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HomeFohlenelfSpielberichte4:1! „Fohlen“ zerreißen „Wolfsrudel“

4:1! „Fohlen“ zerreißen „Wolfsrudel“

3. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg 4:1 (3:1)

Mit 4:1gewann Borussia Mönchengladbach am Freitagabend gegen den VfL Wolfsburg und übernimmt somit für eine Nacht die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Vor 43.224 Zuschauern im Borussia-Park sorgten Filip Daems per Foulelfmeter, Raúl Bobadilla und Marco Reus per Doppelpack für den hochverdienten Sieg.

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Marco Reus traf zweimal beim 4:1-Sieg der Borussia gegen Wolfsburg. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussias Trainer Lucien Favre musste gegen den VfL Wolfsburg seine Abwehr umstellen, nachdem Martin Stranzl aufgrund seiner Wadenprobleme weiterhin nicht zur Verfügung steht und Roel Brouwers aufgrund der gelb-roten Karte aus dem Stuttgart-Spiel eine Woche pausieren muss.

Für den Niederländer rückte wie im Vorfeld der Partie nahezu erwartet Håvard Nordtveit in die Innenverteidigung. Nordtveits Position im defensiven Mittelfeld übernahm Thorben Marx, der damit gleichzeitig sein Startelfdebüt gab und mit Roman Neustädter die „Doppel-6" bildete.

Wie bereits in der Vorwoche gegen Stuttgart begann das Sturmduo Raúl Bobadilla und Mike Hanke. Demzufolge nahmen Mathew Leckie und Joshua King zunächst auf der Bank Platz. Dort saß zum ersten Mal in dieser Spielzeit auch Neuzugang Matthias Zimmermann, der den von Brouwers freigewordenen Kaderplatz einnahm.

Bei optimalen äußerlichen Bedingungen hatte die Partie einen recht ruhigen Beginn. Beide Defensivreihen machten ihren Job, während offensiv wenig zündelnde Ideen zustande kamen. Dennoch investierte die Borussia in den Anfangsminuten etwas mehr.

Die erste kleine Schrecksekunde hatten indes die Hausherren in Minute 5 zu überstehen. Makoto Hasebe und Roman Neustädter prallten bei einem Zweikampf mit den Köpfen zusammen, woraus Neustädter eine Platzwunde davon trug, nach zweiminütiger Behandlung aber weiter machen konnte (07.).

Zwei Minuten später der erste Eckball für die „Fohlen" (09.). Doch zum gewünschten Erfolg führte dieser, ausgeführt durch Marco Reus, ebenso wenig, wie die beiden darauffolgenden Eckbälle Nummer zwei und drei (10., 11.).

Und eine weitere Minute später gingen die „Wölfe" mit dem ersten schnellen nach vorne getragenen Spielzug mit 1:0 in Front. Patrick Helmes setzte mit seiner Flanke von der linken Seite am rechten Strafraumeck Christian Träsch in Szene, der sofort auf Hasebe weiterleitete. Der Japaner ließ sich im Strafraum nicht aufhalten, zog aus etwa fünfzehn Metern ab und versenkte die Kugel im rechten Eck (12.).

Doch die Borussen ließen sich ob der überraschenden Führung nicht aus der Bahn werfen, sondern schlugen nur drei Minuten später zurück, wobei sie einen kapitalen Schnitzer von Simon Kjær eiskalt bestraften.

Der Däne legte sich den Ball zu weit vor und rutschte dann auch noch aus, Bobadilla war hellwach, schnappte sich die Kugel und passte dann am herauslaufenden Schlussmann Diego Benaglio vorbei zu Marco Reus, der aus etwa elf Metern ins leere Tor zum 1:1-Ausgleich einschob (15.).

Und mit dem Ausgleich im Rücken nahmen die Borussen mehr und mehr das Heft in die Hand und marschierten nach vorne. Dabei ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten, die aber zunächst ungenutzt blieben. So auch in Minute 21, als Arango der Ball förmlich vor die Füße flog, bei seinem Abschluss aber deutlich verzog.

Sechs Minuten später scheiterte der agile und rackernde Bobadilla nach tollem Doppelpass mit Reus aus sechzehn Metern an Benaglio (27.). Noch in gleicher Minute tankte sich auf der rechten Seite durch, traf jedoch lediglich das Außennetz.

Und fünf Minuten später zappelte die Kugel im Netz der Gäste aus der VW-Stadt. Marco Reus sprintete nach Zuspiel von Hanke in den Strafraum und wurde dort vom eingewechselten Michael Schulze zu Fall gebracht. Klare Sache: Foulelfmeter und gelbe Karte für den Wolfsburger. Vom Punkt zeigte sich Filip Daems wie gewohnt sicher und verwandelte ins rechte untere Eck zur 2:1-Führung für die Borussia (32.).

