Dank des dritten Saisontreffers von Mike Hanke erreichte Borussia Mönchengladbach im Gipfeltreffen ein unter dem Strich gerechtes 1:1-Unentscheiden gegen Borussia Dortmund und mischt so weiter in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga mit.
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| Traf gegen den BVB - Mike Hanke. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
VfL-Trainer Lucien Favre musste beim Borussen-Duell auf einige seiner Akteure verzichten. Und dabei lagen gerade die zahlreichen Ausfälle in der Offensivabteilung besonders schwer im Magen. Denn neben Joshua King (Adduktorenprobleme) und Yuki Otsu (Grippe) standen auch Marco Reus und Igor de Camargo nicht zur Verfügung.
Während bei Borussias Rakete der im Köln-Spiel erlittene Bruch des kleinen Zehs am linken Fuß einen Einsatz nicht möglich machte, so musste de Camargo aufgrund von Rückenproblemen passen. Dennoch änderte Favre sein System wie im Vorfeld angekündigt nicht und nahm im Vergleich zum Derbysieg zwei Änderungen in der Startelf vor.
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Marco Reus wurde in der Offensive durch Raúl Bobadilla ersetzt. Auf der anderen Seite konnte Martin Stranzl nach seinen überstandenen Knieproblemen wieder mitmischen. Der Österreicher rückte wieder in die Innenverteidigung, weshalb der frischgebackene Familienvater Roel Brouwers wieder auf der Bank Platz nehmen musste. Zudem stand Mathew Leckie neu im Kader.
Bei herbstlichem Schmuddelwetter war es der amtierende Meister, der bereits nach 20 Sekunden die ersten Duftmarken setzte. Nach dem ersten Angriff des BVB klärte Filip Daems in letzter Sekunde zum ersten Eckstoß für den BVB (01.), der im Anschluss gleich der zweite folgte (02.).
Während beide Standardsituationen nichts eingebracht hatten, so war die Dortmunder Borussia weiter um Spielkontrolle bemüht und versuchte mit schnellem Direktspiel vor das VfL-Tor zu gelangen, doch die Hausherren zeigten sich darauf vorbereitet und boten dem Tabellenführer wenig Raum.
Die erste ganz große Chance gehörte aber den „Fohlen". Raúl Bobadilla war plötzlich frei durch - Schmelzer und Santana hatten das Abseits aufgehoben. Der Argentinier will es dann zu schön machen, doch sein Heber aus spitzem Winkel wurde auf der Torlinie entschärft (07.). Noch in der gleichen Minute setzte Patrick Herrmann die Kugel mit seinem Schuss aus etwa 15 Metern nur knapp am linken Pfosten vorbei.
Der VfL hatte sich nun von der anfänglichen Umklammerung befreit, mischte in dem attraktiven Gipfeltreffen munter mit und erarbeitete sich weitere Möglichkeiten. Die nächste hatte Håvard Nordtveit, bei dessen strammem Distanzschuss aus spitzem Winkel nicht viel fehlte (14.).
Zwei Minuten später zeigte sich der BVB wieder vor dem Tor der Gladbacher Borussia. Lewandowski tauchte auf einmal frei im Strafraum auf. Tony Jantschke und Marc-André ter Stegen konnten aber im Verbund in höchster Not zur dritten, aber wirkungslosen Ecke für Dortmund klären (16.).
Die „Fohlen" waren in der Folgezeit zwar optisch überlegen und waren um mehr Ballbesitz bzw. Spielkontrolle bemüht, konnten sich dabei aber nicht entscheidend in Szene setzten. Und das galt auch für den ersten Eckstoß, der ausgeführt durch Juan Arango, nicht zum gewünschten Erfolg führte (26.). Auf der anderen Seite stand der Defensivverbund gewohnt sicher und ließ gegen die Klopp-Truppe bis auf Standardsituationen wenig anbrennen.
Da sich beide Teams im weiteren Verlauf nicht gegen die kompakten Defensivreihen durchsetzten konnten und sich weitestgehend neutralisierten, blieben große Torchancen und Torraumszenen Mangelware. So mussten überwiegend Standards für Gelegenheiten sorgen. Zum Ende des ersten Durchgangs kam der BVB wieder besser ins Spiel. Zwingend in Szene setzten konnten sich die Gäste dennoch zunächst nicht.
