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Desolate Borussia kommt beim VFB unter die Räder

4.Spieltag: VFB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach 7:0 (2:0)

Nach einer maßlos enttäuschenden und indiskutablen Vorstellung unterlag Borussia Mönchengladbach beim VFB Stuttgart auch in der Höhe verdient mit 7:0 und hatte in der mit 39.500 Zuschauern ausverkauften Mercedes-Benz Arena gerade aufgrund eines desolaten Auftritts im Defensivverbund nichts zu bestellen. Bamba Anderson kam nach der Pause für Roel Brouwers in die partie und feierte so sein Bundesligadebüt.

Borussias Trainer Michael Frontzeck änderte seine Mannschaft nach der 0:4-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt lediglich auf einer Position. Während Tony Jantschke aufgrund eines bei der U23 erlittenen Mittelfußbruchs einige Zeit nicht zur Verfügung steht, so konnte Thorben Marx nach seiner Oberschenkelzerrung wieder in das Geschehen eingreifen.

Der 29-Jährige verdrängte so den Debütanten der Vorwoche Roman Neustädter, der zunächst auf der Bank Platz nahm, und kam im 4-4-2 System wie gewohnt im defensiven Mittelfeld an der Seite von Michael Bradley auf der „Doppel-6“ zum Einsatz. Da auch die unter der Woche leicht angeschlagenen Bamba Anderson und Raúl Bobadilla grünes Licht gaben, gab es keine weiteren Änderungen im Aufgebot. Der als 19. Spieler mitgereiste Christopher Mandiangu verfolgte die Partie somit von der Tribüne.

In der Baustelle Mercedes-Benz Arena waren die Fohlen anders als hellwach, wie es Trainer Michael Frontzeck im Vorfeld der Partie gefordert hatte, denn der VFB Stuttgart hatte einen Blitzstart zu verzeichnen. Mit dem ersten viel versprechenden Angriff über die linke Seite brachten sich die Hausherren in Front. Gerade einmal 96 Sekunden waren gespielt, als Pavel Pogrebnyak zur 1:0-Führung für den VFB aus kurzer Distanz einschob (02.).

Zuvor konnte Logan Bailly zwar den Kopfball des Nationalstürmers Cacau mit einem starken Reflex auf der Linie klären, war jedoch im Anschluss auch aufgrund der Unordnung in der Gladbacher Hintermannschaft gegen den Abstauber des Russen machtlos.

Die frühe Führung gab den Schwaben die nötige Sicherheit. Auf der anderen Seite hatte die Borussia gegen bissige und früh störende Schwaben in der Anfangsviertelstunde Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Bei den gelegentlichen Vorstößen sprangen so lediglich zwei Eckstöße heraus, die ausgeführt durch Juan Arango und Marco Reus nichts einbrachten (10., 13.).

In der Folgezeit agierte die Elf vom Niederrhein insgesamt zu passiv, stand zu weit weg von den Gegenspielern und konnte demnach offensiv keine Akzente setzten. Torchancen für den VfL - Fehlanzeige. Anders hingegen den VFB Stuttgart, der deutlich mehr Ballbesitz zu verzeichnen hatte, den sich bietenden Raum clever ausnutze, sich zielstrebiger zeigte und mit der zweiten vielversprechenden Möglichkeit die Führung ausbaute.

Nach dem bis dato zweitem Eckstoß von Mauro Camoranesi war es Abwehrspieler Georg Niedermeier, der sich im Luftkampf gegen den schwachen Roel Brouwers und Thorben Marx durchsetzte und seinen wuchtigen Kopfball aus etwa zehn Metern unter die Latte setzte, von wo aus die „Torfabrik“ den Weg über die Torlinie zum 2:0 für die Gastgeber fand (21.). Zuvor zeigte sich jedoch Logan Bailly jedoch unentschlossen, als er nach dem Eckstoß zunächst herauslief, etwas im Strafraum „rumirrte“ und somit das Gegentor nicht verhindern konnte.

Während es die Schwaben nun etwas ruhiger angehen ließen - Pavel Pogrebnyak setzte seine Direktabnahme von Zuspiel Cacau nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei (25.) - so fand Borussia Mönchengladbach nach wie vor nicht statt. Gerade im Aufbauspiel agierte der VfL insgesamt zu ängstlich und fand keine Mittel, die Hausherren unter Druck geschweige denn in Gefahr zu setzen. Michael Frontzeck reagierte und brachte in Raúl Bobadilla eine weitere Offensivkraft. Für den Argentinier ging Juan Arango aus der Partie, der bis dato gänzlich untergetaucht war (36.).

