5.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC St.Pauli 1:2 (1:0)
Trotz einer 1:0-Pausenführung musste sich Borussia Mönchengladbach dem FC St. Pauli am Ende mit 1:2 geschlagen geben. Gerade nach der Führung agierte man insgesamt viel zu passiv und man versäumte es nachzulegen. Vor 41.080 Zuschauern im Borussia-Park brachte Juan Arango den VfL zunächst mit 1:0 in Führung, ehe Gerald Asamoah und Florian Bruns per Foulelfmeter für den Sieg der Hanseaten sorgten. In der der Nachspielzeit sah Mo Idrissou zu allem Übel noch die Gelb-Rote Karte.
Borussias Trainer Michael Frontzeck hatte es im Vorfeld der Partie angekündigt und klar zu verstehen gegeben, dass es im Vergleich zur 7:0-Schlappe gegen den VFB Stuttgart keine Änderungen in der Startelf geben wird. »Die Mannschaft hat mein volles Vertrauen, was sie sich in den letzten 15 Monaten erarbeitet hat«, sagte der 46-Jährige.
Dennoch kam Michael Frontzeck im gewohnten 4-4-2 System nicht um eine Umbaumaßnahme herum. Dante Bonfim hatte aus dem Spiel im Schwabenland eine Prellung am linken Fuß davon getragen, die sich nach gestrigen einhelligen Untersuchungen jedoch als Infraktion im Fußwurzelknochen herausstellte.
Wahrlich eine echte Hiobsbotschaft, denn damit wird der 26-Jährige zunächst Gips tragen und mehrere Wochen ausfallen. Während Neuzugang Jens Wissing für den Brasilianer erstmalig in das Aufgebot rückte, so kam Neuzugang Bamba Anderson zu seinem Startelfdebüt bei der Borussia.
Der Brasilianer, der bereits in Stuttgart nach der Pause erste Bundesligaluft schnupperte, bildete mit Roel Brouwers die Innenverteidigung. Desweiteren stand Karim Matmour nach seinen überstandenen Achillessehnenproblemen entgegen der Ankündigungen im 18er-Kader. Dem Algerier, der zunächst auf der Bank Platz nahm, musste Fabian Bäcker weichen.
Bei milden Temperaturen hatte die Partie einen eher verhaltenen Beginn. Gerade Borussia Mönchengladbach war zunächst um Kompaktheit und Ordnung bemüht und agierte abwartend. So waren es die Gäste aus der Hansestadt Hamburg, die die Initiative ergriffen und den Zug vor das von Logan Bailly gehütete Gladbacher Tor suchten.
Erstmalig gelang dies, als Michael Bradley nach dem ersten zügig nach vorne getragenen Spielzug zur Ecke klärte. Diese brachte im Anschluss nichts ein (05.). Den anschließenden schnellen Konter brachte Marco Reus zwar im Tor unter, doch der Treffer fand aufgrund einer Abseitsstellung keine Anerkennung (06.).
Die Elf vom Niederrhein war zwar nun besser im Spiel, konnte jedoch offensiv auch deshalb wenig Nadelstiche setzten, da der FC St.Pauli früh attackierte. Auf der anderen Seite kamen die „Kiez-Kicker“ nach gut zehn Minuten zu zwei Eckstößen, die jedoch vom bis dato gut organisiert auftretenden Defensivverbund der „Fohlen“ geklärt wurden (12., 15.).
Die Truppe von Michael Frontzeck wurde nun mutiger und kreierte Möglichkeiten. Tobias Levels setzte mit einer Flanke aus dem rechten Halbfeld Patrick Herrmann in Szene. Der 19-Jährige war Carsten Rothenbach entwischt, setzte den Ball im Rutschen jedoch neben den linken Pfosten (17.). Drei Minuten später nahm Mo Idrissou eine Flanke von Marco Reus aus wenigen Metern mit Risiko und köpfte nur wenige Meter am kurzen Pfosten vorbei (20.).
