1.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - 1.FC Nürnberg 1:1 (1:1)
Borussia Mönchengladbach ist mit einer Punkteteilung in die 48.Bundesligasaison gestartet. Mit 1:1-Unentschieden trennte sich der VfL gegen den 1.FC Nürnberg, hätte jedoch aufgrund einer stark verbesserten und spielbestimmenden zweiten Halbzeit, wo man einige vielversprechende Möglichkeiten liegen ließ, drei Punkte verdient gehabt. Vor 42.202 Zuschauern im Borussia-Park brachte Jens Hegeler die Franken zunächst in Front, ehe Mo Idrissou für den Ausgleich sorgte.
Borussias Trainer Michael Frontzeck nahm zum Punktspielauftakt gegen den ‚Club‘ im Gegensatz zum Pokalsieg im Erzgebirge gegen Aue zwei Veränderungen in der Anfangsformation vor. Logan Bailly meldete sich nach seinem Hexenschuss rechtzeitig einsatzbereit und stand so zwischen den Pfosten.
Nachdem Juan Arango nach seinen Reisestrapazen in Aue geschont wurde und die Reise ins Erzgebirge erst gar nicht mit angetreten hatte, stand der Venezolaner wieder im Aufgebot. Der 30-Jährige nahm seine angestammte Position im linken Mittelfeld sein. Während so Youngster Patrick Herrmann zunächst auf der Bank Platz nahm, so meldete sich Raúl Bobadilla nach seiner überstandenen Verletzung wieder zu 100 Prozent einsatzbereit. Der Argentinier lief jedoch nicht von Beginn an auf.
Ansonsten vertraute der 46-Jährige der Elf, die schon im Erzgebirge begonnen hatte. So bildeten im 4-4-2 System Tobias Levels (rechts), Kapitän Filip Daems (links) sowie die das Innenverteidiger-Duo Roel Brouwers und Dante die Viererabwehrkette. Auf der „Doppel-6“ liefen Thorben Marx und Michael Bradley auf, während Marco Reus (rechts) und Juan Arango (links) die Außenbahnen besetzten. Mo Idrissou und Karim Matmour begannen in der Offensive.
Nach einer tollen und mehr als sehenswerten Choreographie anlässlich des 110.Geburtsttags der Borussia hatte das Spiel einen recht lebhaften Beginn. Beide Mannschaften gingen engagiert in die Partie und suchten den schnellen Weg vor das gegnerische Tor. Dabei war es zunächst die Borussia, die das Spiel kontrollierte. Dabei kam zwar der und andere gefällige Angriff zustande, zwingende Torchancen resultierten daraus jedoch nicht. Ein Eckball von Juan Arango fand dabei keinen Abnehmer (07.).
Auf der anderen Seite hatte der VfL nur eine Minute später Glück, dass nicht bereits nach kurzer Zeit ein Rückstand zu Buche stand. Javier Pinola prüfte Logan Bailly mit einem strammen Aufsetzter aus der zweiten Reihe, doch der Belgier im Tor der Borussia konnte die ‚Torfabrik‘ mit dem Unterarm so gerade noch vom Tor fern halten (08.). Auch bei der zweiten Möglichkeit des 1.FC Nürnberg stand das Glück auf Seiten der Gastgeber. Mehmet Ekici donnerte seinen ansatzlosen Distanzschuss an den linken Pfosten (09.).
Die Fohlenelf präsentierte sich in dieser Phase ein wenig unsortiert und fand wenig Mittel, die Franken in große Bedrängnis zu bringen. Zudem fehlte die nötige Kreativität im Aufbau- und Angriffsspiel. Torchancen sprangen demnach gegen die gut gestaffelten Nürnberger nicht heraus.
Der ‚Club‘ aus Nürnberg hatte weiterhin mehr vom Spiel, blieb am Drücker und setzte sich offensiv in Szene. Zunächst scheiterte Ilkay Gündoğan mit seinem Distanzschuss an Logan Bailly (11.), ehe der Borussen Torhüter vier Minuten machtlos war. Nach einer Flanke von Juri Judt lässt Roel Brouwers das richtige Timing vermissen und unterläuft so den Ball, sodass Jens Hegeler am langen Pfosten völlig frei an das Spielgerät kommt und dieses gegen die Laufrichtung von Logan Bailly zur völlig verdienten 0:1-Führung für den FCN in die Maschen köpft (15.).
In der Folgezeit versuchte die Mannschaft von Dieter Hecking nachzusetzten, ging dabei jedoch kein unnötiges Risiko ein. Der Borussia unterliefen nach wie vor viele Fehler im Aufbauspiel und zeigte sich wenig ideenreich. Die bis dato beste Gelegenheit war dem agilen Mo Idrissou vorbehalten.
Nach einem klasse Zuspiel von Dante über 60 Meter setzte sich der Kameruner zunächst gegen Innenverteidiger Andreas Wolf durch und nahm den Ball direkt. Der Nürnberger Kapitän hatte jedoch seinen Fuß dazwischen, sodass sich der Ball auf das Tornetz legte (24.). Die anschließende Ecke brachte nichts ein.
