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„Närrisches Treiben“ beim Training der Borussia

Favre erhält Karnevalsorden, Sorgen um Marco Reus

Im Rheinland startet ab Donnerstag die Karnevalszeit in ihre ‚heiße Phase'. Bei Borussia Mönchengladbach spielt das alles natürlich keine Rolle. Die volle Konzentration gilt der Bundesliga-Partie am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern. Während Borussias Trainer Lucien Favre am Mittwochmorgen auf die angeschlagenen Marco Reus und Mike Hanke verzichten musste, so bekam der Schweizer Besuch des Mönchengladbacher Prinzenpaares.

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Karnevalsorden und personelle Sorgen - Lucien Favre. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Rund 50 Trainings-Kiebitze und viele Medienvertreter wohnten am Mittwoch Borussias morgendlicher Trainingseinheit bei. Unter die Zuschauer gesellten sich auch die Karnevalisten aus Mönchengladbach. Prinzessin ‚Niersia' Bärbel I. und Prinz Hartmut II. überreichten Lucien Favre einen selbst entworfenen Borussen-Orden.

Und wie es sich für einen echten Karnevalisten am Niederrhein gehört, bekam der VfL-Coach von Prinzessin Bärbel I. links und rechts ein Küsschen auf die Wangen. So richtig wusste der Schweizer nicht, so wie im geschah.

Bis Gladbachs Karnevalspräsident Bernd Gohte für Aufklärung sorgte: »Das gehört alles dazu und ist normal, Herr Favre«. lächelte Gothe. Wie gewohnt nahm Borussias Übungsleiter das alles gelassen und ganz ruhig hin.

Dagegen dürfte der Schweizer die personelle Lage am Mittwoch alles andere als gelassen hingenommen haben. Thorben Marx musste mit einer leichten Innenbanddehnung passen, Mike Hanke war erst gar nicht erschienen und hütete aufgrund eines grippalen Infekts das Bett. »Es ist aber nicht so schlimm«, gab Favre nach der Trainingseinheit Entwarnung. »Er wird wohl schon morgen wieder mittrainieren«.

Ob das auch auf Marco Reus zutrifft, bleibt abzuwarten. Die Rakete startete zwar mit in den Trainingstag, musste diesen aber mit Adduktorenproblemen vorzeitig abbrechen. Was war passiert? Beim Spiel Elf-gegen-Elf hatte der Nationalspieler aus kurzer Distanz einen knallharten Schuss von Juan Arango in die Weichteile bekommen und musste daraufhin das Training unter großen Schmerzen abbrechen. Schnurstracks verließ Reus den Borussia-Park in Richtung Mannschaftsarzt. »Ich kann zu Marco gar nichts sagen«, zuckte Favre im Anschluss mit den Schultern. »Wir müssen abwarten, was der Arzt sagt«. Die Pressekonferenz am Altweiberdonnnerstag dürfte dahingehend nähere Information geben.

Derweil mischte Borussias U19-Akteur und U18-Nationalspieler Kevin Holzweiler kurzerhand und erstmals bei den Profis mit. Beim 30-minütigen Trainingsspiel Elf-gegen-Elf 11 musste dann doch kurzerhand CO- Trainer Frank Geideck anspringen, um die Mannschaften ‚aufzufüllen'. Nach dieser intensiven Übung ließ Favre zum Abschluss das Überzahlspiel Zwei-gegen-Eins und Torschuss üben.

Dabei hinterließ gerade auch Yuki Otsu einen starken Eindruck. Der Japaner versenkte jeden Ball und bekam dafür Sonderlob vom VfL-Coach. Favre rief immer wieder rein. »Jungs, den Ball flachhalten und in die Ecke schieben. Dann ist es für den Torwart schwieriger«, gab Favre den Borussen die Anweisung.
Unter dem Strich war bei den Borussen gute Laune und Spaß bei der Sache zu spüren. »Die Stimmung ist gut«, bestätige Håvard Nordtveit diesen Eindruck. Dazu wollen die Borussen ihren Anhängern mit einem Sieg in der Pfalz die Karnevalstage versüßen. »Wir versuchen in Kaiserslautern die Fehler, die wir noch gegen Schalke gemacht haben, abzustellen und da zu gewinnen«, versprach Nordtveit.

Gelingt den Borussen, kommen sie einem Traum von Borussias ‚Vikinger' wieder ein Stückchen näher. »Ich habe in meiner Karriere noch keine Titel gewonnen. Warum sollte das nicht dieses Jahr klappen?«, hat sich Nordtveit viel vorgenommen, weicht aber wie alle Borussen, nicht von der Marschroute ab: »Wir schauen jetzt erst mal auf das nächste Spiel in Kaiserslautern und versuchen dort zu bestehen. Das wird schwer genug«.

Und wie Nordtveit wird auch Patrick Herrmann auf dem Spielfeld mit dabei helfen, mit etwas Zählbarem nach Gladbach zurückzukehren. Das war vor neun Jahren noch anders. »Ich stand 2003 bei diesem Duell in der Fankurve des FCK«, verriet Herrmann nach dem Training.

Damals hatten die Fohlen am 08. Februar nach den Toren von Alekander Knavs und Miroslav Klose mit 0:2 das Nachsehen. Zu diesem Zeitpunkt rangierte der VfL nach 20 Spieltagen auf Tabellenplatz 16. Auch letzte Saison war auf dem Betzenberg nichts zu holen.

Den dieses Jahr stark aufspielenden Fohlen ist ein Sieg durchaus zuzutrauen. Auf das die Borussen also mit einem anderen Ergebnis aus Lautern zurückkehren, wie 2003 und im letzen Jahr. Möge dem VfL dazu der Lucien Favre verliehene Karnevalsorden Glück bringen - Halt Pohl, Borussia!


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