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HomeFohlenelfSpielberichte2:0-Sieg in Berlin: Borussia im Pokal-Halbfinale!

2:0-Sieg in Berlin: Borussia im Pokal-Halbfinale!

Viertelfinale DFB-Pokal: Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach 0:2 n.V. (0:0, 0:1)

Dank der Tore von Filip Daems und Oscar Wendt gewann Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend vor 47.465 Zuschauern im Berliner Olympiastadion nach Verlängerung mit 2:0 bei Hertha BSC Berlin und zog somit am Ende zwar glücklich, aber nicht unverdient in das Halbfinale des DFB-Pokals ein.

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Gewohnt sicher vom Elfmeterpunkt - Filip Daems. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Borussias Trainer Lucien Favre musste auch in der Bundeshauptstadt auf Martin Stranzl verzichten. Den Österreicher legte weiterhin ein schwerer grippaler Infekt außer Gefecht, der eine Reise an die Spree nicht zu ließ.

Demzufolge lief Roel Brouwers wie auch beim Remis in Wolfsburg an der Seite von Dante in der Innenverteidigung auf. Ansonsten blieb die Startformation im Vergleich zum letzten Punktspiel im gewohnten 4-4-2-System unverändert.

Bei Temperaturen um Minus 6 Grad liefen die Motoren beider Teams nur schwer warm. Sowohl die in ihren graphitgrauen Auswärts-Trikots spielenden Borussen, als auch die Gastgeber waren auf Sicherheit bedacht und scheuten in den Anfangsminuten das Risiko.

So wartete man auf Szenen, die einen hätten warm ums Herz werden können. Bis zur 13. Minute. Da startete die Hertha den ersten Annäherungsversuch auf das Gehäuse des VfL. Pierre-Michel Lasogga versuchte es mit einem Schuss aus 20 Metern, stellte Marc-André ter Stegen dabei aber vor keine große Probe. Drei Minuten später die erste Ecke für die Gastgeber, die ausgeführt von Raffael nichts einbrachte (16.). Gleiches galt für die beiden kurz hintereinander folgenden weiteren Eckstöße der Berliner (18., 19.).

Eine kleine ‚Drangperiode' der ‚alten Dame', die die gewohnt sicher stehenden Borussen aber nicht großartig in Verlegenheit bringen konnte. Das traf allerdings auch auf die erste Halbchance des VfL zu. Tony Jantschke hatte Patrick Herrmann im Strafraum in Szene gesetzt, der Youngster konnte hinter seinen Kopfball aber nicht die nötige Wucht bringen (21.).

Hertha BSC war die aktivere Mannschaft, konnte aber nichts Zwingendes kreieren. Und auch die Borussen taten sich schwer, in der kompakten Defensive der Skibbe-Truppe eine Lücke zu finden. Mittlerweile war eine halbe Stunde vergangen und die Gastgeber hatten die erste gute Gelegenheit. Raffael wurde links steil in den Strafraum geschickt und zog mit links ab - allerdings ans Außennetz (30.).

Sieben Minuten später die nächste Gelegenheit für Berlin. Nach Steilpass von Ebert kam Lasogga aus spitzem Winkel zum Schuss, doch ter Stegen war hellwach und lenkte den Ball ans Außennetz. Der anschließende Eckstoß blieb wirkungslos (37.). Und da gerade die Borussen offensiv wenig Akzente setzen konnten und keine zwingende Gelegenheit zu verzeichnen hatten, ging es nach 45 Minuten torlos zum Pausentee.

Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Vor diesem bildeten die Borussen einen Kreis, um sich auf die zweiten 45 Minuten einzuschwören. Und die Fohlen schalteten nun auch einen Gang höher und versuchten Druck aufzubauen, blieben dabei aber zunächst ohne Durchschlagskraft.

Und auch nach einer Stunde hatte die zerfahrene und von der Spannung lebende Partie keine Höhepunkte zu bieten. Das war dann fast schon die Verwarnung von Dante, der für ein Foulspiel an Lasogga die gelbe Karte erhielt, obwohl eher die Aktion des Herthaners verwarnungswürdig war (54.).

Doch in Minute 61 hatten die Hertha-Fans bereits den Torjubel auf den Lippen, Peter Niemeyer zimmerte seinen strammen Distanzschuss aber lediglich an den rechten Torpfosten. Glück für die Borussen, bei denen offensiv weiter vieles Stückwerk blieb. Marschierten die Fohlen mal nach vorne, gaben sie das Spielgerät oftmals zu leichtfertig und mit unnötigen Ballverlusten wieder her.

