Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeFohlenelfSpielberichteBorussia nach Niederlage gegen Hannover 96 zu Hause weiter sieglos

Borussia nach Niederlage gegen Hannover 96 zu Hause weiter sieglos

15. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 1:2 (1:0)

Mit 2:1 verliert Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96, bleibt zu Hause weiter sieglos und gerät somit immer tiefer in den Schlamassel. Zu allem Übel sah Raúl Bobadilla in Halbzeit eins die rote und Marco Reus die fünfte gelbe Karte. Vor 37.195 Zuschauern im Borussia-Park reichte das Tor von Michael Bradley zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung nicht, um etwas Zählbares mitzunehmen. Binnen zwei Minuten drehte der neue Tabellendritte durch die Tore von Mike Hanke und Didier Ya Konan die Partie.

Borussias Trainer Michael Frontzeck musste wie bereits in der Vorwoche auf Marcel Meeuwis verzichten und bot gegen den  Tabellenvierten aus Hannover zwei neue Spieler auf: Juan Arango und Raúl Bobadilla rückten in die Startelf. Patrick Herrmann und Mo Idrissou blieben gegenüber der Vorwoche draußen.

Juan Arango besetzte die linke Mittelfeldseite Seite, während Marco Reus wie auch zuletzt auf rechts begann der eigentlich aussortierte Callsen-Bracker zu seiner Saisonpremiere kam. Raúl Bobadilla durfte nach seiner Pause beim BVB wieder als Sturmspitze agieren. Ansonsten bot Borussias Trainer in der gewohnten taktischen Ausrichtung die Elf der Vorwoche auf.

Auf Seiten der Niedersachsen stand mit dem Ex-Borussen Jan Schlaudraff ein alter Bekannter in der Anfangself. In Mikael Forssell saß ein weiterer Ex-Borusse zunächst auf der Bank.

Bei eisigen Temperaturen hatte die Partie auf dem neu verlegten und satten Grün einen recht verhaltenen Beginn. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab, weshalb Strafraumszenen Mangelware blieben. Die erste Möglichkeit hatte der Gast aus Niedersachsen. Hannovers Torjäger Didier Ya Konan setzte sich auf der rechten Seite durch und zog aus spitzem Winkel ab - das Leder prallte an Gladbachs Torhüter Christofer Heimeroth zur Ecke ab, die im Anschluss nichts einbrachte (03.).

Auch die nächste Offensivaktion gehörte dem Tabellenvierten. Nach Zuspiel von Jan Schlaudraff war es Konstantin Rausch, der auf Höhe der Strafraumgrenze freistehend abzog, den Ball jedoch weit neben den rechten Pfosten setzte (08.).

Borussia Mönchengladbach war zunächst auf Sicherheit bedacht und ging ohne großes Risiko zu Werke. Demzufolge zeigte sich der VfL in der Anfangsviertelstunde wenig im Strafraum der Gäste. Dennoch brachten sich die bis zu dem Zeitpunkt eher zurückhaltenden und schwer ins Spiel findenden Borussen mit dem ersten Torschuss etwas überraschend in Front.

Nach einem Foul an Juan Arango, für das der Hannoveraner Lars Stindl die gelbe Karte sah, war es Michael Bradley, der die anschließende Freistoßflanke aus etwa 40 Metern an Freund und Feind vorbei ins lange Eck zur 1:0-Führung für die „Fohlen“ zirkelte (18.).

Vier Minuten später hatten die Gladbacher eine brenzlige Situation zu überstehen. Nach einer Attacke von Jan-Ingwer Callsen-Bracker kommt Didier Ya Konan im Strafraum zu Fall. Die Niedersachen protestierten, doch der Pfiff blieb aus (22.).

Mit der Führung im Rücken hatte der VfL nun Oberwasser und zeigte sich besonders über die linke Seite mit Filip Daems aktiv. Aus dem Spiel heraus sollten zwingende Tormöglichkeiten bei den Bemühungen jedoch nicht herausspringen. Oftmals waren es Standardsituationen, die für Gelegenheiten sorgen sollten.

So auch nach einer halben Stunde, als Juan Arango einen Freistoß aus etwa 25 Metern auf Tor brachte. Florian Fromlowitz war zur Stelle, rannte mit dem Ball jedoch ins Toraus - der erste Eckstoß für die Gladbacher war die Folge. Im Anschluss dieser drosch Juan Arango den Ball sträflich freistehend mit seinem schwächeren Fuß einige Meter über die Querlatte (31.).

Auf der anderen Seite zeigte sich Hannover 96 wenig aktiv und brachte den gut sortierten Gladbacher Defensivverbund in Verlegenheit. In dem alles andere als herzerwärmenden Fußballspiel sah es eigentlich so aus, als würde bis zum Pausenpfiff nichts mehr Aufregendes passieren, doch wer diesen Gedanken hatte, wurde zwei Minuten vor dem Pausenpfiff Lügen gestraft.

