Im Rahmen des Trainingslagers im türkischen Belek hat Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag das Testspiel gegen den 1.FC Nürnberg mit 3:2 gewonnen. Für den VfL erzielten Neuzugang Alexander Ring per Doppelpack und Dante per Foulelfmeter die Tore.
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| Marco Reus bereitet zwei Tore vor. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre musste im ersten Testspiel der Vorbereitung auf Kapitän Filip (Grippe) Daems, den angeschlagegen Juan Arango, Lukas Rupp (Rückenprobleme) und auf Raúl Bobadilla, der aufgrund von muskulären Problemen erst gar nicht mit in die Türkei gereist war, verzichten.
Dagegen einsatzbereit war der am Freitag verpflichtete Alexander Ring. Und der Finne lief auch gleich von Beginn an auf und besetzte die linke, U23-Akteur Amin Younes die rechte Mittelfeldseite.
Ihnen im defensiven Mittelfeld auf der "Doppel-6" zur Seite standen zunächst Thorben Marx und Roman Neustädter. Und während Marc-André ter Stegen wie gewohnt das Tor hütete, setzte sich die Viererabwehrkette wie folgt zusammen: Matthias Zimmermann, Martin Stranzl, Roel Brouwers und Julian Korb. In der Offensive agierte zunächst das Duo Marco Reus und Mike Hanke.
Pünktlich zum Anpfiff machte sich ein heftiges Gewitter über dem satten Grün breit. Die Borussen sollte dies aber nicht beeinträchtigen - im Gegenteil. Die Fohlen galoppierten forsch nach vorne und suchten den Weg vor das Tor der ‚Cluberer'.
Gefährlich wurden sie bei den Vorstößen zunächst allerding nicht. Bis zur 8. Minute. Da setzte Marco Reus Neuzugang Alexander Ring mit einem tollen Zuspiel in Szene, der Finne lief alleine auf Raphael Schäfer zu und vollendete aus kurzer Distanz über den FCN-Torhüter hinweg gekonnt zur 1:0-Führung.
Auch in der Folgezeit war der VfL die tonangebende Mannschaft und suchte mit der verdienten Führung im Rücken weiter den Weg vor das ‚Club'-Tor. Und in diesem hätte es fünf Minuten nach der Führung zum zweiten Mal klingen können, aber Alexander Ring vergab aus aussichtsreicher Position und drosch die Kugel über das Tor (13.).
Drei Minuten später machte es der 20-Jährige besser und markierte seinen zweiten Treffer. Über Mike Hanke und Marco Reus gelang das Leder erneut zu der Leihgabe von HJK Helsinki, die an der Strafraumgrenze nicht lange zögerte und sicher zum 2:0 einschob (16.).
Ein verdienter Vorsprung für die gefälligen Borussen, die trotz des starken Regens und heftigen Windes den Ball laufen ließen und zügig durch das Mittelfeld kombinierend, den Zug vor das Tor suchten. Auf der anderen Seite dauerte es eine gute halbe Stunde, ehe der FCN zu seiner ersten guten Gelegenheit kam. Chandler wurde von Pekhart in Szene gesetzt, doch der US-Nationalspieler fand in Marc-André ter Stegen seinen Meister (34.). Kurze Zeit später war der VFL-Keeper erneut zu Stelle und entschärfte einen Schuss von Markus Feulner (36.).
Dennoch musste ter Stegen wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff erstmals hinter sich greifen. Nach Freistoß von Feulner war es Dominic Maroh, der am langen Pfosten lauernd zum 2:1-Anschlusstreffer einköpfte (45.). Allerdings hätte man den Treffer auch aberkennen und auf Freistoß für den VfL pfeifen können, da Maroh ter Stegen in seinem Revier mit dem Ellenbogen behinderte.
So ging es mit einer verdienten 2:1-Führung für den VfL in die Kabinen. »Das Gegentor war unnötig, aber Alex hat zweimal super vollstreckt. Wir waren ganz klar die spielbestimmende Mannschaft, haben den Ball gut laufen lassen, haben uns sehr gut bewegt und haben wenig zugelassen«, resümierte Roman Neustädter, dessen Arbeitstag nach 45 Minuten beendet war und befand: »Für das erste Spiel war es sehr gut von uns«.
Einen guten Eindruck hinterließ auch Neuzugang Alexander Ring, der zweimal eiskalt vollstreckte. »Es gibt noch viel zu verbessern, aber der Einstand und zwei Tore waren okay«, zeigte sich der Finne bescheiden und wusste: »Normalerweise hätte ich noch ein Tor machen müssen«.
»Er hätte noch das dritte Tor machen können«, war auch Lucien Favre der Meinung und dennoch unter dem Strich mit dem 20-Jährigen zufrieden. »Er hat Vertrauen vor dem Tor und hat sehr gut gespielt. So muss er weitermachen«.
Und mit dieser Vorstellung war der Arbeitstag des Neuzugangs aus Helsinki ebenso beendet, wie für den Großteil der Borussen. Bis auf Marc-André ter Stegen wechselte Lucien Favre zum zweiten Durchgang komplett durch. Vor dem Keeper bildeten nun Tony Jantschke, Niklas Dams, Dante und Oscar Wendt die Viererkette. Im defensiven Mittelfeld agierten Neuzugang Tolga Cigerci und Håvard Nordtveit, Patrick Herrmann (rechts) und Yuki Otsu (links), besetzten die Außen. In der Offensive liefen nun Mathew Leckie und Igor de Camargo auf.
Mit Beginn des Seitenwechsels hatte sich zwar der Regen weitestgehend verzogen, dennoch hatte die Partie zunächst keine großen Höhepunkte zu bieten. Die beste Möglichkeit für die Borussen vergab Yuki Otsu, der freistehend an FCN-Schlussmann Schäfer scheiterte (68.). Eigentlich war die Partie so gut wie gelaufen, doch in der Schlussphase hatte die ‚Wasserschlacht', noch etwas zu bieten.
Igor de Camargo wurde im Strafraum unsanft zu Fall gebracht, was einen Elfmeter zur Folge hatte. Dante schnappte sich die Kugel und verwandelte vom Punkt sicher zum 3:1 (90.). Und in der Nachspielzeit wurde de Camargo erneut im Strafraum zu Fall gebracht. Wieder zeigte der Unparteiische auf den Punkt und gab zudem Maroh die rote Karte. Der Gefoulte schoss selber und setzte das Leder an den rechten Pfosten (90.+2).
Drei Minuten später brachte Wießmeier den 'Club mit seinem Treffer zwar noch mal heran (90.+5), doch am unter dem Strich verdienten 3:2- Sieg des VfL änderte dies nichts. »Mein Ziel war, dass sich keiner verletzt und es war wichtig Spielpraxis zu sammeln. Der Rest war nicht so wichtig«, resümierte Lucien Favre.
»Die erste Halbzeit war sehr gut, da hatten wir viele gute Aktionen und Kombinationen. Nach dem 2:0 haben wir nicht so gut weitergespielt, aber es war okay«, so der VfL-Coach weiter. »Nach der Pause war es zu kompliziert und es gab zu viele Ballverluste. Aber da war auch eine andere Mischung auf dem Platz«.
Nicht sonderlich auffallend, aber ordentlich zeigte sich Tolga Cigerci bei seinem ersten Auftritt im Borussen-Dress. »Man sieht, dass er noch viel zu tun hat. Er kommt aus der 4. Liga und da ist es auch eine Frage vom Tempo«, sagte Favre. »Aber es war auch nicht einfach für ihn. Er muss langsam in unser System integriert werden und das braucht ein wenig Zeit«.
Welche Mischung unterdessen nun beim zweiten Testspiel am kommenden Dienstag gegen Darmstadt 98 auf dem Feld steht, ließ Favre offen. »Ich weiß es noch nicht, aber wahrscheinlich werden wir dann mit einer Mannschaft länger spielen«, ließ Favre durchblicken.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Zimmermann (46. Jantschke), Brouwers (46. Dams), Stranzl (46. Dante), Korb (46. Wendt) - Marx (46. Cigerci), Neustädter (46. Nordtveit) - Younes (46. Herrmann), Ring (46. Otsu) - Reus (46. Leckie), Hanke (46. de Camargo)
1.FC Nürnberg: Schäfer - Feulner (60. Wießmeier), Wollscheid, Maroh, Hlousek (70. Mak) - Chandler, Simons, Didavi (46. Plattenhardt), Hegeler (60. Mendler) - Eigler, Pekhart (60. Esswein)
Tore: 1:0 Ring (8.), 20 Ring (16.), 2:1 Maroh (45.), 3:1 Dante (90. Foulelfmeter), 3:2 Wießmeier (90.+5)
Gelbe Karten: Jantschke / -
Rote Karte: Maroh






