Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeFohlenelfSpielberichteBorussia bleibt oben dran! 3:0-Sieg in Stuttgart

Borussia bleibt oben dran! 3:0-Sieg in Stuttgart

19. Spieltag: VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach 0:3 (0:1)

Dank eines 135-Sekunden-Doppelschlags in den Schlussminuten siegte Borussia Mönchengladbach am Sonntagabend mit 3:0 beim VfB Stuttgart und bleibt somit dem Spitzentrio der Fußball-Bundesliga mit einem Punkt Rückstand auf den Fersen. Vor 53.600 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena erzielten Mike Hanke, Marco Reus und Igor de Camargo die Tore für den VfL.

hanke_29_01_12
Erzielte die 1:0-Führung in Stuttgart - Mike Hanke. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Borussias Trainer Lucien Favre musste in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs auf zwei seiner Abwehrspieler verzichten und demzufolge seine Viererabwehrkette gleich auf zwei Positionen umbauen.

Innenverteidiger Roel Brouwers hatte eine aus dem Bayern-Spiel davongetragene Rückenprellung nicht rechtzeitig hinter sich gelassen und machte somit die Reise an den Neckar nicht mit.

Den Niederländer ersetzte Dante, der seine Gelbsperre abgesessen hatte und wieder in die Innverteidigung zurückkehrte.

Verwandte Themen:

» Fotostrecke: Borussia punktet dreifach am Neckar

» »Können uns letztendlich nur selber schlagen«

» Einfach nur gut

Zudem musste Filip Daems kurzfristig passen. Während Martin Stranzl die Kapitänsbinde des erkrankten Belgiers übernahm, so besetzte Oscar Wendt die linke Abwehrseite. Den freigewordenen Kaderplatz nahm Tolga Cigerci ein, der somit erstmals in das Aufgebot des VfL rückte. Ansonsten blieb die Startformation im Vergleich zum erfolgreichen Rückrundenauftakt im gewohnten 4-4-2-System unverändert.

Nach einer Gedenkminute zu Ehren von drei ehemaligen verdienten Stuttgarter Profis, darunter auch Ex-Borusse Klaus-Dieter Sieloff, waren es die Gastgeber, die die erste Duftmarke abgaben. Doch der Schuss von Martin Harnik aus etwa elf Metern stellte Marc-André ter Stegen vor keine große Aufgabe (03.).

Derweil deuteten die gewohnt kompakt stehenden Borussen in den Anfangsminuten zwar ihr starkes Kurzpassspiel in Ansätzen an, kamen offensiv jedoch zu keinen zwingenden Nadelstichen. Das traf allerdings auch auf den VfB zu, und so spielte sich das Geschehen in der Folgezeit überwiegend zwischen beiden Strafräumen ab.

Und auch nach einer Viertelstunde mangelte es an zwingenden Aktionen. Das galt auch für den Abschluss von Juan Arango, der die Kugel aus zwanzig Metern deutlich verzog (16.) und für den ersten Eckstoß der Gastgeber, der nichts einbrachte (18.).

Defensiv ließen die Borussen wie nahezu gewohnt wenig anbrennen und boten dem VfB wenig Raum, nach vorne fehlten die zündelnden Ideen. Was aber auch daran lag, dass sich der VfL schwer tat, Lücken zu finden. So mussten primär Standardsituationen für Möglichkeiten sorgen. Und nach der ersten Ecke für die Borussen war es Juan Arango, der nach Ablage von Mike Hanke trocken abzog, doch Hajnal war zur Stelle und klärte auf der Torlinie (28.).

Doch drei Minuten später zappelte der Ball im Netz des VfB und die Borussen durften jubeln. Bezeichnend nach einem ruhenden Ball. Marco Reus zirkelte eine Freistoß-Flanke genau auf Mike Hanke, der mit dem Kopf verlängerte und unhaltbar für VfB-Schlussmann Ulreich zur 1:0-Führung ins lange Eck einnickte (31.).

Eine sicherlich schmeichelhafte Führung für den VfL, der bis dato jedoch mehr investiert hatte. Und mit dem Vorsprung im Rücken zeigte sich die Favre-Truppe ballsicherer, selbstbewusster und hatte die in der Folgezeit lebhaftere Partie im Griff. Arango hätte den Vorsprung ausbauen können, doch der Venezolaner scheiterte mit seinem Abschluss am gut parierenden Stuttgarter Keeper Ulreich (38.).

