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Elfmeterheld ter Stegen sichert Einzug ins Achtelfinale

2. Hauptrunde DFB-Pokal: 1. FC Heidenheim - Borussia Mönchengladbach 3:4 n. E. (0:0 n. V.)

Mit 4:3 nach Elfmeterschießen gewann Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend in der 2. Runde des DFB-Pokals bei Drittligist 1. FC Heidenheim und darf sich somit über den Einzug in das Achtelfinale freuen. Vor 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Voith-Arena avancierte Marc-André ter Stegen mit zwei gehaltenen Elfmetern zum Matchwinner.

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Auch Marco Reus gelang in 120 Minuten kein Treffer. Foto: Dirk Päffgen für Fohlen-Hautnah.de

Borussias Trainer Lucien Favre musste in Heidenheim auf den nach wie vor verletzten Igor de Camargo (Teilabriss des Innenbandes) und Raúl Bobadilla, der sich nach seinem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich noch im Aufbautraining befindet, verzichten.

Dagegen stand Mathew Leckie nach seinem überstandenden Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder zur Verfügung, rückte in das Aufgebot und nahm zunächst auf der Bank Platz.

Während Juan Arango seine aus dem Hoffenheim-Spiel davongetragenen Rückenbeschwerden überwunden hatte und so wie gewohnt mitwirken konnte, so galt gleiches für Filip Daems.

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Der Belgier, der zuletzt gegen Hoffenheim aufgrund eines grippalen Infekts passen musste, kehrte auf die linke Abwehrseite zurück und übernahm zudem wieder die Kapitänsbinde, die zuletzt Martin Stranzl getragen hatte.

Demzufolge musste Oscar Wendt der Startelf weichen und auf der Bank Platz nehmen. Dort fand sich nach langer Zeit etwas überraschend auch Tony Jantschke wieder. Für den 21-Jährigen verteidigte Martin Stranzl rechts, während Roel Brouwers in die Innenverteidigung rückte. Zudem kam Thorben Marx für den zuletzt formschwachen Håvard Nordtveit in die Partie und bildete mit Roman Neustädter die „Doppel-6".

Auf Seiten des Drittligisten standen mit Nico Frommer und Andreas Spann zwei Ex-Borussen in der Startformation.

Von Beginn an waren es die Borussen, die die Initiative ergriffen und versuchten, die Gastgeber unter Druck zu setzten. Das gelang zunächst jedoch nur bedingt, da es gegen den dicht gestaffelten Heidenheimer Defensivverbund nur wenig Durchkommen gab. So kamen die feldüberlegenen Borussen lediglich zu zwei Halbchancen. Beide durch Marco Reus, der beide Male jedoch deutlich verzog (05., 11.).

Drei Minuten später setzte Heidenheim den ersten Nadelstich. Andreas Spann zog aus etwa zwanzig Metern ab, Martin Stranzl blockte den Schuss zum ersten Eckstoß für die Gäste. Diese brachte im Anschluss nichts ein (14.). Die nächste Offensivaktion gehörte wieder dem VfL. Nach dem ersten Eckstoß durch Marco Reus hämmerte Juan Arango dass Leder am zweiten Pfosten lauernd über das Gehäuse (16.).

Zwei Minuten später musste Reus nach einem Zweikampf mit Schittenhelm an der Außenlinie am Sprunggelenk behandelt werden, konnte jedoch wieder ins Geschehen eingreifen (18.). Die Borussen diktieren weiter das Geschehen und erspielten sich Tormöglichkeiten.

Sieben Minuten später konnte Heidenheim-Schlussmann Frank Lehmann den strammen Schuss von Roman Neustädter nur nach vorne abklatschen lassen, ehe Reus den Rebound nur an den linken Pfosten setzte (25). Drei Minuten später setzte Arango einen Freistoß nur in die Mauer (28.).

Die „Fohlen" blieben dominant, drückten weiter und galoppierten nach vorne. Zwingende Chancen gelangen den Gästen vom Niederrhein allerdings nicht mehr. Nach etwas über einer halben Stunde hatte der Drittligist die zweite Gelegenheit. Wieder zog Ex-Borusse Spann ab, doch der eigene Mann Sauter fälschte das Leder ins Toraus ab (33.). Drei Minuten später zog Richard Weil im Strafraum ab, doch Marc-André ter Stegen war zur Stelle (36.).

Die letzte Möglichkeit des ersten Durchgangs gehörte den Borussen. Nach Doppelpass zwischen Herrmann und Reus war es der Nationalspieler, der das Spielgerät aus zwölf Metern aber in den Nachthimmel drosch (38.).

