Mit 0:1 unterlag Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag beim Aufsteiger FC Augsburg und musste so nach einer insgesamt enttäuschenden Leistung die erste Niederlage nach zuvor fünf ungeschlagenen Spielen hinnehmen. Vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften SGL-Arena erzielte „ausgerechnet" Ex-Borusse Jan-Ingwer Callsen-Bracker das Tor des Tages.
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| Konnte die Niederlage in Augsburg nicht verhindern: Marc-André ter Stegen Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre musste im Spiel beim Tabellenletzten weiter auf Marco Reus (Bruch des kleinen Zehs) und Joshua King (Probleme im Adduktorenbereich) verzichten. Zudem stand Håvard Nordtveit nicht zur Verfügung. Der Norweger musste aufgrund einer Prellung am Sprunggelenk passen und wurde im defensiven Mittelfeld durch Thorben Marx ersetzt.
Dagegen standen Yuki Otsu nach überstandener Grippe und Igor de Camargo, der seine Rückenprobleme überwunden hatte, im Vergleich zum Remis gegen Dortmund wieder zur Verfügung. Beide Akteure nahmen auf der Bank Platz.
Auf Seiten der Augsburger stand mit Jan-Ingwer Callsen-Bracker ein Ex-Borusse in der Startelf. Während mit Jos Luhukay und Co-Trainer Markus Gellhaus für den Aufsteiger zwei ehemalige VfL-Fußballlehrer an der Seitenlinie standen, so fehlten in Marcel Ndjeng und Nando Rafael zwei weitere Ex-Borussen verletzungsbedingt.
Die Borussen gaben von Beginn an den Ton an und suchten den Weg nach vorne. Gerade einmal 18 Sekunden waren gespielt, als der VfL den ersten Nadelstich setzte. Raúl Bobadilla zog aus der Distanz ab, drosch die Kugel jedoch weit in den Augsburger Himmel (01.).
Nur zwei Minuten später wieder der Argentinier. Patrick Herrmann setzte den bulligen Angreifer mit einem schönen Zuspiel in Szene, der im Anschluss FCA-Keeper Mohamed Amsif mit seinem Schuss aus 16 Metern zu einer Rettungstat zwang, die in der ersten Ecke für den VfL endete. Einbringen sollte diese aber nichts (03.).
Gladbach hinterließ in der Anfangsphase den besseren Eindruck und war spielbestimmend. Unterdessen hatten die Gastgeber nach gut zehn Spielminuten die erste ernstzunehmende Möglichkeit. Tobias Werner zog aus 17 Metern ab, sorgte mit seinem Abschluss jedoch für keine große Gefahr (12.).
Nach einer Anfangsphase, die die Borussen klar dominierten, hielt der FCA in der Folgezeit besser dagegen, hatte mehr Ballbesitz zu verzeichnen und gestaltete das Geschehen somit ausgeglichen. Bis auf den ersten Eckstoß, der nicht zum erwünschten Erfolg führte, sprang bei den Bemühungen der Gastgeber aber nicht viel heraus (21.).
Allerdings hatte die Luhukay-Truppe gerade dann Probleme, wenn die Fohlen mit zügigem Direktspiel den Weg nach vorne suchten. So auch in Minute 21, als Bobadilla am Strafraum Mike Hanke in Szene setzte. Der Angreifer zog freistehend ab, drosch die Kugel jedoch weit über den Querbalken.
So dauerte es bis zur 30. Spielminute, bis das ausgeglichene Spiel weitere Höhepunkte verzeichnen konnte. Die hatten es dann allerdings in sich. Zunächst köpfte Oehrl nach dem zweiten FCA-Eckstoß einen halben Meter über das Tor (30.), ehe Marc-André ter Stegen noch in der gleichen Minute ein dicker Patzer unterlief, diesen aber wieder ausbügelte.
Nach Rückpass von Tony Jantschke verstolperte ter Stegen den Ball und rutschte dabei etwas weg. Werner schaltete zwar blitzschnell, brachte die Kugel aber nicht am gut reagierenden VfL-Keeper vorbei.
Die Borussen präsentierten sich in der Folgezeit etwas neben der Spur, taten sich schwer und waren von dem guten Start weit entfernt. Vor allen Dingen im Aufbauspiel unterliefen den Fohlen zu unpräzise Pässe, weshalb sie offensiv nicht mehr gefährlich wurden.
