Testspiel: KRC Genk - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:1)
Borussia Mönchengladbach nutzte wie gewohnt das länderspielfreie Wochenende und trat zum Testspiel beim aktuellen belgischen Tabellenführer KRC Genk an. Nach einer starken Vorstellung von Igor de Camargo und durch die Tore von Roman Neustädter und Raúl Bobadilla ging der Bundesligist nach 90 Minuten als verdienter 2:1-Sieger vom Platz.
In Abwesenheit zahlreicher Nationalspieler und einiger Stammspieler wollte Borussias Trainer dieses Testspiel auch dazu nutzen, um die neuformierte Viererkette einzuspielen. Dieses Vorhaben schlug jedoch fehl, da sich Tobias Levels beim morgendlichen Training den Rücken verrenkt hatte. Einem Einsatz am nächsten Wochenende bei der TSG Hoffenheim steht aller Voraussicht nach aber wohl nichts im Wege. »Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wir wollten kein Risiko eingehen«, erklärte Frontzeck, der so seine Viererkette erneut umstellen musste.
Christofer Heimeroth hütete das Tor, Sebastian Schachten rückte auf die rechte und Jens Wissing auf die linke Abwehrseite. Die Viererabwehrkette komplettierten die Innenverteidiger Bamba Anderson und Kapitän Filip Daems. Während Marcel Meeuwis und Roman Neustädter die „Doppel-6“ bildeten, so besetzten Marco Reus (rechts) und Mo Idrissou (links) die Außenbahnen. Igor de Camargo und Raúl Bobadilla begannen in der Offensive.
In der gerade aufgrund der stattfindenden EM-Qualifikationsspiele (Belgien spielte um 18 Uhr gegen Kasachstan und Deutschland um 20:45 Uhr gegen die Türkei) eher spärlich besetzten Cristal Arena hatte das Spiel bei angenehmen Temperaturen einen ruhigen Beginn. Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab und präsentierten sich im Defensivverbund gut sortiert, sodass Torraumszenen zunächst Mangelware blieben.
Für die Borussia boten sich in den ersten Minuten nach Standardsituation in Form von zwei Eckbällen erste Gelegenheiten. Diese, ausgeführt durch Marco Reus, brachten jedoch nicht den erwünschten Erfolg (05., 08.). Zwei Minuten später gab der KRC Genk den ersten Warnschuss ab. Nach einem Freistoß war es Daniel Töszer, der aus rund achtzehn Metern trocken abzog, doch im glänzend reagierenden Christofer Heimeroth seinen Meister fand. Borussias Keeper lenkte das Spielgerät zur Ecke, die im Anschluss nichts einbrachte (10.).
Es war eine durchaus ansehnliche Partie, in der jedoch auch weiterhin wenige Torraumszenen zu verzeichnen gab, was auch daran lag, dass der Defensivverbund der Borussia sicher stand und so wenig zuließ. Nach einer Viertelstunde war es Raúl Bobadilla, der nach der Ballannahme im Strafraum zu lange zögerte und so hinter in seinen Schuss keinen Druck bringen konnte - der Ball trudelte so am Tor vorbei (15.).
Die „Fohlen“ hatten mittlerweile mehr Spielanteile und erarbeitete sich so Gelegenheiten. Eine davon hatte der agile Igor de Camargo, der seine Direktabnahme nach Eckstoß von Marco Reus jedoch neben das Tor setzte (18.). In der Folgezeit spielte sich das Geschehen ohne nennenswerte Aktionen eher zwischen beiden Strafräumen ab.
Torchancen vom belgischen Tabellenführer waren Fehlanzeige, sodass Christofer Heimeroth am Abend vor seiner Hochzeit einen bis dato ruhigen Abend verbringen konnte. Neun Minuten vor dem Pausenpfiff dann die beste Möglichkeit für die Borussia. Igor de Camargo setzte mit einem tollen Pass aus der Tiefe Marco Reus am Strafraum in Szene. Der Youngster drang in den Strafraum ein, wurde jedoch durch Torhüter Laszlo Köteles zu weit nach außen gedrängt, sodass er aus spitzem Winkel nicht mehr auf das Tor schießen konnte.
Drei Minuten später wurde es etwas hektisch. Nach einem Foul von Raúl Bobadilla an Dimitri Daeseleire handelte sich dieser zunächst die gelbe Karte ein, ehe der Argentinier sich zu einem kleinen Disput hinreißen ließ, der im Anschluss eine Rudelbildung zur Folge hatte (39.).
Doch der Bundesligist ließ sich dadurch nicht beirren und ging vier Minuten vor der Pause nicht gänzlich unverdient mit 1:0 in Führung. Nach Zuspiel von Marco Reus legte Igor de Camargo gekonnt nach hinten auf Roman Neustädter ab, der mit das Leder mit einem tollen Schuss aus etwa zwanzig Metern in den Maschen der Gastgeber versenkte (41.).
