18. Spieltag: 1.FC Nürnberg - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:1)
Mit 1:0 gewinnt Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenauftakt beim 1.FC Nürnberg und hat somit den ersten Schritt in Richtung Ziel Klassenerhalt gemacht. Vor 37.000 Zuschauern im easyCredit-Station erzielte Roman Neustädter bereits in der 8. Minute den Treffer des Tages. Zudem hielt Christofer Heimeroth fünf Minuten vor Abpfiff mit einem gehaltenen Elfmeter den dritten Saisonsieg fest.
Gegen den ‚Club‘ musste Borussias Trainer Michael Frontzeck musste auf den verletzen Abwehrspieler Roel Brouwers und auf den an Grippe erkrankten Karim Matmour verzichten. Zudem Auf der anderen Seite stand Tobias Levels nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder zur Verfügung.
Gegen den Tabellenelften aus Franken bot Borussias Trainer im Vergleich zur Heimniederlage gegen den Hamburger SV fünf neue Spieler und dabei alle drei Neuzugänge auf: Martin Stranzl, Håvard Nordtveit, Roman Neustädter, Mo Idrissou und Mike Hanke rückten in die Startelf. Während Sebastian Schachten und Jens Wissing ebenso wie der zum FC Augsburg abgewanderte Jan-Ingwer Callsen-Bracker nicht im Aufgebot standen, so blieben Juan Arango und Michael Bradley gegenüber dem letzten Hinrundenspiel draußen.
Während Tobias Levels wieder die rechte Abwehrseite besetzte, so kam Kapitän Filip Daems wieder auf links zum Einsatz. Die beiden Neuzugänge Martin Stranzl und Håvard Nordtveit und Martin Stranzl bildeten die Innenverteidigung.
Vor der Viererabwehrkette bildeten Thorben Marx und etwas überraschend Roman Neustädter, der den Vorzug vor Michael Bradley erhalten hatte, die „Doppel-6“. Im Mittelfeld besetzten Marco Reus (rechts) und Mo Idrissou, der nach einer guten Vorbereitung das Rennen gegenüber Juan Arango gemacht hatte, (links) die Flügel. In der Offensive begann Igor de Camargo als „Schattenstürmer“ hinter der Sturmspitze Mike Hanke.
Unter den Augen von Hans Meyer gingen beide Mannschaften zunächst recht verhalten in die Partie. Wenngleich der 1.FC Nürnberg versuchte, die Initiative zu ergreifen, so kamen hüben wie drüben auch deshalb keine Torraumszenen zustande, da sowohl die Gastgeber als auch der VfL in der Defensive dicht gestaffelt agierten.
Doch gleich mit dem ersten Angriff brachte sich die Borussia in Front. Nach einem tollen und zügig nach vorne getragenen Spielzug über Thorben Marx und Mike Hanke war es Roman Neustädter, der am langen Pfosten lauernd volley abzog und ins linke Eck zur 1:0-Führung für den VfL einschob (08.). Dem Tor des Ex-Mainzers, bei dem FCN-Torhüter Rafael Schäfer machtlos war, ging eine Maßflanke von Mike Hanke voraus.
Drei Minuten später trat der Neuzugang von Hannover nach einem Konter der Borussia erneut als Vorbereiter in Erscheinung. Der Stürmer schickte Marco Reus steil, der aus etwa vierzehn Metern flach abzog. Nürnbergs Schlussmann Schäfer konnte mit Mühe klären und so die Situation entschärfen (11.).
Kurze Zeit später meldete sich der ‚Club’ per Eckstoß erstmalig im Strafraum der Borussen. Dieser brachte jedoch nichts ein (12.). Vier Minuten später zog Julian Schieber aus etwa 25 Metern ab, fand jedoch in Christofer Heimeroth seinem Meister (16.). Auch die nächste Möglichkeit der Franken gehörte dem vom VFB Stuttgart ausgeliehenen Schieber. Nach Flanke von Pinola von der rechten Seite zog Schieber am langen Pfosten volley ab und setzte das Leder nur haarscharf am linken Torwinkel vorbei.
In der Folgezeit taten sich die Hauherren gegen diszipliniert verteidigende Gladbacher schwer. Der VfL hatte in Minute 23 den ersten durch Marco Reus ausgeführten Eckstoß, der jedoch nichts einbrachte. Bis dato hatten die Borussen gerade im Defensivverbund gut gestanden und zeigten sich zudem bissig im Spiel gegen den Ball. Und bei Gegenstößen zeigten sich die „Fohlen“ zudem in der Anfangsphase gefährlich.
