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»Ein super Schritt und eine riesen Chance«

'Operation Halbfinale': Ohne Martin Stranzl zum Pokalspiel nach Berlin

Auf dem Weg in Richtung DFB-Pokal-Endspiel im Berliner Olympiastadion macht Borussia Mönchengladbach am Mittwoch Halt in der Bundeshauptstadt. Hertha BSC Berlin heißt der Gegner im Viertelfinale. Während die Reise in Hauptstadt in dieser Pokal-Saison nicht die letzte sein soll, so muss Borussias Trainer Lucien Favre bei der ‚Operation Halbfinale' lediglich auf Abwehrspieler Matin Stranzl verzichten.

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Lucien Favre zeigt's an: Der Coach und der VfL wollen ins Pokal-Halbfinale. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Den Österreicher legt nach wie vor ein schwerer grippaler Infekt auf Eis und muss weiter das Bett hüten. »Er ist nach wie vor krank und kann nicht mitfliegen«, sagte Lucien Favre auf der Pressekonferenz am Dienstag.

»Sonst sind alle Spieler an Bord«, so Favre weiter, der mit insgesamt 20 Spielern nach Berlin reisen wird. Nach dem 'Anschwitzen' am Mittwoch wird der Schweizer im Bezug auf das Aufgebot dann zwei Spieler streichen müssen. Somit können auch Marc-André ter Stegen und Roman Neustädter mit in die Bundeshauptstadt reisen.

Während Borussias Nummer eins seine Grippe hinter sich gelassen hat, so bereitet dem defensiven Mittelfeldspieler seine Prellung am Steißbein keine Probleme mehr.

So dürfte der VfL-Coach am Mittwochabend zunächst genau die Elf aufbieten, die am vergangenen Samstag in Wolfsburg von Beginn an auf dem Platz gestanden hatte. Und dann wollen die Borussen in Berlin alles daran setzen, die Hürde Viertelfinale erfolgreich zu nehmen. »Wir wollen eine Runde weiterkommen«, gab Favre das klare Ziel aus.

Würde das dem VfL gelingen, so stünde man erstmals seit 2004 wieder im Pokal-Halbfinale, was sportlich wie finanziell ein lukratives Geschäft wäre. Schließlich warten auf den Halbfinalist neben garantierten 1,75 Millionen Euro weitere Einnahmen. Zudem wäre man auch dem europäischen Geschäft auf diese Art und Weise einen guten Schritt näher gekommen. »Das wäre ein super Schritt und ist für uns eine riesen Chance, wieder richtig in den Mittelpunkt zu rücken«, sagte Max Eberl. »Die Halbfinalspiele sind immer Live-Spiele zur besten Zeit. Das ist unser großes Ziel«.

Und um dieses Ziel zu erreichen, werden die Borussen von Beginn an auf der Hut sein und hochkonzentriert zu Werke gehen. Denn gerade auch die Tatsache, dass die ‚alte Dame' seit neun Spielen sieglos ist und mit drei Niederlagen in die Rückrunde gestartet ist, darf und wird die Borussen nicht interessieren oder gar beeinflussen.

»Diese Situation ist gefährlich. Der Pokal ist aber ganz anders. Das hat mit der Meisterschaft nichts zu tun«, lässt sich Favre von der Negativserie seines Ex-Clubs nicht beeinflussen. »Der Pokal ist immer schwer und es ist alles möglich. Wir müssen eine gute Leistung bringen«.

Vom Papier her hat der derzeit gut dastehende VfL sicherlich die Favoritenrolle inne, Lucien Favre möchte davon aber ebenso nichts wissen. »Ich denke, dass ist ein Scherz«, entgegnete der VfL-Coach dahingehend der Frage eines Journalisten und untermauerte: »Wie gesagt: Sie wissen, wie schnell es im Pokal gehen kann. Es ist immer schwer«.

»Klar gibt es in diesen Spielen eine formelle Favoritenrolle, aber es sind KO-Spiele. Das hat auch Kiel gegen Mainz gezeigt. Ein Pokalspiel hat eine andere Voraussetzung als ein Bundesligaspiel«, warnte auch Sportdirektor Max Eberl vor Überheblichkeit.

Derweil kehrt bei der Hertha Raffael wieder in das Aufgebot zurück. Allen voran Lucien Favre kennt den Angreifer aus seiner Zeit in Berlin noch genau. »Ich habe ihn damals nach Berlin geholt, weil ich seine Qualitäten kenne«, sagte Favre.

Die Hauptstädter lediglich auf den Brasilianer herunterbrechen, wollte der VfL-Coach aber nicht. »Raffael ist ein wichtiger Spieler für Hertha. Er ist eine starke Anspielstation und die Mannschaft ist besser mit ihm. Er ist gut, aber sie haben nicht nur Raffael«, so Favre.

»Ich finde es schade und ein bisschen den falschen Ansatz, dass wir heute vor so einer Woche über Personalentscheidungen diskutieren. Ich mag Raffael aber ich mag auch viele andere Spieler«, erstickte Max Eberl Fragen, ob im Bezug auf den 26-Jährigen schon mal mit der Hertha gesprochen wurde, im Keim.

Vielleicht ist der Brasilianer, in Berlin noch bis Sommer 2014 unter Vertrag, bei der Borussia in Zukunft ein Thema, in der Gegenwart liegt der Fokus beim VfL zunächst auf dem Pokalspiel in Berlin. Der Bundesliga-Aufsteiger rechnet mit rund 50.000 Zuschauern, etwa 7000 darunter werden den VfL im Olympiastadion unterstützen.

»Ich hatte zweieinhalb fantastische Jahre bei Hertha und freue mich auf dieses Spiel«, sagte Lucien  Favre unterdessen im Bezug auf seine zweite Rückkehr mit dem VfL nach Berlin und ergänzte: »Und Berlin ist auch eine fantastische Stadt«. Eine durchaus schöne Stadt, die der Schweizer mit den Borussen im Mai hoffentlich ein weiteres Mal besuchen darf. Am Donnerstagmorgen fliegt der VfL-Tross wieder zurück nach Gladbach. Hoffentlich mit dem Halbfinal-Ticket im Gepäck...


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