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HomeFohlenelfSpielberichteDämpfer im Abstiegskampf! 2:3-Niederlage gegen Stuttgart

Dämpfer im Abstiegskampf! 2:3-Niederlage gegen Stuttgart

21.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart 2:3 (2:0)

Mit 2:3 verliert Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart, bleibt somit auch im elften Heimspiel ohne Sieg und hat im Kampf um den Klassenerhalt einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Vor 39.132 Zuschauern im Borussia-Park reichte die 2:0-Führung durch Dante und Igor de Camargo nicht, um als Sieger oder zumindest mit einem Punkt vom Platz zu gehen. Zu allem Übel sah Dante die gelb-rote Karte.

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De Camargo am Boden zerstört (Foto: Dirk Päffgen / Fohlen-Hautnah.de)

Borussias Trainer Michael Frontzeck ließ gegen die Schwaben erneut Neuzugang Michael Fink auf der Bank und nahm gegenüber dem Auswärtserfolg vor einer Woche gegen Frankfurt eine Änderung im Team vor: Mike Hanke, dem unter der Woche Kopfschmerzen und ein leichter Infekt zu schaffen gemacht hatte, nahm zunächst auf der Bank Platz. Der 27-Jährige wurde im Sturmzentrum durch Karim Matmour ersetzt.

Wie auch bereits in Frankfurt lief der VfL zu Ehren des verstorbenen Präsidenten Dr. Helmut Beyer mit Trauerflor auf. Zudem gedachten die Borussen dem Ehrenpräsidenten mit einer Schweigeminute.

Nach dieser waren beide Mannschaften zunächst um Spielkontrolle bemüht und tasteten sich ab, weshalb Torraumszenen und Torgelegenheiten in den ersten Minuten nicht herausspringen  sollten. Die erste vielversprechende Möglichkeit besaß die Gladbacher Borussia in der 10. Minute. Timo Gebhart brachte in zentraler Position Reus zu Fall.

Den fälligen Freistoß setzte Filip Daems nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei, nach dem der Stuttgarter Taşçı den Schuss des Kapitäns abgefälscht und Schlussmann Sven  Ulreich diesen zur ersten Ecke für den VfL abgewehrt hatte. Diese, hereingebracht von Reus, brachte nichts ein.

Zwei Minuten später der erste Angriff der Gäste. Taşçı setzte aus der eigenen Hälfte heraus Martin Harnik im Strafraum in Szene, doch Gladbachs Schlussmann Christofer Heimeroth war einen Schritt schneller am Spielgerät. Bei dieser Aktion prallten beide Spieler zusammen und blieben kurzzeitig am Boden liegen, konnten jedoch weitermachen (12.). Kurze Zeitwollte Gebhart im Strafraum des VfL einen Foulelfmeter, sah jedoch stattdessen die gelbe Karte (13.).  Auch die nächste Gelegenheit gehörte den Schwaben. Der erste Eckstoß blieb aber wirkungslos (16.).

In der bis dato ausgeglichenen und dennoch zerfahrenen Partie versuchte der VfL in der Folgezeit das Heft zu übernehmen und startete einige vielversprechende Offensivaktionen, konnte sich dennoch keine klare Torchance herausspielen. Und das auch, weil die Abwehrreihe des VfB wenig Durchkommen erlaubte. So blieb es überwiegend bei Distanzschüssen. So auch in Minute 27, als de Camargo das Leder aus etwa siebzehn Metern neben den rechten Pfosten setzte.

Gladbach erhöhte nun den Druck und brachte sich infolge dessen zwei Minuten später in Front. Bezeichnend für den bisherigen Spielverlauf durch eine Standardsituation. Marco Reus schlenzte seinen Eckball in den Fünfmeterraum. Dort lief Dante in die Hereingabe und drückte die „Torfabrik“ per Kopf mit voller Wucht zur 1:0-Führung in die Maschen (29.).

Mit der Führung im Rücken bekamen die Borussia Rückenwind und setzte nach. Nur drei Minuten später zappelte das Spielgerät erneut in den Maschen. Zunächst schickte Mo Idrissou Marco Reus im linken Strafraum steil. Der Mittelfeldspieler legte zum am langen Pfosten frei postierten de Camargo, der aus kurzer Distanz zum 2:0 einschiebt (32.).

Der Borussia-Park bebte und die „Fohlen“ hatten das Spiel nach dem Doppelschlag unter Kontrolle. Der VfB Stuttgart zeigte sich nach dem Schock zwar bemüht und hatte mehr Ballbesitz, konnte die geordnete und sicher stehende Borussia bis zur Pause dennoch nicht mehr in Verlegenheit bringen. So ging der VfL mit einer völlig verdienten 2:0-Führung in die Kabine.

Während VfB-Trainer Bruno Labbadia zweimal wechselte, so schickte Michael Frontzeck seine Truppe zum zweiten Durchgang unverändert.

