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Souveräner Testspielsieg: Borussia schlägt RW Ahlen

Rot-Weiss Ahlen - Borussia Mönchengladbach 0:3 (0:1)

Bekanntlich pausiert die Bundesliga an diesem Wochenende aufgrund der beginnenden EM-Qualifikation. Borussia Mönchengladbach nutzte die Gelegenheit und trat am Freitag zum Test in westfälischen Ahlen an. Vor 1464 Zuschauern im Wersestadion ging die Borussia nach 90 Minuten gegen den Drittligisten Rot-Weiss Ahlen als verdienter 3:0-Sieger vom Platz. Roman Neustädter, Fabian Bäcker und Christopher Mandiangu sorgten für den standesgemäßen Sieg des Bundesligisten. Michael Frontzeck zeigte sich nach dem Test mit der Leistung seiner Truppe zufrieden.

Während Borussias Trainer Michael Frontzeck neben den sich auf Länderspielreise befindlichen Spielern verzichten musste, so standen ebenso die angeschlagenen Spieler Igor de Camargo, Thorben Marx und Jean-Sébastien Jaurès nicht zur Verfügung. Zudem gönnte der 46-Jährige Michael Bradley, Filip Daems, Dante und Tobias Levels eine Pause.

Dafür traten, wie bei Freundschaftsspielen nahezu Gang und Gebe, einige Nachwuchstalente den Weg nach Ahlen an. Zunächst kamen jedoch die Profis zum Zuge, die bisher nicht so zum Zuge gekommen sind. So hütete Christofer Heimeroth anstelle von Logan Bailly, der mit der belgischen Nationalmannschaft gegen die DFB-Elf antrat, das Tor. Davor bildeten die Außen Sebastian Schachten (rechts), Jens Wissing (links) sowie die Innenverteidiger Roel Brouwers und Bamba Anderson die Viererabwehrkette.

Vor dieser begannen Marcel Meeuwis und Roman Neustädter auf der „Doppel-6“, während sich Marco Reus (rechts) und Mo Idrissou (links) auf den Flügeln postieren. Als Sturmduo liefen Fabian Bäcker und Raúl Bobadilla von Beginn an auf.

Beide Mannschaften gingen engagieret in die Partie und suchten von Anpfiff an den Zug vor das gegnerische Tor. Dabei erwischte die gut mitspielende Truppe von Trainer und Ex-Borusse Arie van Lent den besseren Start und so auch die erste Gelegenheit zu verzeichnen. Zunächst scheiterte Björn Kluft mit einem Lupfer am hellwachen Christofer Heimeroth (08.), ehe Sebastian Ghasemi mit seinem Schuss nach Vorlage von Matthew Taylor das Tor knapp verfehlte (09.).

Das sollte es dann zunächst vom Drittligisten gewesen sein, denn in der Folgezeit fand die Borussia immer besser in die Partie und suchte mit schnellem Angriffsspiel den Zug vor das Ahlener Tor. Dort tauchten die Fohlen erstmalig vielversprechend nach einer Viertelstunde auf. Fabian Bäcker setzte mit seiner Flanke von der linken Seite den agilen Mo Idrissou ein, doch der Kameruner setzte das Leder mit seiner Direktabnahme einige Meter neben das Tor (15.).

Auch die nächste Gelegenheit galt den Borussen. Nach einer Ecke vom starken Marco Reus, die der in der Abwehr wenig geforderte Bamba Anderson verlängert hatte, köpfte Roel Brouwers aus kurzer Distanz über das Tor (25.). Weiter war es der VfL, der das Geschehen im Wersestadion diktierte und sich einige gute Möglichkeiten herausspielte. So auch eine Minute später, als Fabian Bäcker den Ahlener Torhüter Andre Maczkowiak zwar schön ausspielte, seinen sehenswerten Schuss aber nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei setzte (26.).