Noch vor dem Pausenpfiff hätte die Borussia den Vorsprung ausbauen können, doch der an alter Wirkungsstädte mehr als präsente und stark aufspielende Igor de Camrago hatte nach schöner Flanke von der linken Seite durch Jens Wissing Pech, dass seine tolle Direktabnahme mit der Hacke lediglich an den kurzen Pfosten knallte (44.).
So ging es mit einem knappen, aber durchaus verdienten 1:0-Vorsprung für die Borussia in die Kabine. Während Frank Vercauteren zum zweiten Durchgang zwei Wechsel vornahm, so schickte Michael Frontzeck seine Truppe unverändert auf das Spielfeld.
Die Elf vom Niederrhein legte auch gleich den Vorwärtsgang ein und wollte das zweite Tor. Dieses hätte Raúl Bobadilla vier Minuten nach Wiederanpfiff erzielen können, doch der gute Schuss des Argentiniers konnte zur Ecke geklärt werden (49.). Borussia knüpfte an die guten Leistungen gegen Wolfsburg an und suchte den Zug vor das Tor des belgischen Tabellenführers. Dabei ergaben sich jedoch lediglich einige Halbchancen. Nach einer solchen brachte Mo Idrissou hinter seinen Kopfball nicht den nötigen Druck.
Der KRC Genk spielte zwar gefällig mit, konnte die Borussia dennoch vor keine allzu schweren Aufgaben stellen. Das gerade auch deshalb, weil das gute Innenverteidiger-Duo um Bamba Anderson und Filip Daems nichts anbrennen ließ.Das eigentlich auch nicht nach gut einer Stunde, dennoch sollte der doch überraschende Ausgleich für fallen. Jens Wissing ließ seinen Gegenspieler auf der linken Seite laufen und wollte seinen Fehler im Anschluss wieder gut machen - fälschte die Flanke von Dimitri Daeseleire jedoch so unglücklich ab, sodass diese sich im langen oberen Eck zum 1:1-Ausgleich in die Maschen senkte (61.). Christofer Heimeroth war hier ohne Abwehrchance.
Doch wie auch schon in den letzten beiden Bundesligaspielen ließ sich Borussia Mönchengladbach nicht aus dem Konzept bringen, sondern setzte nach und schlug zurück. Nur drei Minuten nach dem Gegentreffer brachte sich der VfL erneut in Front. Dabei belohnte sich endlich auch der gewohnt rackernde Raúl Bobadilla, der mit Igor de Camargo gut harmonierte, für seinen bisherigen Aufwand.
Nach einem Alleingang brachte der Argentinier das Leder über seinen Gegenspieler hinweg aus etwas fünfzehn Metern im Tor zum 1:2 für die Borussia unter (64.). »Es hat mich für Raul gefreut, dass er getroffen hat. Er hat wieder sehr viel gearbeitet und die eine oder andere Chance gehabt. Es ist schön, dass er das 2:1 gemacht hat«, war Michael Frontzeck mit dem Argentinier zufrieden.
Einige Minuten später war der Auftritt von Igor de Camargo, der an alter Wirkungsstädte eine starke Leistung geboten hatte, beendet. Für den Belgier kam Fabian Bäcker in die Partie. Die handgezählten 41 Borussen honorierten die Leistung des 27-Jährigen nach seiner Auswechslung mit dem verdienten Applaus. In der Schlussviertelstunde verflachte die Partie etwas und das Spielgeschehen spielte sich eher im Mittelfeld ab. Demzufolge blieben nennenswerte Torchancen aus, sodass es am Ende beim verdienten 1:2-Sieg der Borussia bleib. Ein gelungener Test, bei dem der VfL an die guten Leistungen der letzten beiden Punktspiele anschloss.
Der Meinung war auch Sebastian Schachten, der auf der rechen Abwehrseite eine solide Leistung bot und nichts anbrennen ließ. »Es ist gar nicht so einfach, so einen Testspiel auch richtig anzunehmen. Ich denke, das haben wir gut gemacht und haben auch verdient gewonnen«.
»Es war ein gutes Auswärts- und Freundschaftsspiel, was wir sehr ernst genommen haben. Ich denke, dass wir auch in einer anderen Formation an die Leistungen von Schalke und Wolfsburg angeschlossen haben. Wir hatten gute Offensivaktionen und haben unter dem Strich verdient gewonnen«, war Michael Frontzeck zurecht mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
KRC Genk: Köteles - Daeseleire, Joneleit (72. Kis), Hubert (46. Matoukou), Camus - Töszer (46. Grgic), Vanden Borre (81. Njengo) - Lavric (81. Limombe), Buffel (61. Labylle), Barakat (61. Aquino) - Durwael
Weiter im Kader: Lentz (ETW), Croux, Gaethofs
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Schachten, Anderson, Daems, Wissing - Neustädter, Meeuwis - Reus, Idrissou - Bobadilla, de Camargo (70. Bäcker)
Weiter im Kader: Kompalla (ETW), Zimmermann, Bieler, Calis, Janeczek
Tore: 0:1 Neustädter (41.), 1:1 Daeseleire (61.), 1:2 Bobadilla (64.)
Gelbe Karten: Joneleit / Bobadilla
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Christof Virant





