Dank des erneuten Doppelpacks von Marco Reus gewann Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag gegen Hertha BSC Berlin mit 2:1, konnte somit erstmals seit 2002 an der Spree gewinnen und hält somit weiter den Anschluss an die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga.
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| Marco Reus machte erneut den Unterschied und sicherte den Sieg in Berlin. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre musste an alter Wirkungsstätte lediglich auf Igor de Camargo verzichten, der nach wie vor aufgrund eines Teilabrisses des Innenbands pausieren muss. Ansonsten konnte der Schweizer aus dem Vollen schöpfen.
Und während Matthias Zimmermann anstelle von Joshua King in den 18er-Kader rückte, so sah Ex-Hertha-Trainer Favre keinen Grund, die gegen Hannover siegreiche Elf der Vorwoche zu ändern. So blieb die Startformation im gewohnten 4-4-2-System unverändert.
Nach einer für den verstorbenen ehemaligen Hertha-Vizepräsident Heinz Striek eingehaltenen Schweigeminute waren es die Gäste, die die erste gute Gelegenheit zu verzeichnen hatten.
Nach einer Flanke kam Filip Daems im Strafraum Rukavytsya zuvor und klärte zur Ecke, die Marc-André ter Stegen im Anschluss sicher runterpflückte (03.).
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Auch in der Folgezeit hatte die „Alte Dame" mehr Ballbesitz sowie Spielanteile und setzte weitere Nadelstiche. So auch in der 08. Minute, als jedoch der zweite Eckstoß nicht zum Erfolg führte (08.). Zwei Minuten später bereitete ter Stegen ein Freistoß keine große Mühe (10.).
Die Borussen hingegen, hatten Schwierigkeiten in die Schnittstellen zu gelangen, arbeiteten andererseits gut gegen Ball und standen sicher. Bis zur 18. Minute. Da fand Raffael auf der rechten Seite die Lücke, ließ Filip Daems sowie Dante stehen und spielte das Leder perfekt in den Lauf von Ramos. Der Kolumbianer fackelte nicht lange und netzte durch die Beine von ter Stegen ins lange Eck zur 1:0-Führung für die Gastgeber ein (18.). Kurze Zeit später brachte die dritte Ecke für Berlin nichts ein (19.).
Eine verdiente Führung für die Berlin Hertha, die im weiteren Verlauf keine zwingenden Nadelstiche zu setzten wussten. Auf der anderen Seite tat sich der VfL im Offensivspiel enorm schwer und ließ bei den Vorstößen jegliche Präzision vermissen. Demzufolge waren Torgelegenheiten für die Borussen Fehlanzeige.
Bis zur 33. Minute. Da glich der VfL mit der ersten wirklichen Gelegenheit etwas wie aus heiterem Himmel aus. Patrick Herrmann setzte Marco Reus mit einem klasse Pass in den Lauf in Szene. Der Nationalspieler entwischte Franz im Strafraum und vollendete ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich (33.).
Und kurze Zeit später eine Schrecksekunde für den VfL. Franz hatte Borussias Torschützen rüde zu Fall gebracht woraufhin Reus am Spielfeldrand zwar behandelt werden musste, kurze Zeit später jedoch wieder ins Geschehen eingreifen konnte (34.).
Bis zur Pause tat sich auf beiden Seiten jedoch nicht mehr viel, sodass es mit einem Remis in die Kabinen ging. Und das aus Sicht der Borussen, die sich zurückkämpften und wiedermal durch Reus zuschlugen, nicht gänzlich unverdient.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Und die Borussen kamen schwungvoll aus der Kabine, gingen aggressiv zu Werke und suchten den Zug vor das Tor. So auch Patrick Herrmann, der aus zwanzig Metern abzog, das Leder aber knapp über das Tor drosch (48.). Eine Minute später war es Mike Hanke, der ebenso aus 20 Metern beherzt abzog, Hertha-Schlussmann Kraft machte sich lang und wehrte mit den Fingerspitzen zur Ecke ab. Diese brachte im Anschluss nichts ein (49.).
Borussia schaltete nun deutlich einen Gang höher, setzte Berlin mit schnellen Kombinationen durch das Mittelfeld unter Druck und marschierte weiter nach vorne. Und belohnte sich zehn Minuten nach Wiederanpfiff mit der 2:1-Führung. Nach einem langen Ball von Daems tauchte Arango ganz alleine vor Kraft auf und verlor das Duell gegen den Torwart. Doch im Hintergrund erwischte Reus den Abpraller und drosch die Kugel wuchtig in das Tor (55.).
Während sich die Hauptstädter nach diesem Nackenschlag sichtlich angezählt zeigten, so hatte der VfL das Geschehen im Griff und lag verdient in Front. Roman Neustädter hätte die Führung weiter ausbauen können, doch nach Vorlage von Herrmann rauschte dessen Direktabnahme aus 16 Metern knapp am langen Pfosten vorbei (69.).
Drei Minuten später verhinderte der Querbalken den Ausgleich. Raffael zog aus 20 Metern beherzt ab, hämmerte die Kugel jedoch an das rechte obere Toreck (72.). Die Schlussviertelstunde war angebrochen und die Hertha legte wieder einen Zahn zu und versuchte zum Ausgleich zu gelangen. Doch in große Verlegenheit konnten die Gastgeber die nach wie vor sicher stehenden Borussen nicht. Bis auf Ramos, der aber in Gladbachs-Schlussmann ter Stegen seinen Meister fand (76.).
So lief die Uhr für den VfL, dessen Trainer Lucien Favre acht Minuten vor Abpfiff den ersten Wechsel vornahm. Matthias Zimmermann kam für den guten Patrick Herrmann in die Partie und kam so zu seinem Bundesligadebüt (83.). Zwei Minuten später war für Geburtstagskind Mike Hanke der Arbeitstag beendet. Für den Angreifer kam Raúl Bobadilla in die Partie (85.).
Und der Argentinier hatte auch kurze Zeit später eine gute Gelegenheit, doch dem bulligen Stürmer fehlte im Strafraum die Power und Ruhe im Abschluss (88.). Es blieb bis zum Ende spannend und die Hertha drückte gerade in der vierminütigen Nachspielzeit.
Doch der VfL hielt abermals mit vereinten Kräften dagegen und sicherte sich auch Dank ter Stegen, der in der Nachspielzeit mit einer starken Parade gegen Ramos zur Stelle war (92.), am Ende den siebten Saisonsieg. Eine Glanzleistung war es sicherlich gerade im ersten Durchgang nicht, aber erneut war es Marco Reus, der wiederholt den Unterschied machte und der Matchwinner war. Es gibt einiges und allen Grund zu feiern - und das werden die Borussen bei der vierstündigen Rückfahrt im ICE sicherlich ...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Hertha BSC Berlin: Kraft - Kobiashvilli, Franz, Mijatović, Lell - Niemeyer, Ottl (83. Ben-Hatira) - Rukavytsya (66. Ebert), Raffael, Ramos - Lasogga (70. Torun)
Weiter im Kader: Aerts (ETW), Janker, Hubnik, Lustenberger
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Dante, Stranzl, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (83. Zimmermann), Arango - Reus (90.+3 Marx), Hanke (85. Bobadilla)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Wendt, Otsu
Tore: 1:0 Ramos (18.), 1:1 Reus (33.), 1:2 Reus (55.)
Gelbe Karten: - / Jantschke, Herrmann, Dante
Bes. Vorkommnisse: keine
Zuschauer: 60.556 (Olympiastadion Berlin)
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)






