10.Spieltag: 1.FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach 3:0 (0:0)
Mit 3:0 verliert Borussia Mönchengladbach beim 1.FC Kaiserslautern, kassierte somit bereits die sechste Saisonniederlage und rutscht nach einer gerade in der Offensive harmlosen Vorstellung an das Tabellenende. Vor 49.167 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion auf dem Lauterer Betzenberg erzielten Christian Tiffert, Adam Nemec und Srđan Lakić die Tore für die Hausherren.
Borussias Trainer Michael Frontzeck musste im Spiel auf dem Betzenberg wieder auf Juan Arango verzichten. Der Venezolaner war für den DFB-Pokal spielberechtigt, muss in der Bundesliga aufgrund seiner Rotsperre in Hoffenheim jedoch noch drei Spiele pausieren.
Weiter stand Innenverteidiger Roel Brouwers nicht zur Verfügung. Der Belgier hatte sich im Abschlusstraining zum Pokalspiel gegen die Bayer-Elf das Knie verdreht, eine genaue Diagnose der Verletzung ist bis dato allerdings noch nicht bekannt.
Aus disziplinarischen Gründen machte Raúl Bobadilla die Reise in die Pfalz nicht mit. Der Argentinier hatte nach seiner geforderten Auswechslung Michael Frontzeck und Igor de Camargo den Handschlag verweigert und war schnurstracks in die Kabine gerannt. Daraufhin strich ihn Frontzeck für ein Spiel aus dem Kader.
Im Gegensatz zum vergangenen Mittwoch neu in der Startelf waren Patrick Herrmann und Igor de Camargo. Im gewohnten 4-4-2 System rückte Herrmann auf die rechte Mittelfeldseite, während Marco Reus auf die linke Seite wechselte. Mo Idrissou agierte anstelle von Bobadilla als einzige Sturmspitze und de Camargo als ‚Schattenstürmer‘ dahinter. Zudem rückten mit Fabian Bäcker und Elias Kachunga wieder zwei offensive Alternativen in das Aufgebot.
Auf dem nicht ganz ausverkauften ‚Betze‘ gingen beide Mannschaften recht verhalten in die Partie. Borussia Mönchengladbach war in den ersten Minuten bedacht, sich zunächst gut zu organisieren, agierte abwartend und lauerte auf Konter. Die Hausherren versuchten im eigenen Stadion das Spiel zu machen, konnten sich durch die gut gegen Ball arbeitenden „Fohlen“ jedoch nicht zwingend in Szene setzten. Torraumszenen gab es so in der Anfangsphase nicht zu verzeichnen.
Für den VfL gab Thorben Marx den ersten Warnschuss ab. In gut 25 Metern fiel dem 29-Jähigen das Spielgerät vor die Füße und zog sofort ab. Der Lauterer Torhüter Tobias Sippel hatte mit dem sehr strammen Schuss zwar seine Probleme, konnte ihn aber letztlich im Nachfassen unter Kontrolle bringen (07.). Auf der Gegenseite verpasste Srđan Lakić nach Flanke von Pierre de Wit in der Mitte nur um Haaresbreite (11.).
Beide Mannschaften agierten auch in der Folgezeit eher abwartend, doch nach gut einer Viertelstunde erhöhten die Pfälzer die Schlagzahl und kamen zu Möglichkeiten. Nach einem Freistoß von Christian Tiffert aus dem linken Mittelfeld hoch in die Strafraummitte unterschätzte Christofer Heimeroth im Herauslaufen den Ball, konnte diesen jedoch gerade noch mit der Faust über die Torlatte lenken. Nach der anschließenden Ecke kam Jan Morávek im Strafraum in halbrechter Position zum Abschluss und setzte seinen Schuss nur wenige Meter am langen Pfosten vorbei (16.).
Auch die nächste Möglichkeit war den präsenteren und agileren Hausherren vorbehalten. Jiří Bílek zog aus etwa 23 Metern ab, doch Christofer Heimeroth zeigte sich hellwach und wehrte den Ball mit den Fäusten zur Seite ab (18.). Der 1.FC Kaiserslautern zeigte sich in der Phase weiter aktiver, hatte mehr Ballbesitz und erarbeitete sich so weitere Tormöglichkeiten. So auch in Minute 27, als Christian Tiffert nach einem Eckball von der linken Seite am langen Pfosten zum Schuss gekommen war.
Patrick Herrmann lenkte diesen aus kurzer Distanz noch mit Glück an die Querlatte. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Zwei Minuten später kam Ilijan Mizanski aus halbrechter Position am Strafraumrand zum Abschluss, doch Christofer Heimeroth stand gut und konnte den Schuss so entschärfen (29.).
Die Elf vom Niederrhein, die eine gute Startphase hatte, stand bis dato im Defensivverbund zwar gut geordnet, agierte jedoch insgesamt viel zu passiv und fand offensiv gar nicht statt. Vornehmlich stand auf dem Programm, ohne Gegentor zu bleiben. Bei eigenem Ballbesitz zeigte man sich im Aufbauspiel zu hektisch, so dass wenig gradlinige Konter gelangen. Torraumszenen hatte der VfL somit nicht zu verzeichnen.
Auf der anderen Seite verpuffte der Offensivdrang der „roten Teufel“ im weiteren Verlauf. Lautern, zeigte sich im Gegensatz zum Mittelabschnitt der ersten Halbzeit nicht mehr so zielstrebig, so dass sich die bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt eher mäßige Partie bis zum Pausenpfiff eher im Mittelfeld abspielte. Da es der FCK bei 60% Ballbesitz und 7:0 Ecken zudem versäumte, das Übergewicht in Zählbares umzumünzen, ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Unverändert blieb auch zunächst das Geschehen auf dem Rasen. Sowohl Lautern als auch Gladbach begannen verhalten und zeigten sich dementsprechend selten vor beiden Toren. Doch sechs Minuten nach Wiederanpfiff hätten die „Fohlen“ in Führung gehen müssen.
Mo Idrissou gewann zunächst im Mittelfeld den Ball, diesen eroberte Igor de Camargo im Anschluss und spielte auf Marco Reus. Der Youngster scheiterte mit seinem Schuss zunächst am Lauterer Torhüter Sippel, der Abpraller fiel den im Strafraum lauernden Mo Idrissou vor die Füße, doch der Kameruner traf den Ball nicht richtig, so dass die „Torfabrik“ den Weg nicht in das leere Tor fand, sondern am langen Pfosten vorbei trudelte (50.). Zwei Minuten später brachte ein durch Marco Reus hereingebrachter Eckstoß nichts ein (52.).
Die Borussia gestaltete die Partie zu der Phase zwar offener und zeigte sich auch deutlich aktiver als noch in den ersten 45 Minuten, zwingende Torgelegenheiten sprangen bei den wenig kreativen Bemühungen jedoch nicht heraus. Da auch der 1.FC Kaiserslautern offensiv wenig Nadelstiche setzten konnte, plätscherte das Spiel in der Phase ohne nennenswerte Höhepunkte mehr oder weniger so dahin.
Bis neunzehn Minuten vor Schluss. Filip Daems köpfte eine Lauterer Hereingabe am Strafraumrand genau in die Füße von Christian Tiffert, der den Ball gegen Michael Bradley behauptet, sofort abzieht und die „Torfabrik“ mit einem perfekten Schuss aus rund 25 Metern unhaltbar für Christofer Heimeroth in das linke obere Eck zum 1:0 für den FCK in die Maschen brachte (71.). Die Borussia kassierte somit bereits im 14. Spiel hintereinander ein Gegentor.
Drei Minuten später stellte Michael Bradley den Lauterer Torhüter mit seinem Distanzschuss aus etwa 25 Metern vor keine allzu schwere Aufgabe (74.). Michael Frontzeck reagierte und brachte mit Elias Kachunga für Patrick Herrmann eine frische Offensivkraft (76.). Den „Fohlen“ fehlten jedoch weiterhin die Mittel und die Ideen, um die „roten Teufel“ in Verlegenheit zu bringen und unter Druck zu setzten.
Anders der FCK, der in der Schlussphase letzte Zweifel aus dem Weg räumte, in dem Spiel nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Sieben Minuten vor Ende der Partie brachte der eingewechselte Adam Nemec die Pfälzer endgültig auf die Gewinnerstraße. Alexander Bugera setzte den Slowaken mit einem Pass in den Lauf in Szene, Bamba Anderson zeigte sich nur als Begleiter, so dass Nemec aus etwa siebzehn Metern abziehen konnte und die „Torfabrik“ ins linke untere Eck zum 2:0 in die Maschen setzte (83.).
Damit war die Partie zu Ungunsten des VfL gelaufen. Die Borussia agierte im Offensivspiel insgesamt fiel zu passiv und zu harmlos. Einzig Mo Idrissou hatte wenige Minuten nach dem Seitenwechsel die größte Chance für den VfL, vergab aber kläglich.
Zwei Minuten vor Ende der Partie sorgte Srđan Lakić mit seinem Treffer zum 3:0 für den bis dato 30.Gegenteffer für die Gladbacher Borussia. Jan Morávek brachte seine Flanke in die Strafraummitte, wo Filip Daems den Ball zum Lauterer Torjäger durchlässt. Lakić stand nun am 16er völlig blank und vollendete kaltschnäuzig (88.). Auch hier war Christofer Heimeroth ohne Abwehrchance.
Das sollte der Schlusspunkt unter die Partie sein, in der sich Borussia Mönchengladbach gerade auch im Offensivspiel erschreckend schwach präsentierte und sich Abwehrpatzer leistete. Unter dem Strich steht eine weitere Niederlage gegen einen vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe und man übernimmt somit die rote Laterne in der Bundesliga. Es wird gerade aufgrund der weiteren Aufgaben mehr und mehr ungemütlich rund um den Borussia-Park...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
1.FC Kaiserslautern: Sippel - Kirch, Amedick, Abel, Bugera - Bílek - Tiffert, de Wit (86. Walch) - Morávek (90. Hoffer), - Lakić, Mizanski (62. Nemec)
Weiter im Kader: Trapp (ETW), Jessen, Petsos, B. Schulz
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Marx, Bradley - Reus, Herrmann (75. Kachunga) - de Camargo, Idrissou
Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Stuckmann, Wissing, Meeuwis, Neustädter, Bäcker
Tore: 1:0 Tiffert (71.), 2:0 Nemec (83.), 3:0 Lakić (88.)
Gelbe Karten: Mizanski, Morávek / Marx
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)





