Mit 1:0 gewann Borussia Mönchengladbach am Samstag beim Hamburger SV, setzt somit den Höhenflug fort und rückt vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga vor. Vor 55.797 Zuschauern in der Imtech-Arena sorgte Igor de Camargo mit seinem Tor für den am Ende verdienten Sieg des VfL.
![]() |
| De Camargo sorgte mit seinem Tor für den 1:0-Sieg des VfL beim HSV. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre konnte in Hamburg entgegen der Befürchtungen auf Torhüter Marc-André ter Stegen, der sich am Donnerstag bei einem üblen Zusammenprall mit Torwarttrainer Uwe Kamps zwei Zähne angebrochen hatte und mit Mundschutz spielte, und auf Igor de Camargo zurückgreifen.
Der belgische Nationalspieler musste unter der Woche zwar aufgrund von Adduktorenproblemen kürzer treten, bestand jedoch den Härtetest am Freitag und konnte so die Reise in die Hansestadt mit antreten. Mike Hanke hingegen konnte das nicht. Der Angreifer leidet unter einer Innenbandreizung im rechten Knie und musste daher passen.
|
Verwandte Themen: » »Haben uns diesen Start zusammen erarbeitet«» Favre: »Ich hatte totales Vertrauen« |
Während KSC-Neuzugang Lukas Rupp den dadurch freigewordenen Platz im 18er-Kader einnahm, so änderte Favre seine Startformation im Vergleich zur Vorwoche auf lediglich einer Position.
Doch nicht wie nahezu erwartet stürmte Raúl Bobadilla im gewohnten 4-4-2-System an der Seite von Igor de Camargo, sondern Marco Reus rückte in die Offensive und agierte als ‚Schattenstürmer'. Patrick Herrmann besetzte stattdessen die rechte Mittelfeldseite und kam so zu seinem ersten Saisoneinsatz von Beginn an.
Auf Seiten des HSV stand mit Ex-Borusse Marcell Jansen ein alter Bekannter in der Anfangself. Ein Weiterer stand mit Trainer Michael Oenning an der Seitenlinie.
Von Anpfiff an waren es die Gastgeber, die die Initiative ergriffen und nach vorne marschierten. In Gefahr bringen konnte der HSV den VfL bei den Bemühungen allerdings nicht. Die erste Gelegenheit für die „Fohlen" ergab sich durch eine Standardsituation in Form, des ersten Eckballs, den Patrick Herrmann herausgeholt hatte. Einbringen sollte dieser allerdings ebenso wenig, wie der anschließende schnelle Konter der Gastgeber (06.).
In der Folgezeit hielt sich der Unterhaltungswert der Partie in Grenzen. Der HSV war zwar optisch überlegen, konnte die gewohnt kompakt und sicher stehende VfL-Defensive aber nicht in Verlegenheit bringen. So spielte sich das Geschehen überwiegend im Mittelfeld ab.
Der erste Torschuss der Partie war den Borussen vorbehalten. Juan Arango zog aus der Ferne ab, doch der Schuss wurde geblockt (17.). Vier Minuten später gab der Bundesliga-Dino den ersten Warnschuss ab. Tomás Rincón versuchte sich von der Strafraumgrenze, drosch das Leder aber weit in den Hamburger Himmel (21.).
Die Borussen beschränkten sich zu dieser Phase eher darauf, sicher zu stehen. Während sie das auch taten, so blieben Nadelstiche aus. Eine gute Gelegenheit ergab sich indes in Minute 28. Nach einem öffnenden Pass von Dante erreichte Herrmann im Strafraum das Leder, der auf Marco Reus ablegte. Der Nationalspieler fackelte am Strafraum freistehend nicht lange, setzte das Leder aber neben den rechten Pfosten.
Mittlerweile war der VfL aufgewacht und machte mehr, ohne dabei allerdings ein Offensivfeuerwerk abzubrennen. Das galt auch für den HSV, weshalb es sich der VfL in der Defensive mehr oder weniger gemütlich machen konnte. Bis zum Pausenpfiff blieb es eine zähe Partie und sehr mäßige Partie ohne große Höhepunkte, sodass es torlos in die Kabinen ging. Gerade auch offensiv blieb Borussia in den ersten 45 Minuten vieles schuldig.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Und nun waren es die „Fohlen", die das Heft in die Hand nahmen und Nadelstiche setzten. Erst zwang de Camargo nach Zuspiel von Reus HSV-Schlussmann Drobný zu einer Fußabwehr (48.), ehe der Schlussmann einen Freistoß von Arango entschärfte (50.).
Vier Minuten später brachte eine weitere Ecke nichts ein (54.). Ein guter Beginn der Borussen, leider ohne Ertrag. Und damit war der Schwung nach Wiederanpfiff auch erst mal verpufft.
Eine knifflige Situation hatten die Borussen wenige Minuten später zu überstehen. Nach einer Flanke auf den langen Pfosten köpfte Tesche Filip Daems an den Oberarm. Es hätte durchaus Strafstoß geben können, doch zum Glück blieb die Pfeife von Schiedsrichter Sippel stumm (59.).
Und stumm blieb auch der überwiegende Teil der Zuschauer sieben Minuten später - zumindest dann, wenn man HSV-Anhänger war. Gerade wenige Sekunden waren Håvard Nordtveit und Raúl Bobadilla für Thorben Marx und Patrick Herrmann auf dem Platz, als Igor dem Camargo den VfL in Führung brachte. Nach Freistoß von Arango war der belgische Nationalspieler im Strafraum zur Stelle, setzte sich im Luftduell gleich gegen zwei Gegenspieler durch, und köpfte zum 1:0 ein (66.).
Der VfL ruhte sich im weiteren Verlauf keineswegs auf dem knappen Vorsprung aus, sondern versuchte nachzulegen. Bereits zwei Minuten nach der Führung hätte das 2:0 fallen können, doch HSV-Keeper Drobný war auf dem Posten und klärte mit einer Glanztat gegen Reus (68.).
Weiterhin hatte der VfL zu dieser Zeit alles im Griff und suchte die endgültige Entscheidung. Doch abermals konnte sich der HSV bei Drobný bedanken. Der Schlussmann parierte mit einer Riesentat den Hammer von Arango, ehe er nach der anschließenden Ecke erneut auf der Hut war und den Kopfball von Brouwers entschärfte (77.).
Borussias Defensive stand weiterhin sicher und kam im weiteren Verlauf auch gerade deshalb nicht in Verlegenheit, weil der sichtlich verunsicherte HSV rein gar nichts mehr zustande brachte.
So blieb es am Ende beim zwar knappen, aber gerade aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang verdienten 1:0-Sieg. Die Borussia setzt ihren Höhenflug fort und bleibt mit dem vierten Saisonsieg und nunmehr dreizehn Zählern in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga. Und kann nach den Sonntagsspielen lediglich auf Tabellenplatz drei abrutschen - eine Momentaufnahme, aber eine mehr als erfreuliche und verdiente.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Hamburger SV: Drobný - Mancienne, Westermann, Rajković, Aogo - Rincón, Tesche - Jarolim (69. Berg), Skjelbred (56. Son), Jansen (56. Töre) - Petrić
Weiter im Kader: Mickel (ETW), Diekmeier, Bruma, Nagy
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Marx (66. Nordtveit), Neustädter - Herrmann (66. Bobadilla), Arango - Reus, de Camargo (90.+3 Stranzl)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Rupp, Leckie
Tore: 0:1 de Camargo (66.)
Gelbe Karten: Jarolim, Tesche / Neustädter, Reus, Arango
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)






