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HomeFohlenelfSpielberichteBorussia gelingt Befreiungsschlag: »Sensationell geil«

Borussia gelingt Befreiungsschlag: »Sensationell geil«

Borussen feiern Sieg im 111. rheinischen Derby

4:0-Sieg im 111. rheinischen Derby. Borussia Mönchengladbach gelang in der Domstadt der zweite Saisonsieg und der erste Dreier nach zuvor neun sieglosen Spielen. Dazu erstmals seit 09.April - 2:0-Sieg in der Vorsaison gegen Eintracht Frankfurt - ohne Gegentor. Ein wichtiger Sieg also, mit dem der VfL den Anschluss an das untere Mittelfeld hält. So hatten die Borussen nach dem Schlusspfiff allen Grund zum feiern.

Die Vorzeichen für ein Fußballspiel waren gerade aufgrund der intensiven Regenfälle der Vortage alles andere als gut. Tiefer Boden und teilweise knöchelhohes Wasser bereiteten gerade den Borussen auf dem Spielfeld des RheinEnergieStadion in der ersten Halbzeit Probleme. »Vor allem der Strafraum war schwierig zu bespielen«, sagte Marco Reus.

»Die Angriffshälfte, die wir in der ersten Halbzeit bespielt haben, war schlecht. Da konnte man nicht gut Fußball spielen«, war auch Thorben Marx gleicher Meinung. Kombinationsfußball konnte und richtiger Spielfluss wollte in der gesamten ersten Halbzeit auf dem tiefen Boden nicht so recht aufkommen und so war die Vorgehensweise für die ersten 45 Minuten schnell klar. »Wir haben sicherlich viel mit langen Bällen gespielt - was anderes war nicht drin«, erklärte Marx.

Demzufolge ergaben sich im ersten 45 Minuten kaum zwingende Tormöglichkeiten, weshalb es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabine ging. Dort analysierten die Borussen die von der Bodenbeschaffenheit her offensichtlich zwei unterschiedlichen Spielhälften und wollten daraus nach dem Seitenwechsel Kapital schlagen. »In der Pause haben wir uns gesagt, dass wir in dieser Zone auch wieder Fußballspielen können. Ich glaube, für die Verhältnisse haben wir das optimal gemacht«, befand Thorben Marx.

In der Tat konnte die Borussia nun von Beginn an den Ball mehr laufen lassen, nutze den sich bietenden Raum und marschierte mit schnellen Spielzügen nach vorne. Die Fohlen kamen nun deutlich besser ins Spiel. »Wir haben uns auf den Platz einfach super eingestellt. Wir haben genau das Mittel gefunden zwischen Fußballspielen und „Fußball kämpfen“. Das war sensationell gut«, befand Tobias Levels.

Den ersten Konter nutzte Raúl Bobadilla. Der Argentinier netzte sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff zur 1:0-Führung ein. »Ich denke, dass war der K.O. für Köln«, meinte Marco Reus. Tatsächlich versuchten die Domstädter zwar auf den Ausgleich zu spielen, wussten dabei jedoch keine Nadelstiche zu setzten und schienen angezählt.

Nadelstiche wussten sie auch deshalb nicht zu setzten, weil die Borussen den Gastgebern jegliche Luft zum atmen nahm. »Wir hatten heute eine Viererkette und eine Mannschaft auf dem Platz, die sensationell verteidigt und kaum was zugelassen hat. Das ist einfach ein Statement von den Jungs«, lobte Tobias Levels die Leistung des gesamten Defensivverbunds.

Anders die Fohlen, die den Raum ausnutzten und konterten. »In der zweiten Halbzeit haben wir uns richtig befreit. Nach der 1:0-Führung haben wir es sehr gut gespielt und verdient gewonnen«, sagte Reus. Der VfL zeigte Siegeswillen, schlug eiskalt zu und sorgte zwanzig Minuten durch Michael Bradley für die Vorentscheidung. »Wir wollten den Sieg unbedingt. In der zweiten Halbzeit haben wir richtig guten Fußball gespielt, haben nicht viel zugelassen und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht«, analysierte Marx.

Letzte Zweifel, dass die Borussen die Domstadt nicht als Sieger vom Platz verlassen, räumte Igor de Camargo sieben Minuten vor Ende aus dem Weg. Der belgische Nationalspieler traf nach einem schönen Konter zum 3:0. Seine bisher beste Saisonleistung krönte Raúl Bobadilla mit seinem zweiten Treffer in der Schlussminute, worüber sich seine Mannschaftskollegen freuten. »Ich freue mich unheimlich für Raúl. Er hat eine riesen Qualität«, freute sich Levels für den bulligen Stürmer genauso wie Max Eberl. »Raul hat heute ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht«.