Borussia Mönchengladbach hatte nun das Kommando im Borussia-Park übernommen, setzte nach, kombinierte gefällig und suchte weiter konzentriert den Weg nach vorne. Am Strafraum des FC St.Pauli war jedoch gegen die dicht gestaffelte Defensive zumeist wenig Durchkommen. So waren es eher Standardsituationen, die zu Möglichkeiten führten. Brachte eine Ecke in Minute 23 zunächst nicht den erwünschten Erfolg, so zappelte die „Torfabrik“ zwei Minuten später erstmalig im Netz.
Nach einer Ecke von Marco Reus sprang Mo Idrissou im Strafraum am höchsten und zwang Thomas Kessler mit seinem wuchtigen Kopfball zu einer Glanztat. Der Torhüter der Gäste konnte jedoch nur nach vorne abklatschen, sodass der hellwache und am kurzen Pfosten sträflich allein gelassene Juan Arango wenig Mühe hatte, das Spielgerät zur viel umjubelten 1:0-Führung für die Borussia in den Maschen unterzubringen (25.).
Die Führung gab dem VfL weitere Sicherheit. Anders als noch in den letzten beiden Spielen arbeitete die Borussia nun geschlossen gegen den Ball, ging in die Zweikämpfe und konnten solche auch für sich entscheiden. Es ergaben sich einige vielversprechende Angriffsspielzüge, die jedoch nicht zu Ende gespielt wurden. Auf der anderen Seite hatte der FC St.Pauli zwar über weite Strecken der 1. Halbzeit mehr Ballbesitz und suchte den Weg vor das Tor der Hausherren, ließ dabei jedoch die nötige Durchschlagskraft vermissen.
So ging es mit einer nicht gänzlich unverdienten 1:0-Führung für die „Fohlen“ in die Kabine. Zum zweiten Durchgang schickten beide Trainer ihre Mannschaften unverändert auf das Spielfeld. Gäste-Trainer Holger Stanislawski hatte bereits in Minute 22 den ersten Wechsel durchführen müssen. Für den angeschlagenen Kapitän Fabio Morena kam Carlos Zambrano in die Partie.
Auch nach dem Seitenwechsel ging die Borussia mit Bedacht an die Sache heran und setzte mit der Führung im Rücken auf Konter. Nach einem solchen setzte Thorben Marx das Spielgerät nach Zuspiel von Mo Idrissou, den Marco Reus in Szene gesetzt hatte, mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze weit am rechten Pfosten vorbei (47.).
Zwei Minuten nach dem ersten Warnschuss der Elf vom Niederrhein traten die nun mutiger werdenden Hanseaten erstmals nach dem Wechsel offensiv in Erscheinung, konnten mit dem Eckstoß aber für keine Gefahr sorgten (49.). Fünf Minuten später hatte die Borussia Glück, als Michael Bradley im Strafraum Max Kruse eindeutig am Trikot hält und dieser zu Fall kommt, der Schiedsrichter jedoch von einem Pfiff absah (54.).
Die Partie gestaltete sich nun intensiver und lebhafter. St. Pauli versuchte das Geschehen an sich zu reißen und drängte auf den Ausgleich, die Borussia stand zu tief und lauerte lediglich auf Konter. Dennoch bekämpften sich beide Mannschaften überwiegend zwischen beiden Strafräumen, sodass Torraumszenen Mangelware blieben. Wenn es mal Möglichkeiten zu verzeichnen gab, dann eher durch Standardsituationen.
Nach einer solchen hätte der VfL gut und gerne in Front liegen können, doch Juan Arango zirkelte seinen gefühlvoll ausgeführten Freistoß aus rund 25 Metern nur an den rechten Außenpfosten (59.). Da der FC St.Pauli bis dato im zweiten Durchgang offensiv gar nicht stattfand, reagierte Holger Stanislawski und brachte mit Gerald Asamoah einen frischen Stürmer (63.).