Dies ließ jedoch mit zunehmender Spieldauer nach, weshalb der 1.FC Nürnberg besser ins Spiel kam. Ideen, die tiefstehende, gut organisierte und gut gegen den Ball arbeitende Borussia in Gefahr zu bringen, hatten die Gastgeber dennoch nicht. Glück hatte die „Fohlen“ allerdings nach gut einer halben Stunde, als Martin Stranzl den Nürnberger Wollscheid im Strafraum mit einem resoluten Trikotzupfer Wollscheid zu Fall brachte, Schiedsrichter Rafati jedoch weiterspielen ließ (33.).
Die zweite gute Möglichkeit hatten die Franken in der ersten Minute der Nachspielzeit. Doch nach Zuspiel von Almog Cohen war es Mehmet Ekici, dessen Direktabnahme aus etwa achtzehn Metern nur knapp über das linke Torreck strich. So ging es dank der Kaltschnäuzigkeit von Neustädter und gutem Abwehrverhalten nach 45 Minuten mit einer 1:0-Führung für den VfL in die Kabinen.
Während Dieter Hecking zum zweiten Durchgang einen Wechsel vornahm, so schickte Michael Frontzeck die Borussen unverändert auf das Spielfeld. Mit einer weiteren Offensivkraft versuchte der ‚Club‘ nun zwar auf den Ausgleich zu drängen, fand jedoch gegen die nach wie vor gut gestaffelten Borussen keine Mittel, diese in große Gefahr zu bringen.
Die Truppe von Michael Frontzeck hielt gut dagegen, versteckte sich zudem zunächst nicht und suchte ihre Chancen. Die bis dato beste im zweiten Durchgang hatte Mo Idrissou, dessen von Judt abgefälschten Schuss der Nürnberger Schlussmann Schäfer am kurzen Pfosten so gerade noch zur zweiten Ecke für den VfL klären konnte (55.). In der Folgezeit blieb die ausgeglichene Partie ohne nennenswerte Torchancen.
Nach 71 Minuten endete das Bundesligadebüt von Mike Hanke im Trikot der Borussia. Der 27-Jährige hatte das 1:0 vorbereitet und zeigte sich auch ansonsten agil, wenngleich ihm auf der anderen Seite kein Torschuss gelang. Für Hanke kam Michael Bradley in die Partie.
In den letzten zwanzig Minuten drückte der ‚Club’ zwar auf das Tempo und brachte einen zusätzlichen Stürmer, in Verlegenheit bringen konnten sie den VfL dennoch nach wie vor nicht. Christofer Heimeroth war nach dem Distanzschuss von Julian Schieber auf dem Posten und klärte mit einer Flugparade (72.).
Fünf Minuten später zappelte die ‚Torfabrik‘ zwar erstmals im Kasten der Borussen, doch der eigentlich reguläre Treffer von Markus Mendler fand aufgrund eines vermeintlichen Foulspiels am Gladbacher Schlussmann keine Anerkennung (77.). In der spannenden und teilweise auch hektischen Schlussphase nahm der 1.FC Nürnberg zwar das Heft in die Hand und drängte den VfL in die eigene Hälfte, doch die Borussen hielten mit vereinten Kräften dagegen.
Sechs Minuten vor Schluss schien sich der 1.FC Nürnberg für ihre Bemühungen zu belohnen, doch Christofer Heimeroth hatte etwas dagegen und parierte einen Foulelfmeter von Javier Pinola stark, den Tobias Levels mit einem Foul an Eigler verursacht hatte (86.). Die Borussen, die viele gute Ansätze zeigten, wehrten sich mit Glück sowie vereinten Kräften und hielten schlussendlich geschlossen den Dreier fest.
Eines von siebzehn Endspielen ist also gewonnen. Der Sieg zum Auftakt sollte dem VfL weiteren Auftrieb geben. Es ist im Tabellenkeller noch nicht aller Tage Abend, die Aufholjagd ist gestartet und hoffentlich noch nicht beendet...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
1.FC Nürnberg: Schäfer - Judt (77. Okotie), Wollscheid, Wolf, Pinoala - Simons - Hegeler, Ekici, Cohen (46. Eigler), Mak (60. Mendler) - Schieber
Weiter im Kader: Stephan (ETW), Maroh, Plattenhardt, Chandler
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Nordtveit, Stranzl, Daems - Marx (80. Jantschke), Neustädter - Reus (90+3. Anderson), Idrissou - de Camargo, Hanke (71. Bradley)
Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Herrmann, Arango, Bäcker
Tore: 0:1 Neustädter (08.)
Gelbe Karten: Wollscheid / Stranzl, Levels, Reus
Bes. Vorkommnisse: Heimeroth hält Foulelfmeter von Pinola (86.)
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)





