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Borussia sieht zweimal Rot und verliert im Kraichgau

8.Spieltag: TSG 1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 3:2 (0:1)

Mit 3:2 unterliegt Borussia Mönchengladbach der TSG 1899 Hoffenheim und bleibt somit auch im sechsten Spiel in Folge ohne Sieg. Zu allem Übel flogen Juan Arango nach einer Tätlichkeit und Sebastian Schachten nach einer Notbremse mit glatt Rot vom Platz. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena erzielten Raúl Bobadilla und Mo Idrissou die Tore für den VfL.

Borussias Trainer Michael Frontzeck musste im Kraichgau seine Mannschaft im Gegensatz zum Remis gegen den VfL Wolfsburg auf einer Position umstellen, da Patrick Herrmann aufgrund einer Bänderüberdehnung mit Muskelquetschung nicht zur Verfügung stand. Für den 19-Jährigen rückte Mo Idrissou in die Startformation.

Während der Kameruner die linke Außenbahn besetzte, so wechselte Juan Arango auf die rechte die Seite. Raúl Bobadilla agierte im Sturmzentrum und Marco Reus agierte im Dreier-Mittelfeld hinter dem  Argentinier.

Fabian Bäcker rückte für Patrick Herrmann in das Aufgebot und nahm auf der Bank Platz. Dort saß zunächst vielleicht doch etwas überraschend auch Igor de Camargo, der gerade im Testspiel beim KRC Genk 70 Minuten mehr als zu überzeugen wusste. Michael Frontzeck hatte jedoch unter der Woche angekündigt, den Belgier mit Rücksicht auf die folgende „englische Woche“ behutsam an die volle Spieldistanz heranführen zu wollen.

Zunächst war es die Gladbacher Borussia, die einen Blitzstart erwischte und bereits nach wenigen Sekunden vielversprechend in der Gefahrenzone der Gäste auftauchte. Marco Reus setzte mit einem Pass von der linken Seite Raúl Bobadilla, doch der Argentinier kam an der Strafraumgrenze einen Schritt zu spät, so dass Tom Starke das Spielgerät unter Kontrolle bringen konnte (01.).

Die TSG 1899 Hoffenheim kam ebenso gut in die Partie und gab nach drei Minuten den ersten Warnschuss ab. Peniel Mlapa zog aus 25 Metern ansatzlos ab und zwang Logan Bailly zu einer Faustabwehr, die zur ersten Ecke für die Hausherren führte. Die brachte im Anschluss nichts ein. Zwei Minuten später ein erneuter Fernschuss, den Sebastian Rudy aus etwa zwanzig Metern nur wenige Meter am linken Pfosten vorbei setzte (05.).

Auch die nächste Chance gehörte der TSG, wobei der VfL diese Möglichkeit einleitete. Filip Daems unterlief im Spielaufbau ein schlimmer Fehlpass. Sebastian Rudy reagierte am schnellsten und setzte auf Höhe der Strafraumlinie Peniel Mlapa in Szene. Der 19-Jährige Stürmer fand jedoch im Eins-gegen-Eins in Torhüter Logan Bailly seinen Meister. Der Torhüter der Gladbacher reagierte mit einer tollen Fußabwehr (09.).

Borussia Mönchengladbach stand bis dato gut organisiert und sicher im Defensivverbund, ließ wenig zu und lauerte auf Konter. Nach einem solchen zügig nach vorne getragenen brachte sich der VfL nach gut zehn Minuten in Front. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß in der eigenen Hälfte setzte Michael Bradley mit einem langen Ball Marco Reus auf der linken Seite in Szene. Seinen Querpass nahm Raúl Bobadilla noch kurz mit der Brust an und lupfte die „Torfabrik“ aus kurzer Distanz gekonnt über Tom Starke hinweg zur 0:1-Führung in die Maschen. Das erste Saisontor des Argentiniers (12.).

Mit der Führung im Rücken bot die Truppe von Michael Frontzeck den Gastgebern im Kraichgau auch in der Folgezeit wenig Raum zur Entfaltung. Die TSG Hoffenheim hatte zwar mehr Ballbesitz zu verzeichnen, hatte jedoch gerade im Mittelfeld wenige Ideen, um die gute Ordnung der „Fohlen“ in Bedrängnis zu bringen. Der VfL stand weiterhin sehr gut, machte die Räume eng  und versuchte mit schnellen Kontern Nadelstiche zu setzten. Zunächst setzte Sebastian Schachten seinen Schuss aus der zweiten Reihe über den Querbalken (17.), ehe ein Eckstoß von Marco Reus nicht zum gewünschten Erfolg führte (24.).

Die an sehnlich spielende TSG Hoffenheim, mit mehr Ballbesitz ausgestattet, leistete sich über weite Strecken der ersten Halbzeit Fehler im Spielaufbau und fand zudem weiterhin keine Mittel, die gut organisierte Borussia unter Druck zu setzten. Gerade auch Sebastian Schachten hatte mit seiner abgeklärten Leistung auf seiner Seite Anteil daran, dass Logan Bailly vor keine schwere Prüfung gestellt wurde.

Somit lag die Elf vom Niederrhein nicht nur bei den Toren, sondern auch bei den Eckstößen in Front. Da drei dieser jedoch nicht zum Torerfolg führen sollten (32., 38., 42.), ging es nach 45 Minuten mit einer verdienten 1:0-Führung für die Borussia in die Kabinen.

