Mit 1:1-Unentschieden trennt sich Borussia Mönchengladbach vom Hamburger SV und darf aufgrund der Schützenhilfe des BVB in der kommenden Woche die Relegationsspiele bestreiten. Juan Arango brachte den VfL in der mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Imtech Arena mit einem sehenswerten Freistoß zunächst in Front, ehe Ben-Hatria für den Ausgleich sorgte.
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| Arango visiert das 1:0 für Borussia an. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre konnte beim Saisonfinale in der Hansestadt im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen den SC Freiburg nach langer Zeit wieder auf Igor de Camargo zurückgreifen. Zuvor hatte der belgische Nationalspieler nach seiner Innenbanddehnung im linken Knie unter der Woche beschwerdefrei trainiert und grünes Licht gegeben. Einen Grund, die erfolgreiche Startformation der Vorwoche zu ändern, hatte Lucien Favre jedoch nicht, und so nahm der 28-Jährige zunächst auf der Bank Platz.
Bei kühlen 13 Grad Celsius war es von Beginn an die Gladbacher Borussia, die das Heft in die Hand nahm und den Zug vor das Hamburger Tor suchte. Roman Neustädter versuchte es gleich mit einem guten Distanzschuss, setzte diesen jedoch knapp neben den rechten Pfosten (02.).
Die „Fohlen" blieben schwungvoll und galoppierten weiter nach vorne. Nach fünf Minuten der nächste vielversprechende Angriff des VfL, doch Marco Reus verpasste das richtige Zuspiel auf Mo Idrissou. Kurze Zeit später kam der HSV zu seiner ersten Gelegenheit, doch Marc-André ter Stegen blieb Sieger gegen Eljero Elia (06.).
Nach dem der HSV den ersten Eckstoß des VfL klären konnte (08,), tauchte Mo Idrissou alleine vor dem scheidenden HSV-Schlussmann Frank Rost auf und nagelte das leder an den Pfosten, wurde jedoch aufgrund von Abseitsstellung zurückgepfiffen (11.). Die nächste Gelegenheit gehörte wieder den Hausherren. Elia setzte dabei seinen Freistoß-Schlenzer nur haarscharf am rechten Pfosten vorbei (15.).
Mittlerweile hatte der VfL seinen Schwung der Anfangsphase verloren, leistete sich zu viele Ungenauigkeiten im Passspiel und kam nicht mehr entschlossen vor den Hamburger Kasten. Auf der anderen Seite fand die Truppe von Michael Oenning besser ins Spiel, weshalb sich die Partie ausgewogen gestaltete. Zwingende Möglichkeiten sollten sich jedoch auf beiden Seiten nicht ergeben.
Im weiteren Verlauf stand der HSV recht tief und verlagerte sich aufs Kontern. Die Borussen hatten somit Schwierigkeiten, sich vor dem Tor der kompakt auftretenden Hanseaten aufzubauen. Mittlerweile war eine halbe Stunde gespielt und der VfL zudem Zeitpunkt seit 300 Minuten ohne Gegentor. Eine Minute später wurde Idrissou auf links steil geschickt, setzte sich gegen Kacar durch und zog aus spitzem Winkel ab, scheiterte jedoch an Rost (31.).
Kurze Zeit später zwei Eckstöße des HSV in Serie, die jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führten (32., 33.). Unter dem Strich war das torlose Unentschieden in der ausgeglichenen Partie zu dem Zeitpunkt verdient und es sah alles nach einem solchen zur Halbzeitpause aus, doch vier Minuten vor dem Pausenpfiff versetzte Juan Arango die Borussen in einen Freudentaumel.
Der Venezolaner legte sich nach Foulspiel von Rincón an Idrissou das Spielgerät zurecht, zog aus etwa 30 Metern ab und vollendete um die Abwehrmauer zum 1:0 für den VfL in die Maschen (41.). Das Tor gab den „Fohlen", die im ersten Durchgang 62 Prozent Ballbesitzt zu verzeichnen hatten, sichtlich Auftrieb und Gelegenheiten zum Kontern. In der Nachspielzeit zog Hanke aus zwanzig Metern aus halbrechter Position ab, zog jedoch rechts vorbei (45. +1). So ging es nach 45 Minuten, des Kunstschusses von Juan Arango sei Dank, mit einer 1:0-Führung für die Borussen in die Kabine. Wäre an der Stelle Schluss gewesen, hätte die Borussia aufgrund der Spielstände der Konkurrenz das gänzlich rettende Ufer erreicht.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Die Spannung stieg in der Imtech Arena, denn mittlerweile führte Hoffenheim gegen Wolfsburg und Frankfurt lag in Dortmund mit 1:0 in Front. Die „Fohlen" standen dicht vor der gänzlichen Rettung, mussten dafür allerdings gewinnen.
Viel tat die Truppe von Lucien Favre jedoch nicht, sondern beschränkte sich tief stehend darauf, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Der HSV hingegen zeigte sich in der Phase zwar aktiver, brachte dabei jedoch nichts Zwingendes zustande. Torchancen blieben so auf beiden Seiten Mangelware. Lediglich einen Eckball hatten die Gastgeber zu verzeichnen, den Kacar aus fünf Metern aber am linken Pfosten vorbei köpfte (57.).
Wolfsburg hatte mittlerweile den Ausgleich in Hoffenheim erzielt, doch noch immer hatte der VfL den rettenden 15. Platz inne. Die letzen zwanzig Minuten brachen so langsam an und Michael Oenning nahm den ersten Wechsel vor. Ruud van Nistelrooy kam für Zé Roberto in die Partie (68.). Und der scheidende Niederländer sorgte gleich mit der ersten Aktion für den irgendwie in der Luft liegenden Ausgleich.
Der Stürmer tankte sich im Strafraum durch und überlupfte den herauseilenden ter Stegen. Dante rette per Kopf noch vor der Torlinie, doch Ben-Hatira drückte den Rebound und vollendete aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich für den HSV (71.). Wolfsburg hatte das Spiel gedreht und führte nun bei der TSG Hoffenheim. Damit ging es für die Borussen noch um die Relegation.
Die war allerdings zum Greifen nah, da der BVB gegen Frankfurt führte und die Eintracht somit direkt abgestiegen war. Den Borussen reichte demnach das Unentschieden in Hamburg. Gerade in der Schlussphase schienen die „Fohlen" unter dem immensen Druck zu leiden und agierten nervös, retteten jedoch das Unentschieden in der Nervenschlacht über die Zeit.
Borussia Mönchengladbach hat den noch vor Wochen nahezu feststehenden direkten Abstieg aus der Bundesliga vermieden und kann sich nun über die Relegation den endgültigen Klassenerhalt sichern - diese hat sich der VfL gerade aufgrund der guten letzten Wochen gleichermaßen verdient sowie erarbeitet und ist, gemessen am Saisonverlauf, sicherlich auch ein Erfolg ...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Hamburger SV: Rost - Diekmeier (85. Benjamin), Kacar, Westermann, Aogo - Tesche, Zé Roberto (68. Van Nistelrooy) - Rincón, Elia, Ben-Hatira - Guerrero (37. Pitroipa)
Weiter im Kader: Drobný (ETW), Castelen, Trochowski, Min Son
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen- Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Arango - Hanke (73. de Camargo), Idrissou
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Levels, Herrmann, Marx, de Camargo, Matmour
Tore: 0:1 Arango (41.), 1:1 Ben-Hatira (71.)
Gelbe Karten: Ben-Hatria / Arango, Stranzl
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)