Während Roel Brouwers nahezu im Gegenzug den möglichen Führungstreffer der Gastgeber durch Marcus Piossek vereitelte (27), so brachte sich die Borussia nur eine Minute später verdient mit 0:1 in Front. Roman Neustädter fasste sich auf Höhe der Strafraumgrenze ein Herz und setzte seinen Flachschuss zur Gladbacher Führung unhaltbar ins rechte untere Eck (28.).

Auch nach der Führung war es die Truppe von Michael Frontzeck, die klar das Heft in der Hand und die größeren Spielanteile hatte. Demzufolge kam der VfL in der unterhaltsamen Partie zu weiteren Möglichkeiten. Dabei zielte Raúl Bobadilla nach Eckstoß von Marco Reus am linken Pfosten vorbei (35.) und eine Minute fehlten bei dem Abschluss von Sebastian Schachten nur wenige Zentimeter (36.).

So ging es nach 45 ansehnlichen Minuten, bei denen die Borussia zwar nicht sonderlich gefordert wurde dennoch mehr als ansehnlich spielte, mit einer verdienten 0:1-Führung für den Bundesligist in die Kabine.

Zum zweiten Durchgang nahm Michael Frontzeck einen Wechsel vor. Für Kapitän Roel Brouwers kam Bernhard Janeczek in die Partie. Für den Österreicher war es nach langer Verletzungsphase der erste Einsatz bei den Profis. »Mein Fuß tut nicht mehr weh, habe keine Probleme mehr und fühle mich wieder fit. Auch konditionell bin ich wieder gut drauf. Also es gibt nur positive Zeichen. Nach den 90 Minuten bei der U19 war es heute gut, wieder 45 Minuten ohne Probleme zu spielen. Natürlich ist  es jetzt mein Ziel, so viel wie möglich Spielpraxis zu sammeln«, so der Innenverteidiger.

Wieder war es zunächst Rot-Weiss Ahlen, das den besseren Beginn hatte. Der eingewechselte Sebastian Hille setzte sich im Laufduell gegen Bernhard Janeczek durch, stellte Christofer Heimeroth mit seinem Schuss jedoch vor keine allzu schwere Aufgabe (51.).

Die nächsten Offensivaktionen gehörten wieder den Borussen. Der gewohnt rackernde und präsente Raúl Bobadilla vergab aus aussichtsreicher Position das Ziel nur knapp (59.). Zuvor fehlten Fabian Bäcker nur wenige Zentimeter, als er aus halblinker Position nur haarscharf am langen Pfosten vorbeizielt (58.).

Doch nur eine Minute später machte es der Youngster besser und belohnte sich für seine zuvor guten Szenen. Nach einer schönen und zügigen Kombination über das Mittelfeld setzte der Ex-Ahlener Marco Reus den Stürmer im Strafraum in Szene. Der 20-Jährige blieb nun vor dem Tor eiskalt und vollendete per Flachschuss zur 0:2-Führung für die Borussen. »Ich denke, dass ich noch ein Tor hätte machen können«, wusste Bäcker, der ansonsten mit sich und dem Spiel zufrieden war. »Ich war ganz gut im Spiel und ich denke, dass wir ein gutes Testspiel gemacht haben. Es war für alle eine gute Sache und ich gehe mit einem guten Gefühl aus dem Spiel, weil ich ein Tor gemacht habe«, war dem Stürmer Erleichterung anzumerken.

Nun nahm Michael Frontzeck weitere Wechsel vor. Für Marco Reus und Mo Idrissou kamen Dennis Dowidat und Christofer Mandiangu in die Partie (68.). Letzterer fügte sich sofort gut ein. Der U19-Spieler zog beherzt aus etwa zwanzig Metern ab und setzte seinen fulminanten Distanzschuss zur 0:3-Führung ins rechte untere Eck.

»Ich habe mich zunächst gefreut, bei den Profis dabei sein zu dürfen. Dazu bin ich froh, dass wir gewonnen haben und ich Einsatzminuten bekommen habe. Beim Tor habe ich gar nicht lange gefackelt, sondern einfach abgezogen. Umso erfreulicher, dass es so gut geklappt hat. Mein Anspruch ist es jetzt, Stammspieler bei der U19 zu sein, damit ich mich für die Profis empfehlen darf. Dafür gebe ich Gas und dann schaue ich, was passiert«, strahlte Mandiangu nach dem Spiel.

