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Party in der BayArena: Borussia gewinnt 6:3

2. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 3:6 (1:3)

Mit sage und schreibe 6:3 gewinnt Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen und konnte somit nach 16 Jahren erstmals gegen die Werkself gewinnen. Nach einem nahezu perfekten und starken Auswärtsspiel ging der VfL auch in Höhe als hochverdienter Sieger vom Platz. Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena eröffnete Patrick Herrmann den Torreigen für die Fohlenelf, Marco Reus machte das halbe Dutzend voll.

Unter der Woche ging es in personeller Hinsicht rund um den Borussia-Park etwas turbulent zu, sodass Michael Frontzeck mit einigen Fragezeichen zu kämpfen hatte. Hatte man gerade auch in Fankreisen auf ein Debüt von Igor de Camargo gehofft, so muss dieses zumindest zunächst bis auf das Heimspiel in zwei Wochen gegen Eintracht Frankfurt verschoben werden.

Der Belgier zog sich im Training einen Kapselriss im rechten Sprunggelenk zu und stand somit ebenso wie Karim Matmour, der mit Achillessehnenbeschwerden zu kämpfen hatte, nicht zur Verfügung. Für den Algerier rückte Fabian Bäcker ins Aufgebot. Der Youngster nahm zunächst auf der Bank Platz.

Personell änderte der Borussia Trainer somit seine Startelf im Gegensatz zum Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg auf zwei Positionen. Für Karim Matmour rückte Patrick Herrmann in die Anfangsformation. Der 19-Jährige besetzte mit Juan Arango die Außenbahnen im Mittelfeld. In diesem begannen wie gewohnt Thorben Marx und Michael Bradley auf der „Doppel-6“. Während Mo Idrissou im Sturmzentrum auflief, so postierte sich Marco Reus hinter dem Kameruner.

Die Viererkette blieb im Gegensatz zum Bundesligaauftakt unverändert und auch Logan Bailly, der sich unter der Woche mit einem eingeklemmten Nerv zu kämpfen hatte, wurde rechtzeitig fit und stand so wie gewohnt zwischen den Pfosten.

Unter den Augen von Borussias Ex-Co-Trainer Jörn Andersen hatte die Partie bei windigen 20 Grad einen recht ruhigen Beginn. Beide Mannschaften standen kompakt, gut organisiert und ließen den Gegner somit nicht zur Entfaltung kommen. Klare Torchancen gab es demnach hüben wie drüben zunächst nicht.

Den ersten Warnschuss für die Bayer-Elf gab Tranquillo Barnetta ab. Nach einem Foul Michael Ballack konnte der 25-Jährige den Vorteil jedoch nicht nutzen und brachte das Spielgerät aus etwa achtzehn Metern weit neben das Tor (09.). Zwei Minuten später setzte Barnetta Nationalspieler Stefan Kießling mit einer Flanke von der linken Seite in Szene. Der Stürmer setzte sich auf Höhe des Elfmeterpunkts im Luftkampf gegen Roel Brouwers durch, stellte Logan Bailly mit seinem Kopfball jedoch vor keine allzu schwere Prüfung (11.).

Mehr Offensivaktionen waren für die Bayer-Elf nicht möglich, da sich die Borussia wie gewohnt gut organisiert präsentierte, gut gegen den Ball arbeitete und wenig zuließ. Auf der anderen Seite spielten die auf Konter lauernden Fohlen zwar das ein und andere Mal gefällig nach vorne, konnten sich bis dato jedoch keine zwingenden Torchancen erspielen.

Dennoch ging die bissige Gladbacher Borussia nach einem erneut zügig nach vorne getragenen Angriff in Führung. Der Leverkusener Arturo Vidal verlor auf der linken Seite den Ball gegen Mo Idrissou, der das Spielgerät in den Strafraum brachte. Seine scharfe Hereingabe nutze Patrick Herrmann und versenkte zum 0:1 für den VfL (20.).

