3.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 0:4 (0:2)
Mit 0:4 verliert Borussia Mönchenglabdach gegen Eintracht Frankfurt und musste somit eine herbe und die erste Saisonniederlage hinnehmen. Vor 43.315 Zuschauern im Borussia-Park konnte der VfL nahezu zu keiner Zeit das Kommando übernehmen und kam gegen bissige Hessen nur wenig zum Zuge.
Wie auch schon beim 6:3-Sieg vor zwei Wochen bei Bayer Leverkusen musste Borussias Trainer Michael Frontzeck im Spiel gegen die Hessen auf Igor de Camargo und Karim Matmour verzichten. Zudem stand Thorben Marx aufgrund einer Zerrung im Oberschenkel nicht zur Verfügung.
Während Tony Jantschke für den 29-Jährigen in das Aufgebot rückte und zunächst auf der Bank Platz nahm, so lief wie im Vorfeld der Partie vermutet Roman Neustädter von Beginn an auf. Der 22-Jährige kam so im Borussia-Trikot zu seinem Bundesligadebüt und begann an der Seite von Michael Bradley im gewohnten 4-4-2 System auf der „Doppel-6“. Ansonsten ließ Michael Frontzeck seine Mannschaft im Vergleich zum Auswärtssieg in Leverkusen unverändert.
Bei strahlendem Sonnenschein hatte die Partie einen munteren Beginn. Dabei war es zunächst die Frankfurter Eintracht, die nach wenigen Sekunden die erste Möglichkeit besaß. Nach einem Foul von Marco Reus schlenzte Alexander Meier den folgenden Freistoß aus etwa 25 Metern an den rechten Pfosten. Dort war Dante zur Stelle und klärte per Kopf zur Ecke. Diese brachte, ausgeführt durch Benjamin Köhler, nichts ein (01.).
Sechs Minuten später gab die Borussia offensiv erstmalig eine Duftmarke ab. Marco Reus drosch das Spielgerät nach Zuspiel des gerade in der Defensive präsenten Dante aus etwa achtzehn Metern jedoch weit über das Tor (07.). In der Folgezeit war der VfL um mehr Ballbesitz und schnellen Spielaufbau bemüht, hatte dabei aber gegen hochmotivierte und stark dagegenhaltende Hessen ihre Schwierigkeiten.
So war es eher Eintracht Frankfurt, das weiter engagieret zu Werke ging, sich mehr und mehr Spielanteile erarbeitete und Möglichkeiten kreierte. Dabei brachten zwei Eckstöße nichts ein (12., 16.). Borussia Mönchengladbach fand bis dato überhaupt nicht ins Spiel und hatte auch keine Mittel, die gut organisierten Hessen in Bedrängnis zu bringen.
Anders die Truppe von Trainer Michael Skibbe. Die Frankfurter Eintracht spielte forsch nach vorne und diktierte das Geschehen im Borussia-Park. Folgerichtig brachten sich die Hessen mehr als verdient in Front. Ein Freistoß aus dem Mittelfeld landete im Strafraum bei Theofanis Gekas. Der Grieche köpfte das Leder in Richtung Logan Bailly, doch dieser war zunächst mit einem klasse Reflex zur Stelle, wehrte die „Torfabrik“ jedoch nach vorne ab. Den Rebound nutzte Benjamin Köhler und staubte aus kurzer Distanz zur 0:1-.Führung für die Eintracht ab (24.).
Auch nach der Führung blieben die Gäste aus Hessen das spielbestimmende Team, während die Gladbacher Borussia nicht allzu viel gelang, wenngleich sie nun wieder mehr in die Offensive investierten. Nach einer halben Stunde ergaben sich für die Truppe von Michael Frontzeck die ersten Eckbälle. Doch Marco Reus und Juan Arango konnten diese nicht gefährlich in den Strafraum bringen (32., 33.).