Auf der anderen Seite war Borussias Sportdirektor dennoch weit davon entfernt, allzu euphorisch zu sein. »Raúl hat zwei Tore gemacht, aber trotzdem bin ich davor gefeit, zu hoch zu jubeln«, mahnte Eberl und ergänzte: »Er hat oft schon angedeutet, was er kann. Er hat heute das abgerufen, was in ihm steckt. Es war sein Spiel und es war sein ‚Super-Classico‘, wie er sagt. Das muss auch in den nächsten Wochen so kommen. Dann haben wir den Stürmer geholt, den wir uns vorgestellt haben«.

Vorgestellt bzw. gewünscht hatten sich die Borussen sicherlich auch einen solchen Tag. Nach neun sieglosen Spielen den langersehnten Dreier und das dazu noch beim Rivalen in Köln. Nach 90 Minuten hatte dieser Sieg Bestand und die Borussen waren erleichtert.

»Was gibt es Schöneres, als in Köln zu gewinnen? Auch in meiner Karriere gehört dieser Sieg zu den schönsten«, sagte Thorben Marx. »Heute ist ein wunderschöner Tag. Den Sieg kann man gar nicht in Worte fassen. Wir sind alle super glücklich und freuen uns, dass wir nach so langer Zeit wieder gewonnen haben«, viel auch Marco Reus ein Stein vom Herzen.

Stets mit Leidenschaft und unermüdlichen Einsatz bei der Sache ist Ur-Borusse Tobias Levels. »Das waren in einer sportlich schwierigen Situation drei sehr wichtige Punkte. Dann kommt dazu, dass es in Köln war. Wenn man nach 90 Minuten als Gladbacher dann 4:0 auf der Anzeigetafel sieht, dann ist das sensationell geil und für mich persönlich kaum zu beschreiben. Was wir heute abgeliefert haben, war sensationell«, freute sich der 23-Jährige ganz besonders über den Sieg beim ewigen Rivalen.

Dazu noch ein Sieg, bei dem man nach langer Zeit ohne Gegentor blieb. »Wir haben in dieser Saison sehr, sehr viele Gegentore bekommen und wenn du dann zu null spielst, dann zeigt das uns, dass wir es auch anders können. Das ist natürlich auch für unsere Köpfe sehr wichtig«, weiß Thorben Marx.

Dennoch ist die Tabellensituation nach wie vor nicht allzu rosig, denn der VfL bleibt auch nach dem Sieg auf einem Abstiegsplatz, wenngleich die Situation mit dem Sieg verbessert werden konnte. »Es ist ein wunderschöner Tag für uns. Diese Punkte waren ganz wichtig für uns. Wir haben drei Punkte mitgenommen und die Tabellensituation hat sich ein bisschen entspannt«, stellte Christofer Heimeroth fest.

»Wir sollen uns freuen und feiern, aber wir haben jetzt ein Zwischenziel erreicht. Wir sind zufrieden, aber es sind auch nur drei Punkte. Wir haben nichts geschafft, denn wir haben davor einiges liegen lassen und jetzt was gut gemacht. Es war ein Schritt, aber auch nicht mehr«, gab Max Eberl zu bedenken.

So gilt es nun, den Sieg in den kommenden Wochen weiter zu vergolden und den Schwung vom Derbysieg mitzunehmen. »Wenn’s in der letzen Zeit einen Knoten gegeben hat, dann muss er heute geplatzt sein. Wenn man 4:0 in Köln gewinnt, dann muss das einen riesen Schub geben«, hofft Tobias Levels. »Wir stehen nicht zurecht da unten, was unser Leistungspotenzial angeht. Das müssen wir in den nächsten Wochen einfach weiter zeigen«.

Am besten schon am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den 1.FSV Mainz 05. Auch Tobias Levels weiß, dass weiter Punkte von Nöten sind, um sich von der Gefahrenzone zu entfernen. »Wir müssen da anknüpfen und bis zum Winter die Punkte holen die wir brauchen, um ein ruhiges Fest zu haben. Wir haben 4:0 in Köln gewonnen und wir haben gezeigt, dass es geht wenn die ganze Mannschaft mitmacht…«.


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