Bis fünf Minuten vor dem Seitenwechsel. Da brachten sich die Schwarz-Gelben bezeichnend nach einer Standardsituation mit 1:0 in Front. Nach dem sechsten Eckstoß war Marc-André ter Stegen zwar noch mit den Fingerspitzen am Leder, konnte den Kopfballtreffer von Robert Lewandowski aber nicht verhindern (40.).
Keine unverdiente Führung für den BVB, die aber nicht zwingend in der Luft gelegen und die auch nach 45 Minuten Bestand hatte. Es war ein typisches Spitzenspiel. Beide Mannschaften punkteten durch ihre Defensivstärke und ließen hinten kaum etwas anbrennen. Der BVB tat mehr und ging dann nach einem Standard in Führung.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Und diesmal setzten die Gäste die erste Duftmarke. Lukasz Piszczek zog aus etwa 20 Metern ab, drosch die Kugel aber weit über das Tor (48.). Dortmund zeigte sich ein wenig agiler, ohne dabei jedoich nachhaltig auf den zweiten Treffer zu drängen.
Auf der Gegenseite versuchte sich Nordtveit mit einem Distanzschuss, sorgte mit seinem Abschluss aber für keine große Gefahr (49.). Die Gladbacher Borussia bemühte sich, tat sich aber schwer und fand wenig keine Mittel, die dichte BVB-Defensive zu knacken.
Und auch der zweite Eckstoß sollte nicht zum gewünschten Erfolg führen, denn Dante setzte seinen Kopfball rechts neben das Tor (58.). Drei Minuten später zimmerte Mike Hanke seinen Schuss aus etwa 16 Metern nach guter Ballannahme in die Nordkurve (61.).
Dortmund stand weiter sicher, ließ den VfL kommen und lauerte auf Konter. Und nach einem solchen ergab sich nach gut einer Stunde die Riesenchance, um die Führung auszubauen. Torschütze Lewandowski war frei durch, jagte das Spielgerät freistehend aber weit über das Gehäuse (62.).
Kurze Zeit später setzte Kagawa seinen Schuss ebenso weit über das Gehäuse (63.). Die "Fohlen" bemühten sich in der Folgezeit, kamen aber nicht so richtig ran an den Speck. Die letzten zwanzig Minuten waren angebrochen und die Gäste mittlerweile bei bis dato acht Eckstößen angekommen, der VfL hingegen bei zwei.
Und der Ausgleich lag zwar nicht zwingend in der Luft, doch für genau diesen sorgte Mike Hanke achtzehn Minuten vor Schluss. Nach tollem Zuspiel von Raúl Bobadilla genau in den Lauf ließ Hanke BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller bei seinem platzierten Flachschuss keine Chance und netzte zum verdienten 1:1 ein (72.).
Jetzt bebte der Borussia-Park! Nun wollten beide Mannschaften den Sieg und es ging rauf und runter mit Möglichkeiten hüben wie drüben. Vier Minuten nach dem Ausgleich hatte der BVB die dicke Chance, um sich erneut in Front zu bringen, doch Mario Götze scheiterte am stark parierenden VfL-Schlussmann ter Stegen (76.). Für den VfL hätte Dante den Führungstreffer erzielen können, doch nach Freistoß von Juan Arango köpfte der Brasilianer freistehend weit am BVB-Tor vorbei (80.).
Entschieden war die spannende und intensive Partie auch zehn Minuten vor Ende allerdings noch nicht. Dortmund machte wieder mehr, Gladbach hatte dadurch etwas mehr Raum. Beide Mannschaften wollten weiter den Sieg, doch letztendlich blieb es bei der gerechten Punkteilung, die sich der VfL gerade aufgrund des zweiten Durchgangs verdient hat und mit der man unter dem Strich durchaus zufrieden sein kann. Und zudem können es die "Fohlen" auch ohne ihre Rakete ...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Bobadilla (83. Leckie), Hanke (90.+1 Brouwers)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Marx, Rupp, Zimmermann
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Santana, Hummels, Schmelzer - Gündoğan, Kehl - Götze (77. Barrios), Kagawa (77. Błaszczykowski), Großkreutz (86. Perišić) - Lewandowski
Weiter im Kader: Langerak (ETW), da Silva, Owomoyela, Löwe
Tore: 0:1 Lewandowski (40.), 1:1 Hanke (72.)
Gelbe Karten: - / Schmelzer, Santana
Bes. Vorkommnisse: keine
Zuschauer: 54.047 (Borussia-Park)
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)