Der Borussia-Park kochte und sah, wie die „Fohlen" das Tempo hochhielten, nach vorne galoppierten und den „Wölfen" dabei wenig Luft zum atmen ließen. Allen voran Raúl Bobadilla sorgte in der Offensive für Wirbel und rackerte unermüdlich.

Zunächst hatte der Argentinier mit einem abgefälschten Schuss, dessen Ecke nichts einbrachte, Pech (38.), doch kurz vor dem Pausenpfiff belohnte sich der bullige Stürmer für seinen Einsatz. Nach Eckball von Arango verlängerte Schäfer zu Bobadilla, der aus kurzer Distanz nur noch den Kopf hinhalten musste und zum 3:1 einnickte (45.). Wenige Minuten zuvor hatte bereits Mike Hanke das dritte Tor auf dem Fuß, doch der Angreifer beförderte die Kugel nach Vorarbeit von Bobadilla aus kurzer Distanz über die Querlatte (41.).

So ging es für die Borussen mit einer 3:1-Führung in die Kabinen, in die die Borussen mit Applaus geschickt wurden. Und das zurecht, denn der VfL diktierte nach dem Ausgleich klar das Geschehen, brannte ein wahres Offensivfeuerwerk ab und lag auch in der Höhe verdient in Front.

Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaftwen unverändert das Spielfeld. Und die Borussen versteckten sich trotz der komfortablen Führung nicht, sondern nahmen gleich wieder Fahrt auf. Arango versuchte sich mit einem Freistoß aus dem Halbfeld, setzte diesen aber über das Tor (47.). Drei Minuten später flankte Reus von der linken Seite in den Strafraum zu Bobadilla, der sofort abzog, aber im Schweizer Nationaltorhüter Benaglio seinen Meister fand (50.).

Auch die nächste dicke Möglichkeit gehörte den Borussen. Neustädter hielt nach Zuspiel von Hanke aus sechzehn Metern voll drauf, doch Benaglio war zur Stelle, und parierte mit einem starken Reflex (53.). Während die „Wölfe" weiterhin rein gar nichts zu melden hatten, so spielte die Truppe von Lucien Favre Angriffsfußball vom Feinsten und erspielte sich Chance um Chance.

Es hätte gut und gerne längst 4:1 oder 5:1 stehen können, wenn nicht müssen. Da die Borussen zu dieser Phase hinten weiter nichts anbrennen ließen, waren die vergebenen Möglichkeiten mehr als zu verkraften.

Und gerade, als die Gäste etwas besser in das Spiel gefunden hatten, stachen die Borussen zum vierten Mal zu. Nach einem tollen Spielzug von der rechten Seite über Neustädter und Arango war es Marco Reus, der den Ball am langen Pfosten volley nahm und das Leder zum 4:1 in die Maschen hämmerte (67.).

Damit war die Messe endgültig gesungen. „Oh, wie ist das schön", sangen die Fans in der Nordkurve, als die letzten zwanzig Minuten angebrochen waren. Womit sie zweifelsohne Recht hatten. Die Borussia bot Offensivfußball vom Feinsten, was eine Statistik zu diesem Zeitpunkt eindeutig belegte: 20:6 Torschüsse für die Gastgeber sprachen eine eindeutige Sprache.

Während Bobadilla neun Minuten vor Abpfiff seinen verdienten Beifall erhielt und für Mathew Leckie das Feld verließ (81.), so spielte die Borussia in der Schlussphase ihren Stiefel souverän runter und ging am Ende als hochverdienter 4:1-Sieger vom Platz.

Ein tolles und beeindruckendes Fußballspiel seitens der „Fohlen", die dem „Wolfsrudel" in ihrem „Bau" nicht den Hauch einer Chance ließ. Ein toller Start der Borussen, die sich so den Sprung an die Tabellenspitze durchaus verdient haben. Eine Momentaufnahme, aber eine tolle und sehr schöne ...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Nordtveit, Dante, Daems - Marx, Neustädter - Reus (88. Herrmann), Arango - Bobadilla (81. Leckie), Hanke (86. King)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Zimmermann, Rupp

VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Kjær, Russ, Schäfer - Träsch, Josué (83. Knoche) - Salihamidžić (23. Schulze), Hitzlsberger - Helmes, Mandžukić (58. Lakić)

Weiter im Kader: Hitz (ETW), Dejagah, Madlung, Polák

Tore: 0:1 Hasebe (12.), 1:1 Reus (15.), 2:1 Daems (32., Foulelfmeter), 3:1 Bobadilla (45.), 4:1 Reus (67.)

Gelbe Karten: Hanke / Schulze, Russ

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)


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