Eine Minute später konnte sich sein Gegenüber ebenso auszeichnen. Ter Stegen war zur Stelle und klärte den Schuss von Hajnal mit einer tollen Flugeinlage zum dritten Eckstoß für die Schwaben, der im Anschluss nichts einbrachte (39.).

So ging es nach 45 Minuten mit einer knappen aber verdienten VfL-Führung in die Kabinen. Dem VfB gelang es nicht, den Gladbacher-Abwehrriegel zu knacken, während die Borussen durch Hanke eiskalt zuschlugen.

Während Bruno Labbadia zum zweiten Durchgang einen Wechsel vornahm, so betraten die Borussen unverändert das Spielfeld. Die Labbadia-Truppe kam zwar entschlossen aus der Kabine, doch die Borussen waren auf der Hut und ließen wenig bis gar nichts anbrennen. Derweil musste Lucien Favre acht Minuten nach dem Wiederanpfiff den ersten Wechsel vornehmen. Für den angeschlagenen Mike Hanke betrat Igor de Camargo den Rasen (53.).

Und der belgische Nationalspieler verfolgte wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, wie Juan Arango die Kugel nur wenige Meter neben das Gehäuse setzte (55.). Kurze Zeit später waren Oscar Wendt und Tony Jantschke im Strafraum auf der Hut und klärten vor VfB-Neuzugang Vedad Ibišević (56.).

Auf der Gegenseite setzte Håvard Nordtveit im Strafraum zum Schuss an, donnerte das Leder aber über das Tor (57.). Eine Minute später folg der Schlenzer von Marco Reus ebenso über das Gehäuse (58.). Und in Minute 64 hätte es gut und gerne 2:0 stehen können, wenn nicht müssen. Nach einem schönen Konter des VfL tauchte Patrick Herrmann alleine vor Ulreich auf, scheiterte jedoch am stark klärenden VfL-Schlussmann (65.).

Eine 2:0-Führung hätte dem VfL sicherlich gut getan und für eine Vorentscheidung gesorgt, doch die Borussen versäumten es, ihre Kontermöglichkeiten gut auszuspielen und agierten bei ihren Vorstößen oftmals auch zu kompliziert, weshalb es Favre zweitweise nicht mehr in seinem Sitz hielt.

So blieb es aufgrund des knappen Spielstands bis zum Schluss spannend. Stuttgart drängte mit der Brechstange auf den Ausgleich, die Borussen hielten aber dagegen. Und anstatt wie oftmals im Fußball bestraft zu werden, sorgten die Borussen dann innerhalb von 135 Sekunden mit einem Doppelschlag für Klarheit und räumten letzte Zweifel über den 12. Saisonsieg aus.

Zunächst setzte Herrmann mit einem Steilpass Marco Reus in Szene, der Nationalspieler ließ sich die Chance nicht nehmen und schob das Leder an Ulreich vorbei zum 2:0 in die Maschen (81.). Und wenige Sekunden später setzte Igor de Camargo noch einen drauf und schob nach Vorlage von Herrnmann aus kurzer Distanz zum 3:0 ein (84.).

Damit war die Messe in der Mercedes-Benz Arena zu Gunsten der Borussia gelesen - wenn auch unnötig spät. Der VfL feierte am Ende verdient den ersten Sieg in Stuttgart seit 1994 und bleibt mit dem 12. Saisonsieg auf Tabellenplatz vier rangierend dem Spitzentrio mit nur einem Punkt Rückstand weiter auf den Fersen.

Zudem vergrößerten die Borussen den Vorsprung auf Platz fünf, den Werder Bremen inne hat, auf acht Punkte. Der Traum geht weiter und die Verwirklichung rückt gehörig näher ...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VfB Stuttgart: Ulreich - Rüdiger (79. Holzhauser), Taşçı, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanović (46. Okazaki) - Harnik (68. Schieber), Hajnal - Ibišević, Cacau

Weiter im Kader: Ziegler (Tor), Celozzi, Niedermeier, Gentner

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Wendt - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (85. Marx), Arango - Reus (88. Leckie), Hanke (53. de Camargo)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Cigerci, Zimmermann, Ring

Tore: 0:1 Hanke (31.), 0:2 Reus (81.), 0:3 de Camargo (84.)

Gelbe Karten: - / Nordtveit

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)


letzte Foren-Beiträge