In Abwesenheit zahlreicher Stammkräfte hat Borussia Mönchengladbach am Samstag das Testspiel gegen den MSV Duisburg mit 3:1 gewonnen. Vor 3000 Zuschauern im ausverkauften Erftstadion des SC Kapellen erzielten Martin Stranzl, Mike Hanke und Roman Neustädter die Treffer für den VfL, die alle aus Standardsituationen resultierten.
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| Yuki Otsu bereitete zwei Tore vor. Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Um trotz Länderspielpause im Spielrhythmus zu bleiben, traten die Borussen wie viele andere Mannschaften an diesem spielfreien Wochenende auch, zum Testspiel an.
Dabei fungierte die Spielstätte von Borussias Kooperationspartner SC Kapellen-Erft, der in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert, als Austragungsort. 3000 Zuschauer, das hatte es in der Art zuletzt vor 30 Jahren in diesem Kreis gegeben.
Borussias Trainer Lucien Favre musste gegen den Zweitligisten auf zahlreiche seiner Akteure verzichten, die mit ihren Nationalteams in der EM-Qualifikationen um Punkte kämpfen.
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Zudem machten die angeschlagenen Marco Reus und Marc-André ter Stegen, die erkrankten Filip Daems und Raúl Bobadilla und Juan Arango (Sonderurlaub) die Reise nach Kapellen nicht mit. Stattdessen durften die U19-Youngster Marcel Ewertz, Moritz Göttel, Christoph Zimmermann bei den Profis ihre Visitenkarte abgeben.
Auf der anderen Seite konnte der Schweizer wieder auf Martin Stranzl zurückgreifen. Der Österreicher hatte seine langanhaltende Wadenblessur überwunden, lief auch gleich mit der Kapitänsbinde am Arm von Beginn auf und bildete mit Roel Brouwers die Innenverteidigung. Während KSC-Neuzugang Matthias Zimmermann (rechts) und Dante (links) die Viererkette vervollständigten, so bildeten Julian Korb und Thorben Marx die „Doppel-6".
Borussias zweiter Neuzugang vom KSC, Lukas Rupp (rechts) und Yuki Otsu (links) komplettierten das Mittelfeld. Mike Hanke und Mathew Leckie agierten im gewohnten 4-4-2-System in der Offensive.
Bei brütender Hitze waren es zunächst die ‚Zebras', die die ersten Duftmarken setzten. Dabei brachte der erste Eckstoß ebenso wenig ein (06.), wie eine Minute später der Schlenzer von Emil Jula, der Gladbachs Torhüter Christofer Heimeroth zwar überwunden hatte, das Leder jedoch am leeren Tor vorbei setzte (07.).
Zwei Minuten später meldeten sich die „Fohlen" erstmals vor dem von Florian Fromlowitz gehüteten MSV-Tor. Matthias Zimmermann setzte zum Schuss an, doch dieser verfehlte das Ziel aus etwa sechzehn Metern nur um wenige Meter (09.).
Doch drei Minuten später zappelte die Kugel erstmals im Tor der „Zebras". Yuki Otsu brachte die erste VfL-Ecke von rechts präzise in den Strafraum. Dort sprang Martin Stranzl am höchsten und versenkte die Kugel mit einem wuchtigen Kopfball zur 1:0-Führung in die Maschen (12.).
Eine verdiente Führung für die „Fohlen", die bis dato mehr Ballbesitz zu verzeichnen hatten und zudem die agilere Mannschaft waren. In der Folgezeit verflachte die Partie zunehmend. Anlehnend an das tolle Wetter hatte das Spiel Sommerfußball-Charakter. Das Spielgeschehen spielte sich eher zwischen beiden Strafräumen ab, Torraumszenen waren aufgrund dessen Mangelware.
Demzufolge konnte auch Christofer Heimeroth einen ruhigen Nachmitttag verbringen, denn auch bei den Eckstößen drei und vier des MSV musste er nicht eingreifen. Auf Seiten der Borussen brachte ein Freistoß von Otsu Mitte der Halbzeit nichts ein (25.). Doch gerade der Japaner zeigte insgesamt eine sehr engagierte Partie und ließ durchblicken, unbedingt in die erste Elf zu wollen.
Marschierten die „Zebras" nach vorne, dann vornehmlich über Borussias linke Seite. Dort war Dante in ungewohnter Position zwar auf der Hut, ließ sich offensiv jedoch weniger blicken. So ging es nach 45 eher weniger aufregenden Minuten in die Kabine.
Während MSV-Coach Milan Milan Šašić seine Profis zum zweiten Durchgang unverändert auf das Spielfeld schickte, so nahm Lucien Favre einen Wechsel vor. Roman Neustädter kam für Dante in die Partie und nahm neben Marx seine angestammte Position im defensiven Mittelfeld ein. Stattdessen rückte Julian Korb auf die linke Abwehrseite.