Damit war in Ahlen die endgültige Entscheidung gefallen. In der Folgezeit verlor das Spiel auch deshalb etwas an Fahrt, da beide Trainer noch mal durchwechselten. Bei Borussia kamen die U23-Aktuere Niklas Dams und Marcel Platzek für Sebastian Schachten sowie Janis Blaswich für Christofer Heimeroth in die Partie (83.). Kurz vor seiner Auswechslung konnte sich der Keeper noch bei drei Eckbällen der Gastgeber auszeichnen. Zunächst klärte der 29-jährige zur Ecke, ehe er nach einem Kopfball von Ebewa-Yam Mimbala mit einem klasse Reflex auf der Linie klärte (82.).

Den Schlusspunkt unter die Partie setzte Raúl Bobadilla, der zwei Minuten vor Schluss eine erneut gute Möglichkeit liegen ließ. Mit dem Schlusspfiff musste Roman Neustädter mit einer stark blutenden Platzwunde unter dem rechten Auge vom Platz, die mit drei Stichen genäht wurde. »Ich bin bei der letzten Aktion gegen den Kopf meines Gegenspielers gelaufen. Es ist genäht worden und geht auch schon wieder. Der Trainer sagt mir oft, dass ich einfach mal schießen soll. Das habe ich bei der Aktion getan, obwohl es mein schwächerer Fuß war. Es hat gut geklappt. Hauptsache der Ball ist drin. Ich denke, meine Leistung war bis auf ein, zwei Ballverluste, ganz in Ordnung. Es war wichtig, dass ich wieder mal 90 Minuten gespielt habe. Jetzt muss ich dran bleiben und weiter Gas geben«, zeigte sich der 22-Jährige zufrieden.

So blieb es beim am Ende verdienten 3:0-Sieg der Borussia, die im Wersestadion eine gute Partie abgeliefert hatte, wenngleich die Fohlen auch nicht übermäßig gefordert wurden. »Mir hat die Mannschaft heute sehr gut gefallen. Wir haben das Freundschaftsspiel gut angenommen und haben verdient gewonnen. Ahlen hätte sicherlich auch ein, zwei Tore machen können und wir auch. Unter dem Strich bin ich mit der Mannschaft sehr, sehr zufrieden«, sagte Frontzeck, der vor allen Dingen den Spielern Spielpraxis gegeben hatte, die bisher nicht so zum Zug kamen.

»Es ist wichtig, dass man im Rhythmus bleibt und das auch die Spieler, die in letzter Zeit wenig gespielt haben, das so wahr genommen haben.  Sie haben sich gut bewegt und gut kombiniert«. Für gewöhnlich bietet sich in solchen Spielern auch immer die Gelegenheit, sich anzubieten, herausstellen wollte der 46-Jährige dennoch keinen Spieler. »Es geht hier nicht um Chancen, sondern es geht um Spielpraxis. Die haben alle wahr genommen, ohne dass ich jetzt einzelne herauspicke. Mir ist immer wichtig, dass wir als Mannschat gut funktionieren. Das hat die Mannschaft gut gemacht«.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Rot-Weiss Ahlen: Maczkowiak (46. Koczor) - Busch (83. Stiller), Alder, Flottmann (83. Meschede), Vrzogic (83. Manstein) - Piossek (46. Wölk), Book (60. Mimbala), Ghasemi (83. Özkara), Kluft (60. Blacha) - Taylor (60. Tankulic), Knappmann (46. Hille)

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth (83. Blaswich) - Schachten (83. Dams), Brouwers (46. Janeczek), Anderson, Wissing - Meeuwis, Neustädter - Reus (68. Dowidat), Idrissou (68. Mandiangu) - Bäcker (83. Platzek), Bobadilla

Tore: 0:1 Neustädter (28.), 0:2 Bäcker (60.), 0:3 Mandiangu (70.)

Gelbe Karten: keine

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)


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