Beim Wintercup in Düsseldorf schlug Borussia Mönchengladbach am Sonntag zwar den SV Werder Bremen mit 2:0 und zog ins Finale ein, unterlag dort aber Gastgeber Fortuna Düsseldorf und verpasste somit den vierten Turniersieg nach 2007, 2010 und 2011.
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| VfL-Leihgabe Tobias Levels hatte im Finale mit Düsseldorf die Nase vorn. Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager im türkischen Belek am Donnerstag absolvierte die Borussia am Sonntag beim Wintercup in Düsseldorf den letzten Härtetest vor dem Rückrundenauftakt am kommenden Freitag gegen den FC Bayern München (20:30 Uhr, Borussia-Park).
Der Turniermodus sah für die teilnehmenden Teams wie auch in den letzten Jahren zwei Spiele über jeweils einmal 45 Minuten vor. Den Anfang machten Gastgeber Fortuna Düsseldorf und Borussia Dortmund. Und der Zweitligist revanchierte sich dabei für die Niederlage im DFB-Pokal und zog mit einem 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen ins Finale ein.
Den zweiten Finalisten spielten die Gladbacher Borussia, die als Titelverteidiger nach Düsseldorf gereist war, und der SV Werder Bremen unter sich aus. Borussias Trainer Lucien Favre, der lediglich auf den am rechten Knie angeschlagenen Oscar Wendt verzichten musste, bot im gewohnten 4-4-2-System für diese Partie vor Torhüter Marc-André ter Stegen eine Viererabwehrkette mit Matthias Zimmermann, Martin Stranzl, Roel Brouwers und Kapitän Filip Daems auf.
Vor dieser bildeten Thorben Marx und Roman Neustädter im defensiven Mittelfeld die „Doppel-6", auf den Außenpositionen kamen Alexander Ring (rechts) und Juan Arango (links) zum Einsatz. In der Offensive begannen Marco Reus und Igor de Camargo.
Unter dem geschlossenen Dach der Düsseldorfer Esprit Arena übernahmen die Borussen von Beginn an das Kommando und marschierten nach vorne. Und hatten bereits nach wenigen Sekunden die erste Möglichkeit. Marco Reus schnappte sich in der eigenen Hälfte das Leder, marschierte bis zum Strafraum und setzte dort Igor de Camargo in Szene. Doch der belgische Nationalspieler drosch die Kugel im Fallen weit neben das Tor (01.).
Vier Minuten später meldete sich der SV Werder erstmals vor dem Tor des VfL. Mehmet Ekici konnte mit seinem Freistoß aus 27 Metern aber für keine große Gefahr sorgen (05.). Dann war wieder der VfL wieder an der Reihe. Igor de Camargo versuchte es im Strafraum mit einem Lupfer, setzte die Kugel aber auf das Tornetz (07.).
Mittlerweile war eine Viertelstunde absolviert und die Truppe von Lucien Favre war bemüht, dass Geschehen zu kontrollieren und spielte gefällig nach vorne. Vor dem Bremer Tor entscheidend in Szene setzten konnten sie sich dabei aber nicht. Da auch Bremen offensiv nicht großartig in Erscheinung trat und zudem beide Defensivreihen sicher standen, plätscherte die Partie ohne große Höhepunkte dahin.
Bis zur 25. Minute. Da nutzte der VfL einen Freistoß, um sich in Front zu bringen. Juan Arango zog aus etwa 21 Metern ab, Tom Trybull wehrte das Leder in der Mauer stehend mit der Hand ab. Schiedsrichter Stegemann zögerte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß. Und vom Punkt zeigte sich Filip Daems gewohnt sicher und verwandelte zur 1:0-Führung (26.).
In der Folgezeit verwalteten die Borussen vornehmlich den Vorsprung, hatten dabei aber gegen eher mäßige Bremer auch keine große Mühe. Drei Minuten vor dem Abpfiff sorgte Thorben Marx dann für die endgültige Entscheidung. Nach schöner Vorarbeit von Marco Reus netzte der 30-Jährige mit einem gefühlvollem Schlenzer aus 20 Metern ins linke obere Eck zum 2:0 ein (42.) und beseitigte dann die letzten Zweifel, sodass die Borussia am Ende als verdienter Sieger zum dritten Mal in Folge in das Finale einzog.
