7.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg 1:1 (0:1)
Mit einem 1:1-Remis trennt sich Borussia Mönchengladbach vom VfL Wolfsburg. Die engagierte Borussia bewies dabei gegen eher enttäuschende „Wölfe“ Moral sowie Kampfgeist und hätte einen möglichen Dreier mehr als verdient gehabt. Vor 40.423 Zuschauern im Borussia-Park brachte Thomas Kahlenberg die Gäste zunächst in Führung, ehe Thorben Marx für den verdienten Ausgleich sorgte.
Im Spiel gegen die „Wölfe“ musste Borussias Trainer Michael Frontzeck bekanntlich auf den bis auf weiteres für vier Spiele gesperrten Innenverteidiger Roel Brouwers verzichten, was den 46-Jährigen zu Umbaumaßnahmen im Defensivverbund zwang.
So schickte Michael Frontzeck genau die Viererabwehrkette ins Rennen, die auch schon in den letzten Minuten „Auf Schalke“ den Punkt festhielt. Bamba Anderson und Kapitän Filip Daems bildeten die Innenverteidigung, während Tobias Levels (rechts) und Sebastian Schachten bei seinem Startelfdebüt (links) die Außenpositionen besetzten.
In der Offensive hingegen, standen Borussias Trainer wieder zwei Alternativen zur Verfügung. Mo Idrissou hatte seine Gelbsperre abgesessen und rückte wieder in das Aufgebot. Der Kameruner, für den Fabian Bäcker weichen musste, nahm jedoch zunächst auf der Bank Platz. Zudem rückte Borussias Neuzugang Igor de Camargo nach überstandener Verletzung erstmalig in einen Bundesligakader.
Zumindest auf sein Startelfdebüt in der Bundesliga muss der Belgier allerdings noch warten. So kam Sebastian Schachten für Roel Brouwers in die Partie und Fabian Bäcker musste dem Aufgebot für Mo Idrissou weichen. Weitere Änderungen nahm Michael Frontzeck im Vergleich zur Woche nicht vor.
Borussia Mönchengladbach ging von Beginn an entschlossen zu Werke und fand besser in die Partie. Mit engagiertem Auftreten suchten die „Fohlen“ den Zug vor das Tor der „Wölfe“ und kamen so bereits kurz nach dem Anpfiff zur ersten Gelegenheit. Raúl Bobadilla setzte sich in halbrechter Position durch und zog vom Strafraumrand ab. Im Tor des VfL Wolfsburg zeigte sich Diego Benaglio jedoch sicher und wehrte den guten Schuss zur Seite an (03.).
Drei Minuten später hatte Benaglio nach einem Freistoß von Juan Arango keine große Mühe, das Leder unter Kontrolle zu bringen (06). Die Elf vom Niederrhein nahm auch in der Folgezeit das Heft in die Hand und diktierte das Geschehen im Borussia-Park. Aus einem kompakten Defensivverbund nutzen die „Fohlen“ die sich im Mittelfeld ergebenden Räume und suchten den Weg vor das Tor der Niedersachsen.
Hier blieb es jedoch häufig bei Schüssen aus der zweiten Reihe, da sich die „Wölfe“, die bis dato offensiv nicht stattgefunden hatten, am Strafraum gut sortiert und kompakt präsentierten. Im Vorwärtsgang blieben jedoch die Borussen. Thorben Marx setzte dabei seinen Distanzschuss aus rund 25 Metern über die Querlatte (12.) und Raúl Bobadilla brachte seinen Kopfball nach Ecke von Juan Arango am langen Pfosten stehend nicht im Tor unter (15.).
Zwei Minuten später wurde eine Flanke nach einem schnellen Konter im Strafraum vor dem einschussbereiten Raúl Bobadilla zur bis dato zweiten Ecke für die Borussia ebenso abgewehrt (17.), wie der Schuss von Juan Arango aus der zweiten Reihe (19.). Erst nach gut zwanzig Minuten trat der VfL Wolfsburg erstmals im Strafraum von Gladbach auf. Nach einem Eckball von Diego setzte sich Thomas Kahlenberg im Luftkampf gegen Filip Daems durch und drückte seinen Kopfball nur wenige Zentimeter über das Tor (23.).
Die Borussia hatte es bis dato mehr als ordentlich gemacht, deutlich mehr Spielanteile und Ballbesitz, versäumte es jedoch, aus der Überlegenheit Kapital zu schlagen. Auf der anderen Seite zeigten sich die bis dato eher zurückhaltenden Niedersachsen äußerst effektiv. Einen kleinen Moment war die Gladbacher Hintermannschaft unsortiert und schon klingelte es. Hasebe brachte seine Flanke von der rechten Seite an den langen Pfosten, wo Thomas Kahlenberg nahezu freistehend vor Bamba Anderson an den Ball kommt und die „Torfabrik“ zum 1:0 für die Gäste in den Manschen unterbringt (27.).