Trotz eisiger Kälte wurde die Partie im weiteren Verlauf immer hitziger und wurde aufgrund einiger Nickligkeiten oftmals unterbrochen. Derweil reagierte Lucien Favre und nahm den ersten Wechsel vor. Für Patrick Herrmann kam mit Igor de Camargo ein frischer Stürmer auf den Platz (69.). Der belgische Nationalspieler war gerade erst wenige Sekunden auf dem Platz, als er den ersten Eckstoß des VfL mit entgegen nahm, doch die Gelegenheit zum Abschluss bot diese nicht (70.).

Und auch eine Viertelstunde vor Schluss wartete die Borussia weiter auf die erste richtig gute Gelegenheit. Doch in Minute 77 ergab sich eine solche. Igor de Camargo machte sich nach schönem Zuspiel von Mike Hanke auf der linken Seite auf die Reise, ließ die Kugel aber im Strafraum versprengen, sodass Hertha-Schlussmann Kraft keine Mühe hatte. Zuvor sah Borussias Angreifer aufgrund einer vermeintlichen Schwalbe die gelbe Karte (76.).

Die Schlussphase war angebrochen und die Borussen waren etwas am Drücker und suchten die Entscheidung, konnten sich bei ihren Angriffsbemühungen aber weiter nicht zwingend in Szene setzen. So blieben auch die zweiten 45 Minuten torlos, sodass die Partie einen ‚Nachschlag' in Form einer 30-minütigen Verlängerung bekam.

Zu Beginn des ersten Abschnitts der Verlängerung waren beide Teams zu nächst auf Sicherung bedacht und wollen keine Fehler machen. Torchancen ergaben sich demnach nicht. Zehn Minuten tat sich auf beiden Seiten nicht viel, doch dann bestrafte die Borussia eine Dummheit der Gastgeber und brachte sich in Front.

Hubnik und de Camargo gerieten nach einem langen Ball im Zweikampf im Strafraum aneinander, ehe Kraft den Ball aufnahm. Im Anschluss ging Hubnik auf de Camargo zu, der dann nach einem 'angehauchten' Kopfstoß zu Boden geht. Zwar eine Tätlichkeit des Herthaners, die Schiedsrichter Dr. Brych regelkonform mit einer roten Karte und einem Elfmeter für den VfL bestrafte, über die Art und Weise des Fallens von Borussias Angreifer darf man aber dennoch diskutieren. Vom Punkt jedenfalls, zeigte sich Filip Daems gewohnt eiskalt und vollendete zum 1:0 in die Maschen (100.).

Die Hertha war geschockt, die Borussen hatten das Geschehen im Griff und ließ bis zum erneuten Seitenwechsel nichts mehr anbrennen. Und das traf auch auf die zweite Hälfte der Verlängerung zu. Die Hertha versuchte zwar zum Ausgleich zu gelangen, doch gerade der eingewechselte Ramos versäumte es eine Minute vor Schluss, für die Gastgeber auszugleichen (119.).

Derweil verpasste es auf Seiten der Borussia Mike Hanke kurze Zeit später, mit seinem Schlenzer den Deckel drauf zu machen (120.). Das machte dann der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Oscar Wendt und sorgte in der Nachspielzeit mit seinem Treffer zum 2:0 für die endgültige Entscheidung (120.+2).

Das war der Schlusspunkt einer umkämpften Partie, bei der die Borussen gerade spielerisch vielleicht nicht ihren besten Tag hatten, aber für das sorgten, was im Pokal primär zählt - das Weiterkommen, egal wie... Der VfL ist glücklich, am Ende aber auch nicht unverdient in das Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen und darf sich nun am Samstag auf die Auslosung freuen.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Hertha BSC Berlin: Kraft - Morales, Hubnik, Mijatović, Kobiaschwili (80. Ronny) - Ottl (106. Ramos), Niemeyer - Ebert, Lustenberger (60. Bastians) - Raffael - Lasogga

Weiter im Kader: Bungert (ETW), Janker, Rukavytsa, Djuricin

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (69. de Camargo), Arango - Reus (114. Marx), Hanke (120. +1 Wendt)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Ring, Leckie

Tore: 0:1 Daems (101., Foulelfmeter), 0:2 Wendt (120.+2)

Gelbe Karten: Ebert / Dante, de Camargo

Rote Karte: Hubnik (100. Tätlichkeit)

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)


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