Borussia Mönchengladbach trotzte im Testspiel dem amtierenden Europa League- Sieger FC Porto ein torloses Remis ab. Vor etwa 4.000 Zuschauern im Oberhausener Niederrheinstadion sorgte allen voran Marc-André ter Stegen dafür, dass Porto zu keinem Treffer kam.
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| Der VfL trotzte dem FC Porto bei strömenden Regen in Oberhausen ein torloses Remis ab.Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
»Ich werde nicht viel wechseln«, hatte Lucien Favre im Vorfeld der Partie gegen den portugiesischen Meister angekündigt. Ein durchaus nachvollziehbares Vorgehen, denn schließlich befindet sich der VfL auf der Zielgerade der Vorbereitung und es gilt, sich für den Pflichtspielauftakt in zwei Wochen gegen den SSV Jahn Regensburg einzuspielen.
Dazu hatten sich die Borussen für das vorletzte Testspiel mit dem FC Porto ein hochkarätiges Kaliber ausgesucht. Bis auf Falcao, der mit der Nationalmannschaft von Kolumbien bei der Copa America im Einsatz ist, hatte der Europa League-Sieger all seine Stars an Bord.
Alle Mann an Bord hatte auch Lucien Favre. Bis auf Tobias Levels und Mo Idrissou hatte Borussias Trainer all seine Spieler mit nach Oberhausen genommen. Und schickte zu Beginn die Elf ins Rennen, die aller Voraussicht nach auch in Regensburg an den Start geht und für ein Weiterkommen im DFB-Pokal sorgen soll.
Vor Torhüter Marc-André ter Stegen bildeten Tony Jantschke, Martin Stranzl, Dante und Kapitän Filip Daems die Viererabwehrkette. Vor dieser agierten wie gewohnt Håvard Nordtveit und Roman Neustädter und auf der „Doppel-6", Marco Reus (rechts) und Lukas Rupp (links) besetzten im Mittelfeld die Seiten. In der Offensive liefen zunächst Igor de Camargo und Mike Hanke auf.
Bei strömenden Regen in Oberhausen hatte die Partie einen zunächst ruhigen Beginn. Borussia wartete ab und ließ den Gegner kommen, der FC Porto hingegen nahm von Beginn an das Heft in die Hand und marschierte nach vorne. Vor große Aufgaben konnte der europäische Spitzenclub den VfL dabei allerdings noch nicht stellen.
Nach gut zehn Minuten setzten die spielstarken Portugiesen dann die erste Duftmarke. Christian Sapurano brachte eine Flanke von der linken Seite auf den zweiten Pfosten. Dort lauerte Hulk, doch der Stürmer attackierte ter Stegen regelwidrig, sodass Bundesligaschiedsrichter die Szene zurecht abpfiff (13.). Kurze Zeit später zog Micael Rúben aus etwa zwanzig Metern ab, drosch den Ball aber über das Gehäuse (14.)
Porto hatte nach wie vor deutlich mehr Spielanteile und marschierte bei Ballbesitz förmlich überfallartig nach vorne. Und erspielte sich demzufolge Möglichkeiten. So auch nach gut einer Viertelstunde, als Hulk Torhüter ter Stegen im Strafraum mit einem Lupfer überlisten wollte, jedoch in dem Gladbacher Schlussmann seinen Meister fand (15.).
Drei Minutenspäter meldete sich der VfL erstmals am Strafraum der Gäste. Marco Reus setzte an der Strafraumgrenze zum Schuss an, doch die Porto-Abwehr war hellwach und sorgte somit dafür, dass Borussias ‚Rakete' nicht gezündet werden konnte (18.).
Die Portugiesen stellten die Borussen einige Male vor Probleme. Und das gerade dann, wenn die technisch starken Fußballer das Mittelfeld mit schnellen Ballstafetten überbrückten. Oftmals war da ein taktisches Foul von Nöten, um den Spielfluss zu unterbrechen.
So auch in Minute 20, als Marco Reus Hulk im Halbfeld zu Fall brachte. Den anschließenden Freistoß aus etwa 25 Metern von Hulk konnte ter Stegen lediglich nach vorne abwehren, während Walter den Rebound in den Oberhausener Abendhimmel schoss. Zwei Minuten später brachte die erste Ecke für Porto nichts ein (22.).