Der ehemalige deutsche Nationalspieler fügte sich auch drei Minuten nach seiner Einwechslung sofort gut ein. Nach Eckball von Charles Takyi stand Asamoah im Fünfmeterraum völlig ungedeckt und hatte keine große Mühe, die „Torfabrik“ zum 1:1-Ausgleich einzuschieben (66.). Für die Borussia war es bis dato das 9. Gegentor nach einer Standardsituation. Die „Kiez-Kicker“ bekamen nun Oberwasser und versuchten nachzusetzten. Das taten sie auch und brachten sich fünf Minuten nach dem Ausgleich in Front.
Filip Daems klärte vor dem Strafraum vor Gerald Asamoah, der die Gladbacher vor einige Probleme stellte, doch der Abwehrversuch landete genau in den Lauf von Fin Bartels, der in den Strafraum eindrang. Roel Brouwers war zu Stellte und spitzelte Bartels den Ball vom Fuß und brachte den Pauli-Kicker im Anschluss zu Fall. Schiedsrichter Deniz Aytekin zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Von dort aus zeigte sich Florian Bruns souverän, verlud Logan Bailly und setzte das Leder zur doch überraschenden 1:2-Gästeführung in die Maschen (71.).
Michael Frontzeck reagierte und brachte mit Raul Bobadilla für Patrick Herrmann und mit Karim Matmour für Thorben Marx zwei frische Offensivkräfte (71., 74.). Borussia setzte nun alles auf eine Karte und drängte erst in der Schlussphase auf den Ausgleich, konnte jedoch einerseits keine ihrer wenigen Gelegenheiten nutzen und hatte zudem mit zumindest diskutierbaren Schiedsrichterentscheidungen zu kämpfen.
Wenngleich zwingende Offensivaktionen ausblieben, so bot sich Mo Idrissou die beste Möglichkeit, doch der Kameruner scheiterte mit seinem Distanzschuss an Thomas Kessler (84.). Nur kurze Zeit später ging Raul Bobadilla im Duell mit dem St.Pauli Torhüter im Strafraum zu Boden, doch der durchaus berechtigte Elfmeterpfiff blieb aus (85.). In der hektischen Nachspielzeit scheiterte Gerald Asamoah an Logan Bailly und Mo Irdrissou sah die Gelb-Rote Karte.
So blieb es am Ende bei der bitteren 1:2-Heimniederlage, bei der zwar eine Punkteteilung machbar gewesen wäre und die Borussia zwar kämpferisch verbessert auftrat, es aber versäumte, gerade nach der Pause das Heft in die Hand zu nehmen und nachzulegen - dies auch, weil die Mannschaft momentan nicht in der Lage ist, das Ruder rumzureißen bzw. eine Führung in ein positives Ergebnis umzumünzen. Unter dem Strich war das zu dürftig und dieses Ergebnis ist sowohl zu Hause als auch im Hinblick auf den kommenden Gegner FC Schalke 04 natürlich zu wenig, sodass sich die derzeitge Lage gerade in punkto Selbstvertrauen noch schwerer gestaltet.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Anderson, Brouwers, Daems - Marx (78. Matmour), Bradley - Herrmann (74. Bobadilla), Arango - Reus, Idrissou
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Schachten, Wissing, Meeuwis, Neustädter
FC St.Pauli: Kessler - Rothenbach, Morena (22. Zambrano), Thorandt, Oczipka - Boll (51. Bartels), M. Lehmann - Bruns, Kruse (63. Asamoah), Takyi – Ebbers
Weiter im Kader: Pilquett (ETW), Naki, Volz, Daube
Tore: 1:0 Arango (25.), Asamoah (66.), 1:2 Bruns (71., FE)
Gelbe Karten: Idrissou, Marx / Zambrano
Gelb-Rote Karte: Idrissou (90. +1)
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)





