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»Gewonnen, nur das zählt«

Borussen nach Sieg auf dem ‚Betze' weiter oben auf

Ohne Zweifel. Borussia Mönchengladbach ist in dieser Saison die Überraschungsmannschaft der Fußball-Bundesliga und sorgt in dieser weiter für Furore. So passt es durchaus ins positive Bild, dass sich die Borussen auch nicht vom 1. FC Kaiserslautern haben aufhalten lassen und sich Dank des 2:1-Sieges und der Punkteteilung des FC Bayern in Freiburg auf den 2. Tabellenplatz vorgeschoben haben. Einziger Wehrmutstropfen ist sicherlich der schmerzhafte Ausfall von Patrick Herrmann.

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Gerade hatten die Borussen einiges zu tun. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Es war wahrlich kein sattes Grün, was die Borussen auf dem Lauterer Betzenberg vorgefunden hatten. »Man muss klar sagen, dass es sehr schwer war, auf diesem Platz zu spielen«, meinte Lucien Favre. »Der Platz war die reinste Katastrophe«, fand Tony Jantschke deutlichere Worte.

Tatsächlich kam das Spielfeld eher einem Bolzplatz näher. Darin waren sich alle Borussen einig. »Der Platz war echt eine Katastrophe. So etwas habe ich der Bundesliga noch nie gesehen«, schüttelte Geburtstagkind Roman Neustädter genauso den Kopf, wie Marco Reus: »Auf diesem Fußballplatz zu spielen war eine riesen Katastrophe«.

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Doch den widrigen Platzverhältnissen zum Trotz kamen die Borussen gut in die Partie und setzten den ersten Nadelstich. Sollte dieser von Juan Arango noch nicht sitzen, so verpasste der VfL den „Roten Teufeln" mit der zweiten Möglichkeit bereits die erste kalte Dusche. Patrick Herrmann erzielte nach starkem Zuspiel von Igor de Camargo die 1:0-Führung.

Und bereits fünf Minuten später sorgte ‚Feinfuß' Juan Arango, von Reus und de Camargo stark in Szene gesetzt, mit einem tollen Schlenzer für die Vorentscheidung. »Ein sensationelles Tor«, schwärmte Neustädter.

Gerade einmal eine Viertelstunde war in Lautern gespielt und die Borussen lagen bereits komfortabel in Front. »Zwei super Tore«, lobte Favre. »Die ersten beiden Tore waren sensationell herausgespielt und haben uns in die Karten gespielt«, meinte Tony Jantschke.

Die Borussen konnten es fortan tatsächlich etwas ruhiger angehen lassen und hatten wenig Mühe, den Vorsprung zu verwalten. Das taten sie dann auch bis zur Pause, mussten jedoch sieben Minuten vor der Pause einen im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaften Verlust hinnehmen.

Patrick Herrmann hatte sich in einem Zweikampf mit dem Lauterer Dick schwer verletzt und musste verletzt ausgewechselt werden. Schlüsselbeinbruch und wohlmöglich sechs Wochen Pause lautete die niederschmetternde Diagnose für den Flügelflitzer. »Patrick hat sich schwer verletzt. Das tut mir sehr leid für den Jungen. Er war richtig gut drauf«, sagte Favre. »Ich hoffe, dass er in sechs Wochen wieder spielen kann«.

»Ich hoffe, dass der Junge schnell wieder auf die Beine kommt«, schickte auch Jantschke beste Genesungswünsche in Richtung seines Mannschaftskollegen. Und während sich Herrmann auf den Weg in ein Krankenhaus gemacht hatte und durch Mathe Leckie ersetzt wurde, so ließen es die Borussen ohne ihren Flügelflitzer in Durchgang zwei etwas zu gemächlich angehen und ließ den FCK schalten und walten.

Somit ging der VfL völlig anders zu Werke, als in der Kabine besprochen. »Wir wollten in der 2. Halbzeit weiter nach vorne spielen und so schnell wie möglich das 3:0 machen«, hatte Favre den Plan. »Aber wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die auch alles geben wollte«.

Eine große Überraschung war es dann somit auch nicht, dass Lautern nach etwas über einer stunde durch Jessen zum Anschlusstreffer kam. Und im Zuge diesem witterte der FCK Morgenluft und marschierte weiter nach vorne. »Nach dem Traumtor von Jessen hat der Betzenberg gezeigt, warum er mit den Fan im Rücken so gefürchtet ist«, sagte Reus.

