Mit 3:1 gewann Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend gegen den FC Schalke 04 und zog somit in das DFB-Pokal Viertelfinale ein. Vor 54.047 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park sorgten Juan Arango und Marco Reus per Doppelpack für das verdiente Weiterkommen des VfL.
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| Traf doppelt gegen Schalke - Marco Reus. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre musste gegen den Pokalverteidiger lediglich auf Joshua King verzichten. Und da Marc-André ter Stegen, Marco Reus, Mike Hanke und Tony Jantschke ihre aus dem letzten Hinrundenspiel davongetragenen Blessuren rechtzeitig auskuriert hatten, konnte Favre erneut seine Wunschelf aufbieten. Somit blieb die Startformation im Vergleich zum Sieg gegen Mainz im gewohnten 4-4-2-System unverändert.
Von Beginn an waren es die Borussen, die schwungvoll in die Partie starteten und die Initiative ergriffen. Zwingend in Erscheinung traten sie dabei jedoch nicht. Und das auch deshalb, weil der FC Schalke in Abwesenheit ihres Chef-Trainers Huub Stevens engagiert gegen den Ball arbeitete und so nichts zu ließ.
Auf der anderen Seite hatten die Knappen in der 11. Minute durch einen Eckstoß die erste Möglichkeit, einbringen sollte diese aber nichts. Der VfL übernahm weiter das Kommando und spielte nach vorne, doch in große Verlegenheit bringen konnte sie die „Knappen" dabei nicht.
Und da es für beide Mannschaften kaum ein Durchkommen gab, spielte sich das Geschehen überwiegend im Mittelfeld ab und blieb ohne nennenswerte Höhepunkte. Bis zu 18. Spielminute. Nach einem schnellen Angriff brachte Marco Reus das Leder flach in die Mitte. Papadopoulos war zwar zur Stelle, klärte aber genau vor die Füße von Juan Arango, der Lars Unnerstall mit einem platzierten Schuss ins Eck keine Chance lässt und zur 1:0-Führung für den VFL ins linke untere Eck einschob.
Keine Führung, die unbedingt in der Luft lag aber eine solche, die den Borussen natürlich in die Karten spielte und ihnen weitere Sicherheit gab. Und drei Minuten später zappelte der Ball erneut im Schalker-Netz, doch der vermeintliche Treffer von Roman Neustädter fand aufgrund von Abseitsstellung keine Anerkennung (21.).
Die Fohlen waren spielbestimmend, ließen kompakt stehend nichts zu und galoppierten weiter nach vorne. Und aus einer gut organisierten Defensive heraus schalte die Favre-Truppe Fohlen immer wieder schnell um und brachte den S04, der bis dato bis auf einen Kopfball von Marco Höger nichts zu Stande gebracht hatte (30.), so in Schwierigkeiten. Großchancen konnte sich der VfL aber nicht herausspielen.
Und da der FC Schalke gegen den im Defensivverbund wie gewohnt gut organisierten VfL keine Mittel fand, in Tornähe zu kommen, ging es zwar mit einer knappen aber verdienten Führung für die Gastgeber zum Pausentee.
Während Schalkes Co-Trainer zum zweiten Durchgang einen Wechsel vornahm und Draxler für Pukki in die Partie brachte, so schickte Lucien Favre den VfL unverändert auf das Spielfeld. Und der zweite Durchgang lief gerade einmal eine Minute, da konnte auf Seiten des S04 Klaas-Jan Huntelaar gleich wieder duschen gehen. Der Niederländer beschwerte sich bei Schiedsrichter Stark, hörte nicht auf zu meckern und beklatschte seine Verwarnung mit höhnischem Beifall. Dafür handelte sich der Angreifer erst die gelbe und sofort danach die gelb-rote Karte ein (46.).
Die Überzahl spielte den Borussen in der Folgezeit natürlich in die Klarten. Doch wer njun gedacht hätte, die Gastgeber würden mit einem Mann mehr einen Gang zurückschalteten, sah sich getäuscht. Der VfL spielte weiter nach vorne und drängte auf das 2:0.
Und nachdem der erste Eckstoß zunächst nichts eingebracht hatte (52.), hörten die Schalker drei Minuten später zum zweiten Mal die Glocken läuten. Marco Reus nahm sich aus 25 Metern nicht angegriffen ein Herz, erwischte Unnerstall mit seinem nicht sonderlich strammen Schuss auf dem falschen Fuß und netzte zum 2:0 für die Borussia ein (56.).
Der Borussia-Park stand Kopf und hätte nach etwas mehr als einer Stunde gut und gerne zum dritten Mal jubeln können. Patrick Herrmann machte sich auf den Weg und lief alleine auf Unnerstall zu, scheiterte jedoch am gut reagierenden S04-Schlusmann (62.). Vier Minuten später passierte gleiches Håvard Nordtveit (67.).
Eigentlich lag der Anschlusstreffer für den Pokalverteidiger ganz und gar nicht in der Luft, dennoch sollte dieser etwas wie aus dem Nichts fallen. Jurado hielt aus gut 16 Metern einfach mal drauf. Marc-André ter Stegen tauchte zwar rechtzeitig ab, ließ die Kugel aber nach vorne prallen, Draxler war hellwach, nutzte den Rebound und schob locker zum 2:1 ein (70.).
Der FC Schalke bekam nun Oberwasser und drängte auf den Ausgleich. Die Borussen hingegen lauerten auf Konter, schenkten diese aber zu leichtfertig her. Mittlerweile waren die letzten zehn Minute angebrochen und die spannende Partie gestaltete sich völlig offen. Die „Knappen" beschäftigen den VfL zusehends in der Defensive, während die Borussia bei Kontern stets brandgefährlich blieb.
Und während die Borussen bis zum Schlusspfiff mit vereinten Kräften dagegen hielten und sich in der Defensive nicht mehr überwinden ließen, nutzen sie genau einen solchen Konter und räumten zwei Minuten vor dem Abpfiff letzte Zweifel über ein Weiterkommen aus. Gegen weit aufgerückte Gäste spielte Arango genau in den Lauf von Reus. Unnerstall war eigentlich vor dem Nationalspieler am Ball, rutschte jedoch vorbei. Freie Bahn für den Nationalspieler, der locker ins leere Tor zum alles entscheidenden 3:1 einschob (88.).
Das Jermaine Jones in der Nachspielzeit aufgrund einer Tätlichkeit an Roman Neustädter noch mit glatt Rot vom Platz flog, hatte für den Ausgang des Spiels lediglich eine Randbedeutung. „Gegen Gladbach kann man mal verliern'", hallte es lautstark aus der Nordkurve im Borussia-Park.
Am Ende durften sich die Borussen über den verdienten 3:1-Sieg und den Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals freuen. Und hat damit eine unglaublich tolle zweite Jahreshälfte gekrönt.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (87. Marx), Arango - Reus (90. +2 Brouwers), Hanke (71. de Camargo)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Bobadilla, Leckie
FC Schalke 04: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones - Höger (70. Marica), Jurado (79. Baumjohann) - Raúl - Huntelaar, Pukki (46. Draxler)
Weiter im Kader: Hildebrand (ETW), Escudero, Metzelder, Moritz
Tore: 1:0 Arango (18.), 2:0 Reus (56.), Draxler (70.), 3:1 Reus (88.)
Gelbe Karten: de Camargo / Jones, Papadopoulos, Huntelaar
Gelb-Rote Karte: Huntelaar (46.)
Rote Karte: Jones (92.)
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)






