Mit abermals 1:0 gewann Borussia Mönchengladbach am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg und übernimmt somit mit nunmehr 16 Punkten zumindest für ein paar Stunden die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Vor 51.117 Zuschauern im Borussia-Park sorgte Filip Daems per Foulelfmeter für den am Ende hochverdienten Sieg.
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| Filip Daems sorgte mit seinem verwandelten Strafstoß für den Sieg gegen den "Club". Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Auch gegen die Franken musste Borussias Trainer Lucien Favre Umbaumaßnahmen durchführen. Und das in der Viererkette, da Roel Brouwers aufgrund einer muskulären Reizung am Sitzbein nicht zur Verfügung stand.
Für den Niederländer lief Martin Stranzl erstmals in dieser Saison von Beginn an auf und verteidigte an der Seite von Dante.
Und auch Lukas Rupp musste aufgrund von Hüftproblemen passen. Während Matthias Zimmermann für den 20-Jährigen in den 18er-Kader rückte, so war Mike Hanke nach seinen überwundenen Knieproblemen wieder einsatzbereit.
Der Angreifer lief auch gleich wieder von Beginn an auf und bildete mit Igor de Camargo das Sturmduo.
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Das hatte zur Folge, dass Patrick Herrmann der Startelf weichen musste und Marco Reus wieder auf die rechte Mittelfeldseite zurückkehrte. Weiter stand Joshua King im Aufgebot, Mathew Leckie im Vergleich zur Vorwoche hingegen nicht. Der Australier ging stattdessen mit der U23 auf Punktejagd. Ansonsten blieb die Formation im gewohnten taktischen 4-4-2-System unverändert.
Bei schönstem Fußballwetter legte der VfL gleich los wie die Feuerwehr, marschierte nach vorne und kam so nach bereits 40 Sekunden zur ersten Möglichkeit. Marco Reus setzte mit einer Flanke von der rechten Seite Igor de Camargo in Szene, der aus vollem Lauf auf das Tor köpft. Doch FCN-Schlussmann Alexander Stephan war auf dem Posten und lenkte das Leder über die Querlatte (01.). Die anschließende Ecke durch Juan Arango blieb wirkungslos (02.).
Und das blieb auch der daraus resultierende Konter der Franken, den die Borussen rechtzeitig stoppen konnten. Noch in der gleichen Spielminute setzte der VfL den nächsten Nadelstich. Mike Hanke setzte de Camargo im Fünfmeterraum in Szene, doch die Gäste-Abwehr war auf der Hut.
Nach munteren Anfangsminuten hatte sich das Geschehen in der Folgezeit etwas beruhigt. Beide Teams suchten zwar den Weg nach vorne, konnten sich jedoch gegen die jeweils gut organisierten Defensivreihen nicht zwingend in Szene setzten. Und auch die Standardsituationen, Marco Reus für den VfL (16.), konnten auf beiden Seiten nicht für Torgefahr sorgen.
Dennoch hätte der VfL nach gut einer Viertelstunde gut und gerne in Führung gehen können, wenn nicht müssen. Nach einer schönen Ballstafette über Thorben Marx, de Camargo und Marco Reus war es der Nationalspieler, der im Strafraum alleine vor Schlussmann Stephan auftauchte und die Kugel nur um Haaresbreite am linken Pfosten vorbeisetzte (17.).
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der ‚Club' zwar mehr Ballbesitz zu verzeichnen, konnte dabei aber nicht gefährlich werden. Und das auch deshalb, weil die Hausherren gewohnt kompakt standen. Anders die Borussen, die nach Ballbesitz blitzschnell und temporeich umschalteten und den Weg nach vorne suchten. Doch zwingende Möglichkeiten ergaben sich daraus ebenso wenig, da die Franken weiterhin ebenso sicher standen und dem VfL wenig Abschlussmöglichkeiten gab.
So notierten die Statistiker nach einer halben Stunde auch bei den Ecken ein ausgeglichenes und gerechtes Verhältnis, nämlich 3:3. Tore waren allerdings Fehlanzeige. Allerdings hätten Juan Arango und erneut Marco Reus diesen Zustand nach etwas mehr als einer halben Stunde zu Gunsten der Borussen ändern können.
Zunächst setzte Arango das Spielgerät nach tollem Zuspiel von Reus auf links freistehend aus etwa sechzehn Metern weit über das Tor (33.), ehe Borussias ‚Rakete' kurze Zwei später das Ziel nur um Zentimeter verfehlte (34.).
