Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeFohlenelfSpielberichte1:3-Niederlage gegen St. Pauli: Borussia kaum noch zu retten

1:3-Niederlage gegen St. Pauli: Borussia kaum noch zu retten

22. Spieltag: FC St. Pauli - Borussia Mönchengladbach  3:1 (1:1)

Trotz früher 1:0-Führung durch Igor de Camargo, schaffte es Borussia Mönchengladbach am Ende nicht, im wichtigen Kellerduell beim Tabellenfünfzehnten FC St. Pauli etwas Zählbares mitzunehmen und ist wohl dem dritten Abstieg nah. Zudem flog Borussias Torschütze nach 21 Minuten mit glatt Rot vom Platz.

Borussias Trainer Michael Frontzeck musste gegen die ‚Kiezkicker‘ gegenüber der Vorwoche auf den gelb-rot gesperrten Dante und auch auf den grippeerkrankten Roel Brouwers verzichten. Zudem stand Marco Reus aufgrund eines Faserrisses im rechten Oberschenkel nicht zur Verfügung. Desweiteren nicht im Kader stand Juan Arango. Für den Venezolaner rückte Sebastian Schachten ins Aufgebot und fand sich ebenso auf der Bank wieder, wie Jens Wissing.

Karim Matmour hingegen, den unter der Woche leichte Rückenprobleme plagten, konnte die Reise in die Hansestadt mit antreten. Im Gegensatz zur 2:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart saß der Algerier jedoch zunächst auf der Bank und Mike Hanke rückte in die Startformation.

pauli_vs_borussia_12_02_11

1:3 Niederlage auf St. Pauli (Foto: Dirk Päffgen / Fohlen-Hautnah.de

Während Håvard Nordtveit für Dante wie auch schon beim Sieg in Nürnberg an die Seite von Martin Stranzl in die Innenverteidigung rückte, so kamen Patrick Herrmann und Michael Fink, der so für den VfL zu seinem Debüt kam, weiter neu ins Team. Die Leihgabe von Beşiktaş Istanbul bildete mit Roman Neustädter die „Doppel-6“, während Geburtstagskind Patrick Herrmann (rechts) und Mo Idrissou die Flügel Seiten besetzten. Hinter der einzigen Sturmspitze Mike Hanke postierte sich ‚Schattenstürmer‘ Igor de Camargo.

Kaum war das Spiel auf dem Acker am Millerntor angepfiffen, so musste es auch schon wieder kurzzeitig unterbrochen werden, denn aus der Kurve der St. Pauli Fans flogen zahlreiche bunte Luftballons auf den Rasen. Nach dem diese durch Spieler beider Teams und durch Ordnungskräfte beseitigt wurden, ging es auf dem Spielfeld zunächst alles andere als bunt zur Sache. Beide Mannschaften standen geordnet und zeigten zwar gute Ansätze, ließen jedoch zündelnde Ideen vermissen, sodass sich keine Torraumszenen ergeben sollten.

Doch mit der ersten gelungenen Aktion setzte sie Borussia einen Paukenschlag und brachte sich wie aus dem Nichts bereits nach wenigen Minuten mit 0:1 in Front. Moritz Volz leistete sich auf der Gladbacher rechten Seite auf Höhe der Eckfahne einen fatalen Aussetzter in Form eines verunglückten Rückpasses.

Mike Hanke schaltete blitzschnell, behielt Übersicht, umspielte St. Pauli Schlussmann Kessler und setzte im Strafraum Igor de Camargo in Szene. Der Belgier mit brasilianischem Pass zeigte sich eiskalt und netzte aus kurzer Distanz zur Führung für die Borussen ein (08.). Bereits drei Minuten später hätten die Hanseaten den Rückstand egalisieren können. Zunächst konnte Christofer Heimeroth einen Distanzschuss nicht festhalten, brachte diesen im Nachfassen jedoch unter Kontrolle (11.). In der Folgezeit offenbarten die Gastgeber in der Defensive große Lücken und brachten dazu nach vorne wenig bis gar nichts zustande, was auch daran lag, weil der gut organisierte und früh attackierende VfL den ‚Kiezkickern‘ wenig Raum bot.

Das Spiel blieb im weiteren Verlauf ohne nennenswerte Höhepunkte - bis zur 21.Minute. Matthias Lehmann brachte in der neutralen Zone Igor de Camargo mit einem rüden Foul zunächst ins Straucheln und dann zu Fall. Der 27-Jährige lief auf den Hamburger zu, ließ sich von Lehmann Stirn an Stirn provozieren, was der Unparteiische mit der roten Karte ahndete, während der theatralisch fallende  Lehmann lediglich die gelbe Karte sah. Sicherlich ein Bärendienst des Brasilianers, der bis dato bester Borussia war.

Eine Entscheidung, mit der sich die VfL-Fans alles andere als einverstanden zeigten und bengalische Feuer abbrannten und so die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zogen. Borussias Sportdirektor Max Eberl eilte in die Kurve, suchte das Gespräch und wirkte deeskalierend ein.