Während Michael Frontzeck seine Mannschaft zum zweiten Durchgang unverändert auf das Spielfeld schickte, so nahm Ralf Rangnick einen Wechsel vor. Für Vedad Ibišević kam Boris Vukčević in die Partie. Anders als zu Beginn des Spiels erwischte die TSG Hoffenheim einen Blitzstart. Gerade einmal 31 Sekunden waren gespielt, als die „Torfabrik“ im Tor der Borussia zappelte.

Der eingewechselte Boris Vukčević gewann nach dem Anstoß den Ball und setzte sofort Peniel Mlapa auf der linken Außenbahn ein. Der Stürmer ließ Filip Daems im Laufduell keine Chance und setzte Demba Ba im Strafraum in Szene. Der Senegalese rutschte in die Flanke, ließ die Gladbacher Tobias Levels und Bamba Anderson stehen, und drückte das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 1:1 über die Linie (46.).

Mit dem frühen Ausgleich im Rücken waren die Hausherren nun besser im Spiel und suchten weiter den Zug vor das Tor der Borussia. Dabei hatte der VfL Glück, dass er nicht bereits sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff in Rückstand lag. Andreas Beck zog aus rund 22 Metern trocken ab und setzte seinen Schuss unter die Torlatte, von wo aus der Ball wieder in das Spielfeld flog. Logan Bailly sah bei dieser Aktion alles andere als gut aus.

Borussia Mönchengladbach hatte die gute Ordnung der ersten 45 Minuten verloren, stand viel zu weit von den Gegenspielern weg und gab das Spiel mehr und mehr aus der Hand. Die TSG Hoffenheim hingegen war nun hellwach und ging bissig in die Zweikämpfe. Nach einem solchen ließ sich Juan Arango zu einer Tätlichkeit hinreißen.

Der Venezolaner wurde von Sejad Salihović hart attackiert und im Anschluss zu Fall gebracht. Am Boden liegend revanchierte sich Arango mit einem Tritt. Eine völlig unnötige und unbeherrschte Aktion, die die berechtigte rote Karte zur Folge hatte (62.). Der Venezolaner hatte den "Fohlen", denen im weiteren Verlauf nichts mehr gelang, mit dieser dummen Aktion einen Bärendienst erwiesen.

Fortan agierten die „Fohlen“ also in Unterzahl und mussten zu allem Übel fünf Minuten später den zweiten Gegentreffer durch ein Eigentor von Bamba Anderson hinnehmen. Dem Tor ging jedoch ein klares Foulspiel von Demba Ba an dem Brasilianer voraus, welches nicht geahndet wurde. Nach einem von Sejad Salihović scharf hereingebrachten Eckball brachte Demba Ba den Gladbacher Innenverteidiger Bamba Anderson so in Bedrängnis, so dass der Ball vom Kopf des Brasilianers an den hinteren Pfosten und von dort hinter die Torlinie zum 2:1 für die TSG Hoffenheim springt (67.).

Damit war das Spiel gedreht und die Hausherren dorminierten in der Folgezeit die Partie, in der die Borussia nicht mehr zu ihrer Ordnung fand und offensiv keine Nadelstiche setzten konnte. Hoffenheim hatte das Geschehen im Griff und räumte acht Minuten vor dem Ende letzte Zweifel aus dem Weg. Sejad Salihović traf vom Elfmeterpunkt zum 3:1 in die Maschen, nach dem Sebastian Schachten nach einer Notbremse an Demba Ba die rote Karte gesehen hatte (82.).

Die Einwechslungen von Igor de Camargo und Elias Kachunga hatten in der Phase nur noch statistischen Wert (78.). Mo Idrissou brachte die „Fohlen“ zwar in der ersten Minute der Nachspielzeit zwar noch auf 3:2 heran, doch der Treffer sollte lediglich Ergebniskosmetik darstellen. Nach einer guten ersten Hälfte gab Borussia Mönchengladbach das Spiel in der zweiten Hälfte beginnend mit dem frühen Ausgleich aus den Händen, fand in der Folgezeit gegen starke Hoffenheimer nicht mehr in die Partie und steht somit am Ende mit leeren Händen da.

Neben der Niederlage ist zudem besonders bitter, dass bei der doch etwas dünnen Personaldecke Juan Arango und Sebastian Schachten nun wohl mehrere Wochen fehlen werden. Langsam wird es nicht nur punktemäßig, sondern auch personell eng...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

TSG 1899 Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah (85. Jaissle), Compper, Ibtersberger - Rudy, Salihović, Luiz Gustavo - Mlapa (87. Obasi), Ba, Ibišević (46. Vukčević)

Weiter im Kader: Haas (ETW), Eichner, Weis

Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Marx (78. De Camargo), Bradley - Arango, Idrissou, Reus (85. Wissing) - Bobadilla (78. Kachunga)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Meeuwis, Neustädter, Bäcker

Tore: 0:1 Bobadilla (12.), 1:1 Ba (46.), 2:1 Anderson (67., Eigentor), 3:1 Salihović (82., Foulelfmeter), 3:2 Idrissou (90.+1)

Gelbe Karten: Salihović /Idrissou, Levels, Reus

Rote Karten: Juan Arango (62. Tätlichkeit), Sebastian Schachten (81., Notbremse)

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Michael Weiner (Hasede)


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