Während Borussia Mönchengladbach nach dem Seitenwechsel von Beginn an zu abwartend und passiv agierte, so kam der VfB nun mit mehr Schwung aus der Kabine und drängte auf den Anschlusstreffer. Für diesen sorgten die Gäste mit der ersten Gelegenheit dann auch prompt. Nach Flanke von Martin Harnik, die Roman Neustädter unglücklich abfälschte, fackelte Pavel Pogrebnyak im Strafraum am kurzen Eck lauernd nicht lange, überwand Heimeroth, und drückte das Leder zum 1:2-Anschlusstreffer über die Torlinie (51.).

Spiegelbildlich zum Doppelschlag der Borussia in Durchgang eins setzten die mit mehr Ballbesitz ausgestatteten Schwaben nun nach und drängten auf den Ausgleichstreffer. Zunächst konnten die Borussen den Schuss von Tamas Hajnal noch blocken (52.), ehe der angeschlagene VfL vier Minuten später den Ausgleichtreffer hinnehmen musste.

Arthur Boka überlief auf halblinker Position gleich mehrere Gladbacher und legte dann am Strafraum rechts zu Harnik ab. Der Österreicher vollendete aus halbrechter Position im Strafraum gekonnt ins rechte Eck zum 2:2-Ausgleich (56.).

Auch fortan übernahem die Schwaben das Kommando und spielten weiter nach vorne. Auf der anderen Seite war von den sichtlich konsternierten Borussen nichts mehr zu sehen. Nicht ein Torschuss hatte der VfL bis dato zustande gebracht und hatte zudem im Mittelfeld keinen Griff auf die Gegenspieler. Zudem wirkte der Abwehrverbund nun etwas wacklig. Michael Frontzeck reagierte und brachte in Mike Hanke  eine frische Offensivkraft. Für den 27-Jährigen musste Karim Matmour das Spielfeld verlassen (66.).

Doch auch diese Maßnahme sollte für keine durchschlagende Belebung im schwachen Offensivspiel der „Fohlen“ sorgen. In der Schlussviertelstunde präsentierten sich beide Mannschaften nervös und ließen dabei im Passspiel die nötige Präzision vermissen.

Gladbach erholte sich zwar ein bisschen, brachte dennoch wie über weite Strecken im zweiten Durchgang wenig zustande. Bis in der 75. Minute. Mo Idrissou traf nach Eckball im Getümmel zwar zum 3:2, doch der Treffer fand aufgrund eines offensichtlichen Foulspiels von Dante am Stuttgarter Schlussmann Ulreich keine Anerkennung - eine Fehlentscheidung, wie auch die Fernsehbilder beweisen. Neun Minuten vor Ende hätte Hanke die Borussia in Führung bringen können, doch Taşçı rettete in höchster Not (81.). Drei Minuten vor Ende der Partie bekam der VfL einen weiteren Nackenschlag und wurde für seine Passivität in Durchgang zwei bitter bestraft.

Dante spielte im Strafraum im Zweikampf mit Pogrebnyak zwar auch den Ball, brachte den Russen jedoch auch etwas unsanft zu Fall. Schiedsrichter Kinhöfer zögerte keine Sekunde, zeigte auf den Punkt und zeigte dem Brasilianer zudem die gelb-rote Karte. Eine ebenso strittige und mehr als diskutierbare Entscheidung des Unparteiischen. Vom Punkt zeigte sich Gebhart sicher und vollende zum 2:3 für den VfB in die Maschen (87.).

Damit war die Messe  für die Borussia gesungen. Der VfL hatte sich die Niederlage gerade aufgrund des völlig unverständlich passiven und schwachen Auftritts in Durchgang zwei selbst zuzuschreiben und hat in Sachen Aufholjagd einen bitteren und empfindlichen Dämpfer und bitteren Nackenschlag hinnehmen müssen. Die Situation wird nicht einfach und so müssen die Punkte in der kommenden Woche wiedermal auswärts geholt werden...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter (88. Arango) - Reus, Idrissou - de Camargo (83. Herrmann), Matmour (66. Hanke)

Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Jantschke, Fink, Marx

VfB Stuttgart: Ulreich - Funk (46. Kuzmanović), Taşçı, Niedermeier, Molinaro (46. Hajnal) - Träsch, Gentner - Gebhart, Boka - Harnik (79. Schipplock), Pogrebnyak

Weiter im Kader: Ziegler (ETW), Boulahrouz, Didavi, Bicakcic

Tore: 1:0 Dante (29.), 2:0 de Camargo (32.), 2:1 Pogrebnyak (51.), 2:2 Harnik (56.), 2:3 Gebhart (87.)

Gelbe Karten: Dante / Gebhart, Niedermeier

Gelb-Rote Karte: Dante (87.)

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)


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