Die „Fohlen“ zogen sich in der Folgezeit weit zurück und machten die Räume eng. Torchancen blieben somit Fehlanzeige. Auf der anderen Seite wurde der Druck des mit mehr Ballbesitz ausgestatteten FC St. Pauli logischerweise nun größer. Nach gut einer halben Stunde bekam Stranzl das Spielgerät nach Hereingabe von Markus Thorandt im Strafraum an den angelegten Arm, weshalb Schiedsrichter Stark den von den Gastgebern geforderten Strafstoß zurecht nicht gab (34.).

Weitere Nadelstiche wussten die Hanseaten jedoch nicht zu setzten. Das änderte sich sieben Minuten vor dem Seitenwechsel. Mit dem ersten gefälligen Angriff erzielten die ‚Kiezkicker‘ den Ausgleich. Gerald Asamoah setzte sich auf der linken Strafraumhälfte im Strafraum durch und brachte seine Hereingabe auf dem am zweiten Pfosten sträflich frei stehenden Max Kruse. Der Mittelfeldspieler, von dem Filip Daems viel zu weit entfernt stand, nahm den Ball volley und netzte aus etwa zehn Metern gegen die Laufrichtung von Heimeroth zum 1:1 ein (38.).

Nicht unbedingt ein verdienter Ausgleich der zwar Überlegegen Gastgeber, doch die Borussen wurden mit dem Ausgleich für ihre Passivität bestraft. Bis zum Pausenpfiff tat sich auf beiden Seiten nichts mehr, sodass es mit einem Remis in die Kabinen ging. Während der FC St. Pauli aus dieser zum zweiten Durchgang unverändert das Spielfeld betrat, so nahm Michael Frontzeck einen Wechsel vor. Für den völlig abgetauchte Patrick Herrmann kam Thorben Marx in die Partie.

Die Borussia stand zunächst gut, sodass der in Überzahl agierende FC St. Pauli zunächst zu keinen zwingenden Offensivaktionen kam. Doch wie schon beim Ausgleich brachten sich die ‚Kiezkicker‘ mit der ersten vielversprechenden Möglichkeit in Front. Fin Bartels hebelte mit seinem Pass zu Charles Takyi die gesamte Gladbacher Abwehr aus. Der 26-Jährige setzte sich gegen Levels durch und legte vom kurzen Pfosten quer zu Gerald Asamoah, der aus kurzer Distanz gegen den zögernden Heimeroth wenig Mühe hatte, um zur 2:1-Führung zu vollenden (53.).

Während die Borussen angezählt schienen und wenig zustande brachten, so bestimmten die Hausherren in der Folgezeit das Geschehen am Millerntor und setzten mit Kontern nach. Nach einem solchen sorgte St. Pauli fünf Minuten nach der Führung dann für die endgültige Endscheidung.

Kruse wechselte von links mit einem schönen Pass die Seite uns setzte den mutterseelenallein durchgelaufenen Lehmann in Szene. Der 27-Jährige ließ den Ball einmal auftippen und vollendete am nicht gut aussehenden Heimeroth vorbei zum 3:1 ins rechte Eck (58.).

Damit war die Partie am Millerntor gelaufen. Die Borussia zeigte sich nach dem Doppelschlag mutlos sowie resignierend und brachte demnach keine echte Torchance mehr zustande, während der FC St. Pauli weiter bissig blieb, Nadelstiche setzte und dabei die Führung gut und gerne hätte ausbauen können.

So auch in Minute 69, als Heimeroth den Schuss von Gunesch mit den Fingerspitzen so gerade noch über die Querlatte lenkte. Da Kruse das Leder im Eins-gegen-Eins gegen Heimeroth aus kurzer Distanz nicht in den Maschen unterbringen konnten, blieb es am Ende beim verdienten 3:1-Sieg des FC St. Pauli.

Für die Borussen, die sich nach dem Doppelschlag ihrem Schicksal ergaben und die gegen einen direkten Konkurrenten erneut nicht punkten konnten, gehen nach der neuerlichen Niederlage so langsam aber sicher die Lichter aus, wenngleich der VfB Stuttgart zuhause eine herbe 1:4-Niederlage hinnehmen musste. Erneut schlugen sich die Borussen selbst und gerade der schwache Auftritt nach dem Rückstand gibt wenig Anlass zur Hoffnung…

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC St. Pauli: Kessler - Volz, Zambrano, Gunesch, Thorandt - Boll (67. Daube), Lehmann - Bartels, M. Kruse, Takyi (73. Sukuta-Pasu) - Asamoah (80. Ebbers)

Weiter im Kader: Pilquett (ETW), Kalla, Eger, Schultz

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Stranzl, Nordtveit, Daems - Fink, Neustädter - Herrmann (46. Marx), Idrissou - de Camargo, Hanke (73. Matmour)

Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Wissing, Schachten, Jantschke, Bäcker

Tore: 0:1 de Camargo (08.), 1:1 Kruse (38.), 2:1 Asamoah (53.), 3:1 Lehmann (58.)

Gelbe Karten: Lehmann / Idrissou

Rote Karte: de Camargo (21. Tätlichkeit)

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

Zuschauer: 24.847 (Millerntor-Stadion)

Verwandtes Thema:

Michael Frontzeck vor dem Aus?


letzte Foren-Beiträge