16. Spieltag: SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 3:0 (2:0)
Mit 3:0 verliert Borussia Mönchengladbach beim SC Freiburg, setzt somit die Talfahrt fort und gerät immer tiefer in den Abstiegsstrudel. Vor 22.700 Zuschauern im Badenova-Stadion sorgten Papiss Demba Cissé per Doppelpack und Oliver Barth für den ungefährdeten Sieg der Breisgauer.
Borussias Trainer Michael Frontzeck musste im Breisgau auf den angeschlagenen Bamba Anderson, den gelbgesperrten Marco Reus und den aus disziplinarischen Gründen bis zur Winterpause nicht mehr berücksichtigten Raúl Bobadilla verzichten. Auf der anderen Seite stand Roel Brouwers wieder zur Verfügung.
Gegen den Tabellensiebten aus Freiburg bot Borussias Trainer im Vergleich zur Heimniederlage gegen Hannover vier neue Spieler auf: Roel Brouwers, Sebastian Schachten, Karim Matmour und Mo Idrissou rückten in die Startelf. Bamba Anderson, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Marco Reus und Raúl Bobadilla blieben gegenüber der Vorwoche draußen.
Filip Daems rückte von der linken Seite wieder nach innen, während Sebastian Schachten die linke Abwehrseite besetzte. Für den gesperrten Marco Reus begann Karim Matmour, der auf der rechten Mittelfeldseite begann und so an alter Wirkungsstätte zu seinem zweiten Saisoneinsatz von Begann an kam.
Ebenso bei seinem Ex-Club zum Zuge kam Mo Idrissou. Der Kameruner durfte sich mal wieder als Sturmspitze versuchen. Igor de Camargo agierte dahinter als ‚Schattenstürmer‘. Ansonsten schickte Frontzeck in der gewohnten taktischen Ausrichtung die Elf der Vorwoche ins Rennen.
Bei strömenden Regen waren es die Gastgeber aus dem Breisgau, die bereits nach wenigen Minuten die erste Möglichkeit zu verzeichnen hatten. Nach Flanke von Jan Rosenthal war es Cederic Makiadi, der im Strafraum sträflich frei zum Kopfball kam, das Spielgerät allerdings nicht voll traf, weshalb Christofer Heimeroth das Leder ohne große Mühe unter Kontrolle bringen konnte (03.).
Drei Minuten später meldete sich die Borussia erstmals vor dem Tor des SC Freiburg. Der in den ersten Spielminuten auffällige Karim Matmour flankte von der rechten Seite auf Höhe des Strafraums, wo Juan Arango hochstieg und mustergültig mit dem Kopf Igor de Camargo am langen Pfosten in Szene setzte. Der belgische Nationalspieler setzte seinen Kopfballlupfer im Anschluss einige Meter am linken Pfosten vorbei (06.).
In der Folgezeit machte es der VfL wie auch schon in den Anfangsminuten zunächst gut. Aus einem kompakten Defensivverbund heraus ließ die Borussia wenig zu. Gladbach zeigte Selbstvertrauen, zeigte sich passsicher und setzte mit flüssigen Angriffen immer wieder Nadelstiche.
Nach einer maßgeschneiderten Flanke von Juan Arango war es Mo Idrissou, der seinen Flugkopfball aus etwa zwölf Metern nur wenige Meter neben den linken Pfosten setzte (13.). Drei Minuten später erkämpfte sich Karim Matmour das Spielgerät an der rechten Außenlinie und flankte in den Strafraum, wo Mo Idrissou am höchsten stieg und gefährlich auf das Freiburger Gehäuse köpfte. Dort rettete Oliver Baumann mit einer starken Parade zur ersten Ecke für die Fohlen, die im Anschluss nichts einbrachte (16.).
Borussia Mönchengladbach machte es bis zu diesem Zeitpunkt mehr als ordentlich und ließ wenig zu. Doch einmal passte der Defensivverbund nicht auf, was die Gastgeber ausnutzten und sich mit der zweiten Gelegenheit in Front brachten. Maximilian Nicu ließ auf der linken Seite den nur halbherzig zu Werke gehenden Sebastian Schachten stehen und flankte in den Strafraum. Dort setzte sich Freiburgs Torjäger Papiss Demba Cissé im Luftkampf gegen Roel Brouwers durch und drückte die „Torfabrik“ per Kopfballaufsetzter zum 1:0 für die Gastgeber in die Maschen (19.).
Zwei Minuten später hatten die „Fohlen“ einen weiteren Schock zu verdauen. Nach einem Distanzschuss von Jan Rosenthal sank Roel Brouwers zu Boden, während der Freiburger den von Brouwers geblockten 114km/h-Schuss auf das Tor brachte. Christofer Heimeroth tauchte rechtzeitig ab und brachte das leder unter Kontrolle (21.).
Brouwers schien kurze Zeit benommen, rappelte sich jedoch zunächst wieder auf. In der Folgezeit zeigte sich nicht nur der Niederländer angezählt. Seine Mannschaftskollegen schienen sichtlich gezeichnet und brauchten einige Zeit, um sich von dem zweifachen Schock zu erholen. Dagegen kam der SC Freiburg mit der Führung im Rücken nun besser in die Partie und bewies Selbstvertrauen.