Kurze Zeit später wurde es turbulent. Nach rüdem Foulspiel von Hulk holte sich der Brasilianer die Gelbe Karte ab, im Anschluss gar Gelb-Rot, da er sich über seine erste Verwarnung beschwert hatte (23.). Und beim Gang in die Kabine wurde Hulk zum selbigen, der als Filmfigur bei Wut grün anlief. Das traf im übertragenen Sinne wohl auch auf den 24-Jährigen zu, denn beim Gang in die Kabine dürften bei diversen Tritten Gegenstände in Mittleidenschaft gezogen worden sein.
Der Platzverweis hatte auch Borussias Trainer Lucien Favre leicht auf die Palme gebracht, denn schließlich war ab diesem Zeitpunkt der ‚Trainingseffekt' hinüber. Und mit der Hinausstellung des Feinkostfußballers Hulk beruhigte sich die Partie auch ein wenig. Weder Borussia noch der FC Porto brachten sich offensiv zwingend in Szene. Bis auf einen Eckball für den VfL, ausgeführt von Marco Reus, tat sich vor beiden Toren nichts (30.).
So ging es nach 45 Minuten torlos in die Kabinen. Aus dieser betrat der VfL unverändert das mittlerweile tiefe Geläuf, während Porto zwei Wechsel vornahm. Allerdings hatte Lucien Favre nun im Mittelfeld auf eine Raute umgestellt. Roman Neustädter agierte vor der Abwehr, Nordtveit besetzte den rechten, Rupp den linken Flügel und Marco Reus agierte offensiv.
Mit dieser Umstellung wurden die „Fohlen" zwar etwas mutiger, doch die erste Gelegenheit gehörte Porto. Vier Minuten nach Wiederanpfiff war ter Stegen erneut mit einem starken Reflex zur Stelle und entschärfte den Schuss von Silvestre Varela. Die daraus resultierende Ecke köpfte Kleber nur haarscharf über das Tor (49.).
Dann war die Borussia mit einer Ecke an der Reihe. Neustädter verlängerte im Strafraum auf Stranzl, der nur knapp verpasste (55.). Drei Minuten später fasste sich Hanke ein Herz und zog aus etwa zwanzig Metern von halbrechts ab, setzte den Ball aber neben den langen Pfosten (58.). In der nächsten Szene war es erneut ter Stegen, der einen Rückstand verhinderte. Der Schlussmann blieb im Eins-gegen-Eins gegen Kleber Sieger (61.).
Neun Minuten später nahm Lucien Favre die ersten Wechsel vor. Martin Stranzl, Filip Daems, Håvard Nordtveit und Mike Hanke verließen den Platz, Roel Brouwers, Oscar Wendt und Raúl Bobadilla kamen in die Partie (70.).
Die letzten zwanzig Minuten plätscherten dann im wahrsten Sinne des Wortes mehr oder weniger ohne große Höhepunkte dahin, sodass es am Ende bei dem torlosen Remis blieb. Womit der VfL durchaus zufrieden sein kann, wenngleich im Offensivspiel wenige Akzente gesetzt worden und es noch Feintuning bedarf. Dafür blieb der VfL ohne Gegentor, wofür gerade Marc-André ter Stegen mit verantwortlich war. Der junge Keeper hat erneut seine Qualitäten unter Beweis gestellt und scheint für die kommende Spielzeit gut gerüstet.
Auf einem guten Weg ist auch Lukas Rupp. Der Neuzugang vom KSC hinterließ erneut einen guten Eindruck und ist in dieser Verfassung sicherlich eine Option für die linke Außenbahn. Unter dem Strich war es auch gegen zehn Portugiesen ein guter Test, aus dem Lucien Favre sicherlich seine Lehren ziehen wird.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (70. Brouwers), Dante, Daems (70. Wendt) - Nordtveit (70. Korb), Neustädter (80. Marx) - Reus, Rupp - de Camargo (80. Herrmann), Hanke (70. Bobadilla).
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW)
FC Porto: Helton (46. Barcali) - Sapunaru (75. Sereno), Rolando, Maicon (56. Otamendi), David (56. Fucile) - Souza (56. Fernando) - Joao Moutinho (75. Djalma), Ruben (56. Castro) - Walter (46. Kleber) Hulk, Varela (65. Christian)
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Herrmann / Hulk, Fernando, Castro
Gelb-Rote-Karte: Hulk (23. Meckern)
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)






