In Abwesenheit zahlreicher Stammkräfte hat Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag das Testspiel gegen Drittligist SC Rot-Weiß Oberhausen mit 4:1 gewonnen. Raúl Bobadilla per Doppelpack, Roel Brouwers und Roman Neustädter erzielten die Tore für den verdienten Sieg des VfL.
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| Raúl Bobadilla traf doppelt beim Sieg in Oberhausen. Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Um trotz der letzten Länderspielpause des Kalenderjahres im Spielrhythmus zu bleiben, traten die Borussen wie viele andere Mannschaften an diesem spielfreien Wochenende auch zum Testspiel an.
So reiste der VfL am Samstag ins Ruhrgebiet, genauer gesagt ins Niederrheinstadion nach Oberhausen, wo der dort ansässige Drittligist SC Rot-Weiß seine Heimspiele austrägt.
Borussias Trainer Lucien Favre musste gegen den aktuellen Tabellenvorletzten der 3.Liga auf zahlreiche seiner sich auf Länderspielreisen befindlichen und angeschlagenen Akteure verzichten.
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So fehlten in Oberhausen Marco Reus, der nach überstandener Magen-Darmgrippe nun zur Nationalmannschaft nachreisen konnte, Håvard Nordtveit und Joshua King (beide U21 Norwegen), Juan Arango (Venezuela), Tony Jantschke und Patrick Herrmann (beide DFB U21) sowie Lukas Rupp und Matthias Zimmermann (beide DFB U20).
Neben dem nach wie vor nicht zur Verfügung stehenden Igor de Camargo Zudem wurden die unter der Woche angeschlagenen Marc-André ter Stegen (Hüftverletzung) und Dante (Schlag aufs Knie) geschont. Stattdessen durften die U23-Akteure Alexander Bieler und Niklas Dams bei den Profis ihre Visitenkarte abgeben.
Das durfte Elias Kachunga indes nicht. Der U23-Knipser spielte stattdessen mit Borussias zweiter Mannschaft gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden. »Ich kann nicht mit vier Stürmern spielen. Es war unmöglich, ihn heute 90 Minuten spielen lassen«, begründete Lucien Favre nach der Partie. »Für ihn war es heute besser, 90 Minuten mit dem Nachwuchs auch gegen einen Drittligisten zu spielen«.
Borussias Trainer schickte somit im gewohnten 4-4-2-System folgende Elf ins Rennen: Vor Torhüter Christofer Heimeroth bildeten Julian Korb, Martin Stranzl, Roel Brouwers und Kapitän Filip Daems die Viererabwehrkette. Vor dieser agierten Thorben Marx und Niklas Dams auf der „Doppel-6", Yuki Otsu (rechts) und Oscar Wendt (links) besetzten im Mittelfeld die Seiten. In der Offensive liefen zunächst Raúl Bobadilla und Mathew Leckie auf.
Auf Seiten der ‚Kleeblätter' stand mit Torhüter Michael Melka ein Ex-Borusse in der Startformation.
Bei herrlichem Fußballwetter nahm der Bundesligist sofort das Heft in die Hand und suchte den Zug vor das Tor des Drittligisten. Und brachte sich mit dem ersten zügig nach vorne getragenen Angriff in der 2. Spielminute in Front. Raúl Bobadilla ließ nach Ballverlust von Tobias Willers im Strafraum fast die komplette RWO-Abwehr stehen und netzte mit seinen neuen orange-neongelben Fußballschuhen trocken ins Eck zur 1:0-Führung für den VfL ein.
Der Drittligist blieb ob des frühen Rückstand am Drücker und hatte drei Minuten später die erste Gelegenheit in Form eines Eckstoßes, einbringen sollte dieser aber nichts (05.). Auch die nächste Möglichkeit gehörte den Gastgebern. Marvin Ellmann fasste sich aus 25 Metern ein Herz und setzte das Leder nur haarscharf neben den linken Pfosten (08.). Eine Minute später fälschte die VfL-Abwehr einen Schuss aus der zweiten Reihe zur zweiten Ecke für RWO ab, die jedoch nicht zum Erfolg führte (09.).
Während die ‚Kleeblätter' bis dato gut mitgehalten hatten, so war der VfL stärker und lag verdient in Front. Im weiteren Verlauf spielte sich das Geschehen allerdings weitestgehend zwischen beiden Strafräumen ab und plätscherte ohne große Möglichkeiten dahin.
Bis zur 25. Minute. Da brachte Martin Stranzl Timo Kunert an der linken Torauslinie unsanft zu Fall. Schiedsrichter Thomsen zögerte keine Sekunde, pfiff Elfmeter und zeigte dem Österreicher zudem die gelbe Karte. Vom Punkt aus gab sich Mike Terranova keine Blöße und verwandelte mit seinem Schuss in die Tormitte sicher zum 1:1-Ausgleich für RWO (26.).
