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Borussia siegt nach Elfmeterschießen und steht im Achtelfinale

2.Runde DFB-Pokal: Borussia Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen 6:5 n.E.

Mit 6:5 nach Elfmeterschießen gewinnt Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen und zieht somit in das Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Vor 34.517 Zuschauern im Borussia-Park war es zunächst Eren Derdiyok, der die Gäste in der ersten Halbzeit der Nachspielzeit in Front brachte, ehe Mo Idrissou nur zwei Minuten später den Rückstand egalisierte. Im Elfmeterschießen verwandelten alle Borussen sicher, während Christofer Heimeroth den Elfmeter von Patrick Helmes und hielt und somit für das verdiente Weiterkommen sorgte.

Im Pokalspiel gegen die Bayer-Elf nahm Borussias Trainer Michael Frontzeck im Vergleich zur Punktspielniederlage gegen Werder Bremen drei Änderungen in der Startelf vor. Für den bekanntlich eine Woche pausierenden Logan Bailly hütete Christofer Heimeroth das Tor, während Nachwuchstorhüter Marc-André ter Stegen als zweiter Mann auf der Bank Platz nahm.

Nach ihren abgesessenen Rotsperren standen Roel Brouwers und Sebastian Schachten wieder zur Verfügung. Während sich der Belgier im Abschlusstraining das Knie verdrehte und omit nicht im Aufgebot stand, so lief letzterer wieder von Beginn an auf. Der 25-Jährige besetzte in der Abwehrkette wie auch zuletzt die linke Seite. Jens Wissing musste so der Startformation weichen und auf der Bank Platz nehmen.

Gleiches traf auch auf Igor de Camargo zu. Für den Brasilianer mit belgischem Pass lief Juan Arango im linken, Mo Idrissou dagegen im rechten Mittelfeld auf. Juan Arango, in der Bundesliga noch drei Spiele gesperrt, ist für den DFB-Pokal berechtigt. Die Rolle als „Schattenstürmer“ hinter der Sturmspitze Raúl Bobadilla übernahm Marco Reus. Für Schachten und Arango mussten die Youngster Fabian Bäcker und Elias Kachunga dem 18er-Kader weichen.

Unter den Augen des Ex-Borussen und derzeitigen Schalkers Peer Kluge war es die Fohlen-Elf, die von Beginn an nach vorne galoppierte und bereits nach wenigen Minuten durchaus hätte in Führung gehen können. Zunächst scheiterte Marco Reus nach schönem Zuspiel von Sebastian Schachten, der auf links durchgebrochen war, aus kurzer Distanz am zur Ecke klärenden Leverkusener Torhüter René Adler (02.), ehe Mo Idrissou nach Zuspiel von Thorben Marx mit einem versuchten Übersteiger im Schlussmann der Werks-Elf seinen Meister fand (06.).

Drei Minuten später gab die Truppe von Jupp Heynckes den ersten Warnschuss ab, doch Michal Kadlec drosch die „Torfabrik“ aus etwa zwanzig Metern über das rechte Toreck (09.). Die nächste Gelegenheit war wieder den Gastgebern überlassen. Raúl Bobadilla setzte seinen Schlenzer nach Vorarbeit nach Juan Arango aus etwa siebzehn Metern jedoch flach am rechten Pfosten vorbei (10.).

Borussia Mönchengladbach begann schwungvoll,  war mehr als gut in der Partie und erspielte sich hochkarätige Torgelegenheiten. So auch nach gut einer Viertelstunde, als wiederum Raúl Bobadilla in Strafraumnähe zur Stelle war, mit seinem Abschluss René Adler jedoch vor keine allzu schwere Aufgabe stellte (17.). Fünf Minuten später war es erneut der Argentinier, der nach einem erneut zügig nach vorne getragenem Angriff über Marco Reus für die Führung hätte sorgen können - wenn nicht müssen - , doch abermals war der Leverkusener Torhüter zur Stelle und begrub das Leder unter sich (22.).

Die Großchance für den VfL, denn der Argentinier stand alleine vor Alder und hätte das Leder lediglich einschieben müssen. Die Borussia hatte das Geschehen im Griff, zeigte sich bis dato gut organisiert und im Defensivverbund kompakt, so dass der Gast aus Leverkusen wenig Nadelstiche setzten konnte. Doch anzukreiden war den „Fohlen“ bis dahin die mangelnde Chancenverwertung.

