9.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - SV Werder Bremen 1:4 (0:2)
Mit 1:4 unterliegt Borussia Mönchengladbach dem SV Werder Bremen, wartet somit weiter auf den ersten Heimsieg, und rutscht damit immer tiefer in den Tabellenkeller. Vor 53.511 Zuschauern im nahezu ausverkauften Borussia-Park waren es auch zwei frühe Gegentreffer, die die „Fohlen“ auf die Verliererstraße brachten.
Gegen die Hanseaten standen Borussias Trainer Michael Frontzeck bekanntlich acht seiner Spieler nicht zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass der 46-Jährige seine Startformation im Gegensatz zur 3:2-Niederlage auf zwei Positionen umstellen musste, da Sebastian Schachten und Juan Arango nach ihren roten Karten nicht zur Verfügung standen.
Während Jens Wissing für den gesperrten Sebastian Schachten in der Viererabwehrkette die linke Seite besetzte, so rückte erstmalig Abwehrspieler Michael Stuckmann von Borussias U23 als weitere Option in das Bundesligaaufgebot. Mo Idrissou agierte wie auch schon im Kraichgau auf der linken und Marco Reus wechselte auf die rechte Mittelfeldseite. Raúl Bobadilla agierte im Sturmzentrum und der erstmals in der Startelf stehende Igor de Camargo agierte im Dreier-Mittelfeld hinter dem Argentinier.
Bei Schmudelwetter in Verbindung mit Nieselregen gingen beide Mannschaften zunächst abwartend in die Partie und tasteten sich im Mittelfeld ab. Einen Blitzstart erwischten dennoch die Gäste aus der Hansestadt Bremen. Michael Bradley brachte auf Höhe der Außenlinie Marko Marin zu Fall. Der Ex-Gladbacher nutzte den anschließenden Freistoß und vollendete mit einem Flachschuss durch Freund und Feind hindurch zur überraschenden 0:1-Führung ins rechte untere Eck (05.).
Mit der frühen Führung bekam Werder Bremen zusätzliche Sicherheit, während der VfL weiterhin gerade im Angriffsspiel wenig Akzente setzten konnte und den Hanseaten auch im Mittelfeld zu viel Raum bot. Diesen nutze die Truppe von Thomas Schaaf eiskalt aus und brachte sich nach gut zehn Minuten nach einem weiteren Angriff mit 0:2 in Front.
Thorben Marx ließ den Bremer Wesley im Mittelfeld den Ball vorantreiben. Der Brasilianer brachte sich im Halbfeld in Schussposition und setzte die „Torfabrik“ unter Mithilfe des unglücklich agierenden Logan Bailly aus etwa siebzehn Metern ins linke untere Eck (11.).
In der Folgezeit ließ es Werder Bremen etwas ruhiger angehen, hielt den Ball in den eigenen Reihen und diktierte gegen sichtlich verunsicherte „Fohlen“ das Geschehen im Borussia-Park. Einzig ein Distanzschuss von Thorben Marx, der nach schöner Ablage von Raúl Bobadilla nur wenige Zentimeter am linken unteren Eck vorbeizielte, sollte in der Anfangsviertelstunde die einzig nennenswerte Möglichkeit bleiben (09.).
Nach gut zwanzig Minuten hatte sich die Borussia von dem Schock des frühen zweifachen Rückstrandes erholt, fand die Ordnung wieder, war fortan besser in der Partie und erspielte sich zahlreiche Torchancen. So auch in Minute 23, als Mo Idrissou aus kurzer Distanz seinen Meister in Sebastian Mielitz fand. Der Bremer Torhüter reagierte glänzend und lenkte das Spielgerät ins Toraus. Nach der anschließenden Ecke von Marco Reus kratzte Torsten Frings den Kopfball von Igor de Camargo von der Torlinie.
Sieben Minuten später hätte Marko Marin wohl für so etwas wie eine Vorentscheidung sorgen können, doch der quirlige 21-Jährige setzte seinen Lupfer über Logan Bailly hinweg aus etwa fünfzehn Metern nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei (30.). Danach war wieder die Borussia an der Reihe, die sich nun erholt hatte und weiter vielversprechende Angriffe fuhr.
Längst hätte der Anschlusstreffer erzielt werden müssen, doch die „Fohlen“ ließen beste Möglichkeiten aus. Zunächst verwehrte Schiedsrichter Günter Perl der Borussia einen klaren Elfmeter, als Sebastian Mielitz Igor de Camargo im Strafraum zu Fall brachte (31.), der Brasilianer mit belgischem Pass nach Flanke von Raúl Bobadilla im Fünfmeterraum eine Fußlänge zu spät kam (36.).