Die gewünschte Wirkung erzeugte das jedoch nicht. 14:3 Torschüsse für den in allen Belangen besseren VFB sprechen da eine deutliche Sprache. So ging es nach 45 Minuten, in denen die Borussen sich mehr als schwach präsentierten und nicht den Hauch einer Chance hatten, mit einer verdienten 2:0-Führung für den VFB in die Kabinen.

Während Christian Gross seine Mannschaft unverändert auf das Spielfeld schickte, so nahm Gladbachs Trainer Michael Frontzeck einen Wechsel vor. Bamba Anderson kam zu seinem Bundesligadebüt und spielte fortan für den unglücklich agierenden Roel Brouwers in der Viererkette. Die Auswechslung des Innenverteidigers dürfte als ein klares Signal für den Niederländer zu verstehen sein…

Die Elf vom Niederrhein begann nach dem Seitenwechsel mit viel Engagement, konnte sich dabei jedoch nicht entscheidend durchsetzten. So diktierte der VFB weiter das Geschehen und kam zu weiteren Möglichkeiten. Nach einer solchen bauten die Schwaben zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff die Führung weiter aus.

Nach einem Eckstoß bekam Gladbach den Ball nicht aus dem Gefahrenbereich. Dantes Klärungsversuch fungiert zur Vorlage für Pavel Pogrebnyak, der sich gegen Filip Daems durchsetzte und das Spielgerät aus kurzer Distanz zur 3:0-Führung für die Gastgeber über die Linie beförderte (55.).

Fünf Minuten später war der Russe erneut zur Stelle und versetzte der in allen Belangen desolat auftretenden Borussia mit seinem Treffer zum 4:0 den endgültigen „Todesstoß“. Arthur Boka  zog nach einer Freistoßflanke aus etwa 25 Metern ab, Logan Bailly ließ den Ball nach vorne abklatschen und der Russe hatte keine Mühe, den Ball im Tor unter zubringen (60.).

Damit war die Messe in der Mercedes-Benz Arena zu Gunsten des VFB gesungen. Die Gastgeber setzten das muntere Toreschießen fort und taten etwas für ihr Torverhältnis. Nahezu jede Torgelegenheit war nun ein Treffer. Nach einem Freistoß, bei dem sich die Mauer der Borussia alles andere als gut positioniert zeigte, schlenzte Zdravko Kuzmanović die „Torfabrik“ ins linke untere Eck zum 5:0 für die Schwaben (64.).

Borussia Mönchengladbach, für die mittlerweile Roman Neustädter für Mo Idrissou auf dem Platz stand (64.), ließ nach wie vor Kompaktheit vermissen, brach nun völlig auseinander und präsentierte sich gerade bei Standardsituationen im Defensivverbund indiskutabel und wie ein Schweizer Käse. So schraubte sich Matthieu Delpierre nach einer kurz ausgeführten Ecke im Strafraum am höchsten und köpfte aus etwa acht Metern zum 6:0 ein (73.).

Den Schlusspunkt unter das Schützenfest setzte der eingewechselte Ciprian Marcia zehn Minuten vor Schluss. Nach einer erneuten Konfusion in der Gladbacher Hintermannschaft schauen die Borussen erneut lediglich zu, als der Rumäne aus wenigen Metern keine Mühe hatte und zum 7:0 einschob (80.). Dabei beließen es die Schwaben, die somit als hochverdienter 7:0-Sieger vom Platz gingen.

Borussia Mönchengladbach präsentierte an diesem Nachmittag alles andere als eine Einheit und hatte so gegen die Schwaben rein gar nichts zu bestellen. So gibt es für Michael Frontzeck und die Borussen in den kommenden Tagen einiges zu besprechen und aufzuarbeiten, damit am kommenden Mittwoch im Heimspiel gegen den FC St. Pauli nicht das nächste Debakel folgt...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VFB Stuttgart: Ulreich - Träsch, Niedermeier, Delpierre, Boka - Kuzmanović, Gentner - Camoranesi (60. Gebhart), Didavi - Cacau (67. Harnik), Pogrebnyak (74. Marica)

Weiter im Kader: Ziegler (ETW), Celozzi, Molinaro, Bah

Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers (46. Anderson), Dante, Daems - Marx, Bradley - Herrmann, Arango (36. Bobadilla) - Reus, Idrissou (67. Neustädter)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Schachten, Meeuwis, Bäcker

Tore: 1:0 Pogrebnyak (02.), 2:0 Niedermeier (21.), 3:0 Pogrebnyak (55.), 4:0 Pogrebnyak (60.), 5:0 Kuzmanović (64.), 6:0 Delpierre (73.), 7:0 Marica (80.)

Gelbe Karten: - / Reus, Dante

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez)


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