Beinahe hätte sich dies gerächt, doch Christofer Heimeroth war auf dem Posten und parierte den Kopfball von Patrick Helmes mit einem starken Reflex zur anschließend nichts einbringenden Ecke (32.). Zwei Minuten später hätte Sebastian Schachten beinahe seinen eigenen Torhüter mit einem abgefälschten Schuss überlistet, doch Christofer Heimeroth reagierte glänzend und lenkte die „Torfabrik“ über die Querlatte zur Ecke für die Bayer-Elf, die nicht zum Erfolg führen sollte (34.).

Bayer Leverkusen fand gerade zu Beginn gerade offensiv nicht statt, war nun zwar besser in der Partie und hatte mehr Ballbesitz, konnte jedoch die defensiv gut stehenden Gastgeber in keine große Verlegenheit bringen. So ging es mit einem gerade für die Bayer-Elf nach 45 Minuten mehr als schmeichelhaften torlosen Unentschieden in die Kabinen. Borussia erarbeitete sich gegen eine nicht gänzlich sattelfeste Bayer-Abwehr zahlreiche Großchancen und versäumte es, daraus Kapital zu schlagen.

Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Unverändert auch die Tatsache, dass die Gäste auch nach dem Wiederanpfiff versuchten, die Initiative zu ergreifen und den Weg vor das Tor der Borussia suchten. Erstmals gelang dies halbwegs nach fünf Minuten, doch Eren Derdiyok setzte seinen Schuss aus etwa siebzehn Metern jedoch am rechten Pfosten vorbei (50.).

In der Folgezeit übernahm wieder die sich gut präsentierende Gladbacher Borussia das Kommando. Mo Idrissou setzte sich auf der rechten Seite durch und brachte eine hohe Flanke auf Höhe des Elfmeterpunktes wo sich Marco Reus am höchsten schraubt. Dich erneut war der starke René Adler zur Stelle und fischte das Leder aus dem rechten Eck. Der anschließende Eckstoß brachte nichts ein (53.).

Borussia zeigte sich in dem fair geführten und nun ausgeglichenen Pokalspiel weiter engagiert und suchte mit schnellem Spiel den Weg vor das Leverkusener Tor. Dabei ergaben sich zunächst Möglichkeiten nach Standardsituationen, wobei ein Freistoß von Juan Arango (57.) und zwei durch den Venezolaner hereingebrachte Eckstöße (58., 59.) nichts einbrachten.

Drei Minuten später hatte Bayer Leverkusen nach einer Standardsituation die große Möglichkeit, sich in Führung zu bringen, doch Patrick Helmes vergab vom Elfmeterpunkt und setzte das Leder neben den rechten Pfosten, nach dem Schiedsrichter Wolfang Stark nach einem strittigen Foulspiel von Filip Daems an Helmes auf den Punkt zeigte (63.).

Nahezu im Gegenzug zeigte sich wieder die Borussia. Michael Bradley zog aus etwa achtzehn Metern ab, doch sein Schuss flog recht deutlich am Tor vorbei (64.). Es war ein munteres und gerade auch aufgrund des Spielstandes spannendes Pokalspiel, bei dem die Gäste aus Leverkusen die nächsten Möglichkeiten kreierten. Zunächst scheitert Eren Derdiyok am zur Ecke klärenden Christofer Heimeroth, ehe Manuel Friedrich seinen Kopfball im Anschluss über das Tor köpfte (69.).

Zwei Minuten später nahm Michael Frontzeck den ersten Wechsel und brachte Igor de Camargo für Raúl Bobadilla, der zuvor seine Auswechslung signalisiert hatte und Schnurrstracks in die Kabine eilte (71.). So langsam ging es in die Schlussphase. Leverkusen hatte mehr Ballbesitz, Borussia beschränkte sich größtenteils auf die Defensivarbeit und ließ dabei gut stehend auch keine zwingende Torchance zu.

So blieb es auch nach 90 Minuten torlos, so dass es einen 30-minütigen „Nachschlag“ gab. Nach einer kurzen Pause schickten beide Trainer ihre Mannschaften zur Verlängerung unverändert auf das Spielfeld.