Nach dem Rückstand wie aus heiterem Himmel zeigten sich die „Fohlen“ weniger unbeeindruckt und suchten weiter den Zug vor das Tor der Niedersachsen. Dabei scheiterte Marco Reus zunächst an Diego Benaglio (28.), ehe Simon Kjær den Schuss des Youngsters blocken konnte (30.). Sieben Minuten musste Michael Frontzeck den ersten Wechsel vornehmen. Patrick Herrmann blieb nach einem Tackling gegen Edin Džeko mit dem rechten Bein im Rasen hängen und musste ausgewechselt werden. Für den 19-Jährigen kam Mo Idrissou in die Partie (37.).
In den acht Minuten bis zum Pausenpfiff sollte nichts Erwähnenswertes mehr passieren, sodass es mit einer 0:1-Gästeführung in die Kabinen ging. Diese Führung war jedoch mehr als schmeichelhaft, denn Gladbach war im ersten Durchgang die bessere Mannschaft, hatte sich redlich bemüht, wurde aber für den Aufwand leider nicht belohnt.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Und wieder war es die Elf vom Niederrhein, die entschlossen aus der Kabine kam und mit Druck um den Ausgleich bemüht war. Zunächst setzte der präsente Raúl Bobadilla seinen Kopfball nach Zuspiel von Juan Arango aus kurzer Distanz über das Tor (47.), ehe der Argentinier mit seiner Direktabnahme nach Flanke von Marco Reus im Strafraum Mo Idrissou anschoss (49.).
Auch in der Folgezeit galoppierten die „Fohlen“ nach vorne, besaßen die Spielkontrolle und wollten den Ausgleich. Doch auch nach einem guten Freistoß von Juan Arango (53.) und nach der bis dato vierten Ecke durch den Venezolaner wollte dieser nicht fallen (55.). Der VfL Wolfsburg hingegen konzentrierte sich überwiegend auf die Verwaltung des knappen Vorsprungs und beließ es bei wenigen Vorstößen. Zwingende Torgelegenheiten ergaben sich dabei nicht.
Nach gut einer Stunde wurde hingegen Borussia Mönchengladbach für den hohen Aufwand endlich belohnt. Nach einem erneut schnellen Konter mit schönen Ballstafetten war es Thorben Marx, der im Fünfmeterraum nach Flanke von Juan Arango, diesen hatte Tobias Levels von der linken Seite in Szene gesetzt, völlig frei zum Kopfball kam und die „Torfabrik“ aus kurzer Distanz zum völlig verdienten und vielumjubelten 1:1-Ausgleich in die Maschen drückte (65.).
Kurze Zeit später musste der Wolfsburger Trainer Steve McClaren seine Nummer eins Diego Benaglio verletzungsbedingt vom Feld nehmen, Für den Schweizer stand fortan Marvin Hitz zwischen den Pfosten der Gäste (68.). Die Gladbacher Borussia zeigte auch nach dem Ausgleich großen Einsatz und spielte kontrolliert nach vorne. Tobias Levels prüfte gleich den noch nicht warmen Marvin Nitz, scheiterte mit seinem Distanzversuch jedoch am neuen Wolfsburger Keeper (69.). Vier Minuten später stehen gleich zwei Gladbacher fast alleine vor Hitz, doch der Wolfsburger Simon Kjær konnte in höchster Not klären (73.).
Acht Minuten vor dem Ende nahm Michael Frontzeck den zweiten Wechsel vor. Für den agilen und stets rackernden Raúl Bobadilla kam Igor de Camargo zu seinem Bundesligadebüt (82.). Borussia kam zwar noch zu einigen vielversprechenden Kontern, bei dessen Abschlüssen Igor de Camargo nur wenige Meter zum Siegtreffer fehlten.
So sollte es am Ende bei der Punkteteilung bleiben. Wenngleich ein Punkt im Heimspiel in der Endabrechnung vielleicht zu wenig sein kann, so hatte Borussia Mönchengladbach vor einem stets unterstützenden heimischen Publikum ein mehr als ordentliches Spiel abgeliefert, betrieb hohen Aufwand und hätte gegen eher harmlose „Wölfe“ einen machbaren Sieg durchaus verdient gehabt.
Den abschließenden Applaus der Nordkurve hatten sich die Profis dennoch redlich verdient, denn die Moral der Mannschaft stimmt, die Formkurve zeigt weiter nach oben und man bleibt in der Spur.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Marx, Bradley - Herrmann (37. Idrissou), Arango, Reus, Bobadilla (82. De Camargo)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Meeuwis, Wissing, Neustädter, Kachunga
VfL Wolfsburg: Benaglio (68. Hitz) - Pekarik, Kjær, Barzagli, M. Schäfer - Hasebe - Riether (82. Madlung), Kahlenberg (75. Dejagah) - Diego - Grafite, Džeko
Weiter im Kader: Cicero, Cigerci, Johnson, Mandžukić
Tore: 0:1 Kahlenberg (27.), 1:1 Marx (65.)
Gelbe Karten: Marx, Bradley / Kahlenberg
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Christian Dingert (Thaillichtenberg)