Bayer Leverkusen wirkte nun kurzzeitig angeknockt und bot der Borussia nur drei Minuten nach der Führung eine weitere Möglichkeit, die Führung auszubauen. Nach Eckball von Marco Reus verlängerte Juan Arango an die Strafraumlinie. Dort fackelte Michael Bradley nicht lange, setzte seinen Volleyschuss jedoch weit neben das Tor (23.).

Nur wenige Sekunden später klingelte es zum ersten Mal im Kasten von Logan Bailly. Gonzalo Castro wurde im rechten Halbfeld nicht ausreichend attackiert und konnte somit unbedrängt in den Strafraum flanken. Dort gewann Eren Derdiyok das Luftduell gegen Filip Daems und setzte seinen Kopfball zum doch etwas überraschenden 1:1-Ausgleich in die Maschen (24.).

Doch der rasche Ausgleich der Gastgeber brachte die Borussia weder aus dem Konzept noch aus der Ruhe. Gladbach ließ die Truppe von Jupp Heynckes nicht in den Spielrhythmus kommen, arbeitete bissig gegen den Ball und spielte seinerseits weiter gefällig nach vorne. Nennenswerte Torchancen kamen jedoch nicht zustande.

Für die pomadig spielende Bayer-Elf hatte Stefan Kießling eine gute Gelegenheit, doch sein Kopfball von der Strafraumgrenze landete über Logan Bailly hinweg nur wenige Zentimeter über die Querlatte (34.). In der Folgezeit war es wieder der VfL, der in der BayArena das Heft in die Hand nahm, mutig nach vorne spielte und Akzente setzte.

So auch sechs Minuten vor dem Pausenpfiff. Nach einem Konter kommt Michael Bradley frei zum Schuss, René Adler parierte prächtig und  klärte zur Ecke. Diese, von Juan Arango ausgeführt, nimmt Marco Reus am langen Pfosten volley, fand jedoch erneut im Leverkusener Nationaltorhüter seinen Meister (39.). Nur eine Minute später wurden die spielbestimmenden und agilen Fohlen mit der erneuten Führung belohnt. René Adler konnte einen strammen und verdeckten Schuss von Thorben Marx nur nach vorne abklatschen. Den Rebound nutzte Roel Brouwers und versenkte die ‚Torfabrik‘ aus kurzer Distanz zur 1:2-Führung für die Borussia in den Maschen.

Die erneute Führung gab der Truppe von Michael Frontzeck weiteres Selbstvertrauen. Die Fohlenelf setzte nach, entwickelte Zug vor das Tor der Gastgeber und konnte so weitere Nadelstiche setzten. Wann immer die Fohlen in der Phase nach vorne galoppierten wurde es gefährlich. So auch eine Minute vor der Pause. Nach Turbulenzen im Bayer-Strafraum und Foul an Juan Arango, nach dem der Unparteiische Vorteil laufen ließ,  kam Patrick Herrmann an den Ball. Der 19-Jährige zog aus rechter Position aus sechzehn Metern ab und knallte das Leder mit dem Außenrist per Tippkick zum 1:3 in die Maschen (44.).

Mit diesem Ergebnis ging es nach 45 munteren Minuten, in denen der VfL ein gutes Spiel machte und auch in der Höhe verdient in Front lag, in die Kabinen. Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Unverändert auch das Auftreten der Mönchengladbacher Borussia. Der VfL präsentierte sich nach wie vor kompakt, gut organisiert und entwickelte Zug vor das Leverkusener Tor. Klare Torchancen sollten jedoch nicht gelingen.