Auf Seiten der Borussen brachte der erste Eckball, ausgeführt durch Yuki Otsu, ebenso nichts ein (32.), wie zehn Minuten später der Freistoß des agilen Japaners, nach dem Niklas Dams den Rebound nur knapp neben den rechten Pfosten setzte (42.). Da auch Thorben Marx seinen Kopfball nach Otsu-Flanke aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (43.), ging es mit einem Remis in die Kabinen.
Zum zweiten Durchgang nahm Borussias Trainer zwei Wechsel vor. Roman Neustädter kam für Martin Stranzl in die Partie und bildete nun mit Thorben Marx die „Doppel-6", während Niklas Dams in die Innenverteidigung rückte. Weiter betrat Mike Hanke für Filip Daems, der die Kapitänsbinde an Roel Brouwers abgab, das Spielfeld. Für den Kapitän übernahm Wendt die Position des linken Verteidigers und Mathew Leckie die des Schweden.
Und der ansonsten eher unauffällige Schwede leitete zehn Minuten nach Wiederanpfiff auch gleich die Führung des VfL ein, der nun einen Gang höher schaltete. Nach Freistoß von Wendt war es Brouwers, der im Strafraum per Kopf zunächst am eingewechselten RWO-Schlussmann Torben Krol scheiterte und den Rebound aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung abstaubte (55.).
Und nur wenige Minuten später sorgte Raúl Bobadilla mit seinem zweiten Treffer für die Vorentscheidung. Nach tollem Pass von Thorben Marx überlistete der Argentinier mit einem sehenswerten Lupfer und vollendete im Strafraum zum 3:1 (60.).
Während eine Minute später Alexander Bieler für Mathew Leckie in die Partie kam (61.), so war die Partie mit diesem Treffer entschieden. Die Truppe von Trainer Mario Basler kam auch aufgrund der zahlreichen Wechsel aus dem Tritt und fand nicht mehr den Weg vor das Gladbacher Gehäuse, während die „Fohlen" offensiv nur noch zaghaft zu Werke gingen.
Dennoch setzte der Bundesligist kurz vor Schluss noch einen drauf. Nach einem schönen Konter war es Roman Neustädter, der nach Zuspiel des auffälligen Raúl Bobadilla aus kurzer Distanz zum 4:1 einschob (87.).
Das war der Schlusspunkt unter einer Partie, die die Borussen zwar deutlich gewannen, bei dem aber lediglich Raúl Bobadilla und Yuki Otsu mit ihren Leistungen auf sich aufmerksam machen und ihre Ansprüche untermauern konnten. »Er hat gut gespielt«, attestierte Lucien Favre dem Japaner eine gute Leistung, wollte diese aber nicht allzu hoch hängen: »In so einem Freundschaftsspiel ist es schwer, einen Spieler zu beurteilen«.
Seine Leistung beurteilen bzw. etwas zu seinem sehr guten Auftritt sagen, wollte Bobadilla indes nicht. »Heute brauche ich nichts sagen«, fasste sich der Argentinier im Vorbeigehen kurz und ließ somit sein Doppelpack und seine Vorlage für sich sprechen.
Der Test, bei dem alle gesund den Platz verlassen haben, ist unter dem Strich ohne große Erkenntnisse und wohl eher als leistungsgesteigerte Trainingseinheit zu sehen. »Für mich war die Leistung heute okay. Wichtig war, dass einige Spieler Praxis bekommen haben«, resümierte Favre. »Für sieben, acht Spieler war es gut, heute 90 Minuten zu spielen. Sie brauchen das«.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
SC Rot-Weiß Oberhausen: Melka (46. Hartmann) - Borutzki, Pappas, Willers, Gataric - Klinger (68. Scheelen), Gyasi (63. Hasanbegovic) - Kunert (30. Abel), Göcer (63. Schliesing) - Terranova (68. Kim), Ellmann
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Korb, Stranzl (46. Neustädter), Brouwers, Daems (46. Hanke) - Marx, Dams - Otsu, Wendt - Bobadilla, Leckie (61. Bieler)
Weiter im Kader: Löhe (ETW)
Tore: 0:1 Bobadilla (02.), 1:1 Terranova (26. / FE), 1:2 Brouwers (55.), 1:3 Bobadilla (60.), 1:4 Neustädter (87.)
Gelbe Karten: Borutzki / Stranzl, Wendt
Bes. Vorkommnisse: keine
Zuschauer: 1408 (Niederrheinstadion Oberhausen)
Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)