Zwei Minuten später prüfte Mo Idrissou den Bremer Torhüter mit einem satten Schuss aus sieben Metern, den der Bremer Torhüter lediglich nach vorne abwehren kann. Den anschließenden Rebound wusste Igor dem Camargo jedoch nicht zu nutzen (39.). So ging es mit einer 0:2-Führung in die Kabinen. Nach einem Tiefschlaf in den ersten Minuten hatte sich die Borussia mit zunehmender Spieldauer gefangen und sich Torchancen erarbeitet, versäumte es jedoch, diese in Tore umzumünzen.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Feld. Borussia kam gut aus der Kabine und hätte sechs Minuten nach dem Wiedeanpfiff für den Anschlusstreffer sorgen können, doch die „Torfabrik“ wollte an diesem Nachmittag einfach nicht in das Tor. Nach einer Maßflanke von Marco Reus war es Mo Idrissou, der mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz erneut in Sebastian Mielitz seinen Meister fand. Der starke Bremer Torhüter reagierte glänzend und klärte per Fußabwehr auf der Linie (51.).
Macht man auf der einen Seite Tore nicht, so wird dies mitunter bekanntlich auf der andere Seite bestraft… So erfolgte die Quittung und Werder Bremen netzte zum dritten Mal ein. Nach einem schnellen Angriff trieb Aaron Hunt das Leder nach vorne und zog aus etwa siebzehn Metern ab. Den Schlenzer fälschten Filip Daems und Jens Wissing so unglücklich ab, so dass sich der Ball für den hier chancenlosen Logan Bailly zum 0:3 für die Gäste in die Maschen senkte (51.).
Sieben Minuten später tankte sich Igor de Camargo an der Grundlinie durch und flanke in den Fünfmeterraum. Dort war jedoch Mikael Silvestre zur Stelle, der zu Ecke klärte. Diese brachte im Anschluss nichts ein (57.). Borussia bäumte sich zwar noch mal auf, agierte dabei jedoch insgesamt zu harmlos, so dass die Gäste aus der Hansestadt wenig Mühe hatten, dass Geschehen unter Kontrolle zu halten.
Dennoch keimte so etwas wie Hoffnung auf, als sich der gut aufgelegte Bremer Torhüter Sebastian Mielitz 23 Minuten vor Schluss erstmals geschlagen geben musste. Mo Idrissou setzte mit seinem Pass in die Mitte Marco Reus in Szene, der zunächst mit seinem Schuss an Mielitz scheiterte, ehe Per Mertesacker der Abpraller unglücklich zum 1:3 in die eigenen Maschen bugsierte (76.).
Werder Bremen ließ sich jedoch durch das Eigentor nicht verunsichern, sondern schaltete wieder einen Gang höher und kam so zu Möglichkeiten. Zunächst zielte Claudio Pizarro nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei (72.), ehe Logan Bailly eine Minute später mit einem starken Reflex gegen Marko Arnautović aus kurzer Distanz klärte (73.). Zwei Minuten später war der Belgier jedoch machtlos. Nach Flanke von Wesley steht Claudio Pizarro von Bamba Anderson nicht angegangen im Fünfmeterraum sträflich allein gelassen und hämmerte das Leder unter die Torlatte (75.).
Damit war das Spiel endgültig entschieden und Borussia Mönchengladbach und wartet nach dem 2.Spieltag nach wie vor einen Dreier. Nicht nur aufgrund der Jahreszeit wird es rund um den Borussia-Park derzeit immer ungemütlicher. Es wird Zeit, dass Borussia getreu nach dem Motto von Marko Marin nach diesem Samstag wieder gerne gewinnt...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Anderson, Daems, Wissing - Marx, Bradley - Reus, Idrissou - de Camargo (67. Herrmann) - Bobadilla
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Stuckmann, Meeuwis, Neustädter, Bäcker, Kachunga
SV Werder Bremen: Mielitz - Fritz, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Wesley, Frings (82. D. Jensen) - Hunt (68. Bargfrede), Marin - Pizarro (86. Almeida), Arnautović
Weite im Kader: Wiedwald (ETW), Pasanen, Husejinović, Wagner
Tore: 0:1 Marin (05.), 0:2 Wesley (13.), 0:3 Hunt (51.), 1:3 Mertesacker (67., Eigentor), 1:4 Pizarro (75.)
Gelbe Karten: Bradley, Marx / Silvestre, D. Jensen
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)





