Mit einem 1:1-Unentschieden trennte sich Borussia Mönchengladbach im ersten Heimspiel der neuen Saison gegen den VfB Stuttgart. Vor 48.322 Zuschauern im Borussia-Park brachte Filip Daems den VfL per Foulelfmeter zunächst in Front, ehe Cacau für die Schwaben ausglich. Zudem flog Roel Brouwers mit Gelb-Rot vom Platz.
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| Filip Daems brachte den VfL per Foulelfmeter in Front. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre musste im ersten Heimspiel der Saison nach wie vor auf den an Wadenproblemen leidenden Martin Stranzl und kurzfristig auch auf Igor de Camargo verzichten.
Der Siegtorschütze von München hatte sich einen Abriss des Dornfortsatzes im dritten Brustwirbel zugezogen und bekam zunächst eine einwöchige Trainingspause verordnet.
Für den belgischen Nationalspieler bekam Raúl Bobadilla erstmalig nach seiner Rückkehr aus Saloniki die Chance, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Der Argentinier stürmte an der Seite von Mike Hanke.
Dazu stand Joshua King erstmalig im Aufgebot. Der Norweger nahm den Kaderplatz von de Camargo ein. Ansonsten blieb die Startformation im Vergleich zur Vorwoche im gewohnten 4-4-2-System unverändert.
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Nach einer tollen Choreographie der Nordkurve legte die Borussia vor einer tollen Kulisse gleich gut los. Marco Reus schaltete nach einem Ballgewinn blitzschnell, eilte seinen beiden Gegenspielern davon und tankte sich bis in den Strafraum. Dort setzte die „Rakete" zum Heber an, der jedoch knapp am Tor vorbei flog (02.).
Die Borussen blieben am Drücker und setzten die VfB weiter unter Druck. Dabei brachten ein Freistoß von Juan Arango (03.) und der erste Eckstoß nichts ein (04.). Aus diesem entwickelte sich der erste Angriff für die Gäste. Doch Roel Brouwers war zur Stelle und entschärfte die Situation (05.).
Dann hatte sich das Spiel etwas beruhigt und das Geschehen spielte sich überwiegend zwischen beiden Strafräumen ab. Torgelegenheiten waren demzufolge eher Mangelware. Die Schwaben hatten dabei zwar mehr Ballbesitz, doch der VfL machte geschickt die Räume eng, sodass es für die Gäste kein Durchkommen gab.
Bis zur 17. Spielminute, in der der VfB gut und gerne in Führung hätte gehen können. William Kvist setzte auf der rechten Seite Martin Harnik mit einem Pass genau in die Schnittstelle in Szene, der sofort abzog, die Kugel jedoch neben das Gehäuse setzte.
Auch die nächste Gelegenheit gehörte den Schwaben. Christan Gentner kam im Strafraum zum Abschluss, doch dieser bereitete Marc-André ter Stegen wenig Mühe (25.). Das schon eher nach gut einer halben Stunde, als der junge Schlussmann einen wuchtigen Kopfball von Gentner im Nachfassen unter Kontrolle brachte (32.).
Zu diesem Zeitpunkt also lediglich Chancen für die Truppe von Trainer Bruno Labbadia. Und das deshalb, weil die gut organisierten „Fohlen" gegen den ebenso kompakten VfB wenig Mittel fanden, um offensive Nadelstiche zu setzten.
Der VfB hatte weiter mehr vom Spiel und erarbeitete sich Möglichkeiten. Dabei führte der erste Eckstoß, ausgeführt von Hajnal nicht zum gewünschten Erfolg (38.). Eine Minute später zog Hajnal aus halblinker Position aus rund zwanzig Metern ab und visierte das linke oberer Eck an, doch ter Stegen war zur Stelle und wehrte das Leder nach rechts ab (39.).
Der Borussia fehlte im Offensivspiel über nahezu die gesamte erste Hälfte Entschlossenheit und Präzision. Bis zwei Minuten vor dem Pausenpfiff, wo der VfL die dickste Gelegenheit hatte. Mit einer schönen Ballstafette über Neustädter und Reus ging es ganz schnell nach vorne, doch der Nationalspieler verzog aus etwa fünfzehn Metern freistehend vor Torhüter Sven Ulreich (43.).