Und gefährlich war auch die zweite Ecke nicht, die zu diesem Zeitpunkt passend wirkungslos blieb (38.). Zwei Minuten später probierte es Bobadilla aus spitzem Winkel, doch sein Abschluss zeigte sich weder als Fisch noch Fleisch (40.). So ging es nach 45 Minuten torlos in die Kabinen. Kein guter Auftritt der Borussen, die lediglich in der Anfangsphase zu überzeugen wussten.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Und hier setzten die Augsburger den ersten Nadelstich, konnte die dritte Ecke aber nicht in eine Führung ummünzen (46.). Eine Minute später tanke sich der auffällige Bobadilla durch, doch sein Schussversuch wurde geblockt (47.).
Und vier Minuten später rappelte es in der Kiste - allerdings zum Leidwesen der Gäste in der des VfL. Nach Foul von Dante an Sascha Mölders gab es Freistoß für die Fuggerstädter. „Ausgerechnet" Jan-Ingwer Callsen-Bracker brachte den FCA mit 1:0 in Front.
Der Ex-Borusse zog aus 18 Metern ab, Bobadilla gab dem Ball mit seinem misslungenen Abwehrversuch die entscheidende Richtungsänderung, sodass Marc-André ter Stegen im Gladbacher Tor ohne jegliche Abwehrmöglichkeit blieb (51.).
Spätestens jetzt waren die Fohlen gefordert, doch so richtig in Schwung kam die Favre-Truppe auch nach dem Rückstand nicht. Von den Borussen war offensiv weiter nicht viel zu sehen. Zudem leisteten sich die Fohlen viele „unforced Errors", während Augsburg auf das zweite Tor drängte.
Lucien Favre reagierte und nahm den ersten Wechsel vor. Igor de Camargo kam für Raúl Bobadilla in die Partie (65.). Doch den gewünschten Impuls sollte auch diese Maßnahme nicht erwirken. Weiter fehlten den Borussen die zündelnden Ideen und traten offensiv nicht in Erscheinung. So brachte Favre fünf Minuten später die zweite frische Offensivkraft. Für den blassen Patrick Herrmann betrat Mathew Leckie das Spielfeld (70.).
Und der Australier hatte dann auch die erste gute Möglichkeit im zweiten Durchgang. Hanke setzte den Stürmer in Szene, doch FCA-Kepper Amsif war bei dem Abschluss auf der Hut und klärte zur Ecke (71.). Diese brachte im Anschluss nichts ein (72.).
Den Borussen lief derweil weiter die Zeit davon. Favre zog seinen letzten Joker und brachte Yuki Otsu für Thorben Marx (76.). Gladbach fand auch weiterhin keine Mittel, den FCA unter Druck zusetzen und blieb ohne Offensivakzente. Und dabei zeigten gerade auch Dante und Filip Daems ungeahnte Schwächen. Es sah eher nach dem zweiten Treffer für Augsburg als nach dem Ausgleich für den VfL aus.
Doch da weder die endgültige Entscheidung in Form des 2:0 für den FCA, noch der „Lucky Punch" für den VfL heraussprang, musste die Borussia in Augsburg am Ende die vierte Saisonniederlage hinnehmen. Ein Beinbruch bedeutet diese zwar nicht, allerdings hatte man sich diese mit einer insgesamt enttäuschenden und schwachen Leistung selbst zuzuschreiben, da man nicht das auf den Platz gebracht hatte, was man gerade in den letzen Wochen im Stande war zu leisten.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
FC Augsburg: Amsif - Verhaegh, Callsen-Bracker, Sankoh, de Jong - Hosogai, Davids - Baier (85. Brinkmann), Werner ( 78. S. Hain) - Oehrl (90. +1 Sinkala), Mölders
Weiter im Kader: Gelios (ETW), Reinhardt, Gogia, Kapllani
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Neustädter, Marx (76. Otsu) - Herrmann (70. Leckie), Arango - Hanke, Bobadilla (65. de Camargo)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Wendt, Zimmermann
Tore: 1:0 Callsen-Bracker (51.).
Gelbe Karten: Mölders, Callsen-Bracker, Hosogai / Marx, de Camargo
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)