Und die Borussen kamen schwungvoll aus der Kabine und marschierten auch gleich nach vorne. Zwar zappelte die Kugel fünf Minuten nach Wiederanpfiff im Netz, doch dieser fand aufgrund der Abseitsstellung von Roel Brouwers keine Anerkennung (50). Dem vermeintlichen Treffer war ein schöner Freistoß von Mike Hanke vorausgegangen, den Fromlowitz lediglich abklatschen lassen konnte.
Der VfL befand sich weiter im Vorwärtsgang und erspielte sich Tormöglichkeiten. So auch in Minute 55, als Lukas Rupp nach Zuspiel von Mike Hanke aus etwa zwanzig Metern abzog und nur wenige Meter am Tor vorbei zog. Doch drei Minuten später hieß es dann 2:0 für die Borussia. Nach einem schönen Freistoß von Yuki Otsu war es Hanke, der im Strafraum parat stand und aus elf Metern einköpfte (58.).
Und nur wenige Minuten später hätte der spielfreudige und auffällige Otsu auf 3:0 erhöhen können, scheiterte jedoch an MSV-Keeper Fromlowitz (64.). Sechs Minuten später stand es dann 3:0, erneut nach einer Standardsituation. Roman Neustädter zimmerte das Leder mit einem schönen Schuss ins rechte obere Eck (70.). »Mike Hanke sollte schießen, aber die Mauer stand nicht so gut. Da haben wir Roman gerufen und der hatte keine Zeit, groß zu überlegen«, ließ Kapitän Stranzl nachher wissen.
Damit war die Messe in Kapellen zu Gunsten der Borussen gesungen, sodass Lucien Favre im weiteren Verlauf noch drei Wechsel durchführte. Marcel Ewertz, U19-Torjäger Moritz Göttel und Christoph Zimmermann kamen für Thorben Marx, Mike Hanke und Martin Stranzl in die Partie. »Für die lange Pause war es ganz in Ordnung. Wichtig ist, dass der Muskel gehalten hat«, freute sich Stranzl.
Derweil kam der MSV sieben Minuten vor Abpfiff noch zu seinem Ehrentreffer. Daniel Reiche überwand Christofer Heimeroth dabei mit einem sehenswerten Lupfer (83.). Das war der Schlusspunkt unter einer Partie, die die Borussen unter dem Streich verdient gewonnen hatten.
Wenngleich der Sieg auch nicht über zu bewerten ist. »Es war eine bessere Trainingseinheit um im Rhythmus zu bleiben oder Spielpraxis zu bekommen«, sagte Lucien Favre und hatte phasenweise aber guten Fußball seiner Schützlinge gesehen. »Ab und zu haben wir gut kombiniert und die Standardsituationen provoziert, aus denen wir die drei Tore gemacht haben«.
Und daran hatte vor allen Dingen Yuki Otsu seinen Anteil. »Er hat sich gut bewegt«, stellte Lucien Favre dem Japaner zurecht ein gutes Zeugnis aus. »Wie alle anderen eigentlich auch, was bei diesem Wetter nicht so einfach war«.
Der Japaner bereitete zwei Treffer vor und präsentierte sich auch ansonsten sehr agil. »Ich bin fit und komme immer besser in Fahrt. Aber es geht natürlich noch besser«, gab Otsu nach seinem Auftritt zu Protokoll und fühlt sich mittlerweile in Gladbach sehr wohl, gleichzeitig aber noch Kommunikationsprobleme einräumte. »Zwei Tore vorzubereiten ist nicht schlecht, aber ich möchte natürlich auch selbst treffen«.
Nach dem morgigen Auslaufen dürfen die Borussen am Montag einen freien Tag genießen, ehe am Dienstag die Vorbereitung auf das kommende Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern beginnt.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Zimmermann, Brouwers, Stranzl (79. C. Zimmermann), Dante (46. Neustädter) - Korb, Marx (79. Ewertz) - Rupp, Otsu - Hanke (79. Göttel), Leckie
Weiter im Kader: Kompalla (ETW)
MSV Dusiburg: Fromlowitz - Kern, Bajic, Soares (60. Bollmann), Berberovic (60. Reiche) - Pliatsikas, Brosinski (65. Exslager), Gjasula (70. Kunt), Wolze - Domovchiyski (65. Shao), Jula
Weiter im Kader: Wiedewald (ETW), Karimow, Hemmen
Tore: 1:0 Stranzl (12.), 2:0 Hanke (58.), 3:0 Neustädter (70.), 3:1 Reiche (83.)
Gelbe Karten: -/ Berberovic
Bes. Vorkommnisse: keine






