Mit 1:0 gewinnt Borussia Mönchengladbach bei Eintracht Frankfurt und hat sich im Kampf um den Klassenerhalt zurückgemeldet. Vor 43.700 Zuschauern in der Frankfurter Commerzbank Arena sorgte Igor de Camargo sechs Minuten vor Schluss für den immens wichtigen Auswärtssieg.
Borussias Trainer Michael Frontzeck nahm im Vergleich zur Vorwoche zwei Änderungen in der Startelf vor. Tobias Levels stand nach seiner Magen-Darm-Grippe wieder zur Verfügung und rückte auch gleich in der Startaufstellung. Der 23-Jährige besetzte wie gewohnt die angestammte rechte Abwehrseite. Dieser musste Håvard Nordtveit zwar weichen, stand dennoch von Beginn an auf dem Platz.
Der Norweger bildete mit Roman Neustädter die „Doppel-6“, weshalb Thorben Marx auf die Bank musste. Gleiches traf an alter Wirkungsstätte zunächst auch auf den Ex-Frankfurter und Neuzugang Michael Fink zu.
Die Borussen, die zu Ehren des verstorbenen Präsidenten Dr. Helmut Beyer mit Trauerflor aufliefen, begannen zwar gleich recht schwungvoll, doch Marco Reus bugsierte das Leder nach einem Sololauf aus achtzehn Metern weit über das Tor (04.). Zwei Minuten später kullerte ein Kopfball von Mo Idrissou am Tor vorbei (06.).
Kurze Zeit später meldete sich Eintracht Frankfurt erstmals vor dem Tor der Borussen. Nach Ballverlust von Nordtveit an Meier zog Caio aus etwa zwanzig Metern ab, verfehlte das Ziel dabei mit seinem Schuss über den rechten Torwinkel nur um wenige Meter (08.). Auch die nächste Gelegenheit gehörte der Eintracht, die nun mehr Ballbesitz hatte und das Heft in Hand nahm. Die erste Ecke der Gastgeber blieb jedoch eher ohne Erfolg (10.).
Die „Adler“ bestimmten auch in der Folgezeit das Geschehen, während der VfL lediglich hinterher lief, wenig zustande brachte und so offensiv auch keine Nadelstiche setzten konnte. Anders dagegen die Gastgeber, die sich weitere Gelegenheiten erarbeiteten. So auch in Minute 14, als jedoch Christofer Heimeroth im Strafraum nach einem Ringen um den Ball zwischen Patrick Ochs und Filip Daems im wahrsten Sinne des Wortes der lachende Dritte war.
Frankfurt bestimmte zwar weiter das Spielgeschehen, wusste das Abwehrbollwerk des VfL dennoch nicht zwingend in Gefahr zu bringen. Zunächst ist ein Rechtsschuss von Caio aus etwa 22 Metern kein Problem für Heimeroth (25.), ehe die Borussen fünf Minuten später das Glück auf ihrer Seite hatten.
Wiederum war der auffällige Caio beteiligt. Der von Dinamo Moskau umworbene Frankfurter schlenzte das Spielgerät aus etwa achtzehn Metern aufs rechte Eck. Tobias Levels fälschte leicht ab, weshalb die „Torfabrik“ vom rechten Pfosten wieder in das Spielfeld und Heimeroth in die Arme flog (33.).
Die Borussia, die bis dato viel zu passiv zu Werke ging, hatte vier Minuten vor dem Pausenpfiff die beste Gelegenheit, den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Nach einem Einwurf verlängerte Idrissou auf den langen Pfosten, wo de Camargo seinen Kopfball neben den linken Pfosten setzte - dahinter wäre Neustädter wohl besser zur Stelle gewesen (41.). Da auch Caio seinen Freistoß aus 22 Metern über das Tor setzte, ging es mit einem für die Borussia schmeichelhaften torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Während Eintracht-Trainer Michael Skibbe seine Truppe unverändert auf das Spielfeld schickte, so nahm Michael Frontzeck einen Wechsel vor. Karim Matmour fungierte nun anstelle von Mike Hanke als einzige Sturmspitze.
Und der Algerier hatte auch gleich die erste Möglichkeit. Nach einem schnellen Angriff über Marco Reus war es Matmour, dem Oka Nikolov im Strafraum zuvor kam und zur Ecke rettete. Diese brachte im Anschluss nichts ein (46.). Gladbach verschob sich weiter nach vorne, griff im Gegensatz zum ersten Durchgang nun viel früher an und war besser im Spiel.
Die „Fohlen“ setzten sich in der nun deutlich ansehnlicheren Partie zwar weiter in der Hälfte der Eintracht fest und kombinierten sicherer, konnten sich dennoch auch aufgrund von Ungenauigkeiten im Aufbau- und Passspiel keine zwingenden Torchancen erarbeiten.
Andererseits ließen die Borussen hinten nichts anbrennen, wenngleich die Gastgeber aber auch nicht mehr so agil nach vorne spielten, wie in den ersten 45 Minuten. In Minute 62 zappelte das Spielgerät zwar erstmals im Netz, doch der Treffer von Martin Fenin fand aufgrund vorheriger Abseitsstellung keine Anerkennung.
Fünf Minuten später klärte die Frankfurter Abwehr nach einem Angriff der Borussen zum Eckstoß, nachdem Nordtveit das Leder aus etwa zwölf Metern nahm und neben den rechten Pfosten setzte (67.). Kurze Zeit später ein Aufschrei beim VfL. Nach Flanke von Reus brachte Idrissou den von de Camargo verlängerten Ball lediglich an den Körper von Nikolov, der genau auf der Torlinie stand. Die Borussen jubelten zwar - dies jedoch vergebens (70.).
Auf der Gegenseite sauste Caios‘ Rechtsschuss vom linken Strafraumeck rechts vorbei (72.). Es sah eigentlich alles nach einem torlosen Remis aus, doch die Borussia sorgte sechs Minuten vor Schluss für den Paukenschlag. Verzog Igor de Camargo zwölf Minuten vor Abpfiff noch aus dreizehn Metern (78.), so machte es der Brasilianer mit belgischem Pass sechs Minuten später besser.
Nach klasse Zuspiel von Idrissou auf Matmour war es der Algerier, der de Camargo im Strafraum in Szene setze. Der belgische Nationalspieler behielt vor Nikolov die Nerven, tunnelte den Eintracht Schlussmann und netzte aus zehn Metern zum umjubelten 1:0 für den VfL ein (84.). Die Borussen setzten nach und de Camargo hätte zwei Minuten später für die endgültige Entscheidung sorgen können, setzte seinen Schuss aus etwa vierzehn Metern jedoch rechts vorbei (86.).
In den Schlussminuten drängte die Eintracht zwar mit geballter Offensivpower auf den Ausgleich, doch die Borussen stemmten sich mit vereinten Kräften dagegen und hielten am Ende den Dreier in den Händen. Der VfL lebt noch und sollte nun in der kommenden Woche versuchen, den Erfolg gegen den direkten Konkurrenten zu vergolden…
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Eintracht Frankfurt: Nikolov - Jung, Franz (86. Halil Altintop), Russ, Tzavellas (86. Amanatidis) - Schwegler, Köhler - Ochs, Meier, Caio - Fenin (70.Gekas)
Weiter im Kader: Fährmann (ETW), Heller, Kittel, Rode
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Dante, Stranzl, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Idrissou - de Camargo (90. Marx), Hanke (46. Matmour)
Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Jantschke, Arango, Fink, Herrmann
Tore: 0:1 de Camargo (84.)
Gelbe Karten: - / Neustädter, de Camargo
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)