Nur eine Minute später brachte der VfL das Spielgerät erstmals in die Maschen von Eintracht Frankfurt, wurde jedoch zurückgepfiffen, da Schiedsrichter Dr. Jochen Drees offensichtlich ein Foulspiel von Mo Idrissou erkannt hatte (34.). Während Gladbach noch protestierte, so schlug die Eintracht nur 120 Sekunden später das zweite Mal eiskalt zu und baute die Führung aus.
Florian Meier kommt im Strafraum an das Leder, Logan Bailly geht im Herauslaufen halbherzig und rutscht vorbei. Meier spielt quer auf Gekas, der nur noch einschieben braucht und die Hessen so mit 0:2 in Führung brachte (36.).
In der Folgezeit wurde die Partie hitziger, sodass der Unparteiische gefordert wurde. Borussia wurde nun bissiger und suchte den Zug vor das Tor der Hessen. So auch Mo Idrissou, der im Strafraum von Maik Franz klar zu Fall gebracht wurde. Der fällige Pfiff des Unparteiischen blieb jedoch aus (42.).
Da auch die beiden Abschlüsse von Juan Arango (43., 44.) nicht zum Torerfolg führten, ging es mit einem verdienten 0:2-Rückstand in die Kabine. Vor allen Dingen im Aufbauspiel und in der Offensive konnte der VfL wenig überzeugen und ließ im Gegensatz zum Auftreten in Leverkusen vieles vermissen.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Wiederum war es die Frankfurter Eintracht, die spritziger aus der Kabine kam und den besseren Start erwischte. Nach schönem Zuspiel von Pirmin Schwelger war es Kapitän Patrick Ochs, der zunächst technisch stark gegen Filip Daems durchsetzte und im Anschluss Gladbachs Torhüter Logan Bailly mit seinem Schuss aus etwa fünfzehn Metern ins linke Eck keine Chance ließ (50.).
Spätestens jetzt waren wohl auch die letzten Hoffnungen erloschen, dass Borussia Mönchengladbach auch nach dem 3.Spieltag ohne Niederlage ist. Michael Frontzeck hatte mittlerweile mit Raul Bobadilla für den weniger überzeugenden Roman Neustädter zwar eine weitere Offensivkraft gebracht, für richtige Belebung sollte diese Maßnahme jedoch nicht sorgen (57.).
Die Eintracht spielte nun ihren Stiefel locker runter und baute zudem die Führung weiter aus. Theofanis Gekas sorgte mit einem sehenswerten Treffer in Minute 64 für das 0:4 und für die endgültige Entscheidung. Damit war die Messe endgültig gelungen. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Schluss, da sich Borussia Mönchengladbach in der Folgezeit mehr oder weniger mit der Niederlage abgefunden hatte und wie über weite Strecken des Spiels keine Nadelstiche zu setzten wusste, wenngleich man sich bemühte.
An diesem sonnigen Spätsommertag war bei der Fohlenelf viel Sand im Getriebe, zeigte Schwächen im ansonsten kompakten Defensivverbund und es sollte zudem gegen bissige und überlegene Frankfurter nicht viel gelingen. Schneller als erwartet hat die Borussia nach dem starken Auftritt in Leverkusen mit dem verdienten 0:4-Debakel einen herben Dämpfer erhalten. Es gibt also nach wie vor viel zu tun…
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Neustädter (57. Bobadilla), Bradley - Herrmann (79. Meeuwis), Arango - Reus - Idrissou
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Anderson, Schachten, Jantschke, Bäcker
Eintracht Frankfurt: Nikolov - Jung, Franz, Russ, Tzavellas - Schwegler (89. Clark), Meier (85. Caio) - Ochs, Köhler - Halil Altintop, Gekas (79. Chris)
Weiter im Kader: Fährmann (ETW), Fenin, Heller, Kittel
Tore: 0:1 Köhler (24.), 0:2 Gekas (36.), 0:3 Ochs (50.), 0:4 Gekas (64.)
Gelbe Karten: Bradley, Arango, Levels / Russ, Meier
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (München)





