13.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - 1.FSV Mainz 05 2:3 (0:0)
Mit 2:3 unterliegt Borussia Mönchengladbach dem 1.FSV Mainz 05 und wartet somit trotz zweimaliger Führung weiter auf den ersten Heimsieg. Vor 45.472 Zuschauern im Borussia-Park reichten die beiden Tore von Marco Reus nicht, um den Aufwärtstrend der letzten beiden Spiele punktemäßig fortzusetzen.
Borussias Trainer Michael Frontzeck musste gegen den 1.FSV Mainz 05 neben den bekanntlich verletzten Abwehrchefspielern Dante und Roel Brouwers sowohl auf Patrick Herrmann als auch kurzfristig auf Logan Bailly verzichten. Während der 19-Jährige aufgrund von Problemen am Sprunggelenk nicht zur Verfügung stand, so musste Borussias derzeitige Nummer das Abschlusstraining am Freitag aufgrund von muskulären Problemen abbrechen, weshalb Marc-André ter Stegen aus Trier zurückbeordert wurde und für den Belgier auf der Bank Platz nahm.
Wie dünn die Personaldecke des VfL gerade im Defensivbereich im Moment ist, macht ein Blick auf die Reservebank deutlich. So nahm dort Jan-Ingwer Callsen-Bracker als Option für die Innenverteidigung Platz. Bis dato hatte der noch vor Saisonbeginn aussortierte 26-Jährige in der zweiten Mannschaft der Borussia, die bekanntlich in der Regionalliga West an den Start geht, gespielt.
Im Gegensatz zum rheinischen Derby neu in der Startelf war neben Sebastian Schachten auch Juan Arango, der seiner abgesessenen Rotsperre wieder zur Verfügung stand. Der Venezolaner bekleidete wie gewohnt die linke Mittelfeldseite - Marco Reus wechselte anstelle des 30-Jährigen auf die rechte Außenbahn - während Schachten anstelle von Filip Daems auf links verteidigte. Dafür rückte der Kapitän wieder nach innen. Ansonsten blieb die Formation im gewohnten 4-4-2 System im Vergleich zum letzten Samstag unverändert.
Auf Seiten der Rheinland-Pfälzer stand mit dem Ex-Borussen Eugen Polanski ein alter Bekannter in der Anfangself. Ein weiterer Ex-Borusse saß mit Lewis Holtby zunächst auf der Bank, während Bo Svensson aufgrund einer Kapselverletzung im linken Knie passen musste.
Die Partie zwischen den beiden Karnevalshochburgen hatte einen recht lebhaften Beginn. Beide Mannschaften versteckten sich nicht, sondern versuchten gleich Nadelstiche zu setzten. Den ersten vielversprechenden dieser Art war den Gästen aus Mainz nach nur 60 Sekunden vorbehalten. Nach Doppelpass mit Ádám Szalai war André Schürrle im Strafraum plötzlich alleine vor Christofer Heimeroth, doch der Gladbacher Schlussmann parierte glänzend (01.).
Auf der anderen Seite gab Michael Bradley für den VfL den ersten Schuss ab, doch der Versuch bereitete Christian Wetklo im Tor der Mainzer nach abgewehrtem Freistoß keine großen Probleme (05.). Eine Minute später der erste Eckstoß für die Gäste aus Rheinland-Pfalz. Da zunächst Igor de Camargo am kurzen Pfosten stehend die Hereingabe mit dem Kopf blockte und im Anschluss Christofer Heimeroth sicher zugriff, sollte diese für die Gäste nicht zum Erfolg führen (06.).
Es war eine ausgeglichene Anfangsphase in Mönchengladbach, bei der beide Mannschaften einerseits noch nach Struktur suchten, zeigten sich andererseits jedoch um Offensivspiel bemüht. Borussia versuchte aus einer kompakten und sicheren Ordnung heraus, immer wieder Nadelstiche zu setzten.
Nach einem Konter zog Raúl Bobadilla aus etwa zwanzig Metern ab, setzte seinen Schuss aber einige Meter rechts neben das Tor (10.). Auch die nächste Möglichkeit gehörte dem VfL. Nach einem langen Ball ist im Mainzer Strafraum keiner bei Raúl Bobadilla. Der agile und sichtlich bis in die Haarspitzten motivierte Argentinier legte den Ball zwar an Keeper Wetklo vorbei, doch Niko Bungert konnte im Anschluss klären (13.).
Zwei Minuten später mal wieder der 1.FSV Mainz 05. Nach einem weiten Einwurf von Christian Fuchs kam Marcel Risse am zweiten Pfosten an den Ball und zog sofort ab. Doch der schwerzunehmende Ball flog weit über den Gladbacher Kasten (15.). Technische Leckerbissen hatten beide Mannschaften zwar nicht zu bieten, doch es ging in der lebendigen Partie munter weiter.
Nach gut einer Viertelstunde kamen die „Fohlen“ zu zwei Eckstößen in Serie, konnten diese jedoch nicht in den gewünschten Erfolg ummünzen (17.). Sieben Minuten später musste Gäste-Trainer Thomas Tuchel den ersten Wechsel vornehmen. Verletzungsbedingt musste Christian Wetklo das Feld verlassen. Für ihn kam der 39-Jähige Martin Pieckenhagen (25).
In der Folgezeit plätscherte das Spiel ohne nennenswerte Offensivaktionen eher so dahin. Erstmals bewähren musste sich Pieckenhagen so erst nach gut einer halben Stunde. Nach schöner Diagonalflanke von Juan Arango klärte der 39-Jährige gegen Igor de Camargo (33.). Vier Minuten später musste auch Malik Fathi auf Seiten der Gäste verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. Fortan war Lewis Holtby auf dem Rasen (37.).
Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff hätte Igor de Camargo die Führung für den VfL erzielen können, doch der brasilianische Nationalspieler hatte erneut gegen Pieckenhagen das Nachsehen (40.), bzw. der . Dass das Spiel so mit einem gerechten torlosen Unentschieden in die Kabinen ging, hatte die Borussia in der Nachspielzeit allen voran Christofer Heimeroth zu verdanken. Sebastian Schachten wollte den Ball in Ruhe annehmen, übersieht dabei jedoch den Mainzer Risse, den dem 25-Jährigen die ‚Torfabrik‘ abluchst, aber im Eins-gegen-Eins gegen den Gladbacher Keeper nur zweiter Sieger blieb.
Eine riesen Chance für die Gäste, die Heimeroth glänzend entschärfte (45+2). Nach einer recht munteren Anfangsphase verflachte die Partie zunehmend, in der Gladbach aus einer sicheren Ordnung heraus zwar einige vielversprechenden Angriffe startete, diese jedoch nicht Erfolg bringend zu Ende spielte.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Zunächst blieb die Partie bei kalten Temperaturen alles andere als herzerwärmend. Das Geschehen spielte sich eher im Mittelfeld ab, so dass Torchancen Mangelware blieben. Doch sieben Minuten nach Wiederanpfiff sollte der Borussia-Park beben.
Nach einem Freistoß von Juan Arango kam der von der Mainzer Mauer geblockte Schuss zu Michael Bradley. Der US-Boy zögerte keine Sekunde und flankte aus halblinker Position in die rechte Strafraumhälfte. Dort lauerte Marco Reus, der sofort volley abzog und die ‚Torfabrik‘ flach im linken unteren Eck in die Maschen versenkte (53.).
Das dritte Saisontor von Marco Reus bedeutete nicht ‚nur‘ die 1:0-Führung für den VfL, sondern gleichzeitig wird der 21-Jährige auch in die Geschichte eingehen, denn es war das bis dato 2500. Bundeligator der Borussia.
Der 1.FSV Mainz 05 zeigte sich kurzzeitig geschockt und brauchte demzufolge einige Minuten, um sich von dem Rückstand zu erholen. Die taten die Gäste dann auch und kamen wie aus dem Nichts zum Ausgleich. Ádám Szalai brachte das Leder zu André Schürrle. Tobias Levels hob das Abseits auf, so dass Der Jung-Nationalspieler zeigte sich im Duell mit Christofer Heimeroth eiskalt und setzte die ‚Torfabrik‘ zum 1:1-Ausgleich in die Maschen (64.).
Doch der VfL zeigte sich alles andere als geschockt und gab fünf Minuten später die Antwort. Nach einem zügig und schön nach vorne getragenen Konter über Marco Reus gelang der Ball auf Höhe des Strafraums zunächst zu Raúl Bobadilla. Der bullige Stürmer behauptete das Leder uns setzte halblinks Marco Reus in Szene. Der 21-Jährige schaute den Mainzer Torhüter Pieckenhagen aus und vollendete aus spitzem Winkel zur umjubelten 2:1-Führung (69.).
Vier Minuten später nahm Borussias Trainer Michael Frontzeck den ersten Wechsel vor. Mo Idrissou kam für Juan Arango (74.). Völlig unverständlich offenbarte der VfL mit der Führung im Rücken massive Fehler im Abwehrverhalten und spielte zudem die wenigen Kontermöglichkeiten nicht konsequent zu Ende.
Auf der anderen Seite schlugen die Gäste aus Rheinland-Pfalz ebenso zurück und kamen in der Schlussviertelstunde Ausgleich. Die „Fohlen“ wollten kontern, verloren jedoch den Ball in der eigenen Hälfte. Kapitän Christian Fuchs schaute genau und brachte das Leder an den zweiten Pfosten, wo sich Sebastian Schachten übel verschätzte. Der erst kurz zuvor eingewechselte Sami Allagui war zur Stelle, nahm den Ball volley und vollendete ins lange Eck zum 2:2 (76.).
Der Ausgleich schien den Gästen nun mehr und mehr in die Karten zu spielen, während die Borussia auf der anderen Seite wenig Akzente setzten konnte und angezählt wirkte. Die Gäste waren dem Siegtreffer gerade auch in der Schlussphase näher. Dieser sollte zwei Minuten vor Abpfiff fallen. Und wieder war es Sami Allagui, der die Mainzer in Front brachte. Einen langen Ball von Christian Fuchs nahm Allagui zwischen Daems und Schachten mit, überlupfte Christofer Heimeroth und köpfte zum 3:2-Siegtreffer ein (88.).
Das sollte der Schlusspunkt unter einer Partie sein, bei der die Borussia am Ende trotz zweimaliger Führung als Verlierer vom Platz gehen musste. Eine bittere und unnötige Niederlage zugleich, die nun gleichermaßen zu analysieren und zu verdauen gilt...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Marx, Bradley (89. Matmour) - Reus, Arango (72. Idrissou) - de Camargo, Bobadilla
Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Callsen-Bracker, Wissing, Meeuwis, Neustädter
1.FSV Mainz 05: Wetklo (25. Pieckenhagen) - Zabavnik, Bungert, Noveski, Fathi (37. Holtby) - Caliguri, Polanski - Risse (74. Allagui), Fuchs, Schürrle - Szalai
Weiter im Kader: Kirchhoff, Heller, Karhan, Ivanschitz
Tore: 1:0 Reus (53.), 1:1 Schürrle (64.), 2:1 Reus (69.), 2:2 Allagui (76.), 2:3 Allagui (88.)
Gelbe Karten: Bradley / Zabavnik
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)