Im weiteren Verlauf zeigten sich beide Mannschaften bemüht und versuchten mit schnellen Spielzügen vor des Gegners Tor zu gelangen. Zwingendes sollte sich dennoch nicht ergeben. Doch nach gut einer halben Stunde sollte Mo Idrissou sein Versprechen, gegen den 1.FC Nürnberg in jedem Fall zu treffen, wahr machen und so für den Ausgleich sorgen.
Marco Reus setzte den Kameruner auf Höhe des Strafraums in Szene, der zunächst Timmy Simons stehen lässt und dann aus etwa dreizehn Metern ins linke untere Eck zum nicht unverdienten 1:1-Ausgleich vollstreckt (31.). Nun setzte der VfL nach, hatte mehr vom Spiel und hätte nur wenige Sekunden später in Führung gehen können, doch Filip Daems scheiterte mit seinem schönen Schuss aus spitzem Winkel am Nürnberger Torhüter Raphael Schäfer (32.).
Acht Minuten später setzte Karim Matmour Michael Bradley klasse in Szene. Der US-Boy probierte es mit einem gefühlvollem Heber aus etwa zwanzig Metern, setzte die ‚Torfabrik‘ aber knapp über den Querbalken (40.). Der ‚Club‘ ließ bis zur Pause noch mit einer Einzelaktion aufhorchen. Julian Schieber bereitete Logan Bailly mit seinem Freistoß aus rund 30 Metern keine Mühen (45.).
So ging es nach fairen 45 Minuten mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden, bei dem die Borussia nach anfänglichen Schwierigkeiten gerade nach 25 Minuten besser in die Partie fand, in die Kabinen.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Der 1.FC Nürnberg zeigte nun eine gute Raumaufteilung und ließ der nun deutlich feldüberlegenen und agileren Borussia nun wenig Durchkommen. Thorben Marx passte von der rechten Seite nach innen in den Strafraum, wo jedoch der Nürnberger Juri Judt genau aufpasste und so vor Karim Matmour zur Stelle war (50.).
Die Franken legten nun ihren Schwerpunkt auf das Konterspiel, konnten oder wollten jedoch die sich ergebenden Räume nicht entscheidend nutzen. Borussia zeigte sich engagiert und suchte den Zug vor das Nürnberger Tor, konnten jedoch keine zwingenden Torchancen kreieren. Michael Frontzeck brachte nun eine frische Offensivkraft. Für den eher unauffälligen Karim Matmour kam Raúl Bobadilla in die Partie (64.).
Der Argentinier fügte sich direkt gut ein. Der bullige Stürmer kam am Strafraum völlig frei an den Ball, schien jedoch über die Situation überrascht und vertändelte so das Leder (65.). Borussia hatte in der Phase die besseren Möglichkeiten. So auch Michael Bradley, der mit seinem strammen Distanzschuss aus rund 25 Metern Raphael Schäfer prüft. Der Nürnberger Torhüter war zur Stelle und klärte den Schuss mit beiden Fäusten (70.).
Auf der anderen Seiten hatte Julian Schieber die Gäste-Führung auf dem Fuß, doch Logan Bailly war zur Stelle und vereitelte die Möglichkeit im Herauslaufen mit einem klasse Reflex (72.). Das war es im Großen und Ganzen, was die Franken im zweiten Durchgang offensiv zu bieten hatten.
Die Borussia zog die Schlinge um den Nürnberger Strafraum immer enger, konnte jedoch aus den zahlreichen Versuchen kein Kapital schlagen. Mo Idrissou (82.), Raúl Bobadilla (85.), Tobias Levels (86.) und der für acht Minuten vor Schluss für Juan Arango in die Partie gekommene Patrick Herrmann, der mit seinem fulminaten Schuss am glänzend reagierenden Schäfer scheiterte (87.), kamen mit ihren Abschlüssen nicht zum erwünschten Erfolg. Gladbach warf in den Schlussminuten alles nach vorne und zog nahezu ein Power-Play auf, brachte die ‚Torfabrik‘ jedoch nicht mehr im Netz unter.
So blieb es am Ende beim gerechten 1:1-Unentschieden, bei dem die Borussia gerade im zweiten Durchgang zeigte, wozu sie im Stande ist. Gerade aufgrund der zweiten 45 Minuten und aufgrud der Schlussphase wäre ein Sieg durchaus machbar und verdient gewesen. Dennoch geht der VfL mit einem positiven Ergebnis in die neue Saison, wenngleich durchaus noch Luft nach oben ist.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Bor. M’gladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Reus, Arango (82. Herrmann) - Matmour (64. Bobadilla), Idrissou
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Anderson, Jantschke, Meeuwis, Neustädter
1.FC Nürnberg: Schäfer - Judt, Nilsson, Wolf, Pinola (67. Bieler) - Hegeler, Simons - Ekici (73. Eigler), Bunjaku (86. Frantz), Gündoğan - Schieber
Weiter im Kader: Stephan (ETW), Maroh, Mintal, Mak
Tore: 0:1 Hegeler (15.), 1:1 Idrissou (31.)
Gelbe Karten: - / Schäfer
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)





