DFB-Pokal: TSG 1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 2:0 (1:0)
Mit 2:0 verliert Borussia Mönchengladbach im Achtelfinale des DFB-Pokals bei der TSG 1899 Hoffenheim und schließt somit das Fußballjahr 2010 mit einer Niederlage ab. Vor 23.500 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena sorgten Gylfi Sigurðsson und Demba Ba für das Weiterkommen der Kraichgauer.
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| Auch hier konnte Borussia nicht punkten |
Borussias Trainer Michael Frontzeck verzichtete im Kraichgau aus disziplinarischen Gründen auf Mo Idrissou und auch der im Pokal spielberechtigte Raúl Bobadilla machte die Reise nach Sinsheim nicht mit. Auf der anderen Seite stand der noch gegen den HSV gelbgesperrte Tobias Levels wieder zur Verfügung.
Gegen den Bundesligaachten aus Sinsheim nahm Borussias Trainer im Vergleich zur Heimniederlage im letzen Bundesligaspiel gegen Hamburg lediglich eine Änderung vor: Tobias Levels rückte in die Startelf und besetzte die rechte Abwehrseite. Für den 24-Jährigen Sebastian Schachten blieb gegenüber der Vorwoche draußen. Ansonsten blieb die Formation im 4-1-4-1 System unverändert.
Von Beginn an waren es die Gastgeber, die sich um Spielkontrolle bemühten und den Weg vor das Gladbacher Tor suchten, gefährlich in Tornähe gelangen sie dabei bis auf zwei Eckstöße (04.) jedoch nicht. Und das auch, weil sich auf der anderen Seite der VfL giftig in den Zweikämpfen zeigte, geschlossen gegen den Ball arbeitete und zudem das Aufbauspiel der TSG schon tief in deren Hälfte störte. Gerade auch Jens Wissing zeigte sich auf der linken Gladbacher Seite sehr bissig und ließ wenig anbrennen.
In der Vorwärtsbewegung vermochten die Borussen jedoch keine zwingenden Nadelstiche zu setzten. Nach einer Viertelstunde der erste schöne und schnelle Konter der Borussen, doch Hoffenheims Schlussmann Daniel Hass konnte im herauslaufen gegen Marco Reus klären (15.). In der gleichen Spielminute der nächste vielversprechende Konter der Gäste. Nach schulmäßigem Doppelpass mit Igor de Camargo stand Thorben Marx im rechten Teil des Strafraums völlig frei vor Daniel Haas. Überhastet zog der Gladbacher ab - und verzog deutlich.
Die TSG 1899 Hoffenheim hatte weiterhin mehr vom Spiel und war feldüberlegen, konnte dabei gegen den geschlossen und nach wie vor konzentrierten Gladbacher Defensivverbund wenig Torchancen kreieren. So spielte sich das Geschehen eher zwischen beiden Strafräumen ab und blieb zunächst ohne Höhepunkte.
Bis zur 26. Minute. Sebastian Rudy setzte sich auf der linken Seite gleich gegen drei Borussen durch, drang in den Strafraum ein und legte am Fünfereck quer in den Strafraum. Dort verpasst der sträflich allein gelassene Demba Ba das Leder nur haarscharf. Die bis dato größte Torchance im Spiel.
Drei Minuten später zeigte sich Borussia im Strafraum der TSG. Arango zog volley ab. Aufs Tor kam der Schuss allerdings nicht und in der Mitte verpasste Igor de Camargo (29.). Es tat sich in den Strafräumen nicht viel und der VfL hatte gut mitgehalten. Dennoch musste die Truppe von Michael Frontzeck, bezeichnend für den bisherigen Spielverlauf, das erste Gegentor nach einer Standardsituation hinnehmen.Jan-Ingwer Callsen-Bracker brachte Demba Ba zu Fall. Den anschließenden Freistoß setzte Gylfi Sigurðsson aus etwa 22 Metern über die Mauer hinweg ins rechte halbhohe Torwarteck zur 1:0-Führung für die Hausherren in die Maschen (35.).
Ein vermeidbarer Gegentreffer, bei dem Heimeroth alles andere als gut aussah. Nach der Führung blieb die TSG 1899 Hoffenheim am Drücker und setzte nach, ließ dabei jedoch lediglich mit Halbchancen aufhorchen. Demzufolge ging es nach 45 Minuten mit einer knappen, dennoch verdienten Führung für die Gastgeber in die Kabinen.
Während Ralf Rangnick seine Mannschaft zum zweiten Durchgang unverändert auf das Spielfeld schickte, so nahm Michael Frontzeck einen Wechsel vor, stellte auf 4-4-2 um und riskierte somit nun mehr. Patrick Herrmann kam für Thorben Marx in die Partie und besetzte die rechte Mittelfeldseite. Marco Reus rückte an die Seite von Camargo in das Sturmzentrum, während Bradley und Neustädter die „Doppel-6“ bildeten.
Mit dieser Umstellung zeigten sich die Borussen auch gleich mutiger. Die erste Chance hatten jedoch die Gastgeber. Bei einer 4:3-Überzahl kam Vukčević aus zehn Metern in halbrechter Position zum Abschluss. Heimeroth ließ den Ball nach vorne abprallen, wo Ba jedoch vorbeirutschte (47.). Drei Minuten später der erste ernsthafte Abschluss des VfL. Nach der ersten Ecke kommt das Leder zu Bradley, der volley abzog - in die Arme von Torhüter Haas (50.).
Die Borussen spielten nun zwar gut mit, kamen jedoch lediglich zu Halbchancen. In Minuten 53 zappelte der Ball jedoch zunächst im Netz des VfL, doch Schiedsrichter Brych erkannte das Tor aufgrund von Abseitsstellung Demba Bas ab (53.).
Zehn Minuten später sorgte der senegalesische Nationalspieler mit seinem Treffer zum 2:0 für die Vorentscheidung. Nach Eckball von Salihović, der den Ball auf den kurzen Pfosten zog und wo gleich drei Borussen verpassten und Heimeroth gar nicht reagierte, sagte Ba kurz vor der Torlinie Danke und drückte das Leder über die Maschen (63.). Wenige Minuten kam Karim Matmour für den bis dato eher unauffälligen Arango auf das Spielfeld (67.).
Borussia zeigte sich zwar konzentriert und bemüht, war jedoch nicht in der Lage, Hoffenheim in arge Bedrängnis zu bringen. Bei einem gut gezirkelten Freistoß war Bradley zur Stelle (75.). Mehr brachten die Borussen offensiv nicht zustande. Während beim VfL mit zunehmender Spieldauer auch der Glaube an die Wende schwendete, so ließ die TSG 1899 Hoffenheim in der Folgezeit nichts mehr anbrennen und brachte das Ergebnis locker über die Zeit.
Borussia Mönchengladbach zeigte sich zwar wie soft oft in diesen Wochen bemüht und machte es recht gut, agierte jedoch insgesamt zu harmlos und mit zu vielen Fehlern. Die Borussen verabschieden sich nun in den Weihnachtsurlaub und sollten dort im wahrsten Sinne des Wortes zur Besinnung kommen…
Die Kurzstatistik zum Spiel:
TSG 1899 Hoffenheim: Haas - Beck, Vorsah, Compper, Ibtersberger - Rudy, Luis Gustavo (89. Jaissle) - Vukčević, Salihović, Sigurðsson - Ba (80. Mlapa)
Weiter im Kader: Özan (ETW), Šimunić, Eichner, Tagoe, Thomalla
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Callsen-Bracker, Daems, Wissing - Neustädter - Marx (46. Herrmann), Bradley - Reus (88. Bäcker), Arango (67. Matmour) - de Camargo
Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Schachten, Jantschke, Meeuwis
Tore: 1:0 Sigurðsson (35.), 2:0 Ba (63.)
Gelbe Karten: Sigurðsson, Rudy, Vorsah / -
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)






