Wie auch schon beim Start in die laufende Bundesliga-Saison bezwang Borussia Mönchengladbach beim Rückrundenauftakt am Freitagabend den FC Bayern München und bleibt dem Tabellenführer nach dem verdienten 3:1-Sieg auf den Fersen. Vor 54.047 Zuschauern im restlos ausverkauften Borussia-Park trafen Marco Reus und Patrick Herrmann per Doppelpack für den defensiv starken VfL.
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| Traf doppelt gegen Bayern - Patrick Herrmann. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre musste gegen den Tabellenführer lediglich auf den gelbgesperrten Dante verzichten. Für den Brasilianer rückte wie im Vorfeld der Partie angekündigt, Roel Brouwers in die Innenverteidigung.
Ansonsten blieb die im letzten Jahr erfolgreiche Startformation im gewohnten 4-4-2-System unverändert.
Erstmals im Aufgebot stand hingegen Neuzugang Alexander Ring. Der Finne nahm zunächst auf der Bank Platz. Auf Raúl Bobadilla traf das alles nicht zu. Der Argentinier stand etwas überraschend erst gar nicht im Kader. Vielleicht schon ein kleiner Fingerzeig ... Stattdessen saß Mathew Leckie als Option für die Offensive auf der Bank.
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Vor einer tollen Kulisse starteten beide Mannschaften recht verhalten in die Partie. Der Tabellenführer ließ den Ball zwar gut laufen und suchte den Weg vor das VfL-Tor, konnte sich dabei aber gegen kompakte Borussen nicht zwingend in Szene setzten. Und das konnte in der Anfangsphase auch der VfL nicht.
Die Gastgeber standen weitestgehend tief, ließen den mit deutlich mehr Spielanteilen ausgestatteten Münchenern in der eigenen Hälfte aber wenig Raum. Und in der 10. Minute nutzten die Borussen dann einen kapitalen Schnitzer von Manuel Neuer und brachten sich mit 1:0 in Front.
Nach einem Rückpass von Holger Badstuber attackierte Patrick Herrmann den FCB-Keeper. Anstatt eines langen Balls spielte der Nationaltorhüter die Kugel flach direkt in die Füße von Marco Reus. Borussias ‚Rakete' zündete sofort und schob aus gut 25 Metern ins leere Tor ein.
Eine VfL-Führung, die nicht zwingend in der Luft gelegen hatte und die bereits vier Minuten später wieder Vergangenheit hätte sein können. Arjen Robben war auf der rechten Seite entwischt und setzte im Strafraum Mario Gómez in Szene, der aus etwa zehn Metern sofort auf das Tor köpfte. Doch Marc-André ter Stegen war zu Stelle und klärte mit einem starken Reflex zur Ecke (14.).
Aus dieser Szene ergab sich ein Konter für die Borussen, dem zwei Eckstöße in Serie folgten. Einbringen sollten dieser aber nichts (15.). Das galt auch für einen Distanzschuss von Arango, der die Kugel aus etwa 25 Metern weit in den Gladbacher Himmel drosch (17.).
Derweil erstickten die sicher stehenden Gastgeber die Angriffsbemühungen des Rekordmeisters immer wieder im Keim. Und das gerade deshalb, weil die Abseitsfalle des VfL immer wieder zu schnappte. Ebenso in große Gefahr bringen konnten den VfL auch nicht die Abschlüsse von Robben (23.) und Tymoschtschuk (27.).
Während in der gleichen Minute die dritte Ecke des VfL nichts einbrachte, so zogen sich die Fohlen in der Folgezeit weit zurück, machten die Räume eng und lauerten vornehmlich auf Konter. Und vier Minuten vor dem Pausenpfiff nutzen die nach wie vor kompakt stehenden und gut verschiebenden Borussen einen solchen und verpassten dem FC Bayern die nächste kalte Dusche. Juan Arango spielte schnell auf Mike Hanke, der mit einem tollen Zuspiel Patrick Herrmann in Szene setzte. Alleine vor FCB-Schlussmann Neuer stehend behielt der Youngster die Nerven und schon zum 2:0 ein (41.).
Kurze Zeit später hätte Mike Hanke den dritten Streich nachlegen können, doch sein Schuss sauste nur wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (44.). So ging es für den hervorragend eingestellten VfL mit einem Zweitorevorsprung in die Kabine.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Die Borussen begannen da, wo sich im ersten Durchgang aufgehört hatten. In der Defensive sicherstehend, lauerten sie auf Konter. Aus dem ersten ergab sich dann vier Minuten nach Wiederanpfiff die erste dicke Möglichkeit.
Roman Neustädter entwischte der Bayern-Abwehr und wollte auf Höhe des Strafraums den auf links besser postierten Arango in Szene setzen, doch der Querpass misslang (49.). Zwei Minuten nahm es der Venezolaner selbst in die Hand, doch sein Schuss aus gut 30 Metern flog weit über das Tor vorbei (51.).
Auf der anderen Seite fiel der Truppe von Trainer Jupp Heynckes gegen perfekt eingestellte und verteidigende Borussen weiter nicht viel ein. Auch ein Grund dafür war die Tatsache, dass der VfL bis dato 66 Prozent der Zweikämpfe für sich entschieden hatte. Derweil versuchte sich Reus nach gut einer Stunde mit einem Distanzschuss, stellte Manuel Neuer aber vor keine allzu schwere Prüfung (61.). Eine Minute später war Roel Brouwers beim Schuss von Gómez zur Stelle und vereitelte eine gute Gelegenheit der Gäste (62.).
Der Rekordmeister erhöhte zwar nun die Schlagzahl, fand aber weiterhin keine entscheidenden Mittel, den VfL in Bedrängnis zu bringen. Und neunzehn Minuten vor Abpfiff sorgten die Borussen für die endgültige Entscheidung. Nach einem traumhaften Konter schickte Arango Reus steil. Der Nationalspieler zögerte kurz und spielte Herrmann mit einem Traumpass in die Tiefe frei, der Neuer im Strafraum umkurvte und eiskalt zum 3:0 einnetzte (71.).
Fünf Minuten später betrieb der FC Bayern Ergebniskorrektur. Sebastian Schweinsteiger vollendete nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus zum 3:1-Anschlusstteffer (76.). Wenngleich Bayern zum Ende hin noch mal den Druck erhöhte, so änderte das alles nichts am unter dem Strich verdienten 3:1-Sieg der Borussen. Ein Traumstart in die Rückrunde, der Träume ein Stückchen näher kommen lässt ...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (89. Marx), Arango - Reus (90.+2 Leckie), Hanke (81. de Camargo)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Zimmermann, Ring
FC Bayern München: Neuer - Boateng (66. Rafinha), van Buyten (76. Luiz Gustavo), Badstuber, Lahm - Tymoschtschuk (56. Alaba), Schweinsteiger - Robben, Kroos, Müller - Gómez
Weiter im Kader: Butt (ETW), Pranjić, Olić, Petersen
Tore: 1:0 Reus (11.), 2:0 Herrmann (41.), 3:0 Herrmann (71.), 3:1 Schweinsteiger (76.)
Gelbe Karten: Arango / -
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)