»Man hat gemerkt, dass uns nach dem 2:1 noch etwas die Erfahrung gefehlt hat«, meinte Borussias Nummer eins ter Stegen. »Nach dem 2:1 hat der Betzenberg ein wenig gebebt«, stimmte Neustädter zu. »Aber unsere Fans haben uns in der heißen Phase sensationell unterstützt. Das war sehr wichtig für uns«.

So richtig beflügeln konnten die VfL-Anhänger ihre Mannschaft aber nicht. Die Borussen fanden zwar mit der Zeit wieder zu ihrer Linie, konnten aber weder offensiv Akzente setzen, noch ihr gefürchtetes Kurzpassspiel aufziehen. Was sicherlich auch dem holprigen Platz geschuldet war.

»Wir wussten, dass es auf dem Betzenberg sehr schwer wird«, hatte sich auch Jantschke auf ein Kampfspiel eingestellt. Und das wurde es spätestens nach dem Anschlusstreffer für die „Roten Teufel" auch. »Es war nach dem 2:1 sehr schwer. Aber es wird auch für andere Mannschaften nicht einfach, hier Punkte zu holen«, sagte Favre. »Zum Glück haben wir durch zwei super Tore sehr früh geführt«.

Und um genau diese in der Schlussphase über die Zeit zu bringen, musste der für Herrmann eingewechselte Leckie bereits neun Minuten vor Abpfiff wieder das Feld verlassen. Als Höchststrafe wollte Lucien Favre diese Maßnahme aber nicht verstanden haben. »Es hatte nichts mit seiner Leistung zu tun, dass ich ihn ausgewechselt habe. Ich wollte das 2:1 mit Wendt und Arango über die Zeit bringen«, begründete der VfL-Coach die Herausnahme des Australiers. »Ich war mit ihm zufrieden. In den ersten fünf Minuten hatte er Probleme, aber sonst war es okay«.

Okay war am Ende bei den Borussen gerade in Durchgang zwei zwar nicht die Leistung, aber unter dem Strich eben das Ergebnis. Und das zählt bekanntlich im Fußball. So waren sich dann auch alle Protagonisten einig, dass man eben auch mal solche Spiele nach Hause bringen muss. »Wir haben drei Punkte geholt. Das ist das wichtigste«, sagte Neustädter. »In der Hinrunde hätten wir solche Spiele noch verloren. Ich denke, wir sind sehr gefestigt«.

»Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht so gut gespielt, aber wir haben gewonnen. Nur das zählt«, traf Reus den Nagel auf den Kopf.

»Nachdem 2:1 war es schwer, aber ich bin mit Ergebnis sehr zufrieden. Wir dürfen nicht vergessen, wer hier auf dem Betzenberg schon Punkte gelassen hat«, zeigte sich Favre erleichtert. »Wir haben sehr früh geführt, aber gewonnen. Und das zählt«.

Und wer das eben auch in solchen Spielen macht, von Sieg zu Sieg eilt und mit nunmehr 46 Punkten dem um lediglich drei Punkte besseren Spitzenreiter aus Dortmund weiter auf den Fersen ist, der ist und bleibt ein ernstzunehmender Titelkandidat. Doch die Borussen bleiben ihrem Motto treu und lassen sich weiter nicht aus der Reserve locken. »Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel«, untermauerte Reus.

Dabei empfängt der VfL bereits am kommenden Freitag den Hamburger SV im Borussia-Park. Und auf diese Aufgabe gegen den Bundesliga-„Dino' richteten die Borussen bereits kurz nach dem Abpfiff in Lautern ihr Hauptaugenmerk. »Leider hat sich heute Patrick Herrmann verletzt, aber wir müssen nach vorne schauen«, hatte Favre den Sieg bereits wohlwollend abgehakt. »Schon am Freitag geht es gegen den HSV weiter«.

»Jetzt konzentrieren wir uns auf Freitag«, tat es Neustädter seinem Trainer gleich. Da kommt der HSV und da wollen wir auch wieder bestehen«. »Ich hoffe, dass es von den Ergebnissen und vom Tabellenstand her so weiter geht und wir oben dran bleiben, sagte ter Stegen und fügte an: »Wir können die Situation genießen, aber nicht überbewerten«. Und weiter von Sieg zu Sieg eilen und schier unaufhaltsam in Richtung Europa und wohlmöglich Champions League marschieren...


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