Sebastian Schachten brachte Jan Rosenthal am Strafraum rustikal zu Fall und sah für sein Foulspiel zu Recht die gelbe Karte. Der Anschließende Freistoß brachte nichts ein (25.). Sieben Minuten später hätte Mo Idrissou für den Ausgleich sorgen können. Nach einem Missverständnis zwischen Kapitän Heiko Butscher und Torhüter Oliver Baumann sprintete der Kameruner mit dem Freiburger Schlussmann auf das leere Tor zu, wo Baumann das leder noch so gerade mit dem Fuß zur Ecke klären konnte, während Idrissou seitlich gegen den rechte Pfosten prallte (32.).
Borussia Mönchengladbach hatte sich zu diesem Zeitpunkt von dem Rückschlag ein wenig erholt und kam wieder etwas besser ins Spiel. Zwingende Torchancen konnte der VfL dennoch nicht kreieren. Auf der anderen Seite war es erneut Cissé, der für die Breisgauer zu einer Möglichkeit kam. Der Senegalese kam im Strafraum ans Leder und zog gegen Filip Daems per Drehschuss blitzschnell ab. Der noch abgefälschte Schuss flog nur knapp am Gehäuse der Gladbacher vorbei (39.).
Kurze Zeit später war der Arbeitstag für Roel Brouwers beendet. Der Niederländer taumelte nach seinem Kopftreffer mehr oder weniger über das Spielfeld, schien nicht mehr gänzlich auf dem Platz zu sein und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in die Freiburger Uni-Klinik eingeliefert. Fortan agierte Jan-Ingwer Callsen-Bracker in der Innenverteidigung (41.).
Der 26-Jährige stand noch nicht ganz auf dem Platz, da klingelte es beim VfL zum zweiten Mal. Maximilian Nicu brachte das Leder gefährlich in den Strafraum. Dort fackelte Cissé nicht lange und zog sofort ab. Christofer Heimeroth konnte die Kugel nicht unter Kontrolle bringen, sondern ließ das Spielgerät fallen. Oliver Barth war im Fünfmeterraum zur Stelle und netzte zur 2:0-Führung die die Gastgeber ein (41.).
Ein weiterer Schock, den die Borussen in den ersten 45 Minuten zu verdauen hatten. Es ging mit einer 2:0-Führung für den SC Freiburg in die Kabinen. Während Robin Dutt seine Mannschaft zum zweiten Durchgang unverändert auf das Spielfeld schickte, so musste Michael Frontzeck einen Wechsel vornehmen. Für Mo Idrissou ging es nicht weiter. Der Kameruner blieb mit einer Beckenprellung in den Katakomben, weshalb Patrick Herrmann nun mit von der Partie war. Der Youngster tauschte nun mit Juan Arango die Seiten, während Karim Matmour die die Position von Idrissou einnahm.
Der SC Freiburg kam mit Selbstvertrauen sowie mit Schwung aus der Kabine und setzte gleich zu Beginn Nadelstiche. Zunächst konnte Cissé das Leder nach einer Hereingabe von Rosenthal aus kurzer Distanz nicht im Tor unter bringen (46.), ehe der Senegalese alleine auf Christofer Heimeroth zulief, doch lediglich das Außennetz traf (50.).
Die Gastgeber spielten weiter nach vorne und räumten nach 59 Minuten letzte Zweifel aus dem Weg, das Spielfeld nicht als Sieger vom Platz zu lassen. Nach einer Freistoßflanke von Julian Schuster kam Cissé am langen Pfosten freistehend an den Ball und donnerte die „Torfabrik“ aus kurzer Distanz zum 3:0 für den SC Freiburg in die Maschen. Zu allem Übel handelte sich Tobias Levels die fünfte Gelbe Karte ein und fehlt somit im letzten Heimspiel des Jahres gegen den Hamburger SV.
Während die Borussia im weiteren Verlauf nichts mehr entgegen zu setzten hatte, so drosselte der SC Freiburg das Tempo und spielte das Ergebnis locker runter. Somit mussten die Borussen am Ende eine erneute Pleite hinnehmen, bei der sich der VfL wiederholt erneut selbst schlug. Die nach wie vor prekäre Lage und die Art und Weise, wie die Mannschaft im Breisgau verlor geben aktuell wenig Anlass zur Hoffung auf Besserung, so dass die rote Laterne heller denn je leuchtet...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
SC Freiburg: Baumann - Mujdža, Barth, Butscher, Bastians - Schuster - Makiadi (77. Pamić), Nicu - Rosenthal (68. Flum), Abdessaki - Cissé (80. Reisinger)
Weiter im Kader: Salz (ETW), Caligiuri, Jäger, Putsila
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Brouwers (41. Callsen-Bracker), Daems, Schachten - Marx, Bradley, Matmour, Arango - de Camargo (77. Neustädter), Idrissou (46. Herrmann)
Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Wissing, Meeuwis, Bäcker
Tore: 1:0 Cissé (19.), 2:0 Barth (41.), 3:0 Cissé (59.)
Gelbe Karten: Cissé / Schachten, Levels
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)