Raúl Bobadilla und Sergio Pinto rangelten im Mittelfeld um den Ball. Keiner der Kontrahenten konnte den Ball behaupten. Bobadilla trat gegen den am Boden liegenden Pinto völlig unnötig nach und sah für diese sinnlose Aktion nach kurzer Beratung der Unparteiischen die rote Karte.

Doch mit der Unbeherrschtheit des Argentiniers nicht genug. Beim Gang in die Kabine warf der Argentinier dem vierten Offiziellen  wohl derart unschöne Worte entgegen, so dass dieser seinen Zettel zückte und sich diesen Vorfall notierte. Da sollte auch kein Besänftigen von Borussias Dolmetscher Jörg Stiel helfen (43.). Für den zu temperamentvollen Bobadilla, der seiner Mannschaft damit eienn Bärendienst erwiesen hat, ist damit wohl die Hinrunde sicher beendet. Wenn nicht sogar noch darüber hinaus...

Zu allem Übel holte sich Marco Reus die fünfte Gelbe Karte ab. Nach einem Zweikampf mit Lars Stindl schubste Reus den Hannoveraner und sah dafür Gelb. Gladbachs Youngster fehlt somit in der kommenden Woche im Spiel beim SC Freiburg. Nach dieser hitzigen Schlussphase ging es nach höhepunktarmen 45 Minuten in die Kabinen. Aus dieser betraten beide Mannschaften zum zweiten Durchgang unverändert das Spielfeld.

Mit einem Mann mehr auf dem Feld übernahmen zunächst die Gäste aus Hannover zwar das Kommando, agierten dabei jedoch keineswegs überragend. Sergio Pinto kam zum Abschluss, zielte jedoch weit über das Gladbacher Tor (48.). Die Borussia hingegen agierte abwartend und setzte aus einem kompakten Defensivverbund heraus auf Konter. Nach einem solchen war es Marco Reus, der nach einem Zuckerpass von Thorben Marx mit links knapp am Tor vorbei zielte (51.).

In der Folgezeit plätscherte das Spiel zehn Minuten mehr oder weniger dahin, ehe die Truppe von Mirko Slomka wie aus dem Nichts vor dem Gladbacher Tor auftauchte. Didier Ya Konan konnte die Flanke von Christian Schulz jedoch nicht gänzlich unter Kontrolle bringen und schob das Leder so am kurzen Eck vorbei (61.).

Hannover 96 erhöhte nun den Druck, während sich der VfL in der Defensive mehr oder weniger einigelte und kaum für Entlastungsangriffe sorgte. Zunächst sollten die Niedersachen den sicher agierenden Gladbacher Defensivverbund jedoch nicht in Bedrängnis bringen. Das lediglich bis siebzehn Minuten vor Schluss.

Ya Konan tanzte in der Mitte Bamba Anderson aus und flankte im Anschluss in den Strafraum. Dort setzte sich der eingewechselte Mike Hanke im Luftkampf durch und köpfte zum verdienten 1:1-Ausgleich in die Maschen (73.). Zuvor hatte Michael Frontzeck den ersten Wechsel vorgenommen. Mo Idrissou kam für Igor de Camargo (72.). Und der Kameruner musste nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit ansehen, wie binnen zwei  Minuten eine Führung in einen Rückstand verspielt wurde.

Manuel Schmiedebach legte im Gladbacher Strafraum überlegt auf Didier Ya Konan. Der 96-Torjäger ließ sich sträflich alleine gelassen nicht zweimal bitten und versenkte die „Torfabrik“ aus kurzer Distanz mühelos zur 1:2-Führung für Hannover 96 in den Maschen (75.).

Damit war die Partie gelaufen, denn der VfL sollte sich von diesem Doppelschock in wenigen Minuten nicht mehr erholen. Für die Borussia, die gegen keineswegs glänzende Hannoveraner eine weitere und bittere Niederlage hinnehmen musste, wird die Luft im Tabellenkeller immer dünner.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Anderson, Callsen-Bracker, Daems - Marx (82. Matmour), Bradley - Reus, Arango - de Camargo (72. Idrissou), Bobadilla

Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Schachten, Wissing, Neustädter, Herrmann

Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Eggimann, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl (59. Hanke), Rausch - Schlaudraff (82. Chahed), Ya Konan (89. Forssell)

Weiter im Kader: Zieler (ETW), Lala, Beasley, Djakpa

Tore: 1:0 Bradley (18.), 1:1 Hanke (73.), 1:2 Ya Konan (75.)

Gelbe Karten: Reus, Daems / Stindl

Rote Karte: Raúl Bobadilla (43., Nachtreten)

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Verwandte Themen:

Michael Frontzeck: »Ich bin von diesem Weg überzeugt«

Nach der Pleite gegen Hannover: »Wir haben uns wieder selber geschlagen«

Max Eberl hält am Konzept und an Michael Frontzeck fest


letzte Foren-Beiträge