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Gelungene Generalprobe: Borussia schlägt Union Berlin

1.FC Union Berlin - Borussia Mönchengladbach 1:4 (0:3)

Borussia Mönchengladbach hat die Vorbereitung mit einem positiven Ergebnis erfolgreich abgeschlossen und das letzte Testspiel bei Union Berlin, dass gerade im Defensivverbund gravierende Schwächen offenbarte, verdient mit 4:1 gewonnen. Vor 7.342 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei waren es Karim Matmour und Dreifach-Torschütze Mo Idrissou, die für den Sieg der ‚Fohlen‘ sorgten.

Auch im letzten Test der Vorbereitung auf die neue Spielzeit konnte Michael Frontzeck nicht gänzlich auf seine Wunschelf zurückgreifen, denn auch in Berlin standen Raúl Bobadilla und Igor de Camargo nicht zur Verfügung. Während dazu Jens Wissing, Fabian Bäcker und Tony Jantschke in der U23 mitwirkten, so machte der in der Vorbereitung überzeugende Elias Kachunga die Reise mit in die Bundeshauptstadt.

Im wohl auch in der neuen Saison von Michael Frontzeck favorisierten 4-4-2 System bot der 46-jährige vor Stammtorhüter Logan Bailly die Vierabwehrkette mit den Außenverteidigern Tobias Levels (rechts) und Kapitän Filip Daems (links) sowie mit den Innenverteidigern Roel Brouwers und Dante auf.

Vor dieser bildeten  Thorben Marx und Michael Bradley die „Doppel-6“, während Marco Reus (rechts) und Juan Arango (links) die Flügel besetzten. In der Offensive agierte das Duo Mo Idrissou und Karim Matmour. Bei schwül warmen Temperaturen gingen beide Mannschaften von Beginn an engagiert zu Werke, Torraumszenen blieben jedoch zunächst Mangelware. Die erste gute Gelegenheit war der Borussia vorbehalten.

Marco Reus setzte auf der rechten Seite Mo Idrissou mit einem schönen Zuspiel in Szene. Der Kameruner brachte das Spielgerät in den Strafraum, wo der in aussichtsreicher Position postierte Karim Matmour jedoch vom Berliner Torhüter Jan Glinker am Abschluss gehindert wurde (02).

Im weiteren Verlauf bot sich den Zuschauern eine muntere Partie, in der beide Mannschaften mit schnellen Spielzügen versuchten, das Mittelfeld zu überbrücken. Am besten gelang dies den ‚Fohlen‘, die meist über die rechte Seite kommend mit schönen Spielzügen in den Strafraum der Gastgeber eindrangen. Nach einem solchen Vorstoß ergab sich nach kanpp einer Viertelstunde der erste Eckball, der ausgeführt von Marco Reus, jedoch nichts einbrachte (14.).

Drei Minuten später ging der VfL verdient in Führung. Tobias Levels brachte den Ball von der rechten Seite auf Höhe des Strafraums. Dort lauerte Mo Idrissou, der ansatzlos abzog und die ‚Torfabrik‘ ins linke untere Eck zur 0:1-Führung für den Bundesligist beförderte. Auch nach der Führung bestimmte die Borussia gegen ordentlich mitspielende Berliner über weite Strecken das Geschehen im Stadion an der Alten Försterei.

Weiter war es die rechte Seite der Borussia, die dem Zweitligist immer wieder Probleme bereitete. So auch in Minute 24., als Mo Idrissou seinen Kopfball nach Zuspiel von Marco Reus aus etwa elf Metern nur wenige Meter neben den fechten Pfosten setzt. Von Hausherren war offensiv nach wie vor wenig zu sehen.

Erstmalig zeigte sich Union Berlin nach gut 25 Minuten im Strafraum der Borussia. Nach einer kurz ausgeführten Ecke drosch Chinedu Edu das Leder weit über das Tor von Logan Bailly (26.). Vier Minuten später war es Björn Brunnemann, dessen 25-Meterschuss dem Borussen-Keeper ein wenig Probleme bereitete, doch der Belgier wehrte den leichten Flatterball zur rechten Seite ab (30.). Insgesamt präsentierte sich ‚Eisern Union‘ gerade im Strafraum zu uneffektiv und eher harmlos.

Nun war die Borussia wieder an der Reihe. Binnen drei Minuten brachten erneut Mo Idrissou und Karim Matmour die Gäste verdient mit 0:3 in Front. Zunächst war es Mo Idrissou, der einen klasse und zügig nach vorne getragenen Angriff über Marco Reus und Juan Arango im Strafraum sträflich alleine gelassen zum 0:2 vollendete (34.).

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Nur drei Minuten war Karim Matmour zur Stelle. Der Algerier setzte sich im Strafraum auf der linken Seite gegen seinen Gegenspieler durch und setzte das Leder aus kurzer Distanz in das kurze linke obere Eck zum 0:3 (37.). Mit diesem für die ‚Fohlen‘ verdienten Führung, bei denen sich der Zweitligist gerade im Defensivverhalten alles andere als zweitligawürdig präsentierte, ging es in die Kabinen.