So ging es nach 45 Minuten torlos in die Kabinen. Die „Fohlen" waren gerade in den ersten Minuten ein ebenbürtiger Gegner, zogen sich dann aber zunehmend zurück und überließen den Schwaben weite Teile des Feldes. Gott sei Dank konnten diese ihre zahlreichen Chancen auch dank des erneut starken Marc-André ter Stegen nicht nutzen.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Feld. Und anders als zu Beginn des Spiels kam nun der VfB entschlossen aus der Kabine und setzte Nadelstiche. Erst zog Nationalstürmer Cacau aus etwa 30 Metern ab, drosch die Kugel jedoch weit neben das Tor (47.).
Eine Minute später wieder der Nationalstürmer, dessen Schuss nur knapp neben das Tor flog (51.). Dann lenkte ter Stegen das Leder mit einer guten Parade nach Schuss von über den Querbalken (52.). Die anschließende Ecke brachte nichts ein.
Zuvor hatte der VfL eine gute Gelegenheit, doch Bobadilla übersah an der Strafraumgrenze den freien Mann, versuchte es auf eigene Faust und schoss VfB-Schlussmann Ulreich die Kugel in die Arme (52.).
Der VfB war in dem intensiv geführten Spiel das aktivere Team und die Gladbach-Fans merken, dass ihre Mannschaft Unterstützung gut gebrauchen konnte und pushten die „Fohlen" nach vorne. Beinah hätte ihnen das geholfen, doch Arangos Schuss donnerte an das Außennetz (55.).
In der 67. Minute, jedoch zappelte der Ball im Netz des VfB. Håvard Nordtveit setzte Marco Reus mit einem schönen Pass in Szene. Borussias „Rakete" marschierte in den Strafraum und wurde dann von Kvist per Schupser unsanft zu Fall gebracht. Schiedsrichter Manuel Gräfe zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Von diesem zeigte sich Filip Daems gewohnt sicher und verwandelte zur 1:0-Führung für den VfL.
Der Borussia-Park bebte. Lange freuen durfte er sich über die Führung aber leider nicht. Vier Minuten später schlich sich Cacau am langen Pfosten frei und drückte den Ball nach einer Kopfball-Ablage zum 1:1-Ausgleich über die Linie (71.). Eine Minute zuvor war der Arbeitstag für Bobadilla zu Ende. Für den Argentinier kam Lukas Rupp zu seinem Heimdebüt (70.). Und auch Mathew Leckie kam zu seinem ersten Einsatz im heimischen Stadion. Der Australier kam für Mike Hanke in die Partie (77.).
Drei Minuten später musste Roel Brouwers nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz. Der Niederländer hatte Harnik im Zweikampf unglücklich attackiert (80.). In Unterzahl verteidigte die Borussia nun mit Mann und Maus. Nordtveit rückte in die Innenverteidigung und half mit dabei, den sich nun in der Gladbacher Hälfte festsetzenden VfB vom Tor fern zu halten.
Das gelang den Borussen, die somit den einen leistungsgerechten Punkt mit vereinten Kräften festhielten. Ein durchaus gewonnener Punkt. Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen rangiert der VfL nun auf dem vierten Tabellenplatz. Ein Start, mit dem die Borussen durchaus gut leben und auch zufrieden sein können. Einiges an Arbeit steht ihnen allerdings noch bevor.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus (83. Marx), Arango - Hanke (77. Leckie), Bobadilla (70. Rupp)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Herrmann, King
VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Taşçı, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanović - Harnik, Hajnal (72. Traoré), Gentner (77. Pogrepnyak) - Cacau
Weiter im Kader: Ziegler (ETW), Boka, Celozzi, Bauer, Okazaki
Tore: 1:0 Daems (67., Foulelfmeter), 1:1 Cacau (71.)
Gelbe Karten: Bobadilla, Brouwers, Jantschke / Molinaro, Kvist
Gelb-Rote-Karte: Brouwers (80., wiederholtes Foulspiel)
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)