Während der VfL, im Defensivverbund nach wie vor sehr geordnet und dicht gestaffelt, mittlerweile in der Eckenstatistik mit 5:3 vorne lag, so wäre eine Führung für die Borussia nun mehr als verdient gewesen, denn sie machten in dieser Phase deutlich mehr für das Spiel und hatte die klareren Möglichkeiten.
Die „Fohlen" blieben weiter am Drücker und setzten Nadelstiche. Da aber gerade auch de Camargo seine Möglichkeit nicht verwerten konnte (40.), ging es mit einem torlosen Remis in die Kabine.
Es war bis dato das vorhergesagte Geduldsspiel. Die Borussen standen gewohnt sicher, ließen defensiv rein gar nichts zu, und hatten offensiv die deutlich besseren Möglichkeiten. Der einzige Vorwurf in den ersten 45 Minuten: Der VfL nutzte keine dieser, um so verdient in Führung liegend in die Pause zu gehen.
Während Lucien Favre seine Mannschaft zum zweiten Durchgang unverändert auf das Spielfeld schickte, so nahm FCN-Coach Dieter Hecking einen Wechsel vor. Almog Cohen kam für Markus Mendler in die Partie.
Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten die Borussen den guten Schwung zum Ende der ersten Hälfte ein wenig verloren und begann verhalten. Das traf aber auch auf die ‚Cluberer' zu, die offensiv ebenso wenig in Erscheinung traten. So plätscherte die bis dahin fair geführte Partie mehr oder weniger ohne große Höhepunkte dahin.
Während sich Nürnberg dann etwas aktiver zeigte und dabei mehr Druck ausübte, so hatten die Borussen siebzehn Minuten nach Wiederanpfiff die erste echte gute Torchance des zweiten Durchgangs. Igor de Camargo setzte Roman Neustädter auf der rechten Seite in Szene, der freistehend von der Strafraumgrenze abzog, das Leder aber knapp am langen Pfosten vorbei setzte (58.).
Fünf Minuten später nahm Lucien Favre den ersten Wechsel vor. Raúl Bobadilla kam für Mike Hanke ins Spiel (63.). Noch in der gleichen Spielminute die erste gute Gelegenheit für den ‚Club'. Nach schönem Zuspiel von Markus Feulner war es Alexander Esswein, der auf der rechten Seite aus spitzem Winkel lediglich das Außennetz traf.
Vier Minuten später köpfte Neustädter die Kugel nach Freistoß von Reus lediglich in die Arme von Torhüter Stephan (67.). Längst lag der VfL in der Eckenstatistik vorne und hätte auch im Spiel vorne liegen müssen. Und dafür hätte Raúl Bobadilla in Minute 73 sorgen müssen, doch der Argentinier scheiterte nach Steilpass von de Camargo im Alleingang am starken FCN-Keeper Stephan.
Doch zwei Minuten später bebte der Borussia-Park, denn der VfL sorgte für die erlösende Führung. Marco Reus drang mit Tempo in den Strafraum ein und ging nach Körperkontakt mit Javier Pinola zu Boden. Schiedsrichter Kircher zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Von diesem zeigte sich Filip Daems gewohnt sicher und verwandelte zur 1:0-Führung für den VfL (75.).
Die Borussen lagen nun endlich hochverdient in Front und versuchten in der Folgezeit, den Vorsprung auszubauen. Allen voran Marco Reus hätte vier Minuten vor Abpfiff für die endgültige Entscheidung sorgen können, doch der Nationalspieler hatte an diesem Tag bei seinen zahlreichen Tormöglichkeiten kein Glück im Abschluss. Wiedermal tauchte die ‚Rakete' frei vor Stephan auf, scheiterte jedoch an dem glänzend parierenden Schlussmann (86.).
Die ‚Cluberer' versuchten in der Schlussphase zwar mit aller Macht den Ausgleich zu erzielen, konnten die Borussen jedoch dabei nicht mehr in große Gefahr bringen. So blieb es am Ende beim zwar knappen, aber unter dem Strich hochverdienten 1:0-Sieg für den VfL, der sich somit zumindest für ein paar Stunden an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga setzte.
Der Höhenflug geht also erfreulicherweise weiter und Borussia grüßt von oben ...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Marx (87. Nordtveit), Neustädter - Reus, Arango - Hanke (63. Bobadilla), de Camargo
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Zimmermann, Herrmann, King
1.FC Nürnberg: Stephan - Chandler, Klose, Wolfscheid, Pinola - Feulner, Simons - Hegeler (78. Eigler), Mendler (46. Cohen), Esswein (81. Bunjaku) - Pekhart
Weiter im Kader: Uphoff (ETW), Plattenhardt, Maroh, Mak
Tore: 1:0 Daems (75., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Bobadilla / Klose
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)