So ging es nach 45 Minuten, in denen der VfL über weite Strecken das Spielgeschehen bestimmte und gute Möglichkeiten hatte, torlos zum Pausentee. Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld.

Und nun war es der Drittligist, der höher stand und engagiert in den zweiten Durchgang startete. Die erste Gelegenheit des zweiten Durchgangs brachte in Form eines Eckballs jedoch nichts ein (47.). In der Folgezeit drückte der VfL zwar wieder aufs Gaspedal, blieb nach vorne aber ohne Durchschlagskraft bzw. ließ bei den Abschlüssen die letzte Konsequenz vermissen.

So auch Juan Arango, der nach Kopfballvorlage von Hanke das Leder über das Tor jagte (51.). Vier Minuten später stellte der Schuss von Reus Schlussmann Lehmann vor keine allzu große Prüfung (55.). In Minute 62 nahm Lucien Favre den ersten Wechsel vor. Håvard Nordtveit kam für Thorben Marx in die Partie. Sieben Minuten später fischte Lehmann den Kopfball von Dante aus dem Eck (68.).

Mittlerweile war die Schlussviertelstunde angebrochen und Borussia hätte sich in Front bringen können, doch Reus scheiterte im Strafraum im Eins-gegen-Eins am Heidenheimer Schlussmann (77.). Zwei Minuten später scheiterte Stranzl am glänzend reagierenden Lehmann (79.). Auf der Gegenseite war ter Stegen gegen Sirigu zur Stelle (80.).

Die Uhr tickte gegen die Borussen, die neun Minuten vor Ende eine Doppelchance zu verzeichnen hatten. Zunächst zog Herrmann aus zwanzig Metern ab, ehe Lehmann die Kugel lediglich nach vorne abwehren konnte und Mike Hanke den Rebound an den rechten Außenpfosten setzte (81.).

In den Schlussminuten beschränkte sich Heidenheim auf die Defensive, während der VfL drückte. Ein Tor sollte jedoch nicht mehr gelingen, sodass es in die Verlängerung ging, die die Borussen durchaus hätten vermeiden können - wenn nicht gar müssen.

Vor dieser nahm Lucien Favre den zweiten Wechsel vor und brachte mit Mathew Leckie für Mike Hanke eine frische Offensivkraft (91.). Viel bewirken sollte dieser Wechsel allerdings nicht, denn die „Fohlen" taten sich schwer und kamen lediglich in Person von Marco Reus einmal vor das Tor der Gastgeber (102.). Mehr Höhepunkte sollte diese Viertelstunde nicht bieten, sodass es auch nach 105 Minuten torlos blieb.

Zum zweiten Durchgang der Verlängerung nahm Lucien Favre den dritten und letzten Wechsel vor. Yuki Otsu kam für Patrick Herrmann (106.). Die Borussen mussten mehr tun, um ein drohendes Elfmeterschießen zu vermeiden, kamen aber gegen die aufopferungsvoll kämpfenden und überwiegend verteidigten Heidenheimer offensiv nicht mehr zwingend zum Zuge.

So ging eine ereignislose Verlängerung zu Ende und es kam nach 120 torlosen Minuten zum alles entscheidenden Elfmeterschießen. Hier legte der Drittligist mit Sauter vor und brachte Heidenheim in Front.

Für den VfL verwandelten Filip Daems, Dante, Håvard Nordtveit und Martin Stranzl in der Folgezeit sicher, ehe Marc-André ter Stegen die Elfmeter von Spann sowie Tausendpfund parierte und den VfL so in das Achtelfinale des DFB-Pokals einziehen ließ.

Und wenn auch mit viel Mühe und mit einer wenig glanzvollen Leistung - genau das ist das, was am Ende im Pokal unter dem Strich zählt ...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

1. FC Heidenheim: Lehmann - Sirigu (120. Krebs), Göhlert, Tausendpfund, Feistle - Sauter, Weil - Essig (66. Bagceci), Schittenhelm - Spann, Frommer (64. Heidenfeller)

Weiter im Kader: Sabanov (ETW), Schilk, Ludwig, Bektasi

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dante, Daems, Marx (62. Neustädter), Neustädter - Herrmann (106. Otsu), Arango - Reus, Hanke (91. Leckie)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Jantschke, Wendt, King

Tore im Elfmeterschießen: 1:0 Sauter, 1:1 Daems, 2:1 Krebs, 2:2 Dante, Spann scheitert an ter Stegen, 2:3 Nordtveit, 3:3 Schittenhelm, 3:4 Stranzl, Tausendpfund scheitert an ter Stegen

Gelbe Karten: Schittenhelm, Sirigu, Spann / Dante

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Dietz)


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