Dennoch schlug die Borussia elf Minuten nach dem Seitenwechsel erneut zu. Diesmal war es ein ruhender Ball, welchen Juan Arango nach einem direkt ausgeführten Freistoß mit einem Kunstschuss in die Maschen beförderte. Der Venezolaner nahm aus 28 Metern Maß und zirkelte die „Torfabrik“ für René Adler unhaltbar zur 1:4-Führung für die Fohlen ins rechte obere Eck (65.). Nun folgten turbulente zehn Minuten. Zunächst brachte Arturo Vidal, der  von Thorben  Marx im Strafraum zu Fall gebracht wurde,  die Werkself mit einem verwandelten Foulelfmeter auf 2:4 heran (58.), die Borussia ebenso zwei Minuten erneut zurückschlug und auf 2:5 davonzog.

Marco Reus brachte das Spielgerät von der linken Seite in den Strafraum, wo Juan Arango den Ball volley nahm. Der Leverkusener Keeper parierte zunächst prächtig, war jedoch beim Nachschuss von Mo Idrissou, der wie gewohnt im Strafraum lauerte, machtlos. Der Kameruner drückte das Leder aus kurzer Distanz zum 2:5 über die Linie (60.). Damit war der Widerstand der Bayer-Elf endgültig gebrochen und die exzellent konternde Borussia setzte nach und machte 21 Minuten vor dem Abpfiff  das halbe Dutzend voll.

Nach einem klasse nach vorne gespielten Konter drang Marco Reus nach Zuspiel von Juan Arango in den Strafraum der Gastgeber ein und bugsierte die „Torfabrik“ mit einem tollen Schlenzer aus halblinker Position zum 2:6 ins rechte ober Eck (69.). So waren auch die letzten Zweifel an einem Sieg der fulminant aufspielenden Borussia aus dem Weg geräumt und die Messe war gesungen.

Bayer Leverkusen fand gerade in der zweiten Halbzeit zu keiner Zeit richtig ins Spiel und hatte den stark konternden und kompakten Fohlen wenig entgegenzusetzen. Zwanzig Minuten vor dem Ende konnte die Truppe von Jupp Heynckes für eine letzte Ergebniskorrektur sorgen. Nach einer langen Hereingab bekam Logan Bailly den Ball im Strafraum nicht zu fassen, sodass Stefan Kießling wenig Mühe hatte, das Leder aus kurzer Distanz zum 3:6 einzunicken (70.).

Kurze Zeit später hätte der eingewechselte Nicolai Jørgensen die Werkself bis auf zwei Tore heranbringen können, verfehlte mit seinem Schuss das Ziel jedoch nur knapp, als das Spielgerät gegen die Laufrichtung von Logan Bailly nur wenige Zentimeter das Ziel verfehlte (72.). Borussia Mönchengladbach ließ weiter nahezu gar nichts zu und nutzte auf der anderen Seite die sich ergebenden Räume perfekt aus.

Bei den sechs Toren beließ es Borussia jedoch und so blieb es am Ende beim auch in der Höhe verdienten 3:6-Auswärtssieg. Die Fohlenelf erwischte einen starken Tag, machte ein nahezu perfektes Auswärtsspiel und ging somit gegen eine Leverkusener Mannschaft, die sicherlich nicht ihren besten Tag hatte, somit als hochverdienter Sieger vom Platz.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Bayer Leverkusen: Adler - Castro, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Ballack (63. L. Bender), Vidal (72. Balitsch) - Renato Augusto, Barnetta (63. Jørgensen) - Kießling, Derdiyok

Weiter im Kader: Fernandez (ETW), Schwaab, A. Friedrich, Helmes

Bor. M’gladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Herrmann (80. Schachten), Arango (75. Bobadilla) - Reus (85. Neustädter), Idrissou

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Anderson, Meeuwis, Bäcker

Tore: 0:1 Herrmann (20.), 1:1 Derdiyok (24.), 1:2 Brouwers (40.) 1:3 Herrmann (44.), 1:4 Arango (56.), 2:4 Vidal (58.), 2:5 Idrissou (60.), 2:6 Reus (69.), 3:6 Kießling (70.)

Gelbe Karten: Castro / Marx

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)


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