Borussias U23-Trainer war zu Gast bei Radio 90,1
Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah‘. Gestern begrüßte Moderatorin Petra Koch den Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach, Sven Demandt. In den 60-Minuten, bei denen Ex-Mannschaftskollege und der heutige Sportdirektor vom FSV Frankfurt Uwe Stöver zugeschaltet wurde, sprach der 43-Jährige über seine Arbeit mit Borussias Nachwuchstalenten.
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| Sven Demandt zu Gast bei Radion 90.1 (Foto: Andreas Plum / Fohlen-Hautnah.de) |
Petra Koch: Sven Demandt, gestern (Dienstag, d. Red.) hattet ihr ein Spiel gegen eine Army-Auswahl und habt 8:2 gewonnen. Da war der Nachmittag doch schön, oder?
Sven Demandt: Ja, auf jeden Fall. Es ging mir darum, dass die Jungs auch mal ein paar Tore machen und sich ein bisschen Selbstvertrauen holen. Das ist ganz gut gelungen.
Petra Koch: Und die mittlerweile wieder gesunden Spieler konnten auch mal wieder spielen…
Sven Demandt: Ja, für die Jungs war das wichtig. Muhittin Bastürk, Bernhard Janeczek und Mirhudin Kačar, der jetzt fast ein halbes Jahr verletzt war, haben mal wieder ein Spiel über 90 Minuten gemach. Von daher war es ein gelungener Test. Die Jungs hatten heute Morgen auch keine großen Nachwirkungen, daher passt alles.
Petra Koch: Vorbereitung abgeschlossen. Trainingslager war im Regen in der Türkei. Wie ist die Vorbereitung verlaufen? Klar wirst du jetzt sagen: gut…
Sven Demandt: Ich habe noch selten einen Trainer erlebt, der sagt, dass die Vorbereitung schlecht war und nicht ging. Es war ganz gut. Wir konnten vor allen Dingen die Verletzten wieder heranführen und hatten bei den anderen außer kleineren Wehwehchen nichts Ernsthaftes. Ein paar Ergebnisse hätten besser sein können, aber ich habe auch schon alles erlebt, gute Vorbereitung, schlechter Start und umgekehrt. Deswegen machen wir uns da auch nicht verrückt. Die Jungs sind fit und ich glaube, wir haben uns auf den Samstag gut vorbereitet.
Petra Koch: Und die Stimmung soll auch gut sein…
Sven Demandt: Die Stimmung ist gut, klar. Die Jungs warten schon darauf, dass es Samstag los geht. Wenn man viel gewinnt ist die Stimmung eigentlich immer gut.
Petra Koch: Als du U23 zum Ende der letzten Saison übernommen hast, waren die Jungs sportlich eigentlich abgestiegen. Dann seid ihr aber drin geblieben, weil drei andere Clubs finanzielle Probleme hatten und zurückziehen mussten. Dann wurde in der Mannschaft ein bisschen rum rotiert. Es kamen von deinen Jugendspielern einige hoch. Da wurde ein Team neuformiert und jetzt spielen die oben mit. Du hättest am Anfang der Saison auch nicht unbedingt gedacht, dass ihr zum jetzigen Zeitpunkt Dritter seid, oder?
Sven Demandt: Nein. Dass es so gut läuft, kommt glaube schon ein wenig überraschend. Unabhängig davon, dass ich die meisten Jungs gut kenne, ich glaube 14 oder 15 davon habe ich schon in der Jugend trainiert, weiß ich natürlich schon um die Qualitäten der einzelnen Spieler. Das mehr möglich ist und auch sein muss als in der letzten Saison, war auch klar. Aber dass es letztendlich so gut läuft, dass wir von 18 Spielen nur zweimal verloren haben und beide Niederlagen eigentlich noch unglücklich waren, damit konnte keiner rechnen.
Petra Koch: Dann fragt man ja im Fußball immer woran das liegt. Hat man einen Lauf, passt die Mischung, passt der Trainer, passt alles zusammen?
Sven Demandt: Es ist wahrscheinlich ein Mix aus vielem, weil eben viele Sachen funktionieren. Ich glaube auch, dass die wenigen älteren Spieler ihre Führungsrolle auf aber auch neben dem Platz gut ausfüllen. Dazu die ‚jungen Wilden‘ Drumherum. Wir haben es in fast jedem Spiel hinbekommen, dass Maximale rauszuholen. Damit passt das dann eben.
Petra Koch: Ihr habt viele ‚junge wilde‘ und wenig ältere. Im Endeffekt Marcel Podszus und Michael Stuckmann waren in der Hinrunde so die Träger, die die Mannschaft so ein bisschen zusammengehalten haben. Eigentlich noch überraschender, dass so junge wilde dann schon so ordentlich und erfrischend Fußball spielen.
Sven Demandt: Ja. Aber genau so haben sie gespielt. Eben jung, erfrischend mit richtig Tempo. Da kann man dann den „normalen“ Mannschaften in der Regionalliga schon ein wenig Feuer machen, wenn man richtig Tempo macht. Das haben wir gut hinbekommen. Nach dem ersten Sieg gegen Leverkusen - wir sind ja ein bisschen mühsam in die Saison gestartet - haben die Jungs dann gemerkt, hey das funktioniert, haben dann eben auch mit mehr Selbstvertrauen gespielt und dann auch die Spiele gewonnen.
Petra Koch: Kann man sich dann in der Rückrunde auch nur selber schlagen indem, man jetzt nachdenkt, oder erwartest du das gar nicht, sondern das sie so weiter machen wie bisher?
Sven Demandt: Ich gehe davon aus, dass wir so weiter machen. Unabhängig davon wird es schwer genug. Wir hatten ja in dieser Saison durch den Abstieg nichts zu verlieren. Wir wollten sicher die Klasse zu halten, da sind wir momentan auf einem ganz guten Weg. Jetzt ist schon ein wenig die Situation der etwas höheren Erwartungen eingetreten. Damit müssen die Jungs klar kommen und ich denke, wir werden damit auch klar kommen. Ich hoffe einfach, dass uns die Unbekümmertheit, die sich bereits ausgezahlt hat, beibehalten.
Petra Koch: Bei 34 Punkten wären andere froh, wenn sie sie hätten. Müsste man das Ziel da nicht neu definieren? Der Klassenerhalt dürfte ja möglich sein…
Sven Demandt: Wir sind auf einem gutem Weg, mehr sehe ich momentan nicht. In der Hinrunde haben wir es auch so gemacht, dass wir von Spiel zu Spiel geschaut haben und das nächste Spiel ist am Samstag in Schalke. Auf alles andere haben wir sowieso keinen Einfluss. Wir konzentrieren uns jetzt auf dieses Spiel, da wollen wir, wenn es geht drei Punkte holen. So war das bis jetzt im jedem Spiel. Wir haben versucht, das Maximale herauszuholen. Das wollen wir am Samstag auch und dann werden wir weitersehen.
Petra Koch: Rückrundenauftakt ist es ja nicht so wirklich bei euch, ihr habt ja schon zwei Spiele aus der Rückrunde gespielt. Aber man will ja auch sehen, wie eine Mannschaft nach der Pause wieder in die Puschen kommt. Schalke war glaube ich eines der wenigen Spiele, die ihr in der Hinrunde verloren habt…
Sven Demandt: Ja, wir haben das Hinspiel verloren. Eher unglücklich, weil wir da schon die meiste Zeit am Drücker waren, aber kein Tor gemacht haben. Dann sind wir fünf Minuten vor Schluss einmal in einen Konter gelaufen. Da hoffe ich jetzt mal, dass wir das am Samstag vom Ergebnis besser hinbekommen, vom Spiel her war es auch da ok.
Petra Koch: Bleibt in der Mannschaft dann alles beim Alten, oder hast du Verletzungssorgen oder dergleichen?
Sven Demandt: Verletzungssorgen haben wir überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Mehr oder weniger sind fast alle fit. Wir haben mit Christoph Kasak, der einen Kreuzbandriss hatte und der momentan im Aufbautraining ist, nur einen Langzeitverletzten. Ansonsten sind alle mehr oder weniger einsatzbereit und hoffen darauf, am Samstag dabei zu sein.
Petra Koch: Man muss ja jetzt mal schauen. Ihr 34 Punkte. Preußen Münster ist erster mit 37 Punkten. Das sind nur drei Punkte. Dazwischen ist noch einer mit 35 Punkten, der aber ein Spiel mehr hat. Wenn man am Ende auch noch so nah dran ist und um den Aufstieg spielen könnte, wäre der Verein auch happy, wenn ihr dass auch tut?
Sven Demandt: Davon gehe ich jetzt aus. Wir sind als U23 eine Ausbildungsmannschaft und ich glaube, dass die Jungs - wenn es denn so käme oder wenn man irgendwann mal in die 3. Liga erreichen würde - da ganz einfach noch besser gefördert und gefordert werden, als das in der Regionalliga der Fall ist. Wenn man vor 15.000 Zuschauen in Braunschweig oder vor 10.000 in Offenbach spielen kann, dann glaube ich, dass es den Jungs noch mehr bringt als von 1.000 Zuschauern in Lotte.
Petra Koch: Ist es bisher das Erfolgsrezept gewesen, bisher ohne Druck in die Spiele zu gehen?
Sven Demandt: Ja, ich glaube schon. Wie gesagt, die Erwartungen waren an die Jungs nicht so hoch. Dann lässt es sich immer leichter spielen, als es jetzt der Fall ist. Wir haben hart gearbeitet und die Jungs haben es sich auch erarbeitet, dass wir jetzt da stehen wo wir stehen. Aber es wird mit Sicherheit schwieriger da oben zu bleiben. Aber gut, damit müssen wir alle jetzt klar kommen und ich hoffe, dass bekommen wir geregelt.
Petra Koch: Unterscheidet sich eure Vorbereitung wesentlich von denen der Profis?
Sven Demandt: Nein, das glaube ich nicht. Die meisten Jungs von uns machen ja nichts anderes, außer Fußballspielen. Ein paar jüngere gehen noch zur Schule und ansonsten machen die anderen machen nichts anderes. Dementsprechend sind auch der Trainingsumfang und die Vorbereitung gestaltet.
Petra Koch: Wir wissen natürlich, Sven Demandt ist Kölner. Dafür kann er jetzt nichts. Er hat in Düsseldorf und danach lange in Mainz gespielt. Er war mit einer unglaublichen Anzahl von 35 Toren Torschützenkönig. Ich weiß gar nicht, ob es das nochmal gegeben hat?
Sven Demandt: Danach nicht mehr. Davor auch nur einmal. Rudi Völler hat glaube ich mal 38 Tore gemacht, aber ansonsten hat es das bisher nie wieder gegeben.
Petra Koch: Da stehst du also ganz oben in den Geschichtsbüchern. Jetzt wollen wir mal wissen…: 1. Was kannst du überhaupt nicht leiden? 2. Was magst du besonders? 3. Drei Dinge, die man unbedingt auf einer Insel braucht? 4. Musikrichtung? 5. Wenn du die Macht hättest auf der Welt etwas zu verändern, was wäre das? 6. Lebensmotto oder Lebensphilosophie?
Sven Demandt: Zu 1: Ich kann nicht leiden, wenn man unehrlich ist und man irgendeinen Blödsinn erzählt bekommt wo man genau weiß, dass es Blödsinn ist, was derjenige erzählt. Zu 2: Da gibt es viele Sachen. Ich freue mich, wenn meine Jungs gut spielen, das kann ich gut leiden. Zu 3: Ich würde gerne einen Ball mitnehmen, einen Fernseher und wenn die Frau nicht mitkommt, dann irgendwas mit Musik. Dass iphone vielleicht, damit man immer wieder von der Insel wegkommt.
Zu 4: Ich mag gerne Soul und die Charts. Zu 5: Da kann man natürlich viele gute Dinge tun. Ich glaube schon, dass wenn irgendwo Leute Hunger leiden und Leute richtig arm sind, dass man das irgendwie hinbekommen sollte. Aber ich glaube, das ist sehr schwierig. Zu 6: Wenn ich schon Kölner bin, dann muss ich natürlich sagen: Et kütt wie et kütt und et is wie et is und et hätt noch immer jot jejange.
Petra Koch: War es auch so im Leben?
Sven Demandt: Würde ich schon sagen, wobei man natürlich auf das, was einen selber betrifft, schon einen gewissen Einfluss hat. Ich bin schon ein Verfechter dessen, dass ich sage, wenn ich viel für irgendwas mache, dann wird es schon funktionieren.
Petra Koch: Auf dem Platz warst du jemand, der auch gearbeitet und angepackt hast. Dem nicht immer durch so viel Technik alles zugefallen ist…
Sven Demandt: Das sind wilde Gerüchte, die einfach nicht stimmen. Ich war Torjäger auf dem Platz. Torjäger zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dann wenn der Ball kommt, dass sie die dann reinmachen. Da war ich ganz gut. Wenn man vorher viel gearbeitet hat, dann ist man schon mal ein bisschen müde und dann fällt es einem schwerer. Aus dem Grunde habe ich einen Mittelweg gewählt. Je älter ich geworden bin, desto mehr glaube ich, habe ich auch Einfluss auf das Spiel genommen, wo mir schon bewusst war, dass man vorne auch defensiv schon einiges regeln kann. Dafür habe ich dann weniger getroffen.
Petra Koch: Wenn du dir heute Stürmer und deine Stürmer anschaust oder auch mal die von den Profis, wo du auch Spiele siehst. Ist das immer ein spezieller Augenmerk oder schaust du dir alle gleich an?
Sven Demandt: Ich schaue mir eigentlich alle gleich an. Die Stürmer müssen nicht mehr Kritik einstecken. Normal ist es immer so, dass wenn Stürmer Trainier werden, desto mehr wird er Wert auf die Defensive legen. Bei mir ist das jetzt nicht so, aber ich kann natürlich einem Stürmer den ein oder anderen Ratschlag mehr geben als einem Abwehrspieler, weil ich mansche Situationen einfach nachempfinden kann.
Petra Koch: Bist du ein Trainer der was vormacht?
Sven Demandt: Früher ging das sicherlich besser als momentan, weil meine körperliche Verfassung ein bisschen zu wünschen übrig lässt. Nichtsdestotrotz, aus dem Stand geht das schon noch alles ganz gut. Da kann man den Jungs sicherlich noch einiges vormachen, vor allem wenn es um das Tore schießen geht.
Petra Koch: Wie ist der Trainertyp Sven Demandt?
Sven Demandt: Ich denke schon, dass ich noch nah genug dabei bin. Es gibt auch schon mal Einheiten, in denen ich ein bisschen mit mache. Ein bisschen Bewegung tut schon gut, ich bin nicht nur derjenige, der am Rand steht und beobachtet, sondern ich bin auch schon ganz gerne mittendrin.
Petra Koch: Uwe Stöver ist unser Telefongast heute. Sie kennen sich aus Mainz?
Uwe Stöver, heute Sportdirektor beim FSV Frankfurt und früherer Mannschaftskollege beim 1. FSV Mainz 05 über Demandt: Schwerpunktmäßig kennen wir uns aus der Mainzer Zeit. Auch aus der Zeit davor. Wir hatten den ersten Kontakt in Leverkusen, als Sven in der ersten und ich in der zweiten Mannschaft gespielt habe. Danach noch in verschiedenen, sportlichen Vergleichen. Aber so richtig intensiv und freundschaftlich haben sich die Dinge in Mainz entwickelt. Sven war eher der technisch starke Spieler, der den Ball sofort gut verarbeiten und versenken konnte. Ich denke die Torquote die er hat, die spricht definitiv für sich. Im Grunde heißt es, dass er jedes dritte Spiel getroffen hat. Er war immer ein sehr ruhiger Vertreter. Schon als Spieler war er immer realistisch und sachlich.
Uwe Stöver zu den Aufstiegschancen der U23: Ich habe das ein und andere Spiel auch selber gesehen und ich denke, Sven hat sich da eine ganz gute Mannschaft hingestellt, die sicherlich in der Lage ist, ganz vorne mitzuspielen. Um aber den großen Wurf zu landen, spielen viele Faktoren eine Rolle. Wie ist die Abstellung von oben oder wie ist die Abstellung eventuell gezwungenermaßen von der zweiten in die erste Mannschaft.
Kann man im Laufe einer Runde bei 34 Spielen auf alle Leistungsträger zurückgreifen. All diese Dinge sind gerade in den zweiten Mannschaften der Lizenzvereine letztendlich nur sehr schwer zu organisieren. Da muss man jetzt mal die Zeit abwarten. Sicherlich haben sie einen guten Trainer, einen guten Co-Trainer mit Adrian Spyrka und sehr viele Talente und wenn alles gut läuft, vielleicht klappt es dann. Ich drücke die Daumen.
Petra Koch: Er hat einiges angesprochen. Als Zweitvertretung einer Lizenzmannschaft ist man auf der einen Seite oder eigentlich primär sicherlich Ausbilder und man muss immer schauen, welche Spieler man gerade zur Verfügung hat. Nervt das schon mal oder ist das eben das, worauf man eingeht?
Sven Demandt: Wenn man den Job macht, dann weiß man, worauf man sich einlässt. Die Prioritäten sind so gesetzt, dass man montags nicht weiß, wer einem letztendlich samstags zur Verfügung steht. Das ist ganz normal. Unabhängig davon hat man hier schon den Vorteil, dass die Jungs, die von oben kommen in der Regel jung und sehr willig sind, auch mit Spaß bei uns spielen und im Zweifelsfalle sogar vorher auch in der Jugend gespielt haben. Von daher sind das keine Profis von oben, sondern sie sind genauso wie die anderen auch. Man kennt sich gut. Ich glaube, dass ist auch so ein bisschen das Geheimnis, das es gut funktioniert.
Petra Koch: Ich habe eine Mail von Ralf Göres bekommen, die ich jetzt einfach mal so vorlese, wie sie ist: „Sehr geehrter Herr Demandt. Sie lassen so einen erfrischenden Fußball bei den Amateuren spielen. Würden Sie sich zutrauen, diese Art auch den Profis beizubringen? Würden Sie mehr Talente spielen lassen als es derzeit der Fall ist? Hätten wir die Positionen, die im Winter neu besetzt wurden nicht auch mit ihren Jungs adäquat erfüllen können?“
Sven Demandt: Das glaube ich jetzt erst mal nicht, weil ich glaube, dass die Wintereinkäufe mit Stranzl, Nordtveit, Hanke und auch mit Fink, wenn er richtig dabei ist, sehr gut sind. Ich glaube, das kann gut funktionieren und hat ja auch schon zweimal gut funktioniert. Prinzipiell glaube ich aber schon, dass man so einen Fußball auch oben spielen lassen kann, wobei man immer schauen muss, dass zu viele junge Spieler auch schwierig sein können, aber manchmal tut eine junge und unbekümmerte Art einer Mannschaft ganz gut.
Petra Koch: Ist es leichter, schwerer oder dankbarer Jungs zu trainieren, die noch in den Profibereich reinwachsen wollen?
Sven Demandt: Ich glaube ganz einfach, dass es anders ist, weil die Probleme ein bisschen anders gelagert sind. Man kann von Presse und manch anderen Sachen einfach unbekümmerter und munter drauflos trainieren. Der Umfang ist derselbe. Die Jungs sind anders wobei man da auch wieder unterscheiden muss. Jungendmannschaften sind glaube ich in der Hinsicht schwieriger zu trainieren, weil da die Probleme auch wieder anders sind.
Da ist noch Schule, da ist der Fahrdienst, da spielen andere Dinge noch mehr eine Rolle. Ich bin an für sich froh darüber, dass ich jetzt eine Mannschaft habe, die rein profimäßig trainieren kann und ich mit den Jungs im Prinzip alles machen kann, was ich will. Ich muss auf Fahrdienst und zum Teil auf Schule Rücksicht nehmen. Von daher ist der Umfang genauso wie oben auch und das macht mir ganz einfach auch Spaß.
Petra Koch: Mit wie viel Sorge schaut man auf die momentane Problematik der ersten Mannschaft und wie sehr würde es beeinflussen, wenn es denn schiefgeht?
Sven Demandt: Es ist normal, dass ein Verein davon lebt, wie es der Profimannschaft geht. Wenn es dieser Mannschaft nicht so gut geht, dann kann die Stimmung prinzipiell nicht so sein, als wenn alles gut wäre, die Mannschaft im Mittelfeld stünde und wir alle keine Probleme hätten. Meine direkte Arbeit beeinflusst das überhaupt nicht. Die Kommunikation zwischen uns und der Profiabteilung ist top, da gibt es keine Beeinträchtigungen. Aber dass die Stimmung natürlich grundsätzlich nicht so ist, wie sie sein sollte, ist glaube ich ganz normal.
Petra Koch: Prognose für die Profis?
Sven Demandt: Im Fußball ist alles möglich. Klar, die Hypothek mit zehn Punkten ist schwierig. Zu Halbzeit gegen Stuttgart hätte ich gesagt, wie schaffen es auf jeden Fall. Jetzt wird es was schwieriger, aber möglich ist alles. Die Wintereinkäufe haben schon Stabilität rein gebracht. Wenn man die rüber rettet, ist alles möglich.
Petra Koch: Prognose für die U23?
Sven Demandt: Ich hoffe, das wir drei Punkte auf Schalke holen.
Petra Koch: Alles klar. Das wünsche ich dir und drücke dir die Daumen, das man vielleicht bis zum Schluss ganz oben ist und den großen Wurf landen kann. Den Profis drücken wir die Daumen, dass sie drin bleiben. Es war nett. Vielen Dank für den Besuch.
Sven Demandt: Vielen Dank






