Es war ziemlich kalt rund um den Borussia- Park beim Vormittagstraining von Borussia Mönchengladbach am Donnerstagmorgen. Die wenigen Kiebitze mussten dabei weit rüber schauen, denn Borussias Trainer Lucien Favre ließ auf dem hinteren Teil des Trainingsplatzes trainieren. Nicht mit dabei waren der nach wie vor angeschlagene Roel Brouwers und Raúl Bobadilla, der die Borussia in Richtung Bern verlassen hat.
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| Einsatz gegen Stuttgart weiter fraglich - Roel Brouwers. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Die Vormittagseinheit stand im Zeichen vom Aufbauspiel mit schnellem Umschalten von Abwehr auf Angriff und Standartsituationen. Dabei ließ Lucien Favre alle möglichen Variationen von Ecken und Freistoßübungen üben.
Der Schweizer unterbrach diesen Teilabschnitt auch öfters, um seinen Spielern Verbesserungsvorschläge nahe zu bringen, die für Sonntagabend beim Auswärtsspiel in Stuttgart spielentscheidend sein könnten.
Am Mannschaftstraining konnte Roel Brouwers aufgrund von Rückenproblemen nach wie vor noch nicht teilnehmen. Der Niederländer absolvierte stattdessen eine 30-minütige Laufeinheit um den Trainingsplatz. »Er hat noch Schmerzen und wird heute Nachmittag auch noch nicht am Training teilnehmen können. Wir müssen von Tag zu Tag schauen, wann er wieder trainieren kann«, sagte Favre nach dem morgendlichen Training. »Ob es für Sonntag reicht, weiß ich noch nicht«.
Am Sonntag definitiv nicht mehr mit von der Partie sein wird Raúl Bobadilla. Der sich bereits abzeichnende Wechsel des Argentiniers wurde am Donnerstag so gut wie unter Dach und Fach gebracht, nachdem er der Trainingseinheit am Morgen fern blieb und sich stattdessen auf den Weg in die Schweiz machte. Doch nicht wie zunächst vermutet nach Luzern, sondern nach Bern, wo er bei den Young Boys vorbehaltlich der sportärztlichen Untersuchungen einen Vertrag unterschreiben wird.
»Er ist ein guter Junge mit viel Potenzial«, sagte Martin Stranzl nach der Vormittagseinheit am Donnerstag über den Argentinier. Dieses zweifelsohne vorhandene Potenzial konnte der bullige Angreifer beim VfL nachhaltig allerdings zu wenig abrufen, sodass eine Trennung nun für beide Seiten wohl die beste Lösung ist. »Für Raúl wäre es auch in der Rückrunde schwierig geworden, bei uns auf Einsätze in der Startelf zu kommen, deshalb ist der Transfer zum jetzigen Zeitpunkt für ihn sinnvoll«, sagte Max Eberl.
Während über die Ablösemodalitäten wie für gewöhnlich Stillschweigen vereinbart wurde, so dürfte es für Borussias Sportdirektor nun in den letzten Tagen vor Schließung des Transferfensters von Nöten sein, einen Ersatz für den Angreifer zu finden. Denn nach dem Abgang von Bobadilla stehen Lucien Favre in dem anfälligen Igor de Camargo, Mike Hanke und Mathew Leckie lediglich drei ‚echte' Optionen für die Offensive zur Verfügung.
Derweil gilt für die Borussen die volle Konzentration für das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am kommenden Sonntag. »Ich hatte drei wunderschöne Jahre dort und freue mich, einige Freunde wiederzusehen. Aber ich will mit Borussia dort punkten«, brennt auch der Ex-Stuttgarter Martin Stranzl auf die Partie.
»Stuttgart hat das erste Spiel verloren und steht schon unter Druck, um nicht den Anschluss an die Internationalen Plätze zu verlieren«, so der Österreicher weiter. »Aber wir wollen weiter an unsere Leistung anknüpfen und erst mal hinten die Null halten. Das ist eine gute Voraussetzung um ein gutes Auswärtsspiel in Stuttgart zu bestreiten«.
Ähnlich sieht es Patrick Hermann. »Wir wollen dort, wie jedes Spiel, gewinnen. Das muss unser Anspruch sein«, unterstrich der Youngster. Wer gegen dieses Vorhaben auch etwas dagegen haben könnte ist VfB-Neuzugang Vedad Ibišević. Der Stürmer wechselte in den letzten Tagen von der TSG Hoffenheim zu den Schwaben und ist bekanntlich auch als Gladbach-Schreck bekannt. »Klar ist er ein klasse Stürmer und hat immer gerne gegen uns getroffen«, weiß Herrmann. »Aber wir haben auch eine richtig gute Abwehr. Die wird ihn schon intensiv bearbeiten und versuchen, ihn auszuschalten«.
Und damit es dem VfL gelingt, den VfB am kommenden Sonntag generell auszuschalten und in die Schranken zu weisen, werden die Borussen am heutigen Donnerstag noch einmal auf dem Platz üben. Am Freitag steht dann um 10 Uhr die nächste Einheit auf dem Programm, ehe sie sich nach dem nicht öffentlichen Abschlusstraining am Samstag auf den Weg nach Stuttgart machen.