Zum zweiten Durchgang führte Michael Frontzeck drei Wechsel durch. Für den leicht angeschlagenen Logan Bailly, der sich bei einer Rettungstat wohl leicht das Knie verdrehte und den Platz mit einem Kühlbeutel um das rechte Knie verließ, hütete nun Christofer Heimeroth das Tor.

Jedoch lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, wie sich nach dem Spiel erfreulicherweise herausstellen sollte. »Es ist nichts Schlimmes und alles in Ordnung«, ließ Bailly nach der Partie in die Notizblöcke notieren. Weiterhin  betraten Bamba Anderson für Roel Brouwers und Patrick Herrmann für Juan Arango das Spielfeld.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die Borussia das Spiel unter Kontrolle, ließ es dabei etwas ruhiger angehen und lauerte auf Konter. Demnach bot sich für den Zweitligist mehr Raum, den er jedoch alles andere als zu nutzen wusste. Während der VfL so wenig in Gefahr geriet, so waren es  auf Gladbacher Seite überwiegend Einzelaktionen, die auf Seiten des Bundesligisten für Tormöglichkeiten sorgten.

Dabei setzte Dante seinen Freistoß aus etwa achtzehn Metern um die Mauer gezirkelten Ball haarscharf am linken Pfosten vorbei (55.) und der stramme Schuss von Marco Reus landete nur vier Minuten später lediglich auf der Querlatte (59.). Michael Frontzeck hatte mittlerweile Roman Neustädter für Michael Bradley und Elias Kachunga für Karim Matmour in die Partie gebracht (67.).

Der Youngster fügte sich gleich gut ein und hätte zwei Minuten später für den vierten Treffer sorgen können, doch nach einer Flanke von Marco Reus verpasste der 18-jährige das richtige Timing und kam so im Fünfmeterraum freistehend nicht an das Leder (69.). In der Folgezeit wechselte der Borussia-Coach erneut aus und brachte zwölf Minuten vor Ende mit Sebastian Schachten, Jean-Sébastien Jaurès und Marcel Meeuwis drei frische Kräfte.

Sechs Minuten vor Ende der Partie krönte Mo Idrissou seine starke Leistung mit dem vierten Treffer. Sebastian Schachten setzte auf der linken Seite Elias Kachunga in Szene, der mustergültig in die Strafraummitte auf den Kameruner passt. Der abermals sträflich alleingelassene 30-jährige hatte keine Mühe und schob zur verdienten 0:4-Führung für den VfL ein (84.). »Mo hat sich schnell integriert. Wir haben ihn auch deshalb geholt, weil er auf mehreren Positionen einsetzbar und torgefährlich ist«, war und ist Frontzeck mit dem erneuten Dreifach-Torschützen zufrieden.

Mit dem Schlusspfiff sollte Union Berlin, das aus ihren Möglichkeiten insgesamt zu wenig machte und Durchschlagskraft vermissen ließ, doch noch zum Ehrentreffer kommen. Für diesen sorgte Neuzugang Jerome Polenz. Der Neuzugang aus Aachen setzte einen strammen Schrägschuss für Christofer Heimeroth unhaltbar zum 1:4 in die Maschen (90.).

So blieb es beim unter dem Strich mehr als verdienten 1:4-Sieg der Borussia, die damit mit einem Erfolgserlebnis die Vorbereitung abschließt. »Ich denke, dass wir unter dem Strich eine gute Vorbereitung hinter uns gebracht haben«, so Michael Frontzeck, der  sich dem Auftreten seiner Mannschaft in Berlin d‘accord zeigte. »Ich habe heute viele gute Szenen gesehen, die mir gefallen haben. Gerade im Spiel nach vorne haben wir mit wenig Kontakten gespielt. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden«.

Gleichzeitig richtete der 46-jährige die Blicke auf die kommende Aufgabe im DFB-Pokal beim FC Erzgebirge Aue. »Ich bin schon zu lange dabei, um nicht zu wissen, was uns nächste Woche in Aue im Pokal erwartet. Darauf werden wir uns vorbereiten. Wie auch immer es dort ausgeht, eines kann ich schon versprechen: Es kann an vielen Dingen liegen, aber nicht an der Einstellung der Mannschaft…«.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

1.FC Union Berlin: Glinker (46. Höttecke) - Polenz , Stuff, Rauw, Kohlmann - Younga-Mouhani (63. Menz), Mattuschka - Brunnemann (63. Quiring), Ede (63. Sahin) - Kolk (74. Savran) - Benyamina (46. Mosquera)

Weiter im Kader: Peitz, Göhlert

Bor. M’gladbach: Bailly (46. Heimeroth) - Levels (78. Schachten), Brouwers, (46. Anderson) Dante, Daems (78. Jaurès) - Marx, Bradley (67. Neustädter) - Arango (46. Herrmann), Reus (78. Meeuwis) - Matmour (67. Kachunga), Idrissou

Tore: 0:1 Idrissou (17.), 0:2 Idrissou (34.), 0:3 Matmour (37.), 0:4 Idrissou (84.), 1:4 Polenz (90.)

Gelbe Karten: keine

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Jan Seidel (Henningsdorf)


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