Beide Mannschaften agierten zu Beginn der Verlängerung recht verhalten. Das Geschehen spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab, so dass Torraumszenen Mangelware blieben. Den einzigen Warnschuss gab kurz vor seiner Auswechslung Hanno Balitsch ab, zirkelte seinen Schuss aus halblinker Position aber einige Meter über den rechten Torwinkel (96.). Zwei Minuten vor Ende des ersten Durchgangs setzte sich die kräftemäßig frischer zu scheinende Borussia in Form von Igor de Camargo in Szene. Der Schuss des belgischen Nationalspielers aus etwa siebzehn Metern konnte Adler jedoch sicher unter sich begraben (103.).

So blieb es auch nach bis dato 105 gespielten Minuten bei dem torlosen Unentschieden, bei dem Jupp Heynckes mittlerweile sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte. Nun sollte es ein spannendes Pokalspiel werden. Nach dem erneuten Wechsel erwischte zunächst die Werks-Elf einen Blitzstart und brachte sich zwei Minuten nach Wiederanpfiff mit 0:1 in Front.

Der zuvor eingewechselte Nicolai Jörgensen wurde auf der linken Seite nicht konsequent angegriffen und spielte auf den in der Mitte sträflich allein gelassenen Eren Derdiyok. Der Schweizer Nationalspieler hat aus elf Metern wenig Mühe und drückte das Leder durch die Beine von Christofer Heimeroth in die Maschen (107.).

Doch die Borussia zeigte sich keineswegs geschockt, sondern bewies Moral und schlug nur zwei Minuten später zurück. Mo Idrissou war auch nach bis dato 109 gespielten Minuten hellwach, setzte sich nach einer verunglückten Kopfballabwehr des Leverkusener Daniel Schwaab im Luftkampf gegen Manuel Friedrich durch und netzte im Anschluss mit links aus etwa dreizehn Metern zum umjubelten 1:1-Ausgleich ein (109.).

Borussia wollte nun mehr und hätte nur zwei Minuten später wohl für die Entscheidung sorgen können. Igor de Camargo lief nach einem Traumpass von Marco Reus alleine auf René Adler, schoss diesem zwar durch die Beine, doch das Leder knallte an die Latte (111.). So endete auch die Verlängerung Unentschieden, was das Elfmeterschießen zur Folge hatte.

Kapitän Filip Daems hatte die Seitenwahl gewonnen, so dass das Elfmeterschießen in der Gladbacher Nordkurve durchgeführt wurde. Es sollte ein spannender Elfmeterkrimi folgen. Zunächst verwandelten nach der Reihe Arturo Vidal, Thorben Marx, Simon Rolfes und Igor de Camargo sicher, ehe Christofer Heimeroth auch im zweiten Elfmeter Sieger gegen Patrick Helmes blieb. Hatte der Stürmer noch den ersten in der 63. Minute verschossen, so scheiterte er nun mit seinem Schuss vom Punkt am gut aufgelegten 29-Jährigen.

Die folgenden Elfmeter verwandelten Mo Idrissou, Eren Derdiyok, Michael Bradley, Michal Kadlec und auch Gladbachs entscheidender Schütze Filip Daems sicher, so dass am Ende der 6:5-Sieg für Borussia Mönchengladbach feststand - der Borussia-Park stand Kopf und wohl nicht nur die Fans waren erleichtert. Es war ein spannender und langer Pokalabend, den die Borussia am Ende als Sieger beenden und sich in der Nordkurve mit der HUMBA von Christofer Heimeroth feiern lassen konnte. Borussia konnte sich endlich wieder belohnen. Hoffentlich eine Initialzündung für die kommenden Wochen...

An der Auslosung zum Achtelfinale des DFB-Pokals am kommenden Sonntag in der ARD-Sportschau nimmt die Borussia erstmals seit sechs Jahren teil.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Marx, Bradley - Idrissou, Arango - Reus, Bobadilla (71. de Camargo)

Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Stuckmann, Wissing, Herrmann, Meeuwis, Neustädter

Bayer 04 Leverkusen: Adler - Schwaab, M. Friedrich, Reinartz, Kadlec - L. Bender (100. Rolfes), Vidal - Barnetta (103. Sam), Balitsch (100. Jörgensen) - Derdiyok, Helmes

Weiter im Kader: Giefer (ETW), Haitz, Kaplan, Reinartz

Tore: 0:1 Derdiyok (107.), 1:1 Idrissou (109.)

Gelbe Karten: Reus / Vidal, Helmes

Bes. Vorkommnisse: Patrick Helmes verschießt Foulelfmeter (63.)

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)


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