Hier traf der VfL wie auch schon im Vorjahr auf Gastgeber Fortuna Düsseldorf, der sich im Halbfinale gegen den BVB durchgesetzt hatte. Borussias Trainer Lucien Favre wechselte wie angekündigt fast komplett durch. Im Tor stand nun Christofer Heimeroth, die Abwehrkette setzte sich aus Tony Jantschke, Niklas Dams, Dante und Filip Daems zusammen.
Vor der Abwehr spielten Håvard Nordtveit und Tolga Cigerci, auf den Flügeln im Mittelfeld Patrick Herrmann (rechts) und Yuki Otsu (links). In der Offensive begannen Mike Hanke und Mathew Leckie.
Das Finale gestaltete sich zunächst über lange Zeit eher zu einem Langweiler. Zwar gestaltete sich die Partie ausgeglichen, Torraumszenen blieben jedoch Mangelware. Auf Seiten des VfL ergab sich die erste Gelegenheit nach einer Viertelstunde. Patrick Herrmann zog aus halbrechter Position ab, drosch die Kugel jedoch genau in die Arme von Fortuna Schlussmann Robert Almer (15.)
Auch in der Folgezeit konnte das Geschehen auf dem Rasen für keine Jubelszenen auf den Rängen sorgen. Bis zur 28. Minute. Da war es Fortunas finnischer Neuzugang Timo Furuholm, der nach Zuspiel von Maximilian Beister frei vor Christofer Heimeroth auftauchte und zur 1:0-Füghrung für die Gastgeber einnetzte (28.). Zwei Minuten später hätte der Zweitligist alles klar machen können, doch Beister donnerte das Leder nach schöner Vorlage von Ex-Borusse Sascha Rösler weit über das Gehäuse (30.).
Bis zum Schlusspfiff tat sich nichts mehr, sodass die Borussen bei der vierten Finalteilnahme in Folge erstmals den Platz als Verlierer verlassen mussten. Ein allzu großer Maßstab war dieses Turnier mit zwei unterschiedlichen Mannschaften sicherlich nicht. Da war es viel wichtiger, dass alle Spieler vor dem Rückrundenstart nochmal Spielpraxis unter vernünftigen Bedingungen sammeln konnten. »Das zweite Spiel war nicht so gut, aber das Ergebnis war heute am Ende auch nicht wichtig«, stimmte Borussias verschnupfter Trainer Lucien Favre zu. »Es war wichtig, dass wir heute mit zwei Mannschaften gespielt und noch mal allen Spielpraxis gegeben haben«.
Und wichtig war auch, dass alle Borussen wohl auch ohne große Blessuren vom Platz gegangen sind. Das trifft auch auf Neuzugang Alexander Ring zu, der kurz vor Ende des Finals mit Beschwerden im Oberschenkel vom Platz gegangen war. »Ich denke nicht, dass es etwas Schlimmeres ist«, sagte Ring nach der Partie.
Am Montag haben die Borussen nun noch einmal frei und die Gelegenheit, ihre Kräfte zu bündeln, ehe am Dienstag die Vorbereitung auf das Heimspiel am Freitag gegen den FC Bayern München beginnt. Und da zählt und gilt es dann, positiv in die Rückrunde zu starten...
Die Kurzstatistiken zu den Spielen:
2. Halbfinale: Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen
Borussia: ter Stegen - Zimmermann, Stranzl, Brouwers, Daems - Marx, Neustädter - Ring (44. Rupp), Arango - Reus, de Camargo
Tore: 1:0 Daems (26., Handelfmeter), 2:0 Marx (42.)
Gelbe Karten: Reus / Trybull, Pizarro
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Finale: Fortuna Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach
Borussia: Heimeroth - Jantschke, Dams, Dante, Daems (21. Korb) - Nordtveit, Cigerci (35. Rupp) - Herrmann, Otsu (35. Younes) - Hanke, Leckie (35. Bobadilla)
Tore: 1:0 Furuholm (28.)
Gelbe Karten: - / Herrmann, Nordtveit
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 37.522 (Esprit Arena